KFF-Übungsbuch · Teil 2

Textverständnis

Lösungen · Set 1–15 · Fragen 1–180

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Set 1Fragen 1–12

Text 1 – Welle-Teilchen-Dualismus und das Doppelspaltexperiment

Frage 1Lösung E · Aussagenkombination

✓Aussage 1 – ableitbar: Laut Absatz 2 wies Compton 1923 nach, dass gestreute Röntgenstrahlung ihre Wellenlänge vergrößert, und dies lässt sich nur deuten, wenn Lichtquanten neben Energie auch Impuls besitzen. Die Aussage gibt dies sinngemäß wieder.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 hängt die Energie der austretenden Elektronen allein von der Frequenz ab; eine höhere Intensität erhöht lediglich ihre Zahl. Ein Anstieg der Energie mit der Intensität war gerade die widerlegte Erwartung der klassischen Wellentheorie.

✓Aussage 3 – ableitbar: Laut Absatz 2 ist die Energie eines Lichtquants das Produkt aus Frequenz und Planckschem Wirkungsquantum; laut Absatz 3 ergibt sich die De-Broglie-Wellenlänge als Quotient aus Planckschem Wirkungsquantum und Impuls. In beiden Beziehungen tritt also dieselbe Konstante auf.

✗Aussage 4 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 1 fand Youngs Versuch zu Beginn des 19. Jahrhunderts statt, Maxwells Beschreibung folgte erst in den 1860er-Jahren. Die Aussage kehrt die Abfolge um: Nicht Maxwell veranlasste Young, sondern Youngs Befund stützte die Wellentheorie lange vor Maxwell.

✗Aussage 5 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 sorgt die vorgeschaltete Öffnung für eine feste Phasenbeziehung (Kohärenz) der Wellen an beiden Spalten. Versuche mit stark abgeschwächter Intensität werden erst in Absatz 3 und in anderem Zusammenhang beschrieben.

Lösung: E. Nur 1. und 3. sind richtig.

Lösungshinweis: Aussage 3 erfordert den Abgleich zweier weit auseinanderliegender Formeln (Absatz 2 und Absatz 3). Aussage 5 ist verführerisch, weil sie ein Detail aus Absatz 3 (Intensitätsabsenkung) fälschlich dem Aufbau aus Absatz 1 zuordnet.

Frage 2Lösung E · Single Choice (Negationsfrage)

✗A – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 3 entsteht das Streifenmuster auch dann, wenn sich jeweils nur ein Elektron in der Apparatur befindet; daraus folgert der Text ausdrücklich, dass es nicht aus einer Wechselwirkung verschiedener Elektronen hervorgehen kann.

✗B – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 1 wächst der Abstand benachbarter heller Streifen proportional zur Wellenlänge. Eine kürzere Wellenlänge verringert diesen Abstand, die Streifen rücken also zusammen.

✗C – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 3 wird die Wellenlänge umso kürzer, je größer Masse und Geschwindigkeit sind; umgekehrt führt eine geringere Geschwindigkeit bei gleicher Masse zu einer größeren Wellenlänge. Absatz 4 nennt für den Wiener Versuch rund 220 m/s und etwa 2,5 Pikometer. Die Kombination beider Stellen ergibt die Aussage.

✗D – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 4 verringert teilweise Weginformation den Kontrast der Streifen, ohne ihn vollständig aufzuheben. Die Aussage ist daher ableitbar.

✓E – gesuchte Aussage – nicht ableitbar (Falsche Verallgemeinerung): Laut Absatz 2 gilt die Grenzfrequenz nur unter gewöhnlichen Bedingungen: Bei extrem hohen Intensitäten, wie sie gepulste Laser erreichen, kann ein Elektron mehrere Quanten zugleich aufnehmen und das Metall auch unterhalb der Grenzfrequenz verlassen. Die Formulierung „unabhängig von der Intensität“ verallgemeinert daher unzulässig.

Lösungshinweis: Bei NICHT-Fragen ist jede Option einzeln gegen den Text zu prüfen. Die Falle in E ist die Einschränkung am Ende von Absatz 2, die den zuvor formulierten Grundsatz relativiert – wer nur den ersten Teil des Absatzes im Kopf hat, hält E für richtig.

Frage 3Lösung B · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 nimmt der Streifenabstand ab, wenn die Spalte weiter voneinander entfernt werden. Die Aussage kehrt die Richtung des Zusammenhangs um.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 führte Jönsson 1961 in Tübingen einen Doppelspaltversuch mit Elektronen durch; den Aufbau des Musters aus einzelnen, punktförmigen Einschlägen zeigten laut Text jedoch Tonomura und Kollegen 1989. Jahr und Befund werden vermischt.

✗Aussage 3 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 4 genügt bereits die prinzipielle Verfügbarkeit der Weginformation, um die Interferenz zu zerstören – unabhängig davon, ob jemand sie ausliest. Die Bedingung ist verändert.

✗Aussage 4 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 4 ist es umgekehrt: Die Aussendung von Wärmestrahlung hinterlässt Spuren über den Weg des Objekts und bewirkt so die Dekohärenz, die das Interferenzmuster schwächt.

✗Aussage 5 – Überinterpretation: Absatz 4 verneint zwar eine prinzipielle Obergrenze, laut Absatz 3 ist die Wellenlänge eines solchen Körpers aber um mehr als 18 Größenordnungen kleiner als ein Atomkern, sodass seine Welleneigenschaften praktisch nicht nachweisbar sind. Aus dem Fehlen einer theoretischen Grenze folgt keine praktische Beobachtbarkeit.

Lösung: B. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Alle Aussagen klingen fachlich plausibel, enthalten aber je eine kleine Verschiebung (Richtung, Jahr, Bedingung, Ursache-Wirkung). Aussage 5 lässt sich nur durch Kombination von Absatz 3 und Absatz 4 sicher ausschließen.

Text 2 – Laminare und turbulente Strömung – die Reynolds-Zahl

Frage 4Lösung B · Single Choice

✗A – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 2 ist der Wert von 2300 an die Rohrströmung gebunden; bei der Grenzschicht entlang einer ebenen Platte erfolgt der Umschlag erst bei Werten in der Größenordnung von 500 000. Zudem markiert 2300 laut Text nicht den zwangsläufigen Beginn der Turbulenz.

✓B – ableitbar: Laut Absatz 1 ist die Reynolds-Zahl proportional zur charakteristischen Länge, laut Absatz 2 ist dies bei der Rohrströmung der Innendurchmesser. Halbiert man den Durchmesser gegenüber dem Beispiel (2 cm, Reynolds-Zahl 10 000), halbiert sich die Reynolds-Zahl auf etwa 5000 – das liegt über dem in Absatz 2 genannten kritischen Wert von etwa 2300.

✗C – Nicht im Text: Absatz 4 erwähnt nur, dass in der Aorta kurzzeitig Reynolds-Zahlen von einigen Tausend erreicht werden. Über Folgen für die Gefäßwand sagt der Text nichts.

✗D – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 muss ein solches Modell im selben Fluid mit der zehnfachen Geschwindigkeit angeströmt werden, da die kleinere charakteristische Länge ausgeglichen werden muss. Ein Zehntel der Geschwindigkeit würde die Reynolds-Zahl weiter senken.

✗E – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 4 wird das Blut im verengten Querschnitt beschleunigt und verwirbelt; erst die turbulente Strömung versetzt die Gefäßwand in Schwingungen. Die Aussage vertauscht Ursache und Wirkung.

Lösungshinweis: Option B verlangt eine kleine Rechnung aus der Proportionalität (Absatz 1) und dem Zahlenbeispiel sowie dem kritischen Wert (Absatz 2). Option A ist die typische Falle: Der Zahlenwert 2300 wird ohne die im Text genannte Einschränkung auf die Rohrgeometrie verallgemeinert.

Frage 5Lösung A · Aussagenkombination

✓Aussage 1 – ableitbar: Laut Absatz 3 werden Stoffe in laminarer Strömung zwischen benachbarten Schichten nur durch die vergleichsweise langsame molekulare Diffusion ausgetauscht. Die Aussage paraphrasiert dies.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 steht die dynamische Viskosität im Nenner der Reynolds-Zahl; eine geringere Viskosität erhöht sie also. Absatz 4 bestätigt dies am Beispiel der Blutarmut, bei der die verringerte Viskosität die Reynolds-Zahl anhebt.

✗Aussage 3 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 4 ist die Blutströmung nur überwiegend laminar; in der Aorta werden kurzzeitig Reynolds-Zahlen von einigen Tausend erreicht, und an Verengungen sowie unter der Blutdruckmanschette entstehen hörbare Turbulenzen.

✓Aussage 4 – ableitbar: Laut Absatz 1 ist die Reynolds-Zahl proportional zum Produkt aus Geschwindigkeit und charakteristischer Länge; laut Absatz 2 ist diese Länge bei der Rohrströmung der Innendurchmesser. Ein größerer Durchmesser erfordert daher eine geringere Geschwindigkeit, um denselben kritischen Wert zu erreichen.

✗Aussage 5 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 blieb die Strömung in sorgfältig beruhigten Versuchsanlagen bis zu Werten von weit über 10 000 laminar; der Wert von etwa 4000 gilt für technische Leitungen.

Lösung: A. Nur 1. und 4. sind richtig.

Lösungshinweis: Die Aussagen 2 und 4 lassen sich nur beurteilen, wenn man die Definition der Reynolds-Zahl aus Absatz 1 auf spätere Absätze anwendet. Bei Aussage 5 werden zwei Zahlenangaben aus demselben Satz (technische Leitungen vs. beruhigte Versuchsanlagen) vertauscht.

Text 3 – Epigenetik – DNA-Methylierung, Histonmodifikation und genomische Prägung

Frage 6Lösung C · Single Choice

✗A – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 stammen bei der uniparentalen Disomie im Rahmen des Prader-Willi-Syndroms beide Chromosomen 15 von der Mutter; gerade deshalb fehlt eine aktive väterliche Kopie.

✗B – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 erfolgt die X-Inaktivierung zufällig, weshalb weibliche Gewebe ein Mosaik bilden; der Text grenzt sie ausdrücklich von der Prägung ab.

✓C – ableitbar: Laut Absatz 3 liegt nur in etwa 70 Prozent der Fälle eine Deletion vor; in etwa einem Viertel der Fälle stammen beide Chromosomen 15 von der Mutter, sodass trotz vollständig vorhandener DNA-Sequenz keine aktive väterliche Kopie existiert.

✗D – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 3 sind die Prägungsmarkierungen vor der Demethylierungswelle nach der Befruchtung geschützt und bleiben in allen Körperzellen erhalten. Die Demethylierung wird unzulässig auf alle Markierungen übertragen.

✗E – Nicht im Text: Das Beckwith-Wiedemann-Syndrom wird im Text nicht erwähnt. Die Aussage mag fachlich zutreffen, lässt sich aber aus dem Text nicht ableiten.

Lösungshinweis: Die richtige Option ist bewusst unauffällig formuliert: Sie setzt voraus, dass man „uniparentale Disomie“ als Fall ohne fehlende DNA erkennt. Option A tauscht nur das Elternteil aus – solche Ein-Wort-Vertauschungen sind bei Prägungsthemen die häufigste Falle.

Frage 7Lösung B · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 sind in Körperzellen etwa 70 bis 80 Prozent der CpG-Dinukleotide methyliert. Der Anteil von einem Fünftel bis einem Viertel bezieht sich im Text auf die Häufigkeit von CpG-Dinukleotiden im Verhältnis zu ihrer statistischen Erwartung.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 erkennt DNMT1 bevorzugt hemimethylierte Stellen, bei denen nur der Elternstrang eine Methylgruppe trägt. Neue Methylierungen setzen laut Text DNMT3A und DNMT3B.

✗Aussage 3 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 1 ist die Reihenfolge umgekehrt: Methylierte CpG-Inseln werden von methylbindenden Proteinen erkannt, die Enzyme heranziehen, welche das Chromatin verdichten.

✗Aussage 4 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 2 wirkt Histonmethylierung je nach Position unterschiedlich: Die dreifache Methylierung von Lysin 4 an H3 kennzeichnet aktive Promotoren, nur die an Lysin 9 oder 27 geht mit stillgelegtem Chromatin einher.

✗Aussage 5 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 4 ist das Tumorgenom zwar insgesamt hypomethyliert, einzelne CpG-Inseln in Promotoren von Tumorsuppressorgenen sind jedoch hypermethyliert.

Lösung: B. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Absatz 1 enthält zwei ähnlich klingende Mengenangaben (Anteil methylierter CpGs und relative CpG-Häufigkeit); Aussage 1 vertauscht sie. Bei „Keine“-Lösungen jede Aussage bis zum letzten Detail prüfen, statt nach der „am wenigsten falschen“ zu suchen.

Frage 8Lösung D · Single Choice (Negationsfrage)

✗A – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 3 führt der Ausfall der Region q11–q13 auf Chromosom 15 je nach elterlicher Herkunft zum Prader-Willi-Syndrom (väterliche Region fehlt) oder zum Angelman-Syndrom (mütterliche Region fehlt); in etwa 70 Prozent der Fälle liegt jeweils eine Deletion vor.

✗B – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 1 verändern epigenetische Markierungen die Basenabfolge nicht, und eine methylierte Promotor-CpG-Insel schaltet das Gen in der Regel ab. Laut Absatz 4 sind in Tumoren CpG-Inseln in Promotoren von Tumorsuppressorgenen hypermethyliert; eine solche Stilllegung wird dort ausdrücklich von einer Mutation unterschieden.

✗C – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 3 werden in den Urkeimzellen die ererbten Markierungen gelöscht und anschließend entsprechend dem Geschlecht neu gesetzt, sodass ein Mann auch die von seiner Mutter stammenden Chromosomen väterlich prägt.

✓D – gesuchte Aussage – nicht ableitbar (Präzisionsfehler): Laut Absatz 4 wurde das Transposon durch die Ernährung stärker methyliert und damit stillgelegt, wodurch sich die Fellfarbe der Nachkommen in Richtung Braun verschob. Die Richtung der Veränderung ist vertauscht.

✗E – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 4 wurde bei den im Hungerwinter Gezeugten eine geringere Methylierung am IGF2-Gen gefunden; laut Absatz 3 wird IGF2 in den meisten Geweben nur von der väterlichen Kopie abgelesen. Die Kombination beider Stellen ergibt die Aussage.

Lösungshinweis: Option E wirkt fremd, weil „väterlich“ nicht im Absatz zum Hungerwinter steht – die Information über IGF2 findet sich zwei Absätze früher. Die Lösung D ist ein reiner Richtungsfehler („schwächer“ statt „stärker“), der beim schnellen Lesen leicht übersehen wird.

Text 4 – Plattentektonik und die Entstehung von Erdbeben

Frage 9Lösung A · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 ist die Lithosphäre unter den Ozeanen meist weniger als 100 Kilometer, unter alten Kontinentkernen dagegen stellenweise über 200 Kilometer mächtig. Das Verhältnis ist umgekehrt.

✓Aussage 2 – ableitbar: Laut Absatz 3 wird beim Aufreißen der Störung ein Teil der über Jahrzehnte bis Jahrhunderte angesammelten Energie als seismische Wellen abgestrahlt. Die Aussage gibt dies zutreffend wieder.

✗Aussage 3 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 4 sind Erdbeben nicht auf Plattengrenzen beschränkt; auch im Inneren von Platten entladen sich Spannungen, etwa bei New Madrid 1811 und 1812.

✓Aussage 4 – ableitbar: Laut Absatz 1 ist kaum Ozeanboden älter als etwa 200 Millionen Jahre, weil er an anderer Stelle wieder in den Mantel zurückgeführt wird. Laut Absatz 2 geschieht dies an konvergenten Grenzen, an denen ozeanische Lithosphäre in den Mantel abtaucht. Die Verknüpfung beider Stellen ergibt die Aussage.

✗Aussage 5 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 1 ist die Umpolung des Erdmagnetfelds Voraussetzung für die Entstehung der Magnetstreifen, die zusammen mit der symmetrischen Krustenbildung die Plattentektonik stützten. Nicht die Plattentektonik erklärt die Umpolung, sondern die Umpolung liefert das Muster, das die Plattenbewegung belegt.

Lösung: A. Nur 2. und 4. sind richtig.

Lösungshinweis: Aussage 4 ist nur ableitbar, wenn man „an anderer Stelle in den Mantel zurückgeführt“ (Absatz 1) mit dem Abtauchen an konvergenten Grenzen (Absatz 2) verbindet. Aussage 5 klingt plausibel, verwechselt aber Beleg und Erklärung.

Frage 10Lösung A · Single Choice

✓A – ableitbar: Laut Absatz 2 sind Subduktionszonen die konvergenten Grenzen, an denen ozeanische Lithosphäre abtaucht. Laut Absatz 4 ereignen sich dort die stärksten Erdbeben, und die Lokalmagnitude nach Richter liefert bei sehr starken Beben zu niedrige Werte.

✗B – Nicht im Text: Absatz 2 nennt die San-Andreas-Verwerfung nur als Beispiel einer Transformstörung, an der zwei Platten aneinander vorbeigleiten; welche Platten das sind, sagt der Text nicht.

✗C – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 3 baut sich die Spannung zunächst langsam auf, solange die Blöcke verhakt sind; erst wenn sie die Festigkeit der Störung übersteigt, kommt es zum plötzlichen Versatz. Ursache und Folge sind vertauscht.

✗D – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 geht das Gestein der kontinentalen Kruste erst unterhalb von etwa 15 bis 20 Kilometern in kriechendes Verhalten über; darüber entstehen die meisten flachen Erdbeben.

✗E – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 3 gilt dies nur für S-Wellen; P-Wellen durchqueren auch Flüssigkeiten.

Lösungshinweis: Die richtige Option vermeidet das Stichwort „Subduktionszone“ und umschreibt es mit der Definition aus Absatz 2 – man muss die Umschreibung erkennen und mit Absatz 4 verbinden. Option B ist sachlich korrekt, steht aber nicht im Text.

Text 5 – Hesiods Theogonie – die griechische Kosmogonie

Frage 11Lösung C · Single Choice

✗A – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 dauerte der Krieg zehn volle Jahre. Die Zahl neun stammt aus der Beschreibung des fallenden Ambosses, der neun Tage und Nächte unterwegs ist.

✗B – Nicht im Text: Der Text nennt kein weiteres Werk Hesiods. Die Aussage ist sachlich zutreffend, lässt sich aber aus dem Text nicht ableiten.

✓C – ableitbar: Laut Absatz 2 gebiert Gaia den Uranos ohne Partner. Laut Absatz 3 zeugt Uranos mit Gaia die Titanen, deren jüngster Kronos ist. Kronos ist also Sohn der Gaia und zugleich Sohn ihres Sohnes Uranos, damit auch ihr Enkel.

✗D – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 3 verschlingt Zeus Metis gerade deshalb, weil ihr ein Sohn vorhergesagt war, der König über Götter und Menschen würde. Die Weissagung ist Ursache, nicht Folge des Verschlingens.

✗E – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 2 gebiert Gaia Uranos, die Berge und Pontos ohne Partner, und Erebos und Nyx gehen aus dem Chaos hervor. Der Text spricht nur davon, dass die meisten späteren Götter aus einer solchen Verbindung stammen.

Lösungshinweis: Genealogische Fragen verlangen, die Verwandtschaftsangaben aus verschiedenen Absätzen zu einem Stammbaum zusammenzusetzen. Option A nutzt eine Zahl, die im Text tatsächlich vorkommt, aber zu einem anderen Sachverhalt gehört.

Frage 12Lösung D · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 erklären die Musen, sie verstünden es, viel Falsches zu sagen, das dem Wahren gleicht, könnten aber auch Wahres verkünden, wenn sie wollten. Von einer uneingeschränkten Wahrheitsgarantie ist keine Rede.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 bezeichnet Chaos bei Hesiod gerade keine ungeordnete Masse, sondern einen gähnenden, leeren Zwischenraum; die Bedeutung „Unordnung“ entspricht erst dem späteren Sprachgebrauch.

✗Aussage 3 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 entstehen aus den Blutstropfen die Erinyen, die Giganten und die Eschennymphen; Aphrodite geht aus dem Schaum um das ins Meer geworfene Glied hervor.

✗Aussage 4 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 4 stammen die Niederschriften aus dem 14. und 13. Jahrhundert v. Chr. und sind damit mindestens ein halbes Jahrtausend älter als Hesiods Werk, das laut Absatz 1 meist um 700 v. Chr. datiert wird.

✗Aussage 5 – Überinterpretation: Laut Absatz 4 legen die Übereinstimmungen nur eine Übernahme orientalischer Stoffe nahe; Zeitpunkt und Weg der Vermittlung sind ungeklärt. Dass Hesiod die Texte selbst kannte, folgt daraus nicht.

Lösung: D. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Aussage 2 gibt die Alltagsbedeutung von „Chaos“ wieder, die der Text ausdrücklich zurückweist – Vorwissen führt hier in die Irre. Bei Mythos-Texten auf genaue Zuordnungen achten (wer entsteht woraus, wer tut was warum).

Set 2Fragen 13–24

Text 1 – Zeitdilatation und Längenkontraktion in der speziellen Relativitätstheorie

Frage 13Lösung A · Aussagenkombination

✓Aussage 1 – ableitbar: Laut Absatz 1 beträgt der Lorentz-Faktor bei 86,6 Prozent der Lichtgeschwindigkeit etwa 2. Nach Absatz 3 ist die gemessene Länge um den Faktor γ verkürzt, und zwar nur parallel zur Bewegungsrichtung; Abmessungen senkrecht dazu bleiben unverändert.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 ist der Reisende beim Wiedersehen eindeutig weniger gealtert, und zwar unabhängig davon, wie kurz die Umkehrphase im Verhältnis zur Reisedauer ist. Die eingefügte Bedingung widerspricht dem Text.

✗Aussage 3 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 1 ist die Relativität der Gleichzeitigkeit eine unmittelbare Folge der Postulate. Absatz 3 erklärt umgekehrt die Längenkontraktion damit, dass die gleichzeitige Erfassung beider Enden vom Bezugssystem abhängt – Ursache und Folge sind vertauscht.

✓Aussage 4 – ableitbar: Absatz 2 nennt für ein Verkehrsflugzeug rund 40 Nanosekunden pro Tag, Absatz 4 für GPS-Satelliten etwa 7 Mikrosekunden, also rund 7000 Nanosekunden. Laut Absatz 4 gehen die Satellitenuhren wegen der schwächeren Gravitation zugleich um etwa 45 Mikrosekunden vor, was das Nachgehen übertrifft.

✗Aussage 5 – Falsche Verallgemeinerung: Absatz 1 schränkt ein: Die Ereignisse finden im bewegten System nur dann nacheinander statt, sofern ihr räumlicher Abstand eine Komponente in Bewegungsrichtung besitzt. Eine Aussage über jeden bewegten Beobachter ist daher nicht ableitbar.

Lösung: A. Nur 1. und 4. sind richtig.

Lösungshinweis: Die Aussagen 1 und 4 lassen sich nur prüfen, wenn man Zahlenangaben aus weit auseinanderliegenden Absätzen kombiniert. Bei Aussage 5 fehlt die Einschränkung „sofern … in Bewegungsrichtung“ – ein typisches Merkmal einer falschen Verallgemeinerung.

Frage 14Lösung C · Single Choice (Negationsfrage)

✗A – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 1 haben die Naturgesetze in allen Inertialsystemen dieselbe Form, weshalb kein Experiment einen Zustand absoluter Ruhe auszeichnen kann.

✗B – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 2 ist die Zeitdilatation wechselseitig; ein Widerspruch entsteht nicht, weil der Vergleich räumlich getrennter Uhren eine Synchronisation voraussetzt, die vom Bezugssystem abhängt.

✓C – gesuchte Aussage – nicht ableitbar (Präzisionsfehler): Laut Absatz 4 stimmten Messung und Vorhersage nur überein, wenn zusätzlich der Einfluss der schwächeren Gravitation in Reiseflughöhe berücksichtigt wurde, den erst die allgemeine Relativitätstheorie beschreibt. Die Aussage lässt diese Bedingung weg.

✗D – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 4 überwiegt der gravitative Effekt (etwa 45 Mikrosekunden vor) den geschwindigkeitsbedingten (etwa 7 Mikrosekunden nach); der Nettoeffekt von rund 38 Mikrosekunden pro Tag wird durch eine verringerte Sollfrequenz ausgeglichen.

✗E – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 3 entstehen Myonen in etwa 10 bis 15 Kilometern Höhe, laut Absatz 4 kämen sie ohne Zeitdilatation im Mittel nur rund 660 Meter weit – das sind nur etwa 4 bis 7 Prozent dieser Höhe.

Lösungshinweis: Bei Negationsfragen jede Option einzeln belegen. Option C klingt stimmig, weil die Zeitdilatation beim Flugexperiment tatsächlich eine Rolle spielt – der Text knüpft die Übereinstimmung aber an eine zusätzliche Bedingung („jedoch nur, wenn …“).

Text 2 – Ultraschalldiagnostik: Schallausbreitung, akustische Impedanz und Doppler-Effekt

Frage 15Lösung E · Single Choice

✗A – Präzisionsfehler: Die Halbierung der Wellenlänge folgt aus Absatz 1 (Wellenlänge = Schallgeschwindigkeit/Frequenz). Die Dämpfung wird dort aber pro Zentimeter und Megahertz angegeben; höhere Frequenzen werden ausdrücklich stärker gedämpft.

✗B – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 2 ergibt sich die Impedanz aus Dichte und Schallgeschwindigkeit des Mediums. Die starke Reflexion an Luftgrenzen ist Folge des großen Impedanzunterschieds, nicht dessen Ursache.

✗C – Falsche Verallgemeinerung: Absatz 1 beschränkt diese Aussage auf Flüssigkeiten und Weichgewebe („praktisch nur“) und begründet sie mit deren geringem Widerstand gegen Scherkräfte. Für Knochen macht der Text keine entsprechende Aussage.

✗D – Überinterpretation: Laut Absatz 2 beseitigt das Gel nur die Luftschicht zwischen Schallkopf und Haut. Gasgefüllte Darmschlingen sind laut demselben Absatz sonografisch kaum zu durchdringen.

✓E – ableitbar: Laut Absatz 2 entsteht bei übereinstimmendem Produkt aus Dichte und Schallgeschwindigkeit kein Echo. Da sich die Schallgeschwindigkeiten unterscheiden, weicht mindestens eines der Gewebe vom Gerätewert 1540 m/s ab, und laut Absatz 1 werden Strukturen hinter einem solchen Gewebe in falscher Tiefe abgebildet.

Lösungshinweis: Die richtige Option verbindet die Impedanzregel aus Absatz 2 mit dem Tiefenfehler aus Absatz 1. Vorsicht bei Option A: Die erste Hälfte stimmt, die zweite nicht – halbrichtige Aussagen sind insgesamt falsch.

Frage 16Lösung C · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Nach Absatz 1 ist die Wellenlänge der Quotient aus Schallgeschwindigkeit und Frequenz; eine niedrigere Frequenz ergibt eine längere Wellenlänge. Zudem verbessern laut Absatz 1 höhere, nicht niedrigere Frequenzen die Auflösung.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 fällt der Kosinus bei großen Winkeln steil ab, sodass kleine Schätzfehler gerade dort große Geschwindigkeitsfehler verursachen; deshalb werden Winkel von höchstens etwa 60 Grad angestrebt.

✗Aussage 3 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 liegt die Grenze bei der halben Pulswiederholfrequenz; oberhalb davon tritt Aliasing auf.

✗Aussage 4 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 3 verhält es sich umgekehrt: Weil die Verschiebung (im Beispiel rund 2,6 kHz) im hörbaren Bereich liegt, werden Doppler-Signale häufig auch akustisch ausgegeben.

✗Aussage 5 – Falsche Verallgemeinerung: Absatz 3 beschreibt diese Zuordnung nur als übliche Konvention („üblicherweise“). Dass sie verbindlich und unveränderlich sei, lässt sich daraus nicht ableiten.

Lösung: C. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Jede der fünf Aussagen weicht an genau einer Stelle vom Text ab: Richtung eines Zusammenhangs, Faktor „halbe“ statt „volle“, Ursache und Wirkung, „üblicherweise“ statt „verbindlich“. Wer die Option „Keine“ meidet, weil sie selten zutrifft, tappt hier in die Falle.

Text 3 – Antibiotikaresistenz: Mechanismen und horizontaler Gentransfer

Frage 17Lösung D · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 ist es umgekehrt: Anstelle von D-Alanyl-D-Alanin wird D-Alanyl-D-Lactat eingebaut. Die Richtung des Austauschs ist vertauscht.

✓Aussage 2 – ableitbar: Absatz 1 führt MRSA als Beispiel für eine veränderte Zielstruktur an; Absatz 2 bezeichnet die dort beschriebenen Mechanismen ausdrücklich als erworbene Resistenzen und grenzt davon die intrinsische Vancomycin-Resistenz gramnegativer Bakterien ab.

✗Aussage 3 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 3 besitzen selbst kompetente Arten diese Fähigkeit meist nur in bestimmten Wachstumsphasen.

✓Aussage 4 – ableitbar: Laut Absatz 1 erkennen manche Effluxpumpen strukturell sehr unterschiedliche Substanzen und vermitteln Resistenz gegen mehrere Wirkstoffklassen. Laut Absatz 4 trugen R-Faktoren mehrere Resistenzgene nebeneinander und übertrugen Resistenz gegen mehrere Antibiotika zugleich.

✗Aussage 5 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 2 zeigten Luria und Delbrück, dass Mutationen zufällig und bereits vor dem Kontakt mit dem Selektionsfaktor auftreten; dieser reichert vorhandene Varianten nur an, er erzeugt sie nicht.

Lösung: D. Nur 2. und 4. sind richtig.

Lösungshinweis: Die Aussagen 2 und 4 sind nur durch Verknüpfung weit auseinanderliegender Absätze zu sichern. Bei Aussage 1 lohnt ein genauer Blick auf die Richtung des Austauschs – vertauschte Begriffspaare überliest man beim schnellen Lesen leicht.

Frage 18Lösung B · Single Choice

✗A – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 3 infizieren die meisten Phagen nur eng verwandte Wirte, weshalb die Transduktion weitgehend auf eine oder wenige Arten beschränkt bleibt. Ein ausnahmsloser Ausschluss folgt daraus nicht.

✓B – ableitbar: Laut Absatz 2 durchdringt Vancomycin die äußere Membran gramnegativer Bakterien nicht. Laut Absatz 1 passieren hydrophile Wirkstoffe diese Membran über Porine, deren Verlust die Aufnahme vermindert. In beiden Fällen ist also der Durchtritt durch die äußere Membran eingeschränkt.

✗C – Nicht im Text: Absatz 4 nennt für mcr-1 nur das Jahr 2015, China als Ort und die Bedeutung als erste plasmidvermittelte Colistin-Resistenz. Über die Herkunft der Isolate sagt der Text nichts, auch wenn die Aussage sachlich zutreffen mag.

✗D – Überinterpretation: Absatz 2 sagt nur, dass Resistenzen nach dem Absetzen nicht zwangsläufig verschwinden. Dass ihr Anteil grundsätzlich nicht sinkt, geht darüber hinaus – zumal resistente Stämme ohne Antibiotikum laut demselben Absatz oft langsamer wachsen.

✗E – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 wird bei der Transduktion gelegentlich bakterielle statt viraler DNA verpackt und in eine andere Zelle eingeschleust. Die Aussage vertauscht die beiden DNA-Arten.

Lösungshinweis: Die richtige Option verlangt, ein intrinsisches und ein erworbenes Phänomen auf denselben Angriffsort zurückzuführen. Bei E und A hilft der Abgleich mit dem Wortlaut: vertauschte DNA-Art bzw. „die meisten“ statt „ausnahmslos“.

Frage 19Lösung D · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 liegt die Häufigkeit für Isoniazid bei etwa 1 zu 10⁶, für Rifampicin bei etwa 1 zu 10⁸. Isoniazidresistente Zellen sind also rund hundertmal häufiger, nicht umgekehrt.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 erfolgte die Beschreibung des Enzyms bereits 1940, Flemings Nobelvorlesung dagegen 1945. Die zeitliche Reihenfolge ist vertauscht.

✗Aussage 3 – Überinterpretation: Absatz 4 bezeichnet nur mcr-1 (2015) als ersten Nachweis einer plasmidvermittelten Resistenz, und zwar speziell gegen Colistin. Über NDM-1 sagt der Text lediglich, dass es sich rasch verbreitete; eine solche Erstbeschreibung wird ihm nicht zugeschrieben.

✗Aussage 4 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 4 ist die gemeinsame Lage mehrerer Resistenzgene auf einem Element die Voraussetzung dafür, dass ein einzelnes Antibiotikum alle mitselektiert. Die Aussage macht die Selektion zur Ursache der Genanordnung.

Lösung: D. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Zahlen- und Zeitangaben genau abgleichen: Bei Aussage 1 ist das Häufigkeitsverhältnis, bei Aussage 2 die Reihenfolge vertauscht. Aussage 3 überträgt das „erstmals“, das im Text zu mcr-1 gehört, auf ein anderes Gen.

Text 4 – Exoplaneten: Transit- und Radialgeschwindigkeitsmethode

Frage 20Lösung C · Single Choice

✗A – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 3 ist es umgekehrt: Die Bevorzugung großer Planeten auf engen Bahnen durch beide Methoden erklärt die Überrepräsentation heißer Jupiter unter den frühen Entdeckungen.

✗B – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 bewegt die Erde die Sonne nur mit rund 9 cm/s, HARPS erreicht aber etwa 1 m/s. Selbst der Zielwert von ESPRESSO (etwa 10 cm/s) liegt noch darüber.

✓C – ableitbar: Laut Absatz 1 liefert die Radialgeschwindigkeitsmethode wegen der unbekannten Bahnneigung nur eine Mindestmasse. Laut Absatz 3 belegt ein Transit eine Bahnneigung nahe 90 Grad, sodass die Mindestmasse dann nahezu der tatsächlichen Masse entspricht.

✗D – Nicht im Text: Absatz 1 nennt nur die Entdeckung 1992 und das Nachweisverfahren über verzögert und verfrüht eintreffende Radiopulse. Über die Entstehung dieser Planeten enthält der Text keine Angabe.

✗E – Falsche Verallgemeinerung: Die Bedingung einer Bahnebene nahe der Sichtlinie nennt Absatz 2 nur für die Transitmethode. Die Radialgeschwindigkeitsmethode misst laut Absatz 1 die projizierte Bewegungskomponente und liefert bei unbekannter Bahnneigung eine Mindestmasse.

Lösungshinweis: Die richtige Schlussfolgerung verbindet den Begriff „Mindestmasse“ aus Absatz 1 mit der Bahnneigung aus Absatz 3. Option A ist eine klassische Kausalitätsumkehr: Der Text erklärt die Überrepräsentation durch Auswahleffekte, nicht umgekehrt.

Frage 21Lösung B · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 entspricht der Helligkeitsabfall dem Quadrat des Radienverhältnisses von Planet und Stern; ein doppelter Planetenradius ergibt daher einen etwa viermal so tiefen Einbruch.

✓Aussage 2 – ableitbar: Absatz 2 nennt rund 0,5 Prozent für eine erdähnliche Bahn und etwa 10 Prozent für ein Zwanzigstel des Erdbahnradius – ein Faktor von etwa 20, wie es die dort genannte Proportionalität zum Verhältnis Sternradius/Bahnradius erwarten lässt.

✓Aussage 3 – ableitbar: Laut Absatz 1 zielt ESPRESSO auf etwa 10 cm/s, während Sternflecken, Granulation und Oszillationen scheinbare Signale von bis zu mehreren Metern pro Sekunde erzeugen; die Grenze liegt dann im Stern, nicht im Instrument.

✗Aussage 4 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 3 erscheint der Planet nur bei den Wellenlängen größer, bei denen die Moleküle seiner Atmosphäre absorbieren; gerade auf diesem Unterschied beruht die Transmissionsspektroskopie.

✓Aussage 5 – ableitbar: Laut Absatz 1 liefert die Methode lediglich eine Mindestmasse, das Produkt aus Masse und Sinus der Bahnneigung. Die wahre Masse kann diesen Wert daher nur erreichen (bei Kantenstellung, vgl. Absatz 3) oder übersteigen.

Lösung: B. Nur 2., 3. und 5. sind richtig.

Lösungshinweis: Die Aussagen 1 und 4 enthalten typische Übertragungsfehler: lineare statt quadratische Abhängigkeit bzw. „bei bestimmten Wellenlängen“ → „bei sämtlichen“. Aussage 5 erfordert, den Begriff „Mindestmasse“ wörtlich zu nehmen.

Frage 22Lösung E · Single Choice (Negationsfrage)

✗A – ableitbar, daher nicht gesucht: Absatz 2 nennt Bedeckungsveränderliche, deren Licht sich mit dem des Zielsterns überlagert, ausdrücklich als Quelle von Fehlalarmen der Transitmethode.

✗B – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 3 wird die Dichte aus Masse und Planetenradius berechnet. Die Radiusbestimmung setzt einen bekannten Sternradius voraus (vgl. Radienverhältnis in Absatz 2), und Unsicherheiten der Sternparameter gehen laut Absatz 3 unmittelbar in die Planetenparameter ein.

✗C – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 3 erscheint der Planet bei den Wellenlängen, bei denen Atmosphärenmoleküle absorbieren, geringfügig größer. Da der Helligkeitsabfall laut Absatz 2 vom Radienverhältnis abhängt, fällt der Transit bei diesen Wellenlängen tiefer aus.

✗D – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 1 erfolgte die Entdeckung 1995, die Verleihung des Nobelpreises 2019 – ein Abstand von 24 Jahren.

✓E – gesuchte Aussage – nicht ableitbar (Präzisionsfehler): Laut Absatz 2 entspricht die Transitwahrscheinlichkeit näherungsweise dem Verhältnis von Sternradius zu Bahnradius. Bei gleichem Bahnradius steigt sie also mit dem Sternradius; die Aussage kehrt die Richtung um.

Lösungshinweis: Option E wirkt intuitiv plausibel, widerspricht aber der im Text genannten Proportionalität zum Verhältnis Sternradius/Bahnradius. Bei Negationsfragen im Text angegebene Zusammenhänge konsequent anwenden statt nach Gefühl zu entscheiden.

Text 5 – Mendelejew und die Vorhersagekraft des Periodensystems

Frage 23Lösung A · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 vermutete Mendelejew, die Atomgewichtsbestimmung des Tellurs sei fehlerhaft. Dass er die Werte für zutreffend hielt, widerspricht dem Text.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 wurde zunächst etwa 4,7 g/cm³ angegeben, mit gereinigtem Material später rund 5,9 g/cm³. Der erste Wert lag also darunter.

✗Aussage 3 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 3 zeigte Moseley anhand der Röntgenspektren, dass deren Frequenzen von der Ordnungszahl abhängen und diese die Stellung im System bestimmt. Die Aussage kehrt die Ableitungsrichtung um.

✗Aussage 4 – Falsche Verallgemeinerung: Gallium, Scandium und Germanium wurden laut Absatz 2 zwischen 1875 und 1886 entdeckt. Rhenium folgte laut Absatz 3 aber erst 1925 und Technetium 1937, also lange nach Mendelejews Tod 1907 (Absatz 1).

✗Aussage 5 – Überinterpretation: Absatz 1 nennt nur, dass Mendelejew und Meyer die Medaille 1882 gemeinsam erhielten, ohne eine Begründung anzugeben. Zudem wurde Germanium laut Absatz 2 erst 1886 entdeckt und konnte 1882 noch nicht bestätigt sein.

Lösung: A. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Die Aussagen 4 und 5 lassen sich nur durch den Abgleich von Jahreszahlen aus verschiedenen Absätzen (Lebensdaten, Entdeckungsjahre, Jahr der Medaille) widerlegen. Bei Aussage 2 genügt der Vergleich 4,7 < 5,9 – solche Richtungsfehler übersieht man unter Zeitdruck leicht.

Frage 24Lösung E · Single Choice

✗A – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 verdoppelte Mendelejew das Atomgewicht des Urans von rund 120 auf rund 240.

✗B – Falsche Verallgemeinerung: Beim Uran war der akzeptierte Wert laut Absatz 1 tatsächlich zu korrigieren, bei Tellur und Iod, Argon und Kalium sowie Cobalt und Nickel waren die Messungen laut Absatz 3 jedoch nicht fehlerhaft.

✗C – Nicht im Text: Der Text erwähnt einen Nobelpreis nur im Zusammenhang mit Ramsay (Absatz 3). Ob Mendelejew einen Nobelpreis erhielt, lässt sich dem Text nicht entnehmen, auch wenn die Aussage historisch zutrifft.

✗D – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 2 veröffentlichte Mendelejew seine Vorhersagen 1871 und leitete sie aus den Nachbarelementen ab; Winkler gewann das Germanium erst 1886. Die Messwerte bestätigten die Vorhersage, nicht umgekehrt.

✓E – ableitbar: Laut Absatz 1 setzte Mendelejew Tellur vor Iod und vermutete einen Messfehler beim Tellur. Laut Absatz 3 stehen beide Elemente im Periodensystem weiterhin in dieser Abfolge, die Messungen waren jedoch nicht fehlerhaft; die Ursache lag in der unvollständigen Ordnungsgröße.

Lösungshinweis: Die richtige Aussage verlangt, Mendelejews Vermutung aus Absatz 1 mit der späteren Klärung in Absatz 3 zu verbinden. Option C ist historisch korrekt, steht aber nicht im Text – ein typischer Vorwissens-Distraktor.

Set 3Fragen 25–36

Text 1 – Quantenverschränkung und die Bellsche Ungleichung

Frage 25Lösung C · Aussagenkombination

✓Aussage 1 – ableitbar: Laut Absatz 3 ergab das Delfter Experiment S = 2,42. Nach Absatz 2 liegt die lokal-realistische Grenze bei 2 und die quantenmechanische Obergrenze (Tsirelson) bei 2√2 ≈ 2,83 – der Delfter Wert liegt also dazwischen.

✗Aussage 2 – Überinterpretation: Absatz 3 erwähnt nicht maximal verschränkte Zustände nur, weil mit ihnen die Effizienzschwelle für das Detektionsschlupfloch sinkt. Laut Absatz 2 erreicht bereits ein maximal verschränkter Zustand 2√2, und kein quantenmechanischer Zustand kann diesen Wert übertreffen.

✗Aussage 3 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 lassen sich die perfekten Korrelationen bei gleicher Messachse durch eine bei der Entstehung mitgegebene „Anweisungsliste“ erklären. Absatz 2 betont, dass sich unterscheidbare Vorhersagen erst bei gegeneinander verdrehten Messrichtungen ergeben.

✓Aussage 4 – ableitbar: Laut Absatz 3 liegt die Schwelle bei maximal verschränkten Zuständen bei rund 82,8 %, bei gezielt nicht maximal verschränkten Zuständen nach Eberhard nur bei etwa zwei Dritteln.

✗Aussage 5 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 2 setzt eine Verletzung Verschränkung voraus – nicht umgekehrt. Werner zeigte 1989 sogar, dass nicht jeder verschränkte Zustand eine Verletzung zulässt.

Lösung: C. Nur 1. und 4. sind richtig.

Lösungshinweis: Aussage 1 ist nur lösbar, wenn man den Delfter Messwert aus Absatz 3 mit beiden Grenzwerten aus Absatz 2 abgleicht. Aussage 5 dreht die Richtung der Bedingung um: Verschränkung ist notwendig, aber nicht hinreichend für eine Verletzung.

Frage 26Lösung A · Single Choice

✓A – ableitbar: Laut Absatz 4 erreichen die von Popescu und Rohrlich beschriebenen Korrelationen trotz Signalfreiheit den Wert 4. Die Grenze 2√2 gilt laut Absatz 2 (Tsirelson) für quantenmechanische Zustände – Signalfreiheit allein erzwingt sie also nicht.

✗B – Präzisionsfehler: Laut Absatz 4 schwächt ein Lauschangriff die Korrelationen ab – die Verletzung fällt also geringer, nicht stärker aus.

✗C – Überinterpretation: Laut Absatz 4 wird nur die Gesamtheit der Annahmen widerlegt; welche aufzugeben ist, bleibt offen. Bohms nichtlokale Theorie verborgener Variablen, die an festgelegten Werten festhält, ist mit allen Daten vereinbar.

✗D – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 gelang das gleichzeitige Schließen beider Schlupflöcher erst 2015 in drei Experimenten. Für Innsbruck 1998 werden nur Zufallsgeneratoren und ein Abstand von rund 400 m genannt.

✗E – Nicht im Text: Absatz 4 nennt Ekerts Verfahren und das Micius-Experiment unabhängig voneinander. Für Micius werden nur die Verteilung verschränkter Paare und der Nachweis einer Ungleichungsverletzung erwähnt, keine Schlüsselerzeugung.

Lösungshinweis: Option A erfordert die Verknüpfung der Tsirelson-Grenze (Absatz 2) mit den signalfreien Popescu-Rohrlich-Korrelationen (Absatz 4). Option E verbindet zwei im Text getrennte Angaben zu einem Zusammenhang, der nirgends behauptet wird.

Frage 27Lösung A · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 prägte Schrödinger den Begriff noch im selben Jahr, also 1935.

✗Aussage 2 – Überinterpretation: Absatz 1 sagt nur, Bohms Variante sei experimentell besser umsetzbar. Laut Absatz 2 blieb die Frage fast drei Jahrzehnte ohne empirische Entscheidungsmöglichkeit, bis Bell 1964 messbar unterschiedliche Vorhersagen aufzeigte.

✗Aussage 3 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 werden vier Korrelationswerte zu S kombiniert.

✗Aussage 4 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 2 setzt die Herleitung statistische Unabhängigkeit voraus. Laut Absatz 3 könnte bei einer Korrelation zwischen Einstellungen und verborgenen Variablen auch ein lokales Modell die Ungleichung verletzen.

✗Aussage 5 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 stammen die 245 Durchläufe und der Wert S = 2,42 aus dem Delfter Experiment mit Elektronenspins; in Wien wurden hocheffiziente Photonendetektoren eingesetzt.

Lösung: A. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Alle Aussagen klingen nach Textwissen, enthalten aber jeweils eine kleine Verschiebung (Jahr, Anzahl, Ort, Bedingung). Bei Aussage 4 muss die Voraussetzung aus Absatz 2 mit dem dritten Schlupfloch aus Absatz 3 zusammengelesen werden.

Text 2 – Deterministisches Chaos und die Empfindlichkeit gegenüber Anfangsbedingungen

Frage 28Lösung D · Single Choice (Negationsfrage)

✗A – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 2 wächst der Horizont nur logarithmisch: Jede Verzehnfachung der Genauigkeit bringt etwa 2,3 Ljapunow-Zeiten. Zwei Verzehnfachungen (Faktor 100) ergeben somit rund 4,6 Ljapunow-Zeiten.

✗B – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 1 besteht das Lorenz-Modell aus drei gekoppelten Differentialgleichungen ohne explizite Zeitabhängigkeit mit chaotischen Lösungen. Laut Absatz 3 sind für solche Systeme mindestens drei Zustandsvariablen erforderlich.

✗C – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 3 ist das reibungsfreie Doppelpendel konservativ, kann chaotisch sein, besitzt aber keinen Attraktor; fraktale Gebilde können nur bei Energiedissipation entstehen.

✓D – gesuchte Aussage – nicht ableitbar (Präzisionsfehler): Laut Absatz 2 verlängert sich der Horizont um etwa 2,3 Ljapunow-Zeiten – ein additiver Zuwachs, kein Faktor 2,3.

✗E – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 1 gab Lorenz 0,506 statt 0,506127 ein; die Differenz beträgt 0,000127 und liegt damit unter 0,001.

Lösungshinweis: In dieser Negationsfrage sind die korrekten Aussagen erst nach kleinen Rechen- oder Verknüpfungsschritten als ableitbar erkennbar (A, E, B). Die Falle in D ist die Verwechslung eines additiven Zuwachses mit einem multiplikativen Faktor.

Frage 29Lösung E · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Falsche Verallgemeinerung: Absatz 3 nennt Nichtlinearität und (für zeitkontinuierliche Systeme) mindestens drei Variablen nur als notwendige Bedingungen; Nichtlinearität allein reicht ausdrücklich nicht aus. Dass beide zusammen Chaos garantieren, sagt der Text nicht.

✓Aussage 2 – ableitbar: Laut Absatz 2 beträgt die Ljapunow-Zeit der inneren Planeten rund fünf Millionen Jahre, laut Absatz 1 verdoppelte sich die Abweichung bei Lorenz etwa alle vier simulierten Tage – ein Unterschied von mehr als acht Größenordnungen.

✓Aussage 3 – ableitbar: Laut Absatz 3 beginnen die Periodenverdopplungen bei r = 3, Chaos tritt oberhalb von etwa 3,57 auf; die Differenz beträgt rund 0,57.

✗Aussage 4 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 ging es um das Dreikörperproblem; Poincaré zeigte, dass bereits drei wechselwirkende Körper dieses Verhalten hervorbringen können.

Lösung: E. Nur 2. und 3. sind richtig.

Lösungshinweis: Aussage 2 verlangt, zwei Zeitskalen aus verschiedenen Absätzen (1 und 2) zu vergleichen. Aussage 1 macht aus notwendigen Bedingungen eine hinreichende – ein typischer Verallgemeinerungsfehler.

Text 3 – Blutgerinnung und Fibrinolyse

Frage 30Lösung E · Single Choice

✗A – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 3 ist es umgekehrt: Heparin wirkt nicht selbst gerinnungshemmend, sondern beschleunigt die Inaktivierung durch Antithrombin etwa um den Faktor 1000.

✗B – Überinterpretation: Laut Absatz 3 erhöht die heterozygote Mutation das Thromboserisiko etwa auf das Fünf- bis Siebenfache; über das Erkrankungsalter oder eine regelhafte Erkrankung macht der Text keine Aussage.

✗C – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 3 wird die Therapie nur in bestimmten Situationen überlappend mit Heparin begonnen, nicht grundsätzlich.

✗D – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 erfordert die Thrombinhemmung Heparinketten von mindestens 18 Zuckereinheiten; niedermolekulare Heparine wirken deshalb überwiegend gegen Faktor Xa.

✓E – ableitbar: Laut Absatz 3 aktiviert Thrombin nach Bindung an Thrombomodulin Protein C, das die Faktoren Va und VIIIa inaktiviert. Laut Absatz 4 aktiviert derselbe Thrombin-Thrombomodulin-Komplex TAFI, das die Auflösung des Gerinnsels verzögert.

Lösungshinweis: Die richtige Option verbindet die Protein-C-Aktivierung (Absatz 3) mit der TAFI-Aktivierung (Absatz 4), die beide vom selben Thrombin-Thrombomodulin-Komplex ausgehen. Bei C verrät das absolute „jede … muss“ die Verallgemeinerung.

Frage 31Lösung B · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 bezieht sich die Angabe auf einen Mikroliter, nicht auf einen Milliliter – ein Unterschied um den Faktor 1000.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 können kernlose Plättchen das Enzym gerade nicht neu bilden; die Wirkung hält an, bis die betroffenen Thrombozyten durch neue ersetzt sind.

✗Aussage 3 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 ist der Von-Willebrand-Faktor bei hohen Scherkräften unverzichtbar; bei geringen Scherraten ist auch eine direkte Bindung über Kollagenrezeptoren möglich.

✗Aussage 4 – Überinterpretation: Laut Absatz 2 verlängert ein Faktor-XII-Mangel zwar die aPTT, verursacht aber keine Blutungsneigung – vom Laborwert lässt sich hier nicht auf die Klinik schließen.

✗Aussage 5 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 1 löst die Adhäsion die Aktivierung aus, in deren Verlauf ADP und Thromboxan A2 freigesetzt werden – nicht umgekehrt.

Lösung: B. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Jede Aussage enthält eine unscheinbare Verschiebung: Einheit (1), Mechanismus (2), Bedingung (3), Schluss vom Laborwert auf die Klinik (4), Reihenfolge (5). Wer nur auf vertraute Schlagwörter achtet, hält mehrere davon für richtig.

Frage 32Lösung E · Single Choice (Negationsfrage)

✗A – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 4 entspricht der altersangepasste Grenzwert bei über 50-Jährigen dem Zehnfachen des Lebensalters in µg/l: 10 × 70 = 700.

✗B – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 2 ist Hämophilie A ein Mangel an Faktor VIII. Dieser wird von der aPTT erfasst; die Thromboplastinzeit erfasst nur Faktor VII und die Endstrecke aus X, V, II und Fibrinogen.

✗C – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 2 wird Fibrin vom thrombinaktivierten Faktor XIII quervernetzt; laut Absatz 4 entstehen D-Dimere ausschließlich aus quervernetztem, nicht aus unvernetztem Fibrin.

✗D – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 4 ist Alteplase rekombinant hergestelltes tPA; tPA wird physiologisch von Endothelzellen freigesetzt.

✓E – gesuchte Aussage – nicht ableitbar (Präzisionsfehler): Laut Absatz 4 ist es α2-Antiplasmin, das freies Plasmin in Sekundenbruchteilen inaktiviert; PAI-1 hemmt dagegen die Aktivatoren tPA und Urokinase.

Lösungshinweis: Option E vertauscht zwei Inhibitoren, die im selben Satz genannt werden. Die ableitbaren Optionen verlangen kleine Zwischenschritte: Zuordnung eines Faktors zu den Labortests (B), eine Rechnung (A) und die Verknüpfung von Faktor XIII mit den D-Dimeren (C).

Text 4 – Chiralität und Stereochemie

Frage 33Lösung D · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 drehten beide Fraktionen um denselben Betrag, aber in entgegengesetzte Richtungen.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 ist die Löslichkeit von Enantiomeren in achiralen Lösungsmitteln identisch. Unterschiedliche physikalische Eigenschaften haben erst Diastereomere – deshalb bildet man für die Racematspaltung diastereomere Salze.

✗Aussage 3 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 3 sind L-Aminosäuren nur überwiegend S-konfiguriert; L-Cystein ist wegen des Schwefelatoms in der Seitenkette R-konfiguriert.

✗Aussage 4 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 1 führen vier verschiedene Substituenten an einem Kohlenstoffatom zu Enantiomeren; die Umkehrung gilt nicht. Absatz 2 hält ausdrücklich fest, dass ein Stereozentrum keine notwendige Voraussetzung ist – bestimmte Allene und Biaryle sind durch gehinderte Rotation chiral.

✗Aussage 5 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 gelang Bijvoet die Bestätigung mithilfe der Röntgenbeugung. Zudem hatte die auf Fischer zurückgehende Konvention die Konfiguration bereits willkürlich zugeordnet; Bijvoet bestätigte sie nur.

Lösung: D. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Alle Aussagen verdrehen jeweils ein Detail. Besonders verführerisch sind Aussage 2 (Eigenschaften von Diastereomeren werden Enantiomeren zugeschrieben) und Aussage 4 (aus einer hinreichenden wird eine notwendige Bedingung).

Frage 34Lösung C · Single Choice

✗A – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 entstehen dabei diastereomere Salze – gerade weil sie keine Spiegelbilder sind, unterscheiden sie sich physikalisch und lassen sich durch Kristallisation trennen.

✗B – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 ist die S-Form wirksam; umgewandelt wird teilweise die R-Form in die S-Form, nicht umgekehrt.

✓C – ableitbar: Laut Absatz 2 haben Enantiomere identische Siedepunkte und unterscheiden sich nur im Drehsinn und im Verhalten gegenüber chiralen Objekten. Laut Absatz 3 riecht R-Carvon nach Minze, S-Carvon nach Kümmel.

✗D – Überinterpretation: Laut Absatz 3 wird die fruchtschädigende Wirkung zwar überwiegend der S-Form zugeschrieben, doch beide Formen wandeln sich im Körper binnen weniger Stunden ineinander um; die reine R-Form hätte die Schäden daher nicht verhindert.

✗E – Nicht im Text: Absatz 3 nennt Knowles nur als einen der Nobelpreisträger für asymmetrische Katalyse; über konkrete Verfahren oder deren erste Anwendungen macht der Text keine Angaben.

Lösungshinweis: Option C verbindet die allgemeinen Eigenschaften von Enantiomeren (Absatz 2) mit dem Carvon-Beispiel (Absatz 3). Option D greift eine naheliegende, im Text aber ausdrücklich zurückgewiesene Schlussfolgerung auf.

Text 5 – Das Enuma Elisch – die babylonische Weltentstehung

Frage 35Lösung D · Single Choice

✗A – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 2 verlangte Marduk die Entscheidungsgewalt als Bedingung, bevor er in den Kampf zog; die Schicksalstafel nahm er Kingu erst nach seinem Sieg ab.

✗B – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 stammt das Blut vom hingerichteten Kingu; aus Tiamats Leib entstehen Himmel und Erde.

✗C – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 fasste Apsu den Beschluss gegen den anfänglichen Widerspruch Tiamats; erst später wandte sie sich, von anderen Göttern aufgestachelt, gegen die jüngere Generation.

✓D – ableitbar: Laut Absatz 2 ist Apsu das männlich gedachte Süßwasser. Ea tötete ihn und errichtete über ihm seine Wohnstatt, in der Marduk geboren wurde – die Geburt folgt also auf Apsus Tod.

✗E – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 setzte Marduk für jeden Monat drei Sterne fest.

Lösungshinweis: Absatz 2 erzählt streng chronologisch; mehrere Distraktoren vertauschen Reihenfolge oder Beteiligte. Option D erkennt man nur, wenn man Apsu als das männlich gedachte Urwasser identifiziert und die Abfolge Tötung – Wohnstatt – Geburt nachvollzieht.

Frage 36Lösung B · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 3 stammt der Beleg aus einem Ritualtext der Seleukidenzeit; ob die Praxis in älteren Epochen ebenso bestand, lässt sich daraus nicht sicher erschließen.

✓Aussage 2 – ableitbar: Laut Absatz 1 wurde die Bibliothek Assurbanipals im 7. Jahrhundert v. Chr. angelegt, also spätestens um 600 v. Chr.; laut Absatz 3 wirkte Berossos um 280 v. Chr. Der Abstand beträgt somit mehr als 300 Jahre.

✗Aussage 3 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 war die Datierung in die Hammurabi-Zeit die Auffassung älterer Forschung; heute favorisiert die Mehrheit die Regierungszeit Nebukadnezars I. am Ende des 12. Jahrhunderts v. Chr.

✓Aussage 4 – ableitbar: Laut Absatz 2 formt Marduk Himmel und Erde aus den zwei Hälften der weiblich gedachten Tiamat; laut Absatz 3 teilt Bel bei Berossos die Urfrau Thalatth in zwei Hälften, um daraus Himmel und Erde zu bilden.

✗Aussage 5 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 stammt nur der Plan von Marduk; die Menschen erschafft Ea.

Lösung: B. Nur 2. und 4. sind richtig.

Lösungshinweis: Aussage 2 erfordert eine kleine Zeitrechnung über Absatz 1 und 3 hinweg, Aussage 4 den Vergleich zweier Fassungen desselben Motivs aus Absatz 2 und 3. Aussage 5 ist verführerisch, weil Marduk den Plan fasst – ausgeführt wird er jedoch von Ea.

Set 4Fragen 37–48

Text 1 – Kernfusion und magnetischer Plasmaeinschluss

Frage 37Lösung D · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 erhält das Neutron mit 14,1 MeV rund vier Fünftel der Energie, das Alphateilchen nur 3,5 MeV. Laut Absatz 3 heizt aber allein das Alphateilchen das Plasma, also das Produkt mit dem kleineren Energieanteil.

✗Aussage 2 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 2 ist die Reihenfolge umgekehrt: Zuerst trennen Gradienten- und Krümmungsdrift Ionen und Elektronen vertikal, das dadurch entstehende elektrische Feld bewirkt dann die Auswärtsdrift des gesamten Plasmas.

✗Aussage 3 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 wird die Energieeinschlusszeit weniger durch Stöße zwischen einzelnen Teilchen als durch Turbulenz begrenzt – die Aussage vertauscht die Gewichtung.

✗Aussage 4 – Überinterpretation: Laut Absatz 3 beschreibt Q nur die Energiebilanz des Plasmas; der elektrische Eigenbedarf ist darin nicht enthalten, und ITER soll überhaupt keinen Strom ins Netz einspeisen.

✗Aussage 5 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 ist die Dichte mit etwa 10²⁰ Teilchen pro Kubikmeter mehr als hunderttausendfach geringer als die der Luft, nicht nur etwa tausendfach.

Lösung: D. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Alle fünf Aussagen klingen fachlich stimmig, enthalten aber jeweils eine vertauschte Richtung, eine falsche Größenordnung oder eine unzulässige Erweiterung. Aussage 1 lässt sich nur widerlegen, wenn man die Energieaufteilung aus Absatz 1 mit der Information aus Absatz 3 verbindet, welches Produkt das Plasma heizt.

Frage 38Lösung E · Single Choice (Negationsfrage)

✗A – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 2 werden die eingestrahlten Neutralteilchen vom Magnetfeld nicht abgelenkt und erst im Plasma durch Stöße ionisiert.

✗B – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 4 verlagern die energiereichen Neutronen Atome in den Wandwerkstoffen, lassen diese verspröden und machen sie radioaktiv.

✗C – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 1 brennt ein gezündetes Plasma ohne äußere Heizung weiter; laut Absatz 3 gilt es als gezündet, wenn die Heizung durch die im Magnetfeld gefangenen Alphateilchen sämtliche Verluste deckt.

✗D – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 1 benötigt ein Reaktorplasma etwa das Zehnfache der Sonnenkerntemperatur; die Sonne kommt mit rund 15 Millionen Kelvin aus, weil die Gravitation ihr extrem dichtes Plasma über Milliarden Jahre zusammenhält.

✓E – gesuchte Aussage – nicht ableitbar (Präzisionsfehler): Laut Absatz 2 nimmt der Widerstand des Plasmas mit steigender Temperatur ab; gerade deshalb reicht die ohmsche Heizung allein nicht bis zur Zündtemperatur. Die Aussage kehrt die Temperaturabhängigkeit um.

Lösungshinweis: Bei Negationsfragen muss jede Option aktiv bestätigt werden. Option E wirkt plausibel, weil die Schlussfolgerung (schwächere ohmsche Heizung) stimmt – falsch ist jedoch die angegebene Richtung der Widerstandsänderung.

Text 2 – Oberflächenspannung und Kapillarität

Frage 39Lösung D · Single Choice

✗A – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 sinkt die Oberflächenspannung von Wasser von rund 72,8 mN/m bei 20 °C auf etwa 59 mN/m bei 100 °C – das ist ein Rückgang um weniger als ein Fünftel.

✗B – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 bleiben nur Tropfen nahezu kugelförmig, die deutlich kleiner als die Kapillarlänge von etwa 2,7 mm sind; größere Wassermengen zerfließen zu flachen Pfützen.

✗C – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 2 ist die Oberflächenspannung die Ursache des Druckunterschieds (2σ/r); der höhere Druck in kleinen Tropfen folgt aus dem kleineren Radius, nicht aus einem größeren σ.

✓D – ableitbar: Laut Absatz 1 nimmt die Oberflächenspannung mit steigender Temperatur ab; laut Absatz 3 ist die Steighöhe proportional zu σ. Bei sonst gleichen Größen sinkt die Steighöhe daher.

✗E – Überinterpretation: Die Steighöhe hängt laut Absatz 3 auch vom Kosinus des Kontaktwinkels ab. Quecksilber hat an Glas laut Absatz 2 einen Winkel von rund 140°, der Kosinus ist negativ, und es steht in der Kapillare tiefer als im Gefäß.

Lösungshinweis: Die richtige Schlussfolgerung erfordert die Verbindung der Temperaturabhängigkeit von σ (Absatz 1) mit dem Jurin-Gesetz (Absatz 3). Option E ist die typische Falle: Wer den Kontaktwinkel übersieht, setzt eine höhere Oberflächenspannung automatisch mit einem höheren Anstieg gleich.

Frage 40Lösung E · Aussagenkombination

✓Aussage 1 – ableitbar: Laut Absatz 2 beträgt der Druckunterschied an einer kugelförmigen Grenzfläche 2σ/r, bei einer Seifenblase wegen ihrer zwei Oberflächen 4σ/r – also das Doppelte.

✗Aussage 2 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 1 gilt die Senkung nur bis zur kritischen Mizellbildungskonzentration; darüber bilden weitere Tensidmoleküle Mizellen, und σ ändert sich kaum noch.

✓Aussage 3 – ableitbar: Laut Absatz 3 ist die Steighöhe proportional zum Kosinus des Kontaktwinkels; bei Winkeln über 90° wird er negativ, und die Flüssigkeit steht tiefer als im Gefäß. Das Jurin-Gesetz gilt für jede Flüssigkeit, der Text nennt Quecksilber (Absatz 2: rund 140° an Glas) nur als Beispiel.

✗Aussage 4 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 bedeutet ein Kontaktwinkel unter 90° – bei Wasser auf Glas nahezu 0° –, dass die Adhäsion überwiegt, nicht die Kohäsion.

✗Aussage 5 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 würden kleinere Alveolen gerade wegen ihres höheren Innendrucks kollabieren; Surfactant senkt die Oberflächenspannung in schrumpfenden Alveolen besonders stark und wirkt damit dem Druckanstieg entgegen, statt ihn zu verstärken.

Lösung: E. Nur 1. und 3. sind richtig.

Lösungshinweis: Aussage 3 verlangt, das Jurin-Gesetz aus Absatz 3 auf eine neue Situation zu übertragen: Über die Richtung (Anstieg oder Absenkung) bestimmt allein das Vorzeichen des Kosinus. Bei Aussage 2 lohnt es sich, nach einschränkenden Bedingungen wie der kritischen Mizellbildungskonzentration zu suchen.

Frage 41Lösung B · Single Choice

✗A – Falsche Verallgemeinerung: Die Grenze der kritischen Mizellbildungskonzentration nennt Absatz 1 für Tensidlösungen allgemein. Für Surfactant beschreibt Absatz 3 dagegen, dass die Wirkung mit zunehmender Verdichtung beim Ausatmen weiter zunimmt.

✓B – ableitbar: Laut Absatz 2 steigt der Druck an einer gekrümmten Grenzfläche mit abnehmendem Radius (2σ/r). Laut Absatz 3 senkt Surfactant σ umso stärker, je weiter sich die Alveole verkleinert – damit wird der radiusbedingte Druckanstieg gedämpft.

✗C – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 wird Surfactant von den Typ-II-Pneumozyten gebildet.

✗D – Überinterpretation: Laut Absatz 3 liegt die Ursache darin, dass die Lunge Frühgeborener noch nicht ausreichend Surfactant bildet; über die Größe ihrer Alveolen sagt der Text nichts.

✗E – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 senkt Surfactant die Oberflächenspannung umso stärker, je weiter sich die Alveole beim Ausatmen verkleinert – die Richtung ist vertauscht.

Lösungshinweis: Option A verknüpft zwei Textstellen scheinbar logisch, überträgt aber eine Aussage über Tenside (Absatz 1) auf einen Fall, für den Absatz 3 etwas anderes beschreibt. Die richtige Option B ergibt sich erst aus der Kombination der Young-Laplace-Beziehung (Absatz 2) mit der Surfactant-Wirkung (Absatz 3).

Text 3 – Insulinresistenz und Diabetes mellitus Typ 2

Frage 42Lösung C · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 ist die insulinabhängige GLUT4-Translokation eine Eigenschaft von Muskel- und Fettgewebe; die Leber nimmt Glukose über andere Transporter weitgehend insulinunabhängig auf.

✓Aussage 2 – ableitbar: Laut Absatz 3 bleibt der Blutzucker im Normbereich, solange die β-Zellen die abgeschwächte Wirkung durch gesteigerte Sekretion ausgleichen; viele Menschen mit ausgeprägter Insulinresistenz erkranken nie.

✗Aussage 3 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 ist es umgekehrt: Insulin verliert seine hemmende Wirkung auf die Glukoseneubildung, stimuliert aber weiterhin die Fettsynthese.

✓Aussage 4 – ableitbar: Laut Absatz 4 vermindert Metformin vor allem die Glukoseproduktion der Leber; laut Absatz 1 wirkt Insulin in der Leber überwiegend hemmend (Drosselung von Glukoseneubildung und Glykogenabbau).

✗Aussage 5 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 2 ist die Fettablagerung in Muskel- und Leberzellen eine Ursache der Insulinresistenz: Daraus gebildetes Diacylglycerin hemmt über die Proteinkinase C die Signalweiterleitung. Die Aussage dreht die Wirkrichtung um.

Lösung: C. Nur 2. und 4. sind richtig.

Lösungshinweis: Aussage 4 ist nur über zwei weit auseinanderliegende Stellen zu sichern (Wirkort von Metformin in Absatz 4, Insulinwirkung in der Leber in Absatz 1). Bei Aussage 5 hilft die Frage, was im Text Ursache und was Folge ist.

Frage 43Lösung A · Single Choice (Negationsfrage)

✓A – gesuchte Aussage – nicht ableitbar (Präzisionsfehler): Laut Absatz 3 erscheint Glukose erst oberhalb der Nierenschwelle von etwa 180 mg/dl im Harn; 126 mg/dl ist der diagnostische Grenzwert der Nüchternplasmaglukose.

✗B – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 3 sind für das Bremsen von Lipolyse und Ketonkörperbildung erheblich geringere Insulinkonzentrationen nötig als für die Förderung der Glukoseaufnahme in den Muskel.

✗C – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 3 fällt das HbA1c bei verkürzter Erythrozytenlebensdauer, etwa bei hämolytischen Anämien, falsch niedrig aus – es bildet den tatsächlichen Blutzucker also zu gering ab.

✗D – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 2 trägt viszerales Fettgewebe überproportional bei, weil es besonders lipolyseaktiv ist und seine Fettsäuren über die Pfortader unmittelbar zur Leber gelangen.

✗E – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 3 zählt der Verlust der ersten Sekretionsphase zu den frühesten Veränderungen; laut Absatz 1 werden in dieser ersten Phase bereits gebildete, membrannah gespeicherte Granula entleert.

Lösungshinweis: Der Text nennt mehrere Glukose-Grenzwerte (126, 180, 200 mg/dl) in unterschiedlicher Funktion; Option A vertauscht den diagnostischen Nüchterngrenzwert mit der Nierenschwelle. Option E wirkt ungewohnt, ist aber durch die Verbindung von Absatz 1 und Absatz 3 gedeckt.

Frage 44Lösung A · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 4 erreichte die Lebensstilintervention eine Senkung um 58 Prozent, Metformin dagegen nur um 31 Prozent.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 spiegelt das HbA1c den mittleren Blutzucker der vorangegangenen acht bis zwölf Wochen wider, nicht der letzten vier Wochen.

✗Aussage 3 – Überinterpretation: Laut Absatz 1 ist der Muskel zwar das quantitativ wichtigste Gewebe der Glukoseaufnahme, laut Absatz 2 führt die Insulinresistenz der Leber aber zu einer erhöhten Glukoseabgabe. Die Schlussfolgerung geht über den Text hinaus und widerspricht ihm.

✗Aussage 4 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 4 verstärken GLP-1-Rezeptoragonisten die Insulinfreisetzung nur bei erhöhtem Blutzucker.

✗Aussage 5 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 setzen die Makrophagen Entzündungsbotenstoffe wie TNF-α frei; Adiponektin stammt von den Fettzellen, wirkt insulinsensitivierend und wird bei Adipositas vermindert abgegeben.

Lösung: A. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Alle Aussagen greifen echte Textdetails auf, verändern aber eine Zahl, eine Zuordnung oder eine Bedingung. Besonders tückisch ist Aussage 3: Sie kombiniert eine korrekte Zahl aus Absatz 1 mit einer Folgerung, die Absatz 2 widerspricht.

Text 4 – Photosynthese – Lichtreaktion und Calvin-Zyklus

Frage 45Lösung C · Single Choice

✗A – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 entsteht beim zyklischen Elektronenfluss nur ATP, weder NADPH noch Sauerstoff.

✗B – Überinterpretation: Laut Absatz 3 ist RuBisCO ein langsamer Katalysator und setzt außerdem O₂ um; einen ursächlichen Zusammenhang zwischen beiden Eigenschaften stellt der Text nicht her.

✓C – ableitbar: Laut Absatz 2 erzeugt der zyklische Weg kein NADPH; laut Absatz 3 wird NADPH in der Reduktionsphase für die Umsetzung von 3-Phosphoglycerat zu Glycerinaldehyd-3-phosphat verbraucht.

✗D – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 durchläuft der Komplex vier Oxidationsschritte; die Mindestzahl von acht Photonen ergibt sich daraus, dass jedes der vier Elektronen beide Photosysteme passiert.

✗E – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 entsteht ein exportierbares Triosephosphat aus drei fixierten CO₂; bei drei ATP und zwei NADPH pro CO₂ sind das neun ATP und sechs NADPH.

Lösungshinweis: Option C verbindet die Produkte des zyklischen Elektronenflusses (Absatz 2) mit dem NADPH-Bedarf der Reduktionsphase (Absatz 3). Option E und D verlangen sorgfältiges Nachrechnen bzw. Zuordnen – die Zahl acht stimmt, die Begründung nicht.

Frage 46Lösung B · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 folgt die Nummerierung der Reihenfolge der Entdeckung; der Elektronenfluss beginnt bei Photosystem II.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 war die Reihenfolge umgekehrt: erst saurer Puffer von pH 4, dann rascher Wechsel in ein Medium von pH 8 – nur so entsteht ein Protonengefälle vom Thylakoidinneren nach außen.

✗Aussage 3 – Überinterpretation: Laut Absatz 3 kommt der Calvin-Zyklus im Dunkeln rasch zum Erliegen, weil mehrere seiner Enzyme erst durch lichtabhängige Reduktion sowie durch pH- und Magnesiumanstieg im Stroma aktiviert werden.

✗Aussage 4 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 steigt der Anteil der Photorespiration mit der Temperatur, unter anderem weil das Enzym bei Wärme schlechter zwischen beiden Substraten unterscheidet.

Lösung: B. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Jede Aussage enthält ein korrektes Textdetail, dessen Richtung oder Reihenfolge vertauscht wurde. Aussage 3 spielt mit der irreführenden Bezeichnung „Dunkelreaktion“, die der Text ausdrücklich zurückweist.

Text 5 – William Harvey und die Entdeckung des Blutkreislaufs

Frage 47Lösung E · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 schrieb Fabricius den Klappen lediglich die Aufgabe zu, den Blutstrom zu bremsen und eine übermäßige Füllung der Gliedmaßen zu verhindern; Harvey deutete dieselbe Anatomie völlig anders und zeigte, dass sich das Blut wegen der Klappen nicht zur Peripherie hin verschieben lässt.

✓Aussage 2 – ableitbar: Laut Absatz 2 nahm Harvey bewusst zurückhaltend an, dass pro Schlag nur ein Bruchteil der Kammerfüllung ausgeworfen werde, und setzte auch die Schlagzahl absichtlich niedrig an.

✓Aussage 3 – ableitbar: Laut Absatz 2 erschien die Schrift 1628, laut Absatz 3 beobachtete Malpighi die Kapillaren 1661 – ein Abstand von 33 Jahren.

✗Aussage 4 – Überinterpretation: Laut Absatz 1 blieben die Schriften von Ibn al-Nafis in Europa jahrhundertelang unbekannt; ein Einfluss auf Servetus oder Colombo lässt sich daraus nicht ableiten.

✓Aussage 5 – ableitbar: Laut Absatz 3 übernahm Descartes den Kreislauf, erklärte die Herzbewegung aber durch eine wärmebedingte Ausdehnung des Blutes und widersprach damit Harveys Deutung der Systole als aktiver Muskelleistung.

Lösung: E. Nur 2., 3. und 5. sind richtig.

Lösungshinweis: Aussage 3 erfordert eine kleine Rechnung mit Jahreszahlen aus zwei verschiedenen Absätzen. Aussage 4 klingt historisch naheliegend, wird aber durch den Hinweis auf die lange Unbekanntheit der Schriften in Europa ausgeschlossen.

Frage 48Lösung A · Single Choice

✓A – ableitbar: Laut Absatz 1 bildete nach Galen die Leber fortwährend neues Blut, das in der Peripherie verbraucht wurde; laut Absatz 2 zeigte Harveys Rechnung, dass die geförderte Menge weder laufend aus der Nahrung gebildet noch in den Geweben verbraucht werden konnte.

✗B – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 erkannte Harvey gerade, dass der Puls nicht auf eine Eigenbewegung der Gefäßwand zurückgeht, sondern durch das Auswerfen des Blutes in der Systole entsteht.

✗C – Nicht im Text: Laut Absatz 2 nutzte Harvey kaltblütige Tiere wegen ihres langsamen Herzschlags, der die Beobachtung der einzelnen Bewegungsphasen erleichterte; von entnommenen Herzen ist im Text keine Rede.

✗D – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 schwollen die oberflächlichen Venen unterhalb der Binde an, da über die tiefer liegenden Arterien weiterhin Blut einströmte.

✗E – Überinterpretation: Laut Absatz 3 konnte Harvey den Übertritt von den Arterien in die Venen nicht beobachten und musste Verbindungen postulieren; die Kapillaren sah erst Malpighi 1661.

Lösungshinweis: Die richtige Option ergibt sich erst, wenn man Galens Modell (Absatz 1) mit der Schlussfolgerung aus Harveys Rechnung (Absatz 2) zusammenführt. Bei Option D hilft es, die Richtung (oberhalb oder unterhalb der Binde) genau zu prüfen.

Set 5Fragen 49–60

Text 1 – Stimulierte Emission und Besetzungsinversion im Laser

Frage 49Lösung B · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 fällt beim Drei-Niveau-System das untere Laserniveau mit dem Grundzustand zusammen, weshalb eine Inversion erst vorliegt, wenn mehr als die Hälfte der aktiven Atome angeregt ist. Ein Drittel genügt also nicht.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 4 steigt oberhalb der Schwelle die Ausgangsleistung annähernd linear mit der Pumpleistung, während die Inversion auf ihrem Schwellenwert verharrt. Die Aussage vertauscht die beiden Größen.

✗Aussage 3 – Präzisionsfehler: Nach Absatz 1 wächst das Verhältnis der Koeffizienten von spontaner zu stimulierter Emission mit der dritten Potenz der Frequenz. Der Maser arbeitet laut Absatz 4 bei rund 24 Gigahertz (Wellenlänge gut ein Zentimeter), also bei weit niedrigerer Frequenz als sichtbares Licht; die spontane Emission fällt dort folglich weniger, nicht stärker ins Gewicht.

✗Aussage 4 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 4 liefert gerade die spontane Emission die ersten Photonen; verstärkt werden zwar nur jene, die zufällig entlang der Resonatorachse laufen, doch diese setzen die Oszillation in Gang. Die Aussage überträgt den Verlust der übrigen Photonen auf alle.

✗Aussage 5 – Überinterpretation: Absatz 3 nennt zwar die Lebensdauer von rund 3 Millisekunden und den gepulsten Betrieb, stellt zwischen beiden aber keinen ursächlichen Zusammenhang her. Die Aussage konstruiert eine Kausalität, die der Text nicht enthält.

Lösung: B. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Alle fünf Aussagen verwenden korrekte Fachbegriffe, verändern aber jeweils eine Größe, eine Richtung oder eine Beziehung. Für Aussage 3 muss die Frequenzabhängigkeit aus Absatz 1 auf den Maser aus Absatz 4 übertragen werden.

Frage 50Lösung D · Single Choice (Negationsfrage)

✗A – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 4 überwiegt unterhalb der Schwelle die spontane Emission; laut Absatz 1 werden spontan emittierte Photonen mit zufälliger Phase abgegeben. Beide Stellen zusammen ergeben die Aussage.

✗B – ableitbar, daher nicht gesucht: Absatz 4 datiert den Ammoniak-Maser auf 1954, Absatz 3 die Vorstellung des Rubinlasers auf Mai 1960. Der Abstand beträgt also rund sechs Jahre.

✗C – ableitbar, daher nicht gesucht: Absatz 3: Das untere Laserniveau liegt beim Vier-Niveau-System oberhalb des Grundzustands, entleert sich strahlungslos und bleibt nahezu unbesetzt; daher genügen wenige angeregte Atome für eine Inversion und die Pumpleistung kann deutlich geringer sein.

✓D – gesuchte Aussage – nicht ableitbar (Präzisionsfehler): Laut Absatz 3 lebt das obere Laserniveau des Neodym-YAG-Lasers etwa 230 Mikrosekunden, das metastabile Niveau des Rubins dagegen rund 3 Millisekunden, also mehr als zehnmal so lange. Die Aussage kehrt das Verhältnis um und ist daher nicht ableitbar.

✗E – ableitbar, daher nicht gesucht: Absatz 2: Bei Raumtemperatur liegt das Besetzungsverhältnis für einen sichtbaren Übergang in der Größenordnung von 10⁻³⁴; ein Photon wird deshalb weitaus häufiger absorbiert, als dass es stimulierte Emission auslöst.

Lösungshinweis: Bei Negationsfragen muss jede Option einzeln geprüft werden. Die Falle in Option D liegt in den Einheiten: 230 Mikrosekunden sind deutlich weniger als 3 Millisekunden.

Frage 51Lösung C · Aussagenkombination

✓Aussage 1 – ableitbar: Laut Absatz 4 ergibt sich der Modenabstand aus der Lichtgeschwindigkeit geteilt durch die doppelte Resonatorlänge und beträgt bei 30 Zentimetern 500 Megahertz. Bei doppelter Länge halbiert sich der Wert auf 250 Megahertz.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Der Rubinlaser arbeitet laut Absatz 3 nach dem Drei-Niveau-Prinzip, bei dem das untere Laserniveau mit dem Grundzustand zusammenfällt. Die beschriebene Eigenschaft kennzeichnet dagegen Vier-Niveau-Systeme.

✓Aussage 3 – ableitbar: Laut Absatz 2 gleichen sich die Besetzungen im Zwei-Niveau-System auch bei starkem Pumpen höchstens an; das Medium wird transparent, eine Inversion entsteht nicht. Da Verstärkung nach demselben Absatz eine Inversion voraussetzt, ist keine Verstärkung möglich.

✗Aussage 4 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 3 verläuft die Übertragung in umgekehrter Richtung: Zuerst werden in der Gasentladung Heliumatome angeregt, die ihre Energie durch Stöße an die Neonatome weitergeben.

✗Aussage 5 – Falsche Verallgemeinerung: Zwar emittieren der Neodym-YAG-Laser und der erste Helium-Neon-Laser laut Absatz 3 im Infraroten, doch derselbe Absatz nennt für den Helium-Neon-Laser, ebenfalls ein Vier-Niveau-System, auch die rote Linie bei 632,8 Nanometern.

Lösung: C. Nur 1. und 3. sind richtig.

Lösungshinweis: Aussage 1 erfordert eine kleine Rechnung mit der Formel aus Absatz 4: Der Modenabstand ist umgekehrt proportional zur Resonatorlänge. Aussage 5 wirkt durch zwei Infrarot-Beispiele plausibel, scheitert aber an der roten Helium-Neon-Linie.

Text 2 – Drehimpulserhaltung, Kreisel und Präzession

Frage 52Lösung A · Single Choice

✓A – ableitbar: Laut Absatz 1 ist die Rotationsenergie bei gleichbleibendem Drehimpuls umgekehrt proportional zum Trägheitsmoment. Nach Absatz 2 bleibt der Drehimpuls beim Kollaps erhalten, während das Trägheitsmoment um viele Größenordnungen schrumpft; die Rotationsenergie muss also steigen.

✗B – Überinterpretation: Absatz 2 erklärt die schnelle Rotation mit der Verkleinerung des Trägheitsmoments beim Kollaps. Über die Rotation des Sterns vor dem Kollaps oder eine notwendige Voraussetzung dafür sagt der Text nichts.

✗C – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 verändern innere Kräfte die Massenverteilung und damit gerade die Drehgeschwindigkeit; unverändert bleibt nur der Gesamtdrehimpuls, wie das Beispiel der Pirouette zeigt.

✗D – Kausalitätsumkehr: Absatz 2 beschreibt die umgekehrte Wirkungsrichtung: Durch das Schrumpfen verkleinert sich das Trägheitsmoment, und deshalb beschleunigt sich bei erhaltenem Drehimpuls die Rotation.

✗E – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 verhalten sich die Geschwindigkeiten in diesen beiden Bahnpunkten umgekehrt wie die Abstände. Da der sonnenfernste Punkt rund 60-mal so weit entfernt ist, ist der Komet dort etwa 60-mal langsamer, nicht schneller.

Lösungshinweis: Die richtige Antwort überträgt die Energieaussage zur Pirouette aus Absatz 1 auf den Sternkollaps in Absatz 2. Option E dreht das Verhältnis um, Option D klingt nach einer Erklärung, vertauscht aber Ursache und Wirkung.

Frage 53Lösung E · Aussagenkombination

✓Aussage 1 – ableitbar: Absatz 2 nennt eine Abstandszunahme von etwa 3,8 Zentimetern pro Jahr, Absatz 4 eine Präzessionsdauer von rund 25.800 Jahren. Das Produkt ergibt rund 98.000 Zentimeter, also knapp einen Kilometer.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 4 dreht sich der übrige Körper wegen der Erhaltung des Gesamtdrehimpulses in die Gegenrichtung des beschleunigten Rades.

✗Aussage 3 – Nicht im Text: Absatz 4 schreibt dem Mond wegen seiner Nähe etwa zwei Drittel des Drehmoments zu, das die Präzession verursacht. Einen Vergleich von Mond und Sonne bei der Abbremsung der Erdrotation (Absatz 2) enthält der Text nicht; die Aussage mag sachlich zutreffen, ist aber aus dem Text nicht ableitbar.

✓Aussage 4 – ableitbar: Absatz 2: Drehimpuls kann zwischen Körpern ausgetauscht werden, ohne dass sich die Summe ändert; die Gezeitenkräfte bremsen die Erdrotation und übertragen Drehimpuls auf die Bahnbewegung des Mondes.

Lösung: E. Nur 1. und 4. sind richtig.

Lösungshinweis: Aussage 1 verlangt, eine Zahl aus Absatz 2 mit einer aus Absatz 4 zu verrechnen. Aussage 3 ist verführerisch, weil der Text die Nähe des Mondes tatsächlich als Grund nennt, allerdings nur für das Präzessionsdrehmoment und nicht für die Gezeitenbremsung.

Frage 54Lösung A · Single Choice (Negationsfrage)

✓A – gesuchte Aussage – nicht ableitbar (Präzisionsfehler): Laut Absatz 3 ist die Präzessionsgeschwindigkeit umso kleiner, je größer der Drehimpuls ist; eine schnellere Eigenrotation bedeutet nach Absatz 1 einen größeren Drehimpuls und damit eine langsamere Präzession. Die Aussage kehrt die Richtung um.

✗B – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 4 üben Sonne und Mond das Drehmoment aus, wobei der Mond etwa zwei Drittel beisteuert. Auf die Sonne entfällt damit etwa ein Drittel, also rund die Hälfte des Mondanteils.

✗C – ableitbar, daher nicht gesucht: Hipparchos erschloss die Wanderung laut Absatz 4 um 130 v. Chr., Kepler formulierte seinen Satz laut Absatz 2 im Jahr 1609. Dazwischen liegen rund 1740 Jahre.

✗D – ableitbar, daher nicht gesucht: Absatz 4: Der Kreiselkompass richtet sich nach dem geografischen Nordpol aus und ist im Gegensatz zum Magnetkompass unempfindlich gegenüber magnetischen Störfeldern, etwa eines stählernen Schiffsrumpfs.

✗E – ableitbar, daher nicht gesucht: Absatz 3: Die vereinfachte Beschreibung setzt eine im Vergleich zur Präzession sehr viel schnellere Eigenrotation voraus und verliert beim langsamer werdenden Kreisel ihre Gültigkeit.

Lösungshinweis: Option A übernimmt die im Text beschriebene Abhängigkeit, kehrt aber ihre Richtung um. Wer sich an den langsamer werdenden Kreisel erinnert, der zunehmend schneller präzediert, erkennt den Fehler.

Text 3 – Das Darmmikrobiom und seine Wechselwirkung mit dem Wirt

Frage 55Lösung C · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Der erste Teil trifft laut Absatz 1 zu (Faktor 1,3). Der Genkatalog umfasst laut demselben Absatz jedoch etwa 150-mal so viele Gene wie das menschliche Genom, nicht 1500-mal so viele.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 gilt die Verwertung durch das Kolonepithel für Butyrat. Propionat gelangt dagegen über die Pfortader zur Leber und dient dort der Gluconeogenese.

✗Aussage 3 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 wandeln wenige Bakterienarten primäre in sekundäre Gallensäuren um, nicht umgekehrt. Nach Absatz 3 begünstigt der Wegfall dieser Arten den Erreger, weil dann die hemmenden sekundären Gallensäuren fehlen; die Aussage vertauscht die Umwandlungsrichtung.

✗Aussage 4 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 3 hemmt Butyrat die Histondeacetylasen und fördert dadurch die Differenzierung regulatorischer T-Zellen. Die Aussage vertauscht Ursache und Wirkung.

✗Aussage 5 – Überinterpretation: Absatz 1 beschreibt die Hautkeime nur für die Erstbesiedlung und gibt an, dass sich die Zusammensetzung in den ersten zwei bis drei Lebensjahren jener von Erwachsenen annähert. Eine dauerhafte Prägung folgt daraus nicht.

Lösung: C. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Jede Aussage enthält korrekte Begriffe aus dem Text, aber eine vertauschte Zuordnung, Richtung oder Zahl. Besonders tückisch ist Aussage 1, deren erster Teil stimmt, während der zweite Teil den Faktor 150 verzehnfacht.

Frage 56Lösung B · Single Choice

✗A – Nicht im Text: Absatz 2 nennt nur, dass Darmbakterien Vitamin K in Form der Menachinone bilden. Ob und in welchem Umfang damit der Bedarf gedeckt wird, sagt der Text nicht.

✓B – ableitbar: Laut Absatz 2 deckt Butyrat rund 70 Prozent des Energiebedarfs der Kolonepithelzellen. Laut Absatz 3 oxidieren diese Zellen Butyrat unter hohem Sauerstoffverbrauch und stabilisieren so das anaerobe Milieu, das die butyratbildenden Bakterien benötigen.

✗C – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 erfolgt die an den Intrinsic Factor gebundene Aufnahme im terminalen Ileum, also oberhalb des Entstehungsortes im Dickdarm; deshalb ist der Mensch auf Vitamin B12 aus der Nahrung angewiesen.

✗D – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 profitieren von mehr Sauerstoff fakultativ anaerobe Keime wie Enterobakterien, die Sauerstoff zur Atmung nutzen. Die Butyratbildner benötigen dagegen ein anaerobes Milieu.

✗E – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 4 belegen solche Querschnittsbefunde keine Ursächlichkeit; die Veränderungen können auch Folge der Erkrankung, ihrer Behandlung oder der Ernährung sein, und die Übertragbarkeit der Mausversuche auf den Menschen ist offen.

Lösungshinweis: Die richtige Option nennt Butyrat nicht beim Namen; man muss die Energieangabe aus Absatz 2 mit dem Sauerstoffkreislauf aus Absatz 3 verbinden. Option C ist verführerisch, weil Intrinsic Factor und Vitamin B12 korrekt zusammengehören, nur der Ort nicht stimmt.

Text 4 – Schlafarchitektur – REM- und Non-REM-Schlaf

Frage 57Lösung C · Single Choice

✗A – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 2 ist es umgekehrt: Weil die Muskellähmung krankhaft ausfällt, agieren die Betroffenen ihre Träume motorisch aus.

✗B – Überinterpretation: Absatz 4 nennt die Abnahme des Tiefschlafs und die Zunahme nächtlicher Wachphasen nebeneinander, stellt aber keinen ursächlichen Zusammenhang her.

✓C – ableitbar: Laut Absatz 1 ist die Weckschwelle im Tiefschlafstadium N3 am höchsten; laut Absatz 3 konzentriert sich der Tiefschlaf im ersten Drittel der Nacht. Gegen Morgen ist N3 daher seltener.

✗D – Nicht im Text: Absatz 2 enthält keine Angabe zur Geschlechterverteilung der Störung. Männer werden nur in Absatz 4 im Zusammenhang mit dem schwindenden Tiefschlaf im Alter erwähnt.

✗E – Präzisionsfehler: Schlafspindeln kennzeichnen laut Absatz 1 das Stadium N2, das rund die Hälfte der Schlafzeit ausmacht. Etwa ein Fünftel (15 bis 20 Prozent) entfällt laut Absatz 4 auf N3, das laut Absatz 1 durch langsame Wellen gekennzeichnet ist.

Lösungshinweis: Die richtige Option nennt das Stadium N3 nicht direkt, sondern umschreibt es über seine Weckschwelle aus Absatz 1; seine Verteilung über die Nacht steht erst in Absatz 3.

Frage 58Lösung D · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 1 treten K-Komplexe spontan oder als Reaktion auf Geräusche auf. Die Aussage macht aus einer von zwei Möglichkeiten eine notwendige Bedingung.

✓Aussage 2 – ableitbar: Laut Absatz 1 wird in Abschnitten von 30 Sekunden ausgewertet. Acht Stunden entsprechen 28.800 Sekunden, also 960 Abschnitten.

✗Aussage 3 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 begünstigt der zirkadiane Prozess den REM-Schlaf in den frühen Morgenstunden; der homöostatische Schlafdruck wird vor allem im Tiefschlaf abgebaut. Die Aussage ordnet den REM-Befund dem falschen Prozess zu.

✓Aussage 4 – ableitbar: Laut Absatz 4 schlafen Neugeborene 16 bis 18 Stunden täglich, wovon etwa die Hälfte auf den aktiven Schlaf entfällt; das ergibt etwa acht bis neun Stunden.

✓Aussage 5 – ableitbar: Laut Absatz 2 entwickelten rund 74 Prozent der Betroffenen innerhalb von zwölf Jahren eine neurodegenerative Erkrankung; die übrigen rund 26 Prozent, also etwa ein Viertel, blieben in diesem Zeitraum davon frei.

Lösung: D. Nur 2., 4. und 5. sind richtig.

Lösungshinweis: Drei Aussagen verlangen eine kleine Rechnung (30-Sekunden-Abschnitte, Hälfte von 16 bis 18 Stunden, Gegenwert zu 74 Prozent). Aussage 3 vertauscht die beiden Prozesse des Zwei-Prozess-Modells.

Text 5 – Die Humoralpathologie – die Vier-Säfte-Lehre von Hippokrates bis Galen

Frage 59Lösung A · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 galt die gelbe Galle als warm und trocken; die Qualitäten warm und feucht wurden dem Blut zugeordnet. Die Zuordnung zum Sommer stimmt dagegen.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Galen praktizierte laut Absatz 2 ab 162 in Rom, Vesalius veröffentlichte sein Werk laut Absatz 3 im Jahr 1543. Dazwischen liegen 1381 Jahre, also mehr als 1300.

✗Aussage 3 – Überinterpretation: Absatz 2 begründet die Tieranatomie damit, dass Sektionen menschlicher Leichen im Rom seiner Zeit nicht praktiziert wurden. Von einer persönlichen, grundsätzlichen Ablehnung durch Galen ist nicht die Rede.

✗Aussage 4 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 1 vertreten keineswegs alle Schriften des Corpus dieselbe Säftelehre; manche kennen nur Galle und Schleim als krankmachende Flüssigkeiten. Die Vierzahl stammt aus einer bestimmten Schrift.

Lösung: A. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Aussage 2 lässt sich nur durch Kombination zweier Jahreszahlen aus verschiedenen Absätzen prüfen. Aussage 3 klingt plausibel, verwandelt aber einen äußeren Umstand in eine persönliche Haltung Galens.

Frage 60Lösung E · Single Choice (Negationsfrage)

✗A – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 3 bedeutet Melancholie wörtlich Schwarzgalligkeit; laut Absatz 1 galt die schwarze Galle als kalt und trocken und sollte im Herbst überwiegen.

✗B – ableitbar, daher nicht gesucht: Absatz 2: Die hippokratischen Ärzte nahmen an, dass der Körper einen krankhaften Saft durch eine Art Kochung umwandeln und an kritischen Tagen ausscheiden könne, weshalb das ärztliche Eingreifen den natürlichen Heilungsverlauf unterstützen und nicht stören sollte.

✗C – ableitbar, daher nicht gesucht: Nach Absatz 2 entsteht das Blut bei Galen in der Leber aus der Nahrung und wird in den Geweben verbraucht. Nach Absatz 3 wirft das Herz in einer halben Stunde weit mehr Blut aus, als die Leber in dieser Zeit bilden könnte, was mit Galens Modell unvereinbar ist.

✗D – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 3 veröffentlichte Harvey 1628, Louis 1835. Dazwischen liegen 207 Jahre.

✓E – gesuchte Aussage – nicht ableitbar (Präzisionsfehler): Laut Absatz 3 wirkte Hunain ibn Ishaq im 9. Jahrhundert, während Ibn Sina seinen Kanon um 1025 vollendete. Die Übersetzungen gingen dem Kanon also voraus; die Aussage kehrt die Reihenfolge um.

Lösungshinweis: Die vier ableitbaren Optionen verlangen fast alle die Verbindung zweier Absätze. Die Lösung ist eine unauffällig vertauschte Reihenfolge, die nur auffällt, wenn man die Zeitangaben 9. Jahrhundert und 1025 genau vergleicht.

Set 6Fragen 61–72

Text 1 – Allgemeine Relativitätstheorie – Gravitation als Krümmung der Raumzeit

Frage 61Lösung C · Aussagenkombination

✓Aussage 1 – ableitbar: Laut Absatz 2 wandert das Perihel um etwa 574 Bogensekunden pro Jahrhundert, von denen rund 531 auf die übrigen Planeten zurückgehen; unerklärt blieben 43 Bogensekunden. 43 von 574 sind rund 7,5 Prozent, also weniger als ein Zehntel.

✗Aussage 2 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 2 verläuft die Begründung umgekehrt: Weil das Feld Energie trägt und damit selbst als Quelle von Gravitation wirkt, lassen sich die Felder mehrerer Körper nicht einfach addieren.

✗Aussage 3 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 lässt das schwächere Schwerefeld die Satellitenuhren um etwa 45 Mikrosekunden pro Tag vorgehen, die Bahngeschwindigkeit bewirkt dagegen einen Nachgang von rund 7 Mikrosekunden. Beide Effekte wirken gegeneinander, weshalb nur eine Differenz von etwa 38 Mikrosekunden zu korrigieren ist.

✓Aussage 4 – ableitbar: Laut Absatz 1 war Newtons augenblicklich wirkende Schwerkraft mit der speziellen Relativitätstheorie unvereinbar, weil sich nach ihr keine Wirkung schneller als das Licht ausbreiten kann. Laut Absatz 4 breiten sich Gravitationswellen mit Lichtgeschwindigkeit aus, also nicht schneller als das Licht.

✗Aussage 5 – Nicht im Text: Absatz 2 berichtet nur, dass Le Verrier die unerklärte Restdrehung bereits 1859 mit einem etwas kleineren Wert feststellte. Wie er sie deuten wollte, sagt der Text nicht – die Aussage mag historisch zutreffen, lässt sich aber aus dem Text nicht ableiten.

Lösung: C. Nur 1. und 4. sind richtig.

Lösungshinweis: Aussage 1 erfordert eine kleine Rechnung (43 von 574), Aussage 4 die Verknüpfung der Geschwindigkeitsgrenze aus Absatz 1 mit der Ausbreitung der Gravitationswellen in Absatz 4. Bei Aussage 3 lohnt der Blick auf die Vorzeichen: Vorgang und Nachgang heben sich teilweise auf.

Frage 62Lösung D · Single Choice (Negationsfrage)

✗A – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 1 ging Einstein 1907 von der Überlegung aus, dass ein frei fallender Beobachter sein Gewicht nicht spürt, und erhob die Gleichheit von träger und schwerer Masse zum Äquivalenzprinzip. Laut Absatz 3 folgt aus diesem Prinzip der Einfluss der Gravitation auf Uhren und damit die Gravitationsrotverschiebung, die Pound und Rebka nachwiesen.

✗B – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 4 ergibt sich der Schwarzschild-Radius aus dem doppelten Produkt von Gravitationskonstante und Masse, geteilt durch das Quadrat der Lichtgeschwindigkeit; er wächst also proportional zur Masse. Für die Sonne beträgt er etwa drei Kilometer, bei doppelter Masse demnach etwa sechs.

✗C – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 4 besaßen die beiden Schwarzen Löcher etwa 36 und 29 Sonnenmassen; bei ihrer Verschmelzung wurden ungefähr drei Sonnenmassen als Gravitationswellen abgestrahlt. Das Ergebnis hatte also weniger als die Summe von rund 65 Sonnenmassen.

✓D – gesuchte Aussage – nicht ableitbar (Präzisionsfehler): Laut Absatz 1 erreichte Eötvös eine relative Genauigkeit von besser als einem Hundertmillionstel, MICROSCOPE dagegen etwa ein Billiardstel – eine um rund sieben Größenordnungen höhere Genauigkeit.

✗E – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 4 nimmt die Umlaufperiode des von Hulse und Taylor entdeckten Doppelpulsars genau in dem Maß ab, das der Energieverlust durch abgestrahlte Gravitationswellen verlangt – ein indirekter Beleg neben der direkten Messung durch LIGO.

Lösungshinweis: Die gesuchte Option D verwischt die beiden Genauigkeitsangaben aus Absatz 1 (Hundertmillionstel bei Eötvös, Billiardstel bei MICROSCOPE). Die ableitbaren Optionen verlangen Zwischenschritte: eine Proportionalität (B), die Verbindung von Absatz 1 und Absatz 3 (A) und eine Massenbilanz (C).

Frage 63Lösung B · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 erreicht aufsteigendes Licht einen höher gelegenen Empfänger mit verringerter Frequenz – eben das bezeichnet der Text als Gravitationsrotverschiebung.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 enthält der Energie-Impuls-Tensor neben der Massendichte auch Energiedichte, Impulsflüsse und Druck; ausdrücklich trägt etwa der Druck im Inneren eines Sterns zu dessen Gravitation bei.

✗Aussage 3 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 4 werden Gravitationswellen zwar von beschleunigten Massen abgestrahlt, kugelsymmetrische Bewegungen wie das gleichmäßige Pulsieren eines kugelförmigen Sterns erzeugen jedoch keine.

✗Aussage 4 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 4 gelang der erste direkte Nachweis am 14. September 2015; laut Absatz 1 wurde MICROSCOPE erst 2016 gestartet.

✗Aussage 5 – Überinterpretation: Laut Absatz 4 gilt die Theorie trotz ihrer Bestätigungen nicht als abschließend, weil sie klassisch ist und an Singularitäten selbst die Grenze ihrer Gültigkeit anzeigt. Von einer Widerlegung durch Beobachtungen ist keine Rede – die genannten Messungen bestätigen sie.

Lösung: B. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Jede Aussage enthält eine Verschiebung gegenüber dem Text: Richtung (1), weggelassene Größen (2), fehlende Ausnahme (3), Reihenfolge (4) und ein zu weit gehender Schluss (5). Für Aussage 4 müssen die Jahreszahlen aus Absatz 1 und Absatz 4 verglichen werden.

Text 2 – Phasenübergänge, Tripelpunkt und überkritische Fluide

Frage 64Lösung B · Single Choice

✗A – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 1 gilt die negative Steigung für gewöhnliches Eis. Mehrere Eisformen, die bei sehr hohen Drücken entstehen, sind dichter als die Flüssigkeit und besitzen ansteigende Schmelzkurven.

✓B – ableitbar: Laut Absatz 3 liegt ein überkritisches Fluid erst oberhalb des kritischen Drucks vor, der für Kohlendioxid 73,8 bar beträgt. Laut Absatz 1 arbeitet ein Schnellkochtopf bei etwa zwei bar – der benötigte Druck ist also mehr als dreißigmal so hoch.

✗C – Nicht im Text: Absatz 3 nennt als großtechnische Anwendung von überkritischem Kohlendioxid nur das Entkoffeinieren von Kaffeebohnen. Weitere Einsatzgebiete erwähnt der Text nicht, auch wenn die Aussage sachlich zutreffen mag.

✗D – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 sinkt der Schmelzpunkt nur um etwa 0,0074 Kelvin pro bar. Bei 100 bar ergibt das rund 0,74 Kelvin – ein Zehntel des genannten Wertes.

✗E – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 1 verläuft die Begründung umgekehrt: Die geringere Dichte des Eises bewirkt, dass das Volumen beim Schmelzen abnimmt, und daraus folgt die negative Steigung der Schmelzkurve.

Lösungshinweis: Die richtige Option B verbindet den kritischen Druck des Kohlendioxids (Absatz 3) mit dem Druck im Schnellkochtopf (Absatz 1). Bei E lohnt der Blick auf die Begründungsrichtung: Die Dichte ist die Ursache, die Steigung die Folge.

Frage 65Lösung C · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 war dies nur zwischen 1954 und 2019 der Fall. Seit 2019 ist das Kelvin über die Boltzmann-Konstante definiert, und die Tripelpunkttemperatur ist eine Messgröße mit Messunsicherheit.

✓Aussage 2 – ableitbar: Laut Absatz 1 sind Übergänge erster Ordnung durch latente Wärme und eine sprunghafte Dichteänderung gekennzeichnet. Laut Absatz 3 gleichen sich die Dichten von Flüssigkeit und Dampf an, wenn man sich entlang der Dampfdruckkurve dem kritischen Punkt nähert – der Sprung wird also kleiner.

✗Aussage 3 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 3 ist es umgekehrt: Große Dichtefluktuationen, deren Ausdehnung die Wellenlänge des Lichts erreicht, streuen das Licht und verursachen die kritische Opaleszenz.

✗Aussage 4 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 liegt der Tripelpunkt des Kohlendioxids bei rund 5,2 bar, also oberhalb des Atmosphärendrucks; flüssig kann es nur unter erhöhtem Druck existieren. Bei Normaldruck und −78,5 °C wechselt es unmittelbar zwischen festem und gasförmigem Zustand.

✓Aussage 5 – ableitbar: Laut Absatz 2 beträgt der Tripelpunktdruck des Wassers rund 612 Pascal, weniger als ein Hundertstel des Atmosphärendrucks. Laut Absatz 1 herrscht auf dem Everest-Gipfel noch etwa ein Drittel des Normaldrucks – ein Vielfaches des Tripelpunktdrucks.

Lösung: C. Nur 2. und 5. sind richtig.

Lösungshinweis: Beide ableitbaren Aussagen verlangen die Verknüpfung zweier Absätze: Dichtesprung (Absatz 1) mit dem Verhalten am kritischen Punkt (Absatz 3) sowie Everest-Druck (Absatz 1) mit dem Tripelpunktdruck (Absatz 2). Aussage 4 ist verführerisch, weil −78,5 °C tatsächlich im Text steht – allerdings für den direkten Übergang zwischen fest und gasförmig.

Text 3 – Prionen und übertragbare spongiforme Enzephalopathien

Frage 66Lösung D · Single Choice

✗A – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 2 führt umgekehrt die Anhäufung von PrPSc zum Untergang von Nervenzellen.

✗B – Überinterpretation: Laut Absatz 2 kann eine Speziesbarriere die Umwandlung ineffizient machen oder ganz verhindern; eine erfolgte Übertragung (Absatz 3) schließt eine solche Barriere also nicht aus. Dass zwischen Rind und Mensch keine besteht, sagt der Text nirgends.

✗C – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 3 gilt der Nachweis in lymphatischem Gewebe für die vCJK, und zwar ausdrücklich im Unterschied zur sporadischen Form.

✓D – ableitbar: Laut Absatz 2 sind in der europäischen Bevölkerung etwa 40 Prozent an Codon 129 homozygot für Methionin. Laut Absatz 3 waren nahezu alle genetisch untersuchten vCJK-Erkrankten homozygot für Methionin.

✗E – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 erkranken Menschen, die an Codon 129 homozygot sind, überproportional häufig an der sporadischen Form – nicht heterozygote.

Lösungshinweis: Option D erfordert, die Genotypverteilung der Bevölkerung (Absatz 2) mit dem Befund bei vCJK-Patienten (Absatz 3) zu vergleichen. Option C übersieht, dass der Text den Nachweis im lymphatischen Gewebe ausdrücklich von der sporadischen Form abgrenzt.

Frage 67Lösung E · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 wurde der rituelle Endokannibalismus in den 1950er-Jahren aufgegeben; laut Absatz 1 übertrug Gajdusek die Kuru erst 1966 auf Schimpansen.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 führt die sporadische Form im Median innerhalb von vier bis sechs Monaten zum Tod; die 14 Monate gelten für die langsamer verlaufende vCJK.

✗Aussage 3 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 3 wurde die Kuru bei den Fore durch rituellen Endokannibalismus im Rahmen von Totenfeiern übertragen, also ohne medizinischen Eingriff. Iatrogene Übertragungen sind nur einer von mehreren Wegen.

✗Aussage 4 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 1 ist die Umfaltung in die β-Faltblatt-reiche Form die Ursache: Sie macht das Protein unlöslich und lässt es zu Amyloidfibrillen aggregieren – nicht umgekehrt.

✗Aussage 5 – Überinterpretation: Laut Absatz 4 zeigt 14-3-3 lediglich einen raschen Zerfall von Nervenzellen an und steigt auch bei Schlaganfällen oder Hirnentzündungen. Gesichert wird die Diagnose erst durch die neuropathologische Untersuchung des Gehirns.

Lösung: E. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Jede Aussage ist knapp verfälscht: die Reihenfolge zweier Ereignisse aus Absatz 1 und Absatz 3 (1), eine Verwechslung von sporadischer Form und vCJK (2), ein unzulässiges „ausschließlich“ (3), vertauschte Ursache und Folge (4) und ein unspezifischer Marker, der als Beweis ausgegeben wird (5).

Frage 68Lösung A · Single Choice (Negationsfrage)

✓A – gesuchte Aussage – nicht ableitbar (Präzisionsfehler): Laut Absatz 4 reicht das Standardautoklavieren bei 121 °C gerade nicht aus; empfohlen wird eine Dampfsterilisation bei 134 °C über mindestens 18 Minuten oder die Behandlung mit Natronlauge.

✗B – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 4 erreicht RT-QuIC eine Spezifität nahe 100 Prozent, während 14-3-3 nur einen raschen Nervenzellzerfall anzeigt und auch bei Schlaganfällen oder Hirnentzündungen erhöht ist.

✗C – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 3 verursachte BSE in Großbritannien mehr als 180.000 bestätigte Fälle, während dort rund 180 vCJK-Fälle registriert wurden – ein Verhältnis von etwa 1000 zu 1.

✗D – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 3 lässt sich PrPSc bei der vCJK auch in lymphatischem Gewebe wie den Tonsillen nachweisen, anders als bei der sporadischen Form. Ein negativer Befund ist bei sporadischer CJK daher zu erwarten und schließt sie nicht aus.

✗E – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 1 codiert das Gen PRNP das zelluläre Prionprotein PrPC. Laut Absatz 2 entwickelten sich Mäuse mit ausgeschaltetem PRNP-Gen weitgehend unauffällig, erkrankten nach Inokulation mit Scrapie-Prionen nicht, und der Erreger vermehrte sich in ihnen nicht.

Lösungshinweis: Option A kombiniert die Temperatur des unzureichenden Standardverfahrens mit der Zeitangabe des empfohlenen Verfahrens – eine typische Vermischung zweier benachbarter Zahlen. Option D verlangt einen Umkehrschluss: Tritt PrPSc bei der sporadischen Form nicht im lymphatischen Gewebe auf, beweist ein negativer Befund dort nichts.

Text 4 – Polymere – Aufbau und Eigenschaften von Kunststoffen

Frage 69Lösung E · Aussagenkombination

✓Aussage 1 – ableitbar: Laut Absatz 3 wächst die Schmelzviskosität oberhalb der kritischen molaren Masse etwa mit der 3,4-ten Potenz der molaren Masse. Eine Verdopplung ergibt daher den Faktor 2^3,4 ≈ 10,6 – in jedem Fall mehr als 2^3 = 8.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 entspricht der mittlere Polymerisationsgrad dem Kehrwert des Anteils noch nicht umgesetzter Gruppen. Bei 99,9 Prozent Umsatz sind 0,1 Prozent übrig, der Kehrwert beträgt 1000; 100 Bausteine ergeben sich bei 99 Prozent.

✓Aussage 3 – ableitbar: Laut Absatz 3 liegt der Glasübergang des amorphen Polystyrols bei rund 100 °C, weshalb es bei Raumtemperatur spröde ist. Laut Absatz 2 werden amorphe Bereiche oberhalb der Glasübergangstemperatur beweglich und gummiartig weich.

✗Aussage 4 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 2 kristallisiert das weitgehend lineare HDPE stärker und erreicht dadurch eine höhere Dichte, während die Seitenketten des LDPE eine dichte Packung verhindern. Die Kettenstruktur ist die Ursache, die Dichte die Folge.

✗Aussage 5 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 2 schmelzen neben den engmaschig vernetzten Duroplasten auch die nur weitmaschig vernetzten Elastomere nicht. Aus der fehlenden Schmelzbarkeit folgt also keine engmaschige Vernetzung.

Lösung: E. Nur 1. und 3. sind richtig.

Lösungshinweis: Die Aussagen 1 und 2 verlangen kleine Rechnungen mit den Beziehungen aus Absatz 3 bzw. Absatz 1. Aussage 3 ist nur lösbar, wenn man den Glasübergang von Polystyrol (Absatz 3) mit der allgemeinen Beschreibung des Glasübergangs (Absatz 2) verbindet; Aussage 5 übersieht, dass auch Elastomere nicht schmelzen.

Frage 70Lösung A · Single Choice

✓A – ableitbar: Laut Absatz 2 ist Bakelit ein Duroplast, der sich bei hohen Temperaturen zersetzt, ohne zu schmelzen. Laut Absatz 3 lassen sich nur Thermoplaste durch Aufschmelzen werkstofflich wiederverwerten; Duroplaste allenfalls als Füllstoff oder chemisch.

✗B – Nicht im Text: Absatz 2 nennt nur das Jahr 1839 und Schwefel als Vulkanisationsmittel. Über die Umstände der Entdeckung sagt der Text nichts, auch wenn die Aussage historisch überliefert sein mag.

✗C – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 schieben sich die Weichmacher zwischen die Ketten, sind aber gerade nicht chemisch gebunden, weshalb sie mit der Zeit ausdiffundieren können.

✗D – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 2 kann eine Kette nur kristallisieren, wenn sie regelmäßig gebaut ist; ataktisches Polypropylen etwa bleibt amorph.

✗E – Überinterpretation: Laut Absatz 3 entsteht Mikroplastik, wenn Kunststoffe unter Sonnenlicht und mechanischer Beanspruchung in Partikel unter fünf Millimetern zerfallen; eine bestimmte Kunststoffgruppe als Hauptquelle nennt der Text nicht. Die thermische Zersetzung der Duroplaste (Absatz 2) ist dafür kein Beleg.

Lösungshinweis: Die richtige Aussage A setzt die Einordnung von Bakelit als Duroplast (Absatz 2) mit der Aussage zur werkstofflichen Verwertung (Absatz 3) in Beziehung. Option E verknüpft zwei Textstellen zu einem Zusammenhang, den der Text nirgends herstellt.

Text 5 – John Snow und die Cholera-Epidemie von 1854

Frage 71Lösung B · Single Choice

✗A – Überinterpretation: Laut Absatz 2 räumte Snow selbst ein, dass die Neuerkrankungen zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich zurückgegangen waren; die Stilllegung der Pumpe allein bewies seine These deshalb nicht.

✓B – ableitbar: Laut Absatz 1 deutete Farr den Zusammenhang zwischen Höhenlage und Choleramortalität im Sinne der Miasmenlehre. Laut Absatz 3 führte er die Fälle der Epidemie von 1866 auf ungefiltertes Wasser zurück und schloss sich der Übertragung über das Wasser an.

✗C – Nicht im Text: Laut Absatz 2 zeigt die Karte jeden Todesfall als Strich an der betreffenden Hausadresse. Eine Grenzlinie nach Gehentfernung erwähnt der Text nicht.

✗D – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 standen 315 Tote je 10.000 Häuser 37 gegenüber – das entspricht etwa dem 8,5-Fachen. Der Text spricht entsprechend von einer mehr als achtfach, nicht zehnfach höheren Sterblichkeit.

✗E – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 1 verlief Snows Überlegung umgekehrt: Aus der Beobachtung, dass die Cholera stets mit Beschwerden des Verdauungstrakts begann, folgerte er, dass der Krankheitsstoff verschluckt werde.

Lösungshinweis: Option B verlangt, Farrs frühe Deutung (Absatz 1) mit seinem späteren Meinungswandel (Absatz 3) zu verbinden. Bei Option D muss man nachrechnen: 315 zu 37 ergibt etwa das 8,5-Fache.

Frage 72Lösung D · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 verfügte das Arbeitshaus über einen eigenen Brunnen, und aus der Broad Street wurde dort kein Wasser geholt – gerade deshalb ist die geringe Zahl von fünf Todesfällen unter 535 Insassen aufschlussreich.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 verlegte die Lambeth Company ihre Entnahmestelle bereits 1852 nach Thames Ditton, also vor der Epidemie; nur deshalb konnte Snow 1854 die beiden Versorger vergleichen.

✗Aussage 3 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 2 wohnten manche Opfer näher an einer anderen Pumpe, hatten aber dennoch Wasser aus der Broad Street getrunken; zudem starb eine Witwe im entfernten Hampstead.

✗Aussage 4 – Überinterpretation: Laut Absatz 2 erhielten die Arbeiter täglich Malzbier, und die Brauerei besaß einen eigenen Brunnen. Dass Snow daraus eine Schutzwirkung des Biers ableitete, steht nicht im Text; der Fall erscheint dort als Ausnahme unter den Anwohnern der Pumpe.

✗Aussage 5 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 veröffentlichte Snow seine Auffassung bereits 1849; laut Absatz 3 beschrieb Pacini die Bakterien erst 1854.

Lösung: D. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Alle Aussagen verändern ein Detail: die Wasserquelle des Arbeitshauses (1), eine Jahreszahl (2), eine Einschränkung – aus „meist“ wird „alle“ (3), einen im Text nicht gezogenen Schluss (4) und die zeitliche Reihenfolge zweier Veröffentlichungen aus Absatz 1 und Absatz 3 (5).

Set 7Fragen 73–84

Text 1 – Das Standardmodell der Teilchenphysik und das Higgs-Feld

Frage 73Lösung D · Single Choice

✗A – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 3 tragen die Ruhemassen der Quarks nur rund 1 Prozent zur Protonenmasse bei, der Rest stammt aus der starken Wechselwirkung. Außerdem ist laut Absatz 3 offen, ob die Neutrinomassen überhaupt auf das Higgs-Feld zurückgehen.

✗B – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 1 verläuft die Begründung umgekehrt: Weil die Gluonen selbst Farbladung tragen und miteinander wechselwirken, wird darauf zurückgeführt, dass Quarks nur gebunden auftreten.

✗C – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 ist es genau umgekehrt: Die Grundgleichungen behalten ihre volle Symmetrie, erst das Vakuum zeichnet eine bestimmte Richtung aus.

✓D – ableitbar: Laut Absatz 2 sind Photon und Gluonen masselos. Laut Absatz 4 koppelt das Higgs-Boson nicht direkt an masselose Teilchen; deshalb verläuft die Gluonenfusion (überwiegender Erzeugungsweg) über Top-Quark-Schleifen und der Zweiphotonenzerfall (einer der beiden Entdeckungskanäle) über W-Bosonen und Top-Quarks.

✗E – Präzisionsfehler: Laut Absatz 4 entfällt der Anteil von knapp 60 Prozent auf den Zerfall in ein Bottom-Antibottom-Paar, nicht in Top-Quarks. Top-Quarks erscheinen im Text nur als virtuelle Zwischenzustände beim Zweiphotonenzerfall und bei der Gluonenfusion.

Lösungshinweis: Option D verlangt, die Masselosigkeit von Photon und Gluonen aus Absatz 2 mit der Kopplungsregel aus Absatz 4 zu verbinden. Bei E stimmt das Stichwort „Quarkpaar“, aber die Quarksorte ist vertauscht.

Frage 74Lösung B · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 umfasst jede Generation zwei Quarks, ein elektrisch geladenes Lepton und das zugehörige Neutrino – nicht zwei geladene Leptonen. Nur der erste Teil der Aussage trifft zu.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 4 hat das Higgs-Boson etwa 125 GeV, laut Absatz 3 das Top-Quark rund 173 GeV. Das Top-Quark ist also schwerer; es ist laut Absatz 3 das schwerste bekannte Elementarteilchen.

✗Aussage 3 – Überinterpretation: Laut Absatz 4 wurden Englert und Higgs ausgezeichnet, und nur von Brout heißt es, er sei bereits verstorben gewesen. Über Guralnik, Hagen und Kibble (Absatz 2) sagt der Text nichts Entsprechendes; der Schluss auf alle Lebenden ist nicht gedeckt.

✗Aussage 4 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 ist es die schwache Wechselwirkung, die nur auf die linkshändigen Komponenten wirkt.

✗Aussage 5 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 3 setzen die Oszillationen von null verschiedene Massenunterschiede voraus. Daraus folgt nur, dass sich die Neutrinomassen unterscheiden und daher nicht alle Neutrinos masselos sein können – nicht aber, dass jedes einzelne eine Masse besitzt.

Lösung: B. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Jede Aussage enthält eine kleine Verschiebung: Anzahl, Größenvergleich, Wechselwirkung oder eine unzulässige Verallgemeinerung. Aussage 2 lässt sich nur durch Vergleich der Massenangaben aus Absatz 3 und 4 prüfen, Aussage 5 verwechselt Massenunterschiede mit Massen.

Text 2 – Totalreflexion und Lichtleitung in Glasfasern

Frage 75Lösung D · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 nimmt die Brechzahl von der Kernmitte nach außen ab; achsnahe Strahlen laufen also in der Zone mit der höchsten Brechzahl. Nur so wird der kürzere Weg durch langsamere Ausbreitung ausgeglichen.

✓Aussage 2 – ableitbar: Laut Absatz 3 beträgt die Dämpfung rund 0,2 dB/km, auf 100 km also 20 dB, was einer Abschwächung auf ein Hundertstel entspricht. Bei etwa 5 Mikrosekunden pro Kilometer ergeben sich rund 500 Mikrosekunden, also eine halbe Millisekunde.

✗Aussage 3 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 2 beseitigen Einmodenfasern nur die Modendispersion; die chromatische Dispersion bleibt bestehen, weil unterschiedliche Wellenlängen verschieden schnell laufen.

✓Aussage 4 – ableitbar: Laut Absatz 2 liegt der Grenzwinkel für die Brechzahlen 1,47 und 1,46 bei etwa 83,3 Grad. Nach Absatz 1 tritt Totalreflexion erst oberhalb des Grenzwinkels auf; bei 80 Grad wird ein Teil des Lichts in den Mantel gebrochen.

✗Aussage 5 – Überinterpretation: Laut Absatz 1 gibt es auch beim Übergang von Glas in Luft einen Grenzwinkel (etwa 41,8 Grad). Der Mantel schützt laut Absatz 2 die reflektierende Grenzfläche vor Störungen, ist aber keine Voraussetzung für Totalreflexion an sich.

Lösung: D. Nur 2. und 4. sind richtig.

Lösungshinweis: Aussage 2 verlangt zwei Rechenschritte mit Angaben aus Absatz 3 (Dezibel und Laufzeit), Aussage 4 die Kombination des Grenzwinkels aus Absatz 2 mit der Definition aus Absatz 1. Aussage 3 unterschlägt, dass nur die Modendispersion entfällt.

Frage 76Lösung A · Single Choice (Negationsfrage)

✓A – gesuchte Aussage – nicht ableitbar (Präzisionsfehler): Laut Absatz 3 machten Kao und Hockham überwiegend Verunreinigungen verantwortlich und ausdrücklich keine Eigenschaft des Glases selbst. Die Rayleigh-Streuung an beim Erstarren eingefrorenen Dichteschwankungen nennt der Text als grundlegende, im Glas selbst liegende Verlustursache heutiger Fasern.

✗B – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 3 wandelten die anfänglichen Zwischenverstärker das Licht in elektrische Signale um, während erbiumdotierte Faserabschnitte das Signal unmittelbar optisch verstärken.

✗C – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 1 beträgt der Grenzwinkel für Diamant etwa 24,4 Grad, für Wasser rund 48,8 Grad – also ziemlich genau das Doppelte.

✗D – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 3 nannten Kao und Hockham eine Schwelle von etwa 20 dB/km; heutige Fasern erreichen rund 0,2 dB/km, also ein Hundertstel davon.

✗E – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 2 treffen Strahlen bei zu starker Biegung an der Außenseite unter kleineren Winkeln zum Lot auf, unterschreiten den Grenzwinkel und treten in den Mantel aus.

Lösungshinweis: In Option A sind alle Begriffe korrekt aus dem Text entnommen, aber falsch zugeordnet: Die Rayleigh-Streuung ist eine Eigenschaft des Glases selbst, Kao und Hockham machten dagegen Verunreinigungen verantwortlich. C und D lassen sich nur über einen kurzen Zahlenvergleich bestätigen.

Frage 77Lösung B · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 beträgt der Manteldurchmesser bei beiden Fasertypen üblicherweise 125 Mikrometer; verschieden ist nur der Kern (50 bzw. 62,5 gegenüber etwa 9 Mikrometern).

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 beträgt die maximale Neigung im Kern etwa 6,7 Grad, der halbe Öffnungswinkel an der Stirnfläche dagegen etwa 10 Grad; der Einfallskegel ist also weiter, nicht enger.

✗Aussage 3 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 verschwindet die chromatische Dispersion bei etwa 1310 Nanometern, die niedrigen Dämpfungswerte nennt Absatz 3 dagegen für 1550 Nanometer. Da die Rayleigh-Streuung zu kürzeren Wellenlängen hin zunimmt, ist die Dämpfung bei 1310 Nanometern höher.

✗Aussage 4 – Nicht im Text: Laut Absatz 3 verwendete Corning hochreines Quarzglas. Erbium erwähnt der Text erst im Zusammenhang mit den optischen Verstärkern, die seit den 1990er-Jahren eingesetzt werden.

✗Aussage 5 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 3 verstärken sie das Signal im Bereich um 1550 Nanometer – dort zwar viele Kanäle gleichzeitig, aber nicht beliebige Wellenlängen.

Lösung: B. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Jede Aussage kombiniert korrekte Textdetails mit einer kleinen Verschiebung. Bei Aussage 2 müssen die Winkel 6,7 und 10 Grad verglichen, bei Aussage 3 die Wellenlängen aus Absatz 2 und Absatz 3 auseinandergehalten werden.

Text 3 – Nierenphysiologie – glomeruläre Filtration und Harnkonzentrierung

Frage 78Lösung A · Single Choice

✓A – ableitbar: Laut Absatz 4 wird der Harn ohne ADH auf etwa 50 mOsm/kg verdünnt; 600 mOsm ergeben damit rund 12 Liter Harn. Bezogen auf die in Absatz 1 genannten 180 Liter Filtrat sind das etwa 7 Prozent, rund 93 Prozent werden also zurückgewonnen.

✗B – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 sinkt bei Verengung der abführenden Arteriole zwar der Plasmafluss, der Kapillardruck steigt jedoch, und die Filtrationsfraktion wächst.

✗C – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 2 gilt die Autoregulation nur zwischen etwa 80 und 180 mmHg; unterhalb dieses Bereichs sinkt die Filtration mit dem Blutdruck.

✗D – Nicht im Text: Laut Absatz 1 überschätzt die Kreatinin-Clearance die GFR „leicht“; eine konkrete Größenordnung nennt der Text nicht.

✗E – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 2 ist es umgekehrt: Weil das Filtrat nahezu eiweißfrei ist, reichern sich die Proteine im verbleibenden Plasma an, und der kolloidosmotische Druck steigt.

Lösungshinweis: Option A erfordert eine Rechnung mit Angaben aus Absatz 1 und Absatz 4 (600 : 50 = 12 Liter; 12 von 180 Litern). Bei E sind Ursache und Wirkung vertauscht, bei C fehlt der Druckbereich, für den die Autoregulation gilt.

Frage 79Lösung A · Aussagenkombination

✓Aussage 1 – ableitbar: Laut Absatz 1 passiert Glucose die Filtrationsbarriere ungehindert; laut Absatz 3 wird unter normalen Bedingungen nahezu die gesamte filtrierte Glucose im proximalen Tubulus zurückgewonnen, erst oberhalb von etwa 180 mg/dl erscheint sie im Harn.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 verlässt die Tubulusflüssigkeit diesen Abschnitt mit etwa 100 mOsm/kg hypoton – unabhängig davon, ob am Ende verdünnter oder konzentrierter Harn entsteht. Die Endkonzentration bestimmt laut Absatz 4 erst das Sammelrohr.

✓Aussage 3 – ableitbar: Laut Absatz 3 ist der proximale Tubulus der erste Abschnitt hinter dem Nierenkörperchen, an den die Henle-Schleife anschließt. Dort werden bereits rund zwei Drittel des filtrierten Wassers resorbiert.

✗Aussage 4 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 3 gilt dieser Anteil für die innere Medulla, nicht für das gesamte Mark.

✗Aussage 5 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 2 verläuft die tubuloglomeruläre Rückkopplung umgekehrt: Die Macula densa registriert eine erhöhte Kochsalzkonzentration und löst daraufhin die Verengung der zuführenden Arteriole aus.

Lösung: A. Nur 1. und 3. sind richtig.

Lösungshinweis: Aussage 1 verbindet die freie Filtrierbarkeit (Absatz 1) mit der Rückresorption im proximalen Tubulus (Absatz 3); Aussage 3 setzt voraus, dass man die Lage des proximalen Tubulus vor der Schleife erkennt. Aussage 4 lässt die Einschränkung auf die innere Medulla weg.

Frage 80Lösung E · Single Choice (Negationsfrage)

✗A – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 2 wächst bei Verengung der abführenden Arteriole die Filtrationsfraktion; bei mäßiger Verengung steigt sogar die GFR.

✗B – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 4 kann der Harn bis auf die Osmolalität der Papillenspitze konzentriert werden, die laut Absatz 3 beim Menschen rund 1200 mOsm/kg beträgt; ohne ADH sinkt sie laut Absatz 4 auf etwa 50 mOsm/kg. 1200 : 50 = 24.

✗C – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 1 machen die Nieren rund 0,5 Prozent der Körpermasse aus, erhalten aber etwa ein Fünftel, also 20 Prozent, des Herzzeitvolumens – rund das Vierzigfache ihres Massenanteils.

✗D – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 4 heben Schleifendiuretika, die diesen Transporter hemmen, den Gradienten im Mark auf und beeinträchtigen die Wasserrückgewinnung; der Gradient ist laut Absatz 3 und 4 Voraussetzung für die Konzentrierung.

✓E – gesuchte Aussage – nicht ableitbar (Präzisionsfehler): Laut Absatz 1 beziehen sich die 600 Milliliter auf das Plasma; die Nierendurchblutung beträgt gut einen Liter Blut pro Minute. Die Filtrationsfraktion von 20 Prozent bezieht sich auf den Plasmafluss.

Lösungshinweis: Die Falle in E liegt in der Verwechslung von Plasma- und Blutfluss: Zahl und Anteil stimmen, die Bezugsgröße nicht. B lässt sich nur durch Verknüpfung von Absatz 3 und 4 bestätigen, C erfordert einen Vergleich zweier Anteilsangaben aus Absatz 1.

Text 4 – Ozeanversauerung und marine Kalkbildner

Frage 81Lösung E · Single Choice

✗A – Nicht im Text: Absatz 4 nennt für dieses Ereignis die Auflösung von Carbonatsedimenten, den Anstieg der Carbonat-Kompensationstiefe und das Aussterben von Foraminiferen, aber keinen pH-Wert.

✗B – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 3 reagieren schon verschiedene Stämme von Emiliania huxleyi unterschiedlich: manche schwächer, andere unverändert oder sogar stärker.

✗C – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 liegt nur etwa 1 Prozent als gelöstes CO₂ vor; knapp 10 Prozent entfallen auf Carbonat.

✗D – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 3 verläuft der Zusammenhang umgekehrt: Die Erwärmung stört die Symbiose, und die Algen liefern einen Großteil der Energie für die Skelettbildung.

✓E – ableitbar: Laut Absatz 1 entspricht ein Rückgang um 0,1 Einheiten wegen der logarithmischen Skala einem Anstieg der Wasserstoffionenkonzentration um etwa 26 Prozent. Drei solche Schritte – 0,3 Einheiten sind laut Absatz 4 das untere Ende der Prognose – ergeben 1,26 × 1,26 × 1,26 ≈ 2.

Lösungshinweis: Option E erfordert, die Prozentangabe aus Absatz 1 auf die Prognose aus Absatz 4 zu übertragen – auf der logarithmischen Skala wirkt jeder Schritt multiplikativ, nicht additiv. Bei C ist die Zahl 10 dem falschen Bestandteil zugeordnet.

Frage 82Lösung C · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 bilden Kalkrotalgen und Seeigel magnesiumreichen Calcit; Aragonit bilden Steinkorallen und Pteropoden.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 verschiebt sich diese Grenztiefe nach oben, sodass ein größerer Teil der Wassersäule untersättigt wird.

✗Aussage 3 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 3 kostet Kalkbildung auch in übersättigtem Wasser Energie, und das Wachstum kann schon bei Ω-Werten deutlich über 1 zurückgehen.

✗Aussage 4 – Überinterpretation: Laut Absatz 1 bleibt Meerwasser zwar basisch, doch nach Absatz 2 hängt die Auflösung vom Sättigungsgrad ab: Unterhalb von Ω = 1 löst sich Carbonat auf. Absatz 3 berichtet zudem von Auflösungsspuren an Pteropodenschalen.

✗Aussage 5 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 4 lag die damalige Freisetzungsrate mindestens um das Zehnfache unter der heutigen – die Richtung ist vertauscht.

Lösung: C. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Mehrere Aussagen drehen eine Richtung um (Grenztiefe, Freisetzungsrate) oder ordnen ein Mineral falsch zu. Aussage 4 verbindet zwei zutreffende Textinhalte zu einem falschen Schluss: Über die Auflösung entscheidet der Sättigungsgrad, nicht die Frage, ob das Wasser basisch ist.

Text 5 – Ägyptische Schöpfungsmythen – Heliopolis, Memphis und Hermopolis

Frage 83Lösung D · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 ersinnt Ptah die Welt im Herzen, das als Sitz des Denkens galt; mit der Zunge spricht er sie anschließend aus.

✓Aussage 2 – ableitbar: Laut Absatz 2 wurden die Pyramidentexte erstmals im 24. Jahrhundert v. Chr. angebracht, laut Absatz 3 wurde der Schabaka-Stein um 700 v. Chr. beschriftet – ein Abstand von rund 1600 bis 1700 Jahren.

✗Aussage 3 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 2 wurde der Benben als Sinnbild des Urhügels verehrt; die Vorstellung vom Urhügel ist also vorausgesetzt. Absatz 1 bringt ihre Herkunft mit der Erfahrung der Nilüberschwemmung in Verbindung.

✓Aussage 4 – ableitbar: Laut Absatz 4 verkörpern Nun und Naunet das Urwasser; laut Absatz 1 ist Nun die Wassermasse vor der Schöpfung, und laut Absatz 2 tritt Atum aus Nun hervor.

✗Aussage 5 – Überinterpretation: Laut Absatz 4 galten sie zwar als verstorben, wurden aber im thebanischen Medinet Habu kultisch verehrt. Der Schluss auf einen fehlenden Kult widerspricht dem Text.

Lösung: D. Nur 2. und 4. sind richtig.

Lösungshinweis: Aussage 2 lässt sich nur durch Verknüpfung der Datierungen aus Absatz 2 und 3 prüfen, Aussage 4 durch Verbindung von Absatz 1, 2 und 4. Aussage 3 kehrt das Verhältnis von Vorstellung und Symbol um.

Frage 84Lösung C · Single Choice

✗A – Präzisionsfehler: Laut Absatz 4 ist es umgekehrt: Die männlichen Mitglieder waren froschköpfig, die weiblichen schlangenköpfig.

✗B – Nicht im Text: Laut Absatz 4 stand die Achtheit in Hermopolis im Mittelpunkt und wurde in Medinet Habu kultisch verehrt; über einen thebanischen Ursprung oder eine zeitliche Abfolge sagt der Text nichts.

✓C – ableitbar: Laut Absatz 4 verkörpert die Achtheit Eigenschaften des vorweltlichen Zustands. Laut Absatz 1 ist dieser allen Überlieferungen gemeinsame Ausgangszustand Nun, der mit der Schöpfung nicht verschwand, sondern die geordnete Welt weiter umgab.

✗D – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 3 ist die Unleserlichkeit der Mitte die Folge der Nutzung als Mühlstein, nicht deren Ursache.

✗E – Falsche Verallgemeinerung: Die Schöpfung durch das Wort kennzeichnet laut Absatz 3 die Memphitische Theologie. In Heliopolis bringt Atum die ersten Götter durch einen körperlichen Vorgang hervor (Absatz 2), in Elephantine und Esna formt Chnum auf der Töpferscheibe (Absatz 1).

Lösungshinweis: Option C erkennt nur, wer den „vorweltlichen Zustand“ aus Absatz 4 mit dem Nun aus Absatz 1 gleichsetzt, der nach der Schöpfung fortbesteht. D vertauscht Ursache und Folge, E verallgemeinert die memphitische Lehre.

Set 8Fragen 85–96

Text 1 – Kernspinresonanz und die Physik der Magnetresonanztomographie

Frage 85Lösung A · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 4 ist die Frequenz der Fettprotonen um etwa 3,5 Millionstel – also um einen festen Bruchteil – niedriger; laut Absatz 1 ist die Larmorfrequenz der Feldstärke proportional (64 bzw. 128 Megahertz). Bei 3 Tesla verdoppelt sich die Differenz daher auf rund 450 Hertz; 220 Hertz gelten nur für 1,5 Tesla.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 sind nach T1 etwa 63 Prozent des Gleichgewichtswertes wieder erreicht; es fehlen also nur noch rund 37 Prozent. Die Aussage vertauscht erreichten und fehlenden Anteil.

✗Aussage 3 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 ist es genau umgekehrt: Das Spinecho hebt den Anteil zeitlich konstanter Feldinhomogenitäten auf, während der auf echter Spin-Spin-Wechselwirkung beruhende T2-Zerfall wegen der zufällig schwankenden lokalen Felder bestehen bleibt.

✗Aussage 4 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 4 sind Fettprotonen durch ihre Elektronenhülle stärker gegen das äußere Feld abgeschirmt; nach Absatz 1 ergibt sich die Larmorfrequenz aus Feldstärke und gyromagnetischem Verhältnis. Die Abschirmung ist also Grund der niedrigeren Frequenz, nicht deren Folge – die Aussage kehrt Ursache und Wirkung um.

✗Aussage 5 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 1 haben Kerne mit gerader Protonen- und gerader Neutronenzahl, etwa Kohlenstoff-12 oder Sauerstoff-16, den Spin null und bleiben für Resonanzmessungen unsichtbar – obwohl sie Protonen enthalten.

Lösung: A. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Jede Aussage klingt fachlich vertraut, enthält aber einen kleinen Dreher: absolute statt relativer Frequenzdifferenz, vertauschte Prozentanteile, vertauschte Wirkung des Spinechos, umgekehrte Kausalität und eine unzulässige Verallgemeinerung. Aussage 1 lässt sich nur durch Verknüpfung von Absatz 1 und 4 entlarven.

Frage 86Lösung C · Single Choice

✗A – Präzisionsfehler: Laut Absatz 4 liegt die Photonenenergie bei 64 Megahertz unter einem Millionstel Elektronvolt, für eine Ionisation sind dagegen einige Elektronvolt nötig – ein Unterschied um mehr als das Millionenfache, also keineswegs „knapp“.

✗B – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 beträgt nicht der antiparallele Anteil, sondern der Überschuss der günstiger orientierten Protonen nur etwa fünf pro Million – die beiden Orientierungen sind also nahezu gleich häufig besetzt.

✓C – ableitbar: Laut Absatz 4 wächst die spezifische Absorptionsrate bei gleichen Pulsen etwa mit dem Quadrat der Feldstärke (Faktor 2² = 4). Laut Absatz 1 wächst der Überschuss günstiger orientierter Protonen proportional zur Feldstärke (Faktor 2).

✗D – Überinterpretation: Absatz 4 schließt aus der fehlenden ionisierenden Strahlung nichts über Implantate; er weist im Gegenteil darauf hin, dass das ständig vorhandene Hauptfeld ferromagnetische Gegenstände zu Geschossen machen kann. Die Aussage geht über den Text hinaus.

✗E – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 3 erscheint Liquor nur in T2-gewichteten Bildern hell, in T1-gewichteten Bildern (kurze TR, kurze TE) dagegen dunkel.

Lösungshinweis: Die richtige Antwort verbindet zwei unterschiedliche Feldabhängigkeiten aus Absatz 1 (proportional) und Absatz 4 (quadratisch). Option B ist die typische Falle: Ein „Überschuss von fünf pro Million“ ist etwas völlig anderes als ein Anteil von fünf pro Million.

Text 2 – Piezoelektrizität und Schwingquarze

Frage 87Lösung A · Single Choice

✓A – ableitbar: Laut Absatz 3 wird das Plättchen über den inversen Effekt angeregt, und über den direkten Effekt wirkt die Schwingung auf den Stromkreis zurück. Laut Absatz 1 leitete Lippmann den inversen Effekt 1881 theoretisch ab, bevor ihn die Curies experimentell bestätigten.

✗B – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 kommen bei Dickenscherschwingern nur ungeradzahlige Vielfache der Grundfrequenz als Obertöne in Frage; das Zwei- und Vierfache sind gerade Vielfache.

✗C – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 ist die Frequenz bei etwa 25 Grad Celsius am höchsten und sinkt sowohl bei Kälte als auch bei Wärme; die Uhr geht in beiden Fällen nach, nicht vor.

✗D – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 3 gilt die umgekehrte Richtung: Je höher die Güte, desto schmaler die Resonanz und desto weniger lässt sich die Frequenz durch die übrige Schaltung verziehen.

✗E – Nicht im Text: Absatz 2 hält nur fest, dass technischer Quarz heute fast ausschließlich synthetisch gezüchtet wird; einen Grund dafür, etwa Fehler natürlicher Kristalle, nennt der Text nicht.

Lösungshinweis: Die richtige Antwort setzt die Funktionsweise des Oszillators (Absatz 3) mit der Entdeckungsgeschichte (Absatz 1) in Beziehung. Bei C lohnt ein genauer Blick: Ein Maximum der Frequenz bei 25 Grad bedeutet, dass jede Abweichung davon die Frequenz senkt.

Frage 88Lösung D · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 sind 21 der 32 Kristallklassen nicht zentrosymmetrisch (rund zwei Drittel), doch nur 20 davon zeigen den Effekt; in einer Klasse heben sich die Beiträge trotzdem auf.

✓Aussage 2 – ableitbar: Laut Absatz 2 zeigt die Keramik nach dem Sintern keine nutzbare Piezoelektrizität, da die Domänen zwar spontan polarisiert, aber regellos ausgerichtet sind und sich im Mittel aufheben; erst das Polen ändert dies.

✗Aussage 3 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 nutzen Piezo-Feuerzeuge allein den direkten Effekt: Ein federgetriebener Hammer verformt das Keramikelement mechanisch, wodurch die Spannung entsteht. Von einer Batterie ist keine Rede.

✓Aussage 4 – ableitbar: Laut Absatz 3 ist eine 10-Megahertz-Scheibe etwa 0,17 Millimeter, also rund 170 000 Nanometer dick. Laut Absatz 1 ändern 1000 Volt die Dicke eines Quarzplättchens nur um wenige Nanometer. Das Verhältnis liegt damit weit über 10 000.

✗Aussage 5 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 2 liegt die Curie-Temperatur gängiger PZT-Keramiken je nach Zusammensetzung zwischen rund 200 und 370 Grad Celsius; Quarz wandelt sich erst bei 573 Grad Celsius um. Eine einheitliche Grenze von 200 Grad nennt der Text nicht.

Lösung: D. Nur 2. und 4. sind richtig.

Lösungshinweis: Aussage 4 wirkt zunächst unüberprüfbar, lässt sich aber durch Umrechnen der Angaben aus Absatz 1 und Absatz 3 in dieselbe Einheit sicher bestätigen. Aussage 1 ist zur Hälfte korrekt – das Wort „jede“ macht sie falsch.

Text 3 – Mitochondriale Erkrankungen und maternale Vererbung

Frage 89Lösung A · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 ist es umgekehrt: 22 Gene codieren für transfer-RNAs und 2 für ribosomale RNAs; nur die Zahl der proteincodierenden Gene (13) stimmt.

✓Aussage 2 – ableitbar: Laut Absatz 1 bestehen diese Komplexe aus rund 90 Untereinheiten, von denen nur die 13 mitochondrial codierten Proteine aus der mtDNA stammen; die übrigen rund 77 (etwa 85 Prozent) werden im Kern codiert.

✓Aussage 3 – ableitbar: Laut Absatz 2 bedeutet eine Mutation in allen mtDNA-Kopien Homoplasmie. Laut Absatz 4 versagt die Präimplantationsdiagnostik bei homoplasmischen Trägerinnen, weil alle Embryonen betroffen wären; Absatz 3 bestätigt, dass LHON-Mutationen meist homoplasmisch vorliegen.

✗Aussage 4 – Überinterpretation: Absatz 1 nennt die erhöhte Mutationsrate, Absatz 3 die bevorzugte Beteiligung energiehungriger Organe wie des Gehirns. Einen Zusammenhang zwischen beidem stellt der Text nicht her; er begründet die Organverteilung mit dem hohen oxidativen Energiebedarf.

✓Aussage 5 – ableitbar: Laut Absatz 3 handelt es sich bei der LHON-Mutation um eine mtDNA-Punktmutation. Laut Absatz 2 kann eine Frau eine mitochondriale Mutation an alle ihre Kinder weitergeben, ein Mann dagegen an keines, weil die väterlichen Mitochondrien abgebaut werden.

Lösung: A. Nur 2., 3. und 5. sind richtig.

Lösungshinweis: Drei der Aussagen sind nur durch Kombination verschiedener Absätze oder eine kleine Rechnung (13 von rund 90) zu bestätigen. Aussage 4 verknüpft zwei Textinhalte, die der Text nebeneinanderstellt, aber nicht kausal verbindet.

Frage 90Lösung D · Single Choice (Negationsfrage)

✗A – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 4 steuert die Spenderin die 37 mitochondrialen Gene bei; laut Absatz 1 codieren davon nur 13 für Proteine, die übrigen für RNAs.

✗B – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 2 wird mtDNA praktisch nur über die Mutter vererbt; ein Mann gibt sie an keines seiner Kinder weiter. Absatz 4 hebt entsprechend nur die Weitergabe durch Töchter hervor.

✗C – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 4 erbt das Kind das Kerngenom beider Eltern, die mtDNA jedoch von der Spenderin – insgesamt also Erbgut dreier Personen.

✓D – gesuchte Aussage – nicht ableitbar (Präzisionsfehler): Laut Absatz 4 ist die Empfängerzelle beim Vorkerntransfer ebenfalls befruchtet und zuvor von ihren eigenen Vorkernen befreit. Mit einer unbefruchteten Eizelle arbeitet dagegen der Spindeltransfer.

✗E – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 2 nimmt der Anteil dieser Mutation im Blut mit dem Alter ab, sodass eine Blutanalyse die Last in Muskel- oder Nervengewebe unterschätzen kann.

Lösungshinweis: Die ableitbaren Optionen C, A und B verlangen jeweils die Kombination zweier Textstellen. In D wurden die Merkmale von Vorkern- und Spindeltransfer vermischt – solche Verwechslungen ähnlicher Verfahren sind eine klassische Präzisionsfalle.

Frage 91Lösung E · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 ist es umgekehrt: Etwa die Hälfte der männlichen und rund ein Zehntel der weiblichen Träger erkranken.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 gelangt das Mittelstück mit seinen etwa 50 bis 75 Mitochondrien durchaus in die Eizelle; die väterlichen Organellen werden erst danach, in den ersten Tagen der Embryonalentwicklung, gezielt abgebaut.

✗Aussage 3 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 3 ist die Richtung umgekehrt: Wird Pyruvat nicht ausreichend oxidativ abgebaut, entsteht vermehrt Laktat. Erhöhtes Laktat ist Folge und Hinweis, nicht Ursache der Störung.

✗Aussage 4 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 macht das Gehirn rund 2 Prozent der Körpermasse aus, verbraucht aber etwa 20 Prozent des Sauerstoffs – das ist rund das Zehnfache seines Massenanteils, nicht das Fünffache.

✗Aussage 5 – Überinterpretation: Absatz 4 sagt nur, dass Großbritannien als erstes Land solche Verfahren gesetzlich erlaubte; von einer Geburt dort ist nicht die Rede. Erwähnt wird vielmehr ein Kind, das bereits 2016 in Mexiko zur Welt kam.

Lösung: E. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Alle Aussagen enthalten Details, die im Text tatsächlich vorkommen, aber jeweils leicht verfälscht sind: vertauschte Geschlechter, ein falscher Faktor (20 : 2 ergibt 10), eine umgekehrte Ursache-Wirkungs-Beziehung. Wer nur auf bekannte Stichwörter achtet, hält mehrere davon für richtig.

Text 4 – Sternentwicklung – von der Hauptreihe zur Supernova

Frage 92Lösung B · Single Choice

✗A – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 1 steigt die Leuchtkraft mit etwa der 3,5. Potenz der Masse, und deshalb verbrauchen massereiche Sterne ihren Vorrat so schnell. Die hohe Leuchtkraft ist Ursache, nicht Folge des raschen Verbrauchs.

✓B – ableitbar: Laut Absatz 3 dauert das Siliciumbrennen bei einem Stern von 25 Sonnenmassen etwa einen Tag. Laut Absatz 1 dominiert in Sternen ab etwa 1,3 Sonnenmassen der CNO-Zyklus, dessen Katalysatorkerne am Ende jedes Durchlaufs unverändert vorliegen.

✗C – Nicht im Text: Absatz 1 macht Angaben zur Masse und Lebensdauer Roter Zwerge, aber keine zu ihrer Häufigkeit.

✗D – Präzisionsfehler: Der erste Teil stimmt (4,6 von etwa 10 Milliarden Jahren, Absatz 1). Laut Absatz 2 wird die Sonne in rund fünf Milliarden Jahren jedoch zum Roten Riesen; zum Weißen Zwerg wird sie erst nach Abstoßen ihrer Hülle.

✗E – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 1 gilt die Dauer von etwa 10 Milliarden Jahren für die Sonne; ein Stern von zehn Sonnenmassen bleibt nur einige zehn Millionen Jahre, ein Roter Zwerg dagegen Billionen Jahre auf der Hauptreihe.

Lösungshinweis: Die richtige Aussage erfordert zwei Schritte: Aus Absatz 3 ergibt sich die Masse des Sterns mit dem eintägigen Siliciumbrennen (25 Sonnenmassen), aus Absatz 1 die Massengrenze, ab der der CNO-Zyklus dominiert. Option D ist zur Hälfte korrekt – solche Aussagen genau bis zum Ende prüfen.

Frage 93Lösung B · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 trafen die Neutrinos rund drei Stunden vor dem Licht ein: Sie verließen den Stern unmittelbar, während die Stoßwelle erst die Hülle durchqueren musste.

✓Aussage 2 – ableitbar: Laut Absatz 2 enthält ein Weißer Zwerg typischerweise rund 0,6 Sonnenmassen, die Chandrasekhar-Grenze liegt bei etwa 1,4 Sonnenmassen – das ist mehr als das Doppelte (etwa das 2,3-Fache).

✗Aussage 3 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 3 gilt dies für den Kernkollaps massereicher Sterne. Laut Absatz 2 zerreißt eine Supernova vom Typ Ia den Weißen Zwerg jedoch vollständig und hinterlässt keinen kompakten Überrest.

✗Aussage 4 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 steigt die Leuchtkraft nicht proportional, sondern etwa mit der 3,5. Potenz der Masse; die zehnfache Masse bedeutet damit eine vielfach höhere, nicht bloß zehnfache Leuchtkraft.

✓Aussage 5 – ableitbar: Laut Absatz 3 geht etwa ein Prozent der freigesetzten Energie in die Bewegungsenergie der Hülle, als Licht wird nur ein noch kleinerer Bruchteil abgestrahlt.

Lösung: B. Nur 2. und 5. sind richtig.

Lösungshinweis: Aussage 3 wirkt nach Absatz 3 zutreffend; erst der Blick zurück auf die Typ-Ia-Supernova in Absatz 2 zeigt die unzulässige Verallgemeinerung. Aussage 2 erfordert einen kurzen Rechenschritt mit zwei Angaben aus Absatz 2.

Frage 94Lösung E · Single Choice (Negationsfrage)

✗A – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 2 entsteht beim Heliumbrennen Kohlenstoff, der teilweise zu Sauerstoff weiterreagiert; derselbe Absatz beschreibt den zurückbleibenden Weißen Zwerg als Objekt aus Kohlenstoff und Sauerstoff.

✗B – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 1 können solche Sterne Billionen Jahre Wasserstoff verbrennen, weit länger als das bisherige Alter des Universums von 13,8 Milliarden Jahren; deshalb hat noch keiner die Hauptreihe verlassen.

✗C – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 2 explodiert ein Weißer Zwerg als Typ-Ia-Supernova, wenn er sich der Chandrasekhar-Grenze von etwa 1,4 Sonnenmassen nähert; laut Absatz 3 kollabiert der Eisenkern, wenn er etwa diese Chandrasekhar-Masse überschreitet.

✗D – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 1 verkürzt sich die Hauptreihenzeit mit steigender Masse; ein Stern von zehn Sonnenmassen bleibt einige zehn Millionen Jahre. Laut Absatz 3 dauert das Wasserstoffbrennen bei 25 Sonnenmassen nur einige Millionen Jahre.

✓E – gesuchte Aussage – nicht ableitbar (Präzisionsfehler): Laut Absatz 2 ist es gerade umgekehrt: Weil der Druck im entarteten Kern kaum von der Temperatur abhängt, kann sich der Kern bei Erwärmung nicht ausdehnen und abkühlen – deshalb verläuft die Zündung explosionsartig.

Lösungshinweis: Die ableitbaren Optionen D und C erfordern das Zusammenführen weit auseinanderliegender Angaben. Die Lösung E verdreht eine Bedingung aus Absatz 2 ins Gegenteil – bei Mechanismus-Aussagen immer prüfen, ob „kann“ und „kann nicht“ korrekt übernommen wurden.

Text 5 – Ignaz Semmelweis und das Kindbettfieber

Frage 95Lösung B · Single Choice

✗A – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 3 blieb die Reaktion der Fachwelt gespalten: Klinikchef Klein und später viele Geburtshelfer lehnten die Lehre ab, Hebra, Škoda und Rokitansky unterstützten Semmelweis dagegen.

✓B – ableitbar: Laut Absatz 1 betrug die Sterblichkeit der Zweiten Klinik 1841 bis 1846 knapp 4 Prozent, laut Absatz 2 lag die der Ersten Klinik 1848 bei etwa 1,3 Prozent – weniger als die Hälfte von knapp 4 Prozent.

✗C – Nicht im Text: Der Text erklärt nicht, wie die Chlorlösung wirkte. Laut Absatz 2 wählte Semmelweis sie, weil Seife den Leichengeruch nicht beseitigte, und lebende Erreger spielten in seinen Überlegungen keine Rolle.

✗D – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 1 mieden viele Frauen die Erste Klinik wegen ihres schlechten Rufes; die schwächere Belegung war also eine Folge der Verhältnisse dort, nicht die Ursache der hohen Sterblichkeit. Die Belegung schloss Semmelweis als Erklärung ausdrücklich aus.

✗E – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 starb Kolletschka bereits im März 1847 an den Folgen der Verletzung; im Mai 1847 führte Semmelweis die Chlorwaschung ein.

Lösungshinweis: Die Lösung verlangt, eine Zahl aus Absatz 1 mit einer Zahl aus Absatz 2 zu vergleichen. Bei D wird eine Folge (Frauen meiden die Klinik) zur Ursache umgedeutet – ein typisches Muster der Kausalitätsumkehr.

Frage 96Lösung C · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Überinterpretation: Die zeitliche Abfolge (Absatz 3: Hauptwerk 1861, Lister 1867) legt einen Zusammenhang nahe, doch der Text sagt ausdrücklich, dass Lister unabhängig von Semmelweis vorging und sich auf Pasteurs Arbeiten über Gärung und Fäulnis stützte.

✗Aussage 2 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 2 wurden Frauen mit langer Eröffnungsphase entsprechend oft untersucht und erkrankten deshalb besonders häufig. Die häufigen Untersuchungen sind Ursache, nicht Folge der Erkrankung.

✗Aussage 3 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 senkte Semmelweis die Sterblichkeit in Pest auf unter 1 Prozent. Das liegt unter den etwa 1,3 Prozent der Ersten Klinik 1848 (Absatz 2), aber auch deutlich unter den knapp 4 Prozent der Zweiten Klinik (Absatz 1) – nicht darüber.

✗Aussage 4 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 galt ihm das Kindbettfieber gerade nicht als spezifische ansteckende Krankheit mit eigenem Erreger, sondern als Resorptionsfieber, das jede zersetzte organische Substanz auslösen konnte.

Lösung: C. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Aussage 4 klingt nach heutigem Wissen selbstverständlich, widerspricht aber Semmelweis’ eigener Vorstellung, wie der Text sie wiedergibt. Aussage 3 lässt sich nur durch den Vergleich dreier Zahlen aus allen drei Absätzen widerlegen.

Set 9Fragen 97–108

Text 1 – Schwarzkörperstrahlung und Plancks Quantenhypothese

Frage 97Lösung E · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 lag Plancks Wert von 6,55 · 10⁻³⁴ Js gut ein Prozent unter dem heutigen Wert von 6,626 · 10⁻³⁴ Js. Die Korrektur erfolgte also nach oben, nicht nach unten.

✓Aussage 2 – ableitbar: Laut Absatz 1 ist das Verhältnis von Emissionsvermögen und Absorptionsgrad im Gleichgewicht für alle Stoffe gleich – also gleich dem des schwarzen Körpers, der alles absorbiert. Nach Absatz 4 ist der Emissionsgrad das Verhältnis der Abstrahlung einer realen Oberfläche zu jener des schwarzen Körpers; ist er klein, muss bei gleichem Verhältnis von Emission zu Absorption folglich auch der Absorptionsgrad klein sein.

✗Aussage 3 – Überinterpretation: Absatz 4 sagt nur, dass das Sonnenspektrum dem Planckschen Verlauf näherungsweise folgt. Absatz 1 verbindet gerade die Oberflächentemperatur von knapp 5 800 K mit einem Maximum bei etwa 500 nm – eine Abschätzung ist also sehr wohl möglich.

✗Aussage 4 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 1 ist für beliebige Stoffe nur das Verhältnis von Emissionsvermögen und Absorptionsgrad universell; allein von der Temperatur hängt die Hohlraumstrahlung ab. Der erste Satz von Absatz 1 und Absatz 4 betonen, dass die Abstrahlung realer Körper von ihrer Oberfläche abhängt.

✓Aussage 5 – ableitbar: Nach dem Verschiebungsgesetz (Absatz 1) ist das Produkt aus Wellenlänge des Maximums und Temperatur rund 2,9 mm · K. Mit den 2,725 K aus Absatz 4, deren Spektrum nahezu ideal dem Planckschen Verlauf folgt, ergibt sich etwa 2,9 mm · K / 2,725 K ≈ 1,1 mm.

Lösung: E. Nur 2. und 5. sind richtig.

Lösungshinweis: Beide richtigen Aussagen verlangen die Kombination eines Gesetzes aus Absatz 1 mit einer Angabe aus Absatz 4 (Kirchhoff + Emissionsgrad; Wien + 2,725 K). Aussage 1 kehrt nur die Richtung der Abweichung um – genau prüfen, ob Plancks Wert über oder unter dem heutigen lag.

Frage 98Lösung A · Single Choice (Negationsfrage)

✓A – gesuchte Aussage – nicht ableitbar (Präzisionsfehler): Laut Absatz 3 verwendete Planck die Konstante k als Erster in dieser Form; nur ihr heutiger Name erinnert an Boltzmann. Die Aussage ist daher nicht ableitbar.

✗B – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 1 strahlt jeder Körper oberhalb des absoluten Nullpunkts. Laut Absatz 3 sind die Eigenschwingungen im sichtbaren Bereich bei Raumtemperatur praktisch nicht angeregt; sichtbare Rotglut setzt erst bei rund 800 K ein. Reale Körper strahlen laut Absatz 4 ohnehin höchstens so viel ab wie ein schwarzer Körper.

✗C – ableitbar, daher nicht gesucht: Nach dem Verschiebungsgesetz (Absatz 1) ist das Produkt aus Wellenlänge maximaler Intensität und absoluter Temperatur konstant; doppelte Temperatur bedeutet daher halbe Wellenlänge.

✗D – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 3 erfuhr Planck am 7. Oktober 1900 von den Messungen und trug die physikalische Begründung am 14. Dezember 1900 vor – gut zwei Monate später.

✗E – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 4 verstand Planck die Quantelung zunächst als Eigenschaft des Energieaustauschs zwischen Resonatoren und Strahlungsfeld; die Resonatoren sind laut Absatz 3 Oszillatoren in den Hohlraumwänden.

Lösungshinweis: Bei NICHT-Fragen müssen vier Optionen aktiv bestätigt werden – hier teils durch Rechnen (Datumsabstand, Verschiebungsgesetz) oder durch Kombination zweier Absätze. Die Falle steckt im Detail zur Konstante k: Planck verwendete sie als Erster, Boltzmanns Name kam erst später hinzu.

Frage 99Lösung E · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 bestätigten sie die Formel im sichtbaren und nahen infraroten Bereich; die Abweichungen traten bei längeren Wellen auf. Die Bereiche sind in der Aussage vertauscht.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 nimmt diese Zahl mit dem Quadrat der Frequenz zu, nicht linear.

✗Aussage 3 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 4 liegt der Emissionsgrad jeder realen Oberfläche zwischen null und eins; als grauer Strahler gilt sie nur, wenn dieser Emissionsgrad nicht von der Wellenlänge abhängt.

✗Aussage 4 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 war genau dies das nach Wien erwartete Verhalten. Gemessen wurde dagegen eine annähernd zur Temperatur proportionale Zunahme, wie sie aus Rayleighs Ansatz folgt.

✗Aussage 5 – Überinterpretation: Absatz 4 belegt nur, dass Planck Einsteins Deutung noch 1913 ablehnte. Über seine spätere Haltung sagt der Text nichts; „zeit seines Lebens“ geht über den Text hinaus.

Lösung: E. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Alle fünf Aussagen klingen vertraut, weichen aber in einem Detail ab: vertauschte Spektralbereiche, linear statt quadratisch, fehlende Bedingung (Wellenlängenunabhängigkeit), Wiens Erwartung statt des Messergebnisses, „zeit seines Lebens“ statt „noch 1913“. Wer nur auf bekannte Begriffe achtet, wählt vorschnell eine Kombination.

Text 2 – Atomuhren und die Definition der Sekunde

Frage 100Lösung E · Single Choice

✗A – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 1 verhält es sich umgekehrt: Erst die hinreichend stabilen Quarzuhren ermöglichten den Nachweis, dass die Erde kein gleichmäßiger Zeitgeber ist.

✗B – Nicht im Text: Der Text begründet die Eignung von Caesium-133 nur damit, dass es das einzige stabile Isotop ist und daher keine Isotopengemische die Resonanz verschmieren (Absatz 2). Einen Vergleich mit anderen Elementen enthält er nicht.

✗C – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 sondert der erste Magnet Atome eines der beiden Zustände aus, bevor der Strahl den Resonator erreicht. Den Zustandswechsel registrieren ein zweiter Magnet und ein Detektor.

✗D – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 durchqueren die Atome in einer Fontäne denselben Resonator zweimal, beim Aufsteigen und beim Zurückfallen. Räumlich getrennte Wechselwirkungszonen beschreibt der Text für Ramseys Methode, nicht als Bauprinzip der Fontäne.

✓E – ableitbar: Laut Absatz 1 definieren 9 192 631 770 Perioden der Strahlung des Caesiumübergangs eine Sekunde; der Übergang hat also eine Frequenz von rund 9,19 · 10⁹ Hz. Laut Absatz 2 wechseln nur dann nennenswert viele Atome den Zustand, wenn die Resonatorfrequenz mit der Übergangsfrequenz übereinstimmt.

Lösungshinweis: Die richtige Antwort ergibt sich erst, wenn man die Zahl aus der Definition (Absatz 1) als Frequenz des Übergangs erkennt und mit der Resonanzbedingung aus Absatz 2 verbindet. Option D vermischt Ramseys getrennte Zonen mit dem Fontänenprinzip, Option A dreht Ursache und Wirkung um.

Frage 101Lösung C · Aussagenkombination

✓Aussage 1 – ableitbar: Laut Absatz 3 laufen UTC und TAI im selben Sekundentakt; der Abstand betrug anfangs zehn Sekunden und wuchs allein durch 27 Schaltsekunden auf 37 Sekunden. Ohne Schaltsekunden wäre es bei den zehn Sekunden geblieben.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 läuft die höher stehende Uhr wegen des schwächeren Gravitationspotenzials schneller; die tiefer stehende geht also nach, nicht vor.

✓Aussage 3 – ableitbar: Absatz 2 nennt für die besten Fontänenuhren relative Unsicherheiten um 10⁻¹⁶, Absatz 3 für die besten optischen Uhren Werte im Bereich von 10⁻¹⁸ – ein Unterschied von zwei Größenordnungen, also etwa Faktor 100.

✓Aussage 4 – ableitbar: Laut Absatz 3 gehen die Satellitenuhren um rund 38 µs pro Tag vor, und 1 ns Zeitfehler entspricht etwa 30 cm. 38 µs = 38 000 ns ergeben rund 11 km.

✗Aussage 5 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 1 erreichte die erste Atomuhr überhaupt (1949, Ammoniakübergang) noch nicht die Genauigkeit der besten Quarzuhren.

Lösung: C. Nur 1., 3. und 4. sind richtig.

Lösungshinweis: Zwei der richtigen Aussagen erfordern kleine Rechnungen (37 − 27 Sekunden; 38 µs bei 30 cm pro ns), die dritte den Abgleich von Werten aus Absatz 2 und 3. Aussage 2 kehrt die Richtung des Gravitationseffekts um, Aussage 5 übersieht die Ammoniakuhr von 1949.

Frage 102Lösung B · Single Choice

✗A – Überinterpretation: Laut Absatz 3 gleichen Schaltsekunden die unregelmäßige Erdrotation aus; daran ändert eine genauere Definition der Sekunde nichts. Ihre Aussetzung begründet der Text mit Störungen in Computernetzen.

✓B – ableitbar: Laut Absatz 1 bezieht sich die Definition seit 1997 auf ein ruhendes, ungestörtes Atom bei 0 K. Laut Absatz 2 fliegen die Atome im Strahl mit Geschwindigkeiten um 100 m/s; in der Fontäne sind sie auf wenige Mikrokelvin gekühlt, werden aber nach oben geworfen – in beiden Fällen ruhen sie nicht und haben nicht 0 K.

✗C – Nicht im Text: Absatz 2 erwähnt die Fontänen der PTB, Absatz 3 das gewichtete Mittel aus rund 450 Uhren in mehr als 80 Instituten. Ob die PTB-Fontänen dazugehören, sagt der Text nicht.

✗D – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 bezog sich die Ephemeridensekunde auf das tropische Jahr 1900; 1960 ist das Jahr, in dem die Generalkonferenz sie einführte.

✗E – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 3 ist es umgekehrt: Optische Frequenzen lassen sich elektronisch nicht direkt zählen, erst der Frequenzkamm (Nobelpreis 2005) stellt die Verbindung zu Mikrowellenfrequenzen her und macht optische Uhren damit nutzbar.

Lösungshinweis: Die richtige Antwort verlangt, die Zusatzbedingung von 1997 (Absatz 1) mit dem Bewegungszustand der Atome in Strahl und Fontäne (Absatz 2) abzugleichen. Option C mag sachlich zutreffen, steht aber nicht im Text – ein typischer Vorwissens-Distraktor.

Text 3 – Stammzellen und regenerative Medizin

Frage 103Lösung D · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 gleichen iPS-Zellen embryonalen Stammzellen und sind pluripotent. Laut Absatz 1 können pluripotente Zellen allein keinen lebensfähigen Organismus bilden, weil ihnen der Beitrag des Trophoblasten fehlt; das können nur totipotente Zellen wie die Zygote.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 treten beide Effekte nur bei der allogenen Transplantation mit Spenderzellen auf; die autologe Transplantation verzichtet gerade auf die Immunzellen eines Spenders.

✗Aussage 3 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 2 stellen bei der Leber die verbliebenen, ausdifferenzierten Leberzellen die Organmasse durch eigene Teilung wieder her. Der Text führt die Leber gerade als Beispiel für Regeneration ohne Stammzellen an.

✗Aussage 4 – Überinterpretation: Laut Absatz 3 setzen japanische Programme wegen Dauer und Kosten patienteneigener Linien vorwiegend auf Zellbanken von Spendern mit häufigen HLA-Kombinationen, um Immunreaktionen gering zu halten. Die HLA-Merkmale bleiben also bedeutsam.

✗Aussage 5 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 gilt der Wert von etwa einem Prozent für 25-Jährige; mit 75 Jahren liegt er unter einem halben Prozent.

Lösung: D. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Aussage 1 lässt sich nur mit Absatz 1 und 3 zusammen widerlegen: iPS-Zellen sind pluripotent, nicht totipotent. Die übrigen Aussagen vertauschen autolog und allogen bzw. die Altersgruppen oder übertragen das Darmmodell unzulässig auf die Leber.

Frage 104Lösung A · Single Choice (Negationsfrage)

✓A – gesuchte Aussage – nicht ableitbar (Präzisionsfehler): Laut Absatz 3 verlief es umgekehrt: 2006 gelang die Umprogrammierung mit Bindegewebszellen der Maus, 2007 dann mit menschlichen Hautzellen.

✗B – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 4 differenzieren diese Zellen in Kultur zu Knochen-, Knorpel- und Fettzellen; beobachtete Wirkungen werden aber überwiegend auf entzündungsdämpfende Signalstoffe und nicht auf Gewebeersatz zurückgeführt.

✗C – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 1 dient die Teratombildung in immungeschwächten Mäusen als Prüfung der Pluripotenz; laut Absatz 3 sind iPS-Zellen pluripotent und gleichen embryonalen Stammzellen im Differenzierungsvermögen.

✗D – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 4 werden für Holoclar limbale Stammzellen des Patienten entnommen und vermehrt, was ein kleines Stück unversehrten Limbusgewebes voraussetzt.

✗E – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 2 identifizierte Clevers 2007 die Kryptenstammzellen anhand von Lgr5; laut Absatz 4 werden Organoide aus einzelnen Lgr5-positiven Darmstammzellen gezüchtet.

Lösungshinweis: Die ableitbaren Optionen C und E erfordern jeweils die Verbindung zweier Absätze (Teratomtest und Pluripotenz der iPS-Zellen; Lgr5 in Absatz 2 und 4). Die gesuchte Option vertauscht lediglich die zeitliche Reihenfolge von Maus und Mensch.

Text 4 – Das Erdmagnetfeld und der Geodynamo

Frage 105Lösung D · Single Choice

✗A – Überinterpretation: Absatz 3 schränkt ein, dass solche Simulationen mit einer um viele Größenordnungen zu hohen Zähigkeit der Kernschmelze rechnen. Dass der Mechanismus realer Umkehrungen verstanden sei, sagt der Text nicht.

✗B – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 liegt die Curie-Temperatur von Magnetit mit rund 580 °C unter der von Eisen (770 °C); die Aussage kehrt das Verhältnis um.

✗C – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 3 gibt es neben Umpolungen auch Exkursionen, bei denen sich die Feldrichtung nur vorübergehend umkehrt – beim Laschamp-Ereignis kehrte das Feld zur ursprünglichen Polarität zurück.

✓D – ableitbar: Laut Absatz 1 besitzt die Erde seit mindestens rund 3,5 Milliarden Jahren ein Magnetfeld, das ohne fortwährende Neuerzeugung rasch abklingen würde. Laut Absatz 2 begann der innere Kern nach den meisten neueren Schätzungen vor höchstens etwa 1,5 Milliarden Jahren zu wachsen – für mindestens rund 2 Milliarden Jahre gab es also ein Feld, aber noch keinen festen inneren Kern.

✗E – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 2 ist es umgekehrt: Die Corioliskraft ordnet die Strömung in achsenparallele Wirbel, und deshalb fällt der Dipol im zeitlichen Mittel nahezu mit der Rotationsachse zusammen.

Lösungshinweis: Die richtige Schlussfolgerung steht nirgends ausdrücklich: Man muss das Mindestalter des Feldes (Absatz 1) mit den Altersschätzungen für den inneren Kern (Absatz 2) verrechnen. Option E vertauscht Ursache und Wirkung, Option B das Größenverhältnis der Curie-Temperaturen.

Frage 106Lösung B · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 liegt die letzte vollständige Umpolung (Brunhes-Matuyama) rund 780 000 Jahre zurück. Vor etwa 41 000 Jahren fand mit dem Laschamp-Ereignis nur eine Exkursion statt, nach der das Feld zur ursprünglichen Polarität zurückkehrte.

✓Aussage 2 – ableitbar: Laut Absatz 4 wird die Dipolstärke seit Gauß um 1840 bestimmt, also seit weniger als zwei Jahrhunderten; eine Umpolung dauert laut Absatz 3 einige tausend Jahre.

✗Aussage 3 – Nicht im Text: Absatz 4 nennt die Van-Allen-Gürtel und die erhöhte Teilchenstrahlung in der Südatlantischen Anomalie, verknüpft beides aber nicht miteinander. Woher die Strahlung stammt, lässt der Text offen.

✓Aussage 4 – ableitbar: Absatz 1 nennt rund 65 µT in der Nähe der Magnetpole, Absatz 4 etwa 22 µT in der Südatlantischen Anomalie; 65 : 22 ≈ 2,95, also fast das Dreifache.

Lösung: B. Nur 2. und 4. sind richtig.

Lösungshinweis: Beide richtigen Aussagen entstehen erst durch Kombination: Messzeitraum seit 1840 (Absatz 4) gegen Dauer einer Umpolung (Absatz 3), Polnähe (Absatz 1) gegen Anomalie (Absatz 4). Aussage 3 klingt fachlich plausibel, doch der Text stellt diesen Zusammenhang nicht her.

Text 5 – Der Asklepios-Kult und die antike Tempelmedizin

Frage 107Lösung C · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 wandte sich Koronis während der Schwangerschaft einem Sterblichen zu; Apollon rettete das Kind erst vom Scheiterhaufen aus dem Leib der getöteten Mutter.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 gebar Kleo erst, als sie den heiligen Bezirk bereits verlassen hatte – im Einklang mit dem Verbot, das Pausanias laut demselben Absatz überliefert.

✗Aussage 3 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 gelangte der Kult 420 v. Chr. nach Athen und erst 293 v. Chr. nach Rom. Der Abstand von über einem Jahrhundert stimmt, die Reihenfolge ist aber vertauscht.

✗Aussage 4 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 3 wurden Tochterheiligtümer häufig, nicht ausnahmslos auf diese Weise gegründet.

✗Aussage 5 – Überinterpretation: Laut Absatz 3 führten hippokratische Ärzte Krankheiten auf natürliche Ursachen zurück. Die Verehrung des Gottes stand dazu nach dem Text nicht im Widerspruch, bedeutete aber keine göttliche Krankheitserklärung.

Lösung: C. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Aussage 2 erfordert den Abgleich zweier auseinanderliegender Stellen in Absatz 2: Kleo gebar erst außerhalb des Bezirks. Aussage 3 enthält den richtigen Zeitabstand, aber die falsche Reihenfolge – Jahreszahlen v. Chr. zählen rückwärts.

Frage 108Lösung C · Single Choice

✗A – Nicht im Text: Absatz 2 bezeichnet die Schlangen nur als ungiftig; eine Zuordnung zu einer Art nimmt der Text nicht vor.

✗B – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 entstand der Tempel des Aesculapius auf der Tiberinsel erst daraufhin, nachdem die Schlange dorthin geschwommen war.

✓C – ableitbar: Laut Absatz 2 wurden die Inschriften von der Priesterschaft aufgestellt und verzeichnen keine misslungenen Heilungen; Sterbende mussten den Bezirk zudem verlassen. Über den Anteil der Misserfolge geben die Stelen daher keine Auskunft.

✗D – Überinterpretation: Laut Absatz 2 sollte die Weihgabe an Ambrosias Unwissenheit erinnern, weil sie die Wunderberichte verspottet hatte. Eine allgemeine Bezahlungspflicht für Heilungen lässt sich daraus nicht ableiten.

✗E – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 3 wandte sich Galen der Medizin zu, nachdem sein Vater von Asklepios geträumt hatte – der Traum ging der Entscheidung voraus, nicht umgekehrt.

Lösungshinweis: Die richtige Antwort fragt nicht nach dem Inhalt der Iamata, sondern nach ihrer Aussagekraft als Quelle: Wer nur Erfolge verzeichnet, liefert keine Misserfolgsquote. Option B stimmt in Jahreszahl und Ort, verlegt aber den Tempelbau vor die Ankunft der Schlange.

Set 10Fragen 109–120

Text 1 – Quantentunneln – vom Alphazerfall zum Rastertunnelmikroskop

Frage 109Lösung D · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 geht die Teilchenmasse mit ihrer Quadratwurzel in den Exponenten der Durchlasswahrscheinlichkeit ein. Der Unterschied ist daher kein einfacher Faktor 1836, sondern exponentiell – das Proton gelangt nur mit „verschwindend kleiner“ Wahrscheinlichkeit hindurch.

✓Aussage 2 – ableitbar: Laut Absatz 1 wird die Wahrscheinlichkeit bei doppelter Barrierenbreite quadriert (aus einem Tausendstel wird ein Millionstel). Entsprechend wird aus 1/100 der Wert (1/100)² = 1/10.000.

✗Aussage 3 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 2 verläuft die Beziehung umgekehrt: Eine höhere Energie bedeutet einen niedrigeren und schmaleren Restwall, damit eine exponentiell höhere Durchlasswahrscheinlichkeit und folglich eine kürzere Halbwertszeit.

✗Aussage 4 – Überinterpretation: Laut Absatz 2 liefert die Theorie verlässliche Absolutwerte erst, wenn zusätzlich die Wahrscheinlichkeit abgeschätzt wird, mit der sich das Alphateilchen im Kern formiert – diese Größe folgt aus dem Tunnelbild selbst nicht.

✓Aussage 5 – ableitbar: Laut Absatz 1 verlässt ein tunnelndes Teilchen die Barriere mit genau der Energie, mit der es eingetroffen ist, ohne sie je zu übersteigen. Absatz 2 nennt für Uran-238 eine Austrittsenergie von etwa 4,2 MeV bei einem Coulomb-Wall in der Größenordnung von 30 MeV.

Lösung: D. Nur 2. und 5. sind richtig.

Lösungshinweis: Aussage 5 erfordert die Verknüpfung der Energieerhaltung beim Tunneln (Absatz 1) mit den Zahlen zu Uran-238 (Absatz 2); Aussage 2 verlangt, die Quadrierungsregel auf neue Zahlen anzuwenden. Bei Aussage 3 lohnt es sich, die Richtung von Ursache und Wirkung genau zu prüfen.

Frage 110Lösung A · Single Choice

✓A – ableitbar: Absatz 3 bezeichnet Siliziumdioxid (die Schicht unter der Steuerelektrode) als isolierend. Laut Absatz 4 sind nichtleitende Proben dem Verfahren nicht zugänglich – für sie wurde das Rasterkraftmikroskop entwickelt.

✗B – Überinterpretation: Absatz 4 nennt als Vorteil des Modus konstanter Höhe nur die größere Geschwindigkeit und als Einschränkung, dass er sich nur für sehr ebene Proben eignet. Über die Auflösung der beiden Modi macht der Text keine Aussage.

✗C – Präzisionsfehler: Laut Absatz 4 kann der Spalt zwischen Spitze und Probe aus Vakuum, Gas oder Flüssigkeit bestehen; in allen drei Fällen bildet er die Barriere.

✗D – Präzisionsfehler: Laut Absatz 4 ändert sich der Strom pro 0,1 nm etwa um den Faktor zehn. Bei 0,2 nm ergibt sich daher etwa der Faktor 10 · 10 = 100 – der Strom sinkt auf rund ein Hundertstel, nicht auf ein Zwanzigstel.

✗E – Kausalitätsumkehr: Absatz 4 beschreibt die umgekehrte Richtung: Die starke Abstandsempfindlichkeit des Stroms hat zur Folge, dass der Strom fast nur über das vorderste Atom fließt – nicht umgekehrt.

Lösungshinweis: Die richtige Antwort ergibt sich nur, wenn man die Materialeigenschaft aus Absatz 3 mit der Einschränkung des Verfahrens in Absatz 4 verbindet. Bei D führt eine additive statt einer multiplikativen Rechnung in die Falle.

Frage 111Lösung C · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 verformt das Feld die Potenzialstufe zu einem schmalen Dreieck; die Barriere bleibt also bestehen und wird von den Elektronen durchtunnelt.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 verwendete Esaki einen extrem stark dotierten pn-Übergang mit einer nur rund 10 nm dicken Sperrschicht.

✗Aussage 3 – Falsche Verallgemeinerung: Absatz 3 bezieht die Aussage ausdrücklich auf die Temperatur im Sonneninneren (rund 15 Millionen Kelvin): Ohne Tunneln käme die Fusion „bei dieser Temperatur“ praktisch zum Erliegen. Über beliebig höhere Temperaturen sagt der Text nichts.

✗Aussage 4 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 lassen sich diese Materialien bei gleicher elektrischer Wirkung dicker ausführen – gerade dadurch werden die Leckströme durch Tunneln verringert.

✗Aussage 5 – Überinterpretation: Absatz 3 nennt nur, dass Giaever und Josephson sich mit Tunnelprozessen an Supraleitern befasst hatten und den Preis gemeinsam mit Esaki erhielten. Von einer Weiterentwicklung der Esaki-Diode ist nicht die Rede.

Lösung: C. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Alle fünf Aussagen beziehen sich auf Absatz 3 und klingen plausibel; jede weicht jedoch in einem Detail ab (Barriere verformt statt beseitigt, stark statt schwach dotiert, dicker statt dünner). Aussage 3 verallgemeinert eine Aussage, die nur für die Temperatur im Sonneninneren gilt.

Text 2 – Wirbelströme und elektromagnetische Bremsung

Frage 112Lösung C · Single Choice (Negationsfrage)

✗A – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 1 entstehen bei geradliniger Bewegung durch ein vollkommen homogenes Feld nur Ladungsverschiebungen, aber keine kreisenden Ströme und damit keine Bremswirkung.

✗B – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 2 verschwindet die Bremswirkung im Stillstand; eine solche Bremse kann ein Fahrzeug weder vollständig anhalten noch im Stand festhalten.

✓C – gesuchte Aussage – nicht ableitbar (Präzisionsfehler): Laut Absatz 2 ist die Bremskraft bei niedrigen Geschwindigkeiten proportional zum Quadrat der Flussdichte. Eine Verdopplung der Flussdichte vervierfacht die Kraft daher – die Aussage ist nicht ableitbar.

✗D – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 2 stellt sich die Drehzahl der Aluminiumscheibe proportional zur bezogenen Leistung ein.

✗E – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 4 steigen die klassischen Wirbelstromverluste pro Volumen mit dem Quadrat der Blechdicke; halbe Dicke bedeutet daher ein Viertel der Verluste.

Lösungshinweis: Bei Negationsfragen muss jede Option einzeln geprüft werden. In C steckt die Falle im Exponenten: Die Flussdichte geht quadratisch, die Geschwindigkeit dagegen linear in die Bremskraft ein.

Frage 113Lösung D · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Falsche Verallgemeinerung: Die Proportionalität zur Geschwindigkeit gilt laut Absatz 2 nur bei niedrigen Geschwindigkeiten. Bei hohen Geschwindigkeiten erreicht die Bremskraft bei einer kritischen Geschwindigkeit ein Maximum und nimmt darüber wieder ab.

✓Aussage 2 – ableitbar: Absatz 3 beschreibt die lineare Wirbelstrombremse des ICE 3. Nach Absatz 2 verschwindet die Wirkung jeder Wirbelstrombremse im Stillstand, sodass für die letzten Meter stets eine Reibungsbremse nötig ist.

✗Aussage 3 – Überinterpretation: Absatz 3 leitet aus der fehlenden Stromversorgung nur ab, dass diese Bremsen auch bei Netzausfall wirken. Ein Abbremsen bis zum Stillstand widerspricht Absatz 2: Die Bremswirkung verschwindet mit abnehmender Geschwindigkeit.

✗Aussage 4 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 beträgt die Eindringtiefe in Kupfer bei 50 Hz rund 9 mm; Werte deutlich unter einem Millimeter (etwa 0,07 mm) werden erst bei 1 MHz erreicht.

✓Aussage 5 – ableitbar: Laut Absatz 2 ist die Bremskraft bei niedrigen Geschwindigkeiten proportional zu Geschwindigkeit und Leitfähigkeit, und der Magnet sinkt mit konstanter Geschwindigkeit, sobald die Bremskraft der Gewichtskraft gleichkommt. Bei geringerer Leitfähigkeit wird dieses Gleichgewicht erst bei höherer Geschwindigkeit erreicht.

Lösung: D. Nur 2. und 5. sind richtig.

Lösungshinweis: Die Aussagen 2 und 5 verlangen, eine allgemeine Gesetzmäßigkeit aus Absatz 2 auf einen konkreten Fall anzuwenden. Aussage 3 knüpft an eine im Text genannte Eigenschaft an, zieht daraus aber eine Folgerung, die der Geschwindigkeitsabhängigkeit widerspricht.

Text 3 – HIV – Replikationszyklus und antiretrovirale Therapie

Frage 114Lösung E · Single Choice

✗A – Nicht im Text: Absatz 2 folgert aus der Fehlerrate nur, dass ein erheblicher Teil der Nachkommen neue Mutationen trägt und resistente Varianten vorab existieren. Wie viele Partikel vermehrungsfähig sind, geht aus dem Text nicht hervor.

✗B – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 müssen nur die Nukleosidanaloga zum Triphosphat umgebaut werden; nichtnukleosidische Hemmstoffe benötigen ausdrücklich keine Aktivierung.

✗C – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 1 ist die Reihenfolge umgekehrt: Zuerst bindet gp120 an CD4; die dadurch ausgelöste Konformationsänderung legt erst die Bindungsstelle für den Korezeptor frei.

✗D – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 1 sind diese Personen nur gegen R5-Viren weitgehend geschützt. X4-trope Viren nutzen CXCR4 und sind auf CCR5 nicht angewiesen.

✓E – ableitbar: Laut Absatz 1 werden Viren, die CXCR4 verwenden, als X4-trop bezeichnet. Laut Absatz 3 blockiert Maraviroc den Korezeptor CCR5 und wirkt nur gegen R5-trope Viren.

Lösungshinweis: Option E lässt sich nur lösen, wenn man die Definition der X4-Tropie (Absatz 1) mit dem Wirkprinzip von Maraviroc (Absatz 3) verknüpft. Option D übersieht die Einschränkung „gegen R5-Viren“.

Frage 115Lösung C · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 wurde die Halbwertszeit des Reservoirs unter Therapie auf rund 44 Monate geschätzt, nicht auf 44 Wochen.

✗Aussage 2 – Kausalitätsumkehr: Absatz 2 beschreibt die umgekehrte Beziehung: Weil der Reversen Transkriptase eine Korrekturlesefunktion fehlt, baut sie häufig falsche Nukleotide ein, und es entstehen viele Mutationen.

✗Aussage 3 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 4 liegt der Normalbereich bei etwa 500 bis 1500 Zellen pro Mikroliter; AIDS-definierend ist nach der CDC-Klassifikation erst ein Wert unter 200.

✗Aussage 4 – Überinterpretation: Laut Absatz 4 steigt die Viruslast nach Absetzen der Therapie meist innerhalb von zwei bis vier Wochen wieder an, weil aus dem latenten Reservoir erneut Viren hervorgehen. Dieses Reservoir aus stumm infizierten Zellen beschreibt Absatz 2.

✗Aussage 5 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 4 gilt dies nur, wenn die Viruslast dauerhaft unter 200 Kopien pro Milliliter liegt; bis die Viruslast so weit gesunken ist, vergehen nach Therapiebeginn Wochen bis Monate.

Lösung: C. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Jede Aussage weicht in einem Detail ab: Wochen statt Monate, unterer Normalwert statt AIDS-Grenze, vertauschte Ursache und Wirkung, fehlende Bedingung (dauerhaft unter 200 Kopien/ml). Wer vertraut klingende Zahlen nicht genau abgleicht, wählt eine der Teilmengen.

Frage 116Lösung B · Single Choice (Negationsfrage)

✗A – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 3 kann an ein eingebautes Nukleosidanalogon mangels 3′-Hydroxylgruppe kein weiteres Nukleotid angeknüpft werden; die Kette bricht ab.

✓B – gesuchte Aussage – nicht ableitbar (Präzisionsfehler): Laut Absatz 2 werden ohne den Reifungsschritt der Protease weiterhin Partikel freigesetzt; sie sind jedoch nicht infektiös. Die Aussage ist daher nicht ableitbar.

✗C – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 2 entsteht jede einzelne Punktmutation im Körper täglich vielfach neu, sodass resistente Varianten schon vor der ersten Medikamentengabe existieren.

✗D – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 3 genügt bei diesen Substanzen eine einzige Punktmutation im Bindungsbereich, um die Wirkung weitgehend aufzuheben.

✗E – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 3 wird Ritonavir meist nur niedrig dosiert, weil es das abbauende Enzym Cytochrom P450 3A4 hemmt und so die Ausscheidung anderer Proteasehemmer verzögert.

Lösungshinweis: Die Falle liegt in B: Der Text unterscheidet zwischen Freisetzung und Infektiosität. Ohne Protease entstehen Partikel, die zwar freigesetzt werden, aber unreif und nicht infektiös bleiben.

Text 4 – Vulkanismus und Magmenentstehung

Frage 117Lösung A · Aussagenkombination

✓Aussage 1 – ableitbar: Laut Absatz 1 beginnt aufsteigendes Mantelgestein durch Druckentlastung zu schmelzen, ohne dass ihm Wärme zugeführt wird; laut Absatz 2 schmilzt an Subduktionszonen Gestein nach Wasserzufuhr, obwohl Temperatur und Druck unverändert bleiben.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 ist es umgekehrt: Der Solidus sinkt beim Aufstieg schneller, als das Gestein abkühlt (nur etwa 0,3 bis 0,5 °C pro Kilometer); nur deshalb beginnt es zu schmelzen.

✗Aussage 3 – Kausalitätsumkehr: Absatz 2 beschreibt die umgekehrte Beziehung: Weil zuerst Minerale mit geringerem Siliziumdioxidgehalt auskristallisieren, reichert sich die Restschmelze an diesem Bestandteil an.

✓Aussage 4 – ableitbar: Laut Absatz 2 schmelzen wasserhaltige Krustengesteine bereits ab etwa 650 bis 750 °C; wasserfreier Peridotit beginnt laut Absatz 1 unter Oberflächendruck erst bei rund 1100 °C zu schmelzen.

✗Aussage 5 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 3 verlaufen basaltische Ausbrüche nicht in jedem Fall ruhig: Dringt Grund- oder Meerwasser in den Förderschlot ein, kann auch Basaltmagma heftig explodieren.

Lösung: A. Nur 1. und 4. sind richtig.

Lösungshinweis: Aussage 4 verlangt den Vergleich zweier Temperaturangaben aus verschiedenen Absätzen, Aussage 1 die Zusammenschau zweier Schmelzmechanismen. Die Aussagen 2 und 3 verwenden die richtigen Begriffe, vertauschen aber die Richtung des Vergleichs bzw. von Ursache und Wirkung.

Frage 118Lösung E · Single Choice

✗A – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 3 verläuft die Kausalität umgekehrt: Beim Aufstieg sinkt der Druck, und deshalb bleiben die Gase nicht mehr gelöst und bilden Blasen.

✗B – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 reihen sich die Vulkane parallel zur Rinne dort auf, wo die abtauchende Platte etwa 100 km Tiefe erreicht hat – also in deutlichem Abstand zur Rinne selbst.

✗C – Nicht im Text: Absatz 4 nennt für den Tambora nur die Stufe 7 und das „Jahr ohne Sommer“ mit Missernten; über Todesopfer macht der Text keine Angabe.

✗D – Präzisionsfehler: Laut Absatz 4 sank die globale Mitteltemperatur um rund 0,5 °C, jedoch nur für etwa ein bis zwei Jahre.

✓E – ableitbar: Laut Absatz 1 entstehen an den Rücken basaltische Schmelzen, laut Absatz 2 bei der Aufschmelzung kontinentaler Kruste siliziumreiche, granitische Schmelzen. Nach Absatz 3 ist siliziumreiches Magma deutlich zäher, sodass die Gasblasen darin gefangen bleiben, während sie aus dünnflüssigem Basalt rasch aufsteigen und entweichen.

Lösungshinweis: Für Option E müssen drei Textstellen verbunden werden: Entstehungsort und Zusammensetzung der Schmelzen (Absatz 1 und 2) sowie deren Folge für Viskosität und Entgasung (Absatz 3). Bei D stimmt der Temperaturwert, nicht aber der Zeitraum.

Text 5 – Andreas Vesalius und die Erneuerung der Anatomie

Frage 119Lösung B · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 wurde Vesalius am 31. Dezember 1514 geboren; die Fabrica erschien laut Absatz 3 im Sommer 1543. Er war damals also 28 Jahre alt.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 bekundete Vesalius 1543 nur sein Staunen darüber, wie das Blut die Scheidewand passieren könne; offen erklärte er erst in der zweiten Auflage von 1555, keine Poren zu finden.

✗Aussage 3 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 1 war Sylvius ein überzeugter Galenist; laut Absatz 4 zog er die Annahme eines veränderten Körpers heran, um die von Vesalius festgestellten Abweichungen zu erklären. Die Veränderungsthese diente also der Verteidigung Galens und war nicht der Grund für seine Treue zu ihm.

✗Aussage 4 – Überinterpretation: Laut Absatz 3 übernahm Vesalius Galens Physiologie – dessen Lehre von den Aufgaben der Organe und den Lebensgeistern – weitgehend; berichtigt wurden anatomische Angaben.

✗Aussage 5 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 erschienen die Tabulae bereits 1538; an der Galen-Ausgabe wirkte Vesalius erst um 1540 mit, erschienen ist sie ab 1541.

Lösung: B. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Aussage 1 lässt sich nur durch Nachrechnen mit den Daten aus Absatz 1 und 3 prüfen (Ende 1514 bis Sommer 1543 ergibt 28 Jahre). Bei den übrigen Aussagen sind die Chronologie (2, 5) oder die Begründungsrichtung (3) verschoben, oder eine Einschränkung wird übergangen (4).

Frage 120Lösung A · Single Choice

✓A – ableitbar: Laut Absatz 2 zeigen die 1538 erschienenen Tabulae das Rete mirabile. Laut Absatz 3 hielt Vesalius in der Fabrica von 1543 fest, dass es sich beim Menschen nicht findet.

✗B – Überinterpretation: Laut Absatz 3 ist nicht sicher belegt, wer die Holzschnitte zeichnete; Calcar wird lediglich als möglicher Künstler aus dem Umkreis Tizians vermutet.

✗C – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 1 fanden an italienischen Universitäten seit dem frühen 14. Jahrhundert öffentliche Sektionen statt; sie dienten jedoch vor allem dazu, die Texte zu veranschaulichen.

✗D – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 wurde Vesalius im Dezember 1537 promoviert und erst am folgenden Tag zum Professor ernannt.

✗E – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 ist es umgekehrt: Der menschliche Unterkiefer besteht aus einem einzigen Knochen; die Zweiteilung entspricht dem Befund beim Hund, auf dem Galens Angabe beruhte.

Lösungshinweis: Die richtige Aussage erschließt sich nur durch die Verknüpfung der Tabulae (Absatz 2) mit den Korrekturen der Fabrica (Absatz 3) samt Nachrechnen des Zeitabstands. E vertauscht Befund und Galens Annahme.

Set 11Fragen 121–132

Text 1 – Kernspaltung und die kontrollierte Kettenreaktion

Frage 121Lösung E · Aussagenkombination

✓Aussage 1 – ableitbar: Laut Absatz 1 sind die Bruchstücke neutronenreich und wandeln sich deshalb über Betazerfälle um, wobei weiter Energie frei wird. Laut Absatz 4 ist genau dieser Betazerfall der Spaltprodukte die Quelle der Nachzerfallswärme nach dem Abschalten.

✗Aussage 2 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 4 gilt das nur für Leichtwasserreaktoren, in denen Wasser zugleich moderiert. Im graphitmoderierten RBMK-Reaktor erhöhte Dampfbildung unter bestimmten Bedingungen die Reaktivität.

✗Aussage 3 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 entsteht Plutonium-239 erst über zwei aufeinanderfolgende Betazerfälle.

✓Aussage 4 – ableitbar: Laut Absatz 3 wird ein Reaktor prompt kritisch, sobald der Überschuss von k über 1 den Anteil verzögerter Neutronen übersteigt. Ein Überschuss von 0,3 Prozent liegt über dem Anteil bei Plutonium-239 (etwa 0,2 Prozent), aber unter dem bei Uran-235 (etwa 0,65 Prozent).

✗Aussage 5 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 4 ist es umgekehrt: Die steigende Brennstofftemperatur verbreitert die Resonanzen, dadurch nimmt die Absorption zu, und erst deshalb sinkt die Reaktivität.

Lösung: E. Nur 1. und 4. sind richtig.

Lösungshinweis: Aussage 1 verlangt, den Neutronenüberschuss der Bruchstücke (Absatz 1) mit der Nachzerfallswärme (Absatz 4) zu verbinden; Aussage 4 ist ein Zahlenvergleich mit beiden Anteilen verzögerter Neutronen. Aussage 2 übersieht die im Text ausdrücklich genannte Ausnahme des RBMK-Reaktors.

Frage 122Lösung D · Single Choice (Negationsfrage)

✗A – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 1 werden pro Spaltung rund 200 MeV bei etwa 235 Nukleonen frei, also etwa 0,85 MeV pro Nukleon; dazu passt die Differenz der Bindungsenergien von rund 8,5 und 7,6 MeV pro Nukleon.

✗B – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 1 tragen die Spaltfragmente gut 80 Prozent der Spaltenergie als Bewegungsenergie und geben sie innerhalb weniger Mikrometer als Wärme ab.

✗C – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 2 zählt die Absorption ohne nachfolgende Spaltung zu den beiden Verlustwegen. Laut Absatz 4 verstärkt eine höhere Brennstofftemperatur den Neutroneneinfang durch Uran-238 (Doppler-Effekt).

✓D – gesuchte Aussage – nicht ableitbar (Präzisionsfehler): Laut Absatz 3 beruht die Verzögerung darauf, dass diese Neutronen von angeregten Kernen stammen, die erst durch Betazerfall bestimmter Spaltprodukte entstehen; maßgeblich sind die Halbwertszeiten der Vorläuferkerne. Das Abbremsen im Moderator bestimmt dagegen die Generationsdauer der prompten Neutronen.

✗E – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 4 diente in Oklo eindringendes Grundwasser als Moderator. Laut Absatz 2 kann sehr reiner Graphit als Moderator den Betrieb mit Natururan ermöglichen; Fermis Anordnung bestand aus Graphitblöcken und Natururan.

Lösungshinweis: In Option D werden zwei Zeitskalen vermischt, die der Text sauber trennt: die kurze Generationsdauer prompter Neutronen (Abbremsen und Diffusion) und die Verzögerung durch Vorläuferkerne. Die ableitbaren Optionen verlangen eine kleine Rechnung (A) oder die Verknüpfung weit auseinanderliegender Absätze (C, E).

Text 2 – Antimaterie und die Positronen-Emissions-Tomographie

Frage 123Lösung C · Single Choice

✗A – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 2 zerfällt Fluor-18 nur zu rund 97 Prozent unter Positronenemission; der Rest zerfällt durch Elektroneneinfang, bei dem kein Positron entsteht.

✗B – Nicht im Text: Der Text nennt in Absatz 2 nur die mittlere Reichweite der Positronen von Fluor-18 (etwa 0,6 Millimeter); zu Kohlenstoff-11 gibt er lediglich die Halbwertszeit an (Absatz 3), keine Reichweite.

✓C – ableitbar: Laut Absatz 2 trägt jedes der beiden Photonen 511 keV. Laut Absatz 1 benötigt die Paarbildung mindestens 1022 keV, also die doppelte Energie.

✗D – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 2 ist es umgekehrt: Die Impulserhaltung erzwingt bei nahezu ruhenden Partnern mindestens zwei Photonen, die in entgegengesetzte Richtungen fliegen.

✗E – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 gilt die Lebensdauer von 125 Pikosekunden für das Parapositronium mit antiparallelen Spins, das in zwei Photonen zerfällt. Orthopositronium mit parallelen Spins zerfällt im Vakuum erst nach durchschnittlich 142 Nanosekunden in drei Photonen.

Lösungshinweis: Die richtige Aussage ergibt sich erst, wenn man die Photonenenergie aus Absatz 2 mit der Schwelle der Paarbildung aus Absatz 1 vergleicht. Option E kombiniert die Lebensdauer der einen mit dem Zerfall der anderen Positroniumform – ein typischer Vertauschungsfehler.

Frage 124Lösung D · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 4 verringert die Flugzeitmessung das Bildrauschen, bestimmt aber ausdrücklich nicht die räumliche Auflösung.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 4 hängt diese Wahrscheinlichkeit nur von der gesamten Gewebestrecke entlang der Linie ab, nicht vom Ort der Zerstrahlung auf ihr.

✗Aussage 3 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 beträgt die Halbwertszeit von Sauerstoff-15 rund 2 Minuten; die 20 Minuten gelten für Kohlenstoff-11.

✗Aussage 4 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 3 bleibt FDG-6-phosphat nur in den meisten Geweben in der Zelle gefangen, nicht in allen.

✗Aussage 5 – Überinterpretation: Absatz 1 nennt zwar Diracs Vorhersage von 1931 und Andersons Fund von 1932, sagt aber nichts darüber, ob Anderson gezielt nach diesem Teilchen suchte. Die zeitliche Abfolge belegt keinen solchen Zusammenhang.

Lösung: D. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Alle Aussagen klingen vertraut, enthalten aber je eine kleine Verschiebung: vertauschte Wirkung (1), eine erfundene Ortsabhängigkeit (2), die Halbwertszeit des falschen Nuklids (3), ein weggelassenes „in den meisten“ (4) und einen unterstellten Beweggrund (5).

Frage 125Lösung C · Single Choice

✗A – Nicht im Text: Absatz 1 erwähnt nur Herstellung und Einfang von Antiwasserstoff; über dessen Spektrum enthält der Text keine Angabe.

✗B – Überinterpretation: Laut Absatz 3 erlaubt die längere Halbwertszeit von Fluor-18 den Transport zu entfernten Kliniken. Über einen Zusammenhang zwischen Halbwertszeit und Bildschärfe sagt der Text nichts; die Auflösung wird laut Absatz 4 von anderen Faktoren begrenzt.

✓C – ableitbar: Laut Absatz 4 wird die räumliche Auflösung unter anderem durch die Reichweite der Positronen begrenzt. Absatz 2 gibt für Fluor-18 eine mittlere Reichweite von etwa 0,6 Millimetern an; eine größere Reichweite verschlechtert die Auflösung.

✗D – Präzisionsfehler: Laut Absatz 4 umfasst das Koinzidenzfenster wenige Nanosekunden, nicht Pikosekunden; Pikosekunden werden nur bei der Zeitauflösung der Flugzeit-PET genannt.

✗E – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 4 ist es umgekehrt: Die elektronische Kollimation macht Bleikollimatoren entbehrlich, und dadurch steigt die Empfindlichkeit.

Lösungshinweis: Die richtige Schlussfolgerung verbindet die Reichweite der Positronen (Absatz 2) mit den Grenzen der Auflösung (Absatz 4). Bei D lohnt der Blick auf die Einheit: Nano- und Pikosekunden stehen im selben Absatz, aber in verschiedenen Zusammenhängen.

Text 3 – Sauerstofftransport – Hämoglobin und die Sauerstoffbindungskurve

Frage 126Lösung B · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 binden die γ-Ketten 2,3-BPG schwächer; gerade deshalb liegt der P50 von HbF mit etwa 19 mmHg niedriger.

✓Aussage 2 – ableitbar: Laut Absatz 1 wäre dafür ein Herzzeitvolumen von über 80 Litern pro Minute nötig, tatsächlich beträgt es etwa 5 Liter; 80 geteilt durch 5 ergibt 16.

✗Aussage 3 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 2 ist die Reihenfolge umgekehrt: Die Sauerstoffbindung zieht das Eisen in die Ringebene, verschiebt dadurch Histidin und Globinkette und löst so die Salzbrücken.

✓Aussage 4 – ableitbar: Laut Absatz 4 halbiert sich der Gehalt bei 7,5 g/dl (die Hälfte der in Absatz 1 genannten 15 g/dl). Eine Zyanose erfordert laut Absatz 4 mehr als etwa 5 g/dl desoxygeniertes Hämoglobin; von 7,5 g/dl dürfen dann höchstens 2,5 g/dl, also weniger als ein Drittel, oxygeniert sein.

✗Aussage 5 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 4 zeigen herkömmliche Pulsoxymeter bei einer Kohlenmonoxidvergiftung oft unauffällige Werte, weil sie Carboxyhämoglobin als Oxyhämoglobin werten.

Lösung: B. Nur 2. und 4. sind richtig.

Lösungshinweis: Die beiden ableitbaren Aussagen verlangen jeweils eine kleine Rechnung, Aussage 4 zusätzlich den Normalwert aus Absatz 1. Bei Aussage 1 stimmt die Folgerung (niedrigerer P50), aber die Begründung ist verdreht – das Wort „stärker“ ist die Falle.

Frage 127Lösung A · Single Choice (Negationsfrage)

✓A – gesuchte Aussage – nicht ableitbar (Präzisionsfehler): Laut Absatz 2 beträgt der gemischt-venöse Partialdruck in Ruhe etwa 40 mmHg, der P50 des Hämoglobins dagegen rund 27 mmHg. Der venöse Wert liegt also darüber, passend zur venösen Sättigung von rund 75 Prozent.

✗B – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 4 beträgt die Halbwertszeit unter Raumluft vier bis fünf Stunden (240 bis 300 Minuten), unter reinem Sauerstoff 60 bis 90 Minuten; selbst 90 Minuten sind weniger als die Hälfte von 240 Minuten.

✗C – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 1 kann dreiwertiges Eisen keinen Sauerstoff mehr aufnehmen. Laut Absatz 4 binden die übrigen Untereinheiten eines Tetramers mit oxidierter Hämgruppe Sauerstoff fester (Linksverschiebung).

✗D – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 3 sinkt der 2,3-BPG-Gehalt in gelagerten Konserven, und transfundierte Erythrozyten geben Sauerstoff zunächst schlechter ab. Eine erhöhte Affinität mit erschwerter Abgabe entspricht dem Gegenteil der Rechtsverschiebung, also einer Linksverschiebung.

✗E – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 3 führen sowohl eine höhere 2,3-BPG-Konzentration als auch eine steigende Temperatur zu einer Rechtsverschiebung; 2,3-BPG steigt bei chronischem Sauerstoffmangel, etwa in großer Höhe.

Lösungshinweis: Die falsche Aussage lässt sich nur entlarven, wenn man zwei Zahlen desselben Absatzes gegeneinander hält (40 mmHg gegenüber einem P50 von 27 mmHg). Die ableitbaren Optionen verlangen jeweils einen Zwischenschritt: Richtung der Verschiebung (E, D), Verknüpfung zweier Absätze (C) oder eine Überschlagsrechnung (B).

Frage 128Lösung C · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 ist 1,39 Milliliter der aus der Molekülmasse errechnete theoretische Wert, der in vivo nicht erreicht wird; tatsächlich bindet ein Gramm rund 1,34 Milliliter (Hüfner-Zahl).

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 verläuft die Kurve unterhalb von etwa 60 mmHg steil; sinkt der Partialdruck von 40 auf 20 mmHg, fällt die Sättigung von rund 75 Prozent auf etwa ein Drittel.

✗Aussage 3 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 3 ist der Anstieg von 2,3-BPG eine Folge des chronischen Sauerstoffmangels und erleichtert die Abgabe an das Gewebe; er ist nicht dessen Ursache.

✗Aussage 4 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 4 verursacht auch Methämoglobin eine Linksverschiebung; laut Absatz 3 geben zudem Erythrozyten mit vermindertem 2,3-BPG-Gehalt Sauerstoff schlechter ab.

✗Aussage 5 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 ist es umgekehrt: Nach einer Rechtsverschiebung ist für dieselbe Sättigung ein höherer Partialdruck nötig, weil die Affinität sinkt.

Lösung: C. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Jede Aussage kippt an genau einer Stelle: theoretischer statt tatsächlicher Wert (1), flach statt steil (2), Folge statt Ursache (3), „stets“ statt einer von mehreren Ursachen (4) und niedriger statt höher (5). Wer die Richtung der Kurvenverschiebung nicht präzise im Kopf hat, hält 5 leicht für richtig.

Text 4 – Die Ozonschicht und die Chemie der FCKW

Frage 129Lösung A · Single Choice

✓A – ableitbar: Laut Absatz 2 sind in FCKW sämtliche Wasserstoffatome durch Fluor und Chlor ersetzt, und Hydroxylradikale greifen sie in der Troposphäre nicht an. Laut Absatz 4 werden H-FCKW gerade deshalb großenteils troposphärisch abgebaut, weil sie Wasserstoff enthalten.

✗B – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 1 ist es umgekehrt: Die Absorption von UV-Strahlung durch Ozon setzt Wärme frei und bewirkt so den Temperaturanstieg mit der Höhe.

✗C – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 2 kann ein Chloratom bis zu 100.000 Ozonmoleküle abbauen; das ist eine Obergrenze, kein Wert, der für jedes Atom gilt.

✗D – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 dominiert dieser Zyklus in der unteren Stratosphäre gerade deshalb, weil er ohne die dort seltenen freien Sauerstoffatome auskommt.

✗E – Nicht im Text: Absatz 2 nennt Halone nur als Bromquelle, Absatz 4 nennt Ausstiegsfristen nur für FCKW. Über einen Zeitplan für Halone enthält der Text keine Angabe.

Lösungshinweis: Die richtige Aussage erschließt sich nur über die Verbindung der chemischen Definition der FCKW (Absatz 2) mit der Begründung zu den H-FCKW (Absatz 4). Bei C verrät das Wort „jedes“ die Verallgemeinerung eines „bis zu“.

Frage 130Lösung D · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 spaltet erst Strahlung unter etwa 240 Nanometern molekularen Sauerstoff; bis etwa 320 Nanometer reicht dagegen die Absorption durch Ozon selbst.

✗Aussage 2 – Überinterpretation: Laut Absatz 3 ist der Effekt über der Arktis nur schwächer und schwankt stärker von Jahr zu Jahr, weil der Polarwirbel gestört wird. Dass sich dort gar keine Stratosphärenwolken bilden, sagt der Text nicht.

✗Aussage 3 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 4 ist es umgekehrt: Die Arktis dürfte die Werte von 1980 um 2045 erreichen, die Antarktis erst um 2066.

✗Aussage 4 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 3 ist es umgekehrt: Erst wenn die Stratosphäre unter etwa minus 78 °C abgekühlt ist, bilden sich die Wolken.

Lösung: D. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Aussage 1 verwechselt zwei Wellenlängengrenzen desselben Absatzes, Aussage 3 die Reihenfolge zweier Jahreszahlen. Aussage 2 verschärft „schwächer“ zu „gar nicht“ – eine typische Überinterpretation.

Text 5 – Die Elementenlehre von Empedokles bis Aristoteles

Frage 131Lösung E · Aussagenkombination

✓Aussage 1 – ableitbar: Laut Absatz 2 hat der Wasserkörper (Ikosaeder) 20 gleichseitige Dreiecksflächen, von denen jede aus sechs halbierten gleichseitigen Dreiecken besteht: 20 × 6 = 120.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 besteht jedes Quadrat aus vier gleichschenklig-rechtwinkligen Dreiecken; die Zahl sechs gilt für die gleichseitigen Flächen der übrigen Körper.

✓Aussage 3 – ableitbar: Laut Absatz 3 ist Luft warm und feucht, Erde kalt und trocken; sie haben keine Qualität gemeinsam. Eine Umwandlung verlangt daher den Wechsel beider Qualitäten.

✗Aussage 4 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 3 ist die Argumentation umgekehrt: Die Überlegung, ein Körper müsse im Vakuum unendlich schnell fallen, war einer der Gründe, den leeren Raum abzulehnen.

✓Aussage 5 – ableitbar: Laut Absatz 1 sind die Wurzeln des Empedokles ungeworden und unvergänglich; Veränderung ist bloße Mischung und Trennung. Laut Absatz 3 wandeln sich die aristotelischen Elemente durch Austausch einer Qualität ineinander um.

Lösung: E. Nur 1., 3. und 5. sind richtig.

Lösungshinweis: Aussage 1 und 3 verlangen einen kleinen Rechen- bzw. Zuordnungsschritt, Aussage 5 den Vergleich zweier weit auseinanderliegender Absätze. Aussage 4 übernimmt beide Glieder der Begründung korrekt, dreht aber ihre Richtung um.

Frage 132Lösung B · Single Choice

✗A – Überinterpretation: Laut Absatz 4 bezweifelte Boyle die Ergebnisse der Zerlegung im Feuer und vertrat eine korpuskulare Auffassung; von einer eigenen Liste Boyles, auf der Lavoisier aufbaute, ist keine Rede.

✓B – ableitbar: Laut Absatz 4 lagen der neue Stern von 1572 und der Komet von 1577 jenseits des Mondes. Laut Absatz 3 bestehen die Himmelskörper jenseits des Mondes nach Aristoteles aus Äther, der nur der Ortsbewegung unterliegt.

✗C – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 2 gilt das nur für Feuer, Luft und Wasser; Erde besteht aus anderen Dreiecken und kann nur zerkleinert, nicht in ein anderes Element verwandelt werden.

✗D – Nicht im Text: Absatz 1 nennt zwar die Götternamen, betont aber, dass ihre Zuordnung zu den Wurzeln umstritten ist; welcher Gott für das Feuer steht, lässt sich dem Text nicht entnehmen.

✗E – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 überwiegt beim Wasser das Kalte gegenüber dem Feuchten.

Lösungshinweis: Die richtige Aussage entsteht erst durch die Verbindung der Beobachtungen Tychos (Absatz 4) mit der aristotelischen Lehre vom Äther (Absatz 3). Bei D verführt die parallele Aufzählung von Wurzeln und Götternamen zu einer Zuordnung, die der Text ausdrücklich offenlässt.

Set 12Fragen 133–144

Text 1 – Die Heisenbergsche Unschärferelation und die Nullpunktsenergie

Frage 133Lösung B · Single Choice

✗A – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 1 ist die Schranke nur bei Ort und Impuls zustandsunabhängig (ħ/2). Bei anderen Paaren, etwa zwei Drehimpulskomponenten, hängt sie vom Zustand ab und kann in bestimmten Zuständen auf null sinken.

✓B – ableitbar: Laut Absatz 4 wird jede Mode des Feldes als harmonischer Oszillator beschrieben, der auch im Vakuum eine Nullpunktsenergie trägt. Laut Absatz 3 beträgt die niedrigste Energie eines harmonischen Oszillators ħω/2, sie wächst also mit der Frequenz.

✗C – Überinterpretation: Absatz 4 beschreibt nur eine Anziehungskraft zwischen Platten, deren Deutung zudem umstritten ist. Laut Absatz 3 lässt sich Nullpunktsenergie gerade nicht als Arbeit entnehmen, weil kein tieferer Zustand existiert.

✗D – Präzisionsfehler: Laut Absatz 4 ist der Casimir-Druck umgekehrt proportional zur vierten Potenz des Abstands. Eine Verdopplung senkt ihn daher auf 1/2⁴ = 1/16, nicht auf ein Achtel.

✗E – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 3 ist es umgekehrt: Die Nullpunktsbewegung der leichten, nur schwach aneinander gebundenen Heliumatome verhindert die Ausbildung eines Kristallgitters.

Lösungshinweis: Die richtige Antwort verlangt, die Energieformel des Oszillators aus Absatz 3 auf die Feldmoden aus Absatz 4 zu übertragen. Bei D lohnt sich das Nachrechnen der Potenz, bei E der Blick auf die Richtung von Ursache und Wirkung.

Frage 134Lösung B · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 beschreiben die Standardabweichungen gerade nicht die Genauigkeit eines einzelnen Geräts, sondern die Streuung der Resultate an vielen identisch präparierten Systemen, an denen jeweils entweder der Ort oder der Impuls gemessen wird.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 verknüpft die Energie-Zeit-Beziehung Lebensdauer und Energieunschärfe so, dass nur ein nicht zerfallender Zustand eine scharfe Energie hat. Eine längere Lebensdauer verkleinert die Linienbreite also (auf etwa 5 MHz), statt sie zu vergrößern.

✗Aussage 3 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 2 ist es umgekehrt: Je enger das Elektron beschränkt wäre, desto größer würden seine Impulsunschärfe und damit seine kinetische Energie – gerade dieser Anstieg verhindert den Sturz in den Kern.

✗Aussage 4 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 ist die Kreisfrequenz umgekehrt proportional zur Wurzel der Masse. Bei doppelter Masse sinkt sie daher nur um den Faktor √2, nicht um den Faktor 2 – entsprechend ist auch die Nullpunktsenergie um √2 kleiner.

✗Aussage 5 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 4 verwendete Lamoreaux gerade keine zwei Platten, sondern eine Kugel und eine ebene Platte, um das Problem einer exakt parallelen Ausrichtung zu umgehen.

Lösung: B. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Alle fünf Aussagen verwenden korrekte Stichworte aus dem Text, verändern aber jeweils ein Detail: Bezugsgröße (1), Richtung eines Zusammenhangs (2 und 3), Wurzelabhängigkeit (4) und Versuchsanordnung (5). Bei Aussage 2 hilft der Satz, dass nur nicht zerfallende Zustände eine scharfe Energie besitzen.

Frage 135Lösung E · Single Choice (Negationsfrage)

✗A – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 2 beträgt der Wert für das Elektron rund 580 km/s, also etwa 6 · 10⁵ m/s. Für das Staubkorn liegt er rund 25 Größenordnungen darunter, also in der Größenordnung von 10⁻²⁰ m/s und damit weit unter 10⁻⁹ m/s.

✗B – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 3 bleibt Helium unter Normaldruck bis zum absoluten Nullpunkt flüssig; das Isotop Helium-4 erstarrt erst bei einem Druck von rund 25 bar.

✗C – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 3 ist der Grundzustand des harmonischen Oszillators jenes Gaußsche Wellenpaket, das die Unschärferelation mit dem Gleichheitszeichen erfüllt. Laut Absatz 1 und 2 ist ħ/2 die untere Grenze, die nur gaußförmige Verteilungen erreichen.

✗D – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 1 bestätigte die Gruppe um Hasegawa 2012 Ozawas Beziehung, nach der das Produkt aus Messfehler und Rückwirkung unter Heisenbergs Grenze liegen kann; die Ungleichung für die Streuungen wurde dabei nicht verletzt.

✓E – gesuchte Aussage – nicht ableitbar (Präzisionsfehler): Laut Absatz 1 ist das Produkt aus Orts- und Impulsstreuung mindestens ħ/2; die minimale Impuls- und damit Geschwindigkeitsunschärfe ist also umgekehrt proportional zur Ortsunschärfe. Aus den 580 km/s bei 0,1 nm (Absatz 2) werden bei 0,2 nm rund 290 km/s, nicht 1160 km/s.

Lösungshinweis: Bei Negationsfragen müssen vier Aussagen positiv bestätigt werden, was hier teils Rechnen erfordert (A). Die gesuchte Aussage E macht aus der umgekehrten Proportionalität der Unschärferelation eine direkte – ein Richtungsfehler, der nur beim Durchrechnen auffällt.

Text 2 – Polarisation und Doppelbrechung des Lichts

Frage 136Lösung B · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 ist es umgekehrt: Weil sich die Elektronen nur entlang der Drähte frei bewegen können, wird die parallel zu den Drähten schwingende Komponente reflektiert, während die senkrecht dazu schwingende hindurchgelangt.

✓Aussage 2 – ableitbar: Laut Absatz 1 sperren zwei gekreuzte Filter das Licht vollständig. Laut Absatz 3 ist Glas ohne mechanische Belastung optisch isotrop und nicht doppelbrechend; erst unter Spannung werden zwischen gekreuzten Polarisatoren farbige Streifen sichtbar.

✗Aussage 3 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 liegt der Brewster-Winkel für Wasser (Brechzahl 1,33) bei etwa 53 Grad, für Glas (1,5) bei etwa 56 Grad – bei Wasser ist er also kleiner.

✓Aussage 4 – ableitbar: Laut Absatz 3 wandelt ein Viertelwellenplättchen linear polarisiertes Licht nur für die Wellenlänge, für die es ausgelegt ist, in zirkular polarisiertes um. Für blaues Licht beträgt die Verzögerung keine Viertelperiode, die nach Absatz 1 für Zirkularpolarisation nötig ist.

✗Aussage 5 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 3 ist die richtungsabhängig unterschiedlich starke Bindung der Elektronen die Ursache der richtungsabhängigen Brechzahl, nicht deren Folge.

Lösung: B. Nur 2. und 4. sind richtig.

Lösungshinweis: Aussage 2 ergibt sich erst aus der Kombination der gekreuzten Filter (Absatz 1) mit der Isotropie unbelasteten Glases (Absatz 3). In den Aussagen 1 und 3 ist jeweils eine Richtung vertauscht, in Aussage 5 Ursache und Wirkung.

Frage 137Lösung D · Single Choice

✗A – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 ist die Polarisation in diesen Richtungen zwar am stärksten, bleibt aber wegen Mehrfachstreuung und Reflexion am Boden meist unter 80 Prozent.

✗B – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 2 gilt dies nur für nichtmetallische Oberflächen; an Metallen tritt bei keinem Winkel eine vollständige Polarisation durch Reflexion auf.

✗C – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 wird die senkrecht zur Einfallsebene schwingende Komponente bevorzugt und unter dem Brewster-Winkel ausschließlich reflektiert.

✓D – ableitbar: Laut Absatz 2 enthält unter dem Brewster-Winkel reflektiertes Licht nur die senkrecht zur Einfallsebene schwingende Komponente. Nach dem Gesetz von Malus (Absatz 1) ist die durchgelassene Intensität bei 90 Grad zwischen Schwingungs- und Durchlassrichtung null.

✗E – Nicht im Text: Absatz 2 berichtet nur, dass Bienen das Polarisationsmuster wahrnehmen und zur Orientierung nutzen. Mit welchen Sinneszellen dies geschieht, geht aus dem Text nicht hervor.

Lösungshinweis: Die richtige Antwort erfordert, die Brewster-Bedingung aus Absatz 2 mit dem Gesetz von Malus aus Absatz 1 zu verbinden. C verschiebt die reflektierte Komponente, A das Ausmaß der Polarisation; E klingt fachlich plausibel, steht aber nicht im Text.

Text 3 – Die Alzheimer-Krankheit – Amyloid- und Tau-Hypothese

Frage 138Lösung A · Single Choice (Negationsfrage)

✓A – gesuchte Aussage – nicht ableitbar (Präzisionsfehler): Laut Absatz 3 ist die Reihenfolge umgekehrt: Auf die transentorhinale Region folgt das limbische System einschließlich des Hippocampus; der Neokortex wird erst in den Stadien V und VI erreicht.

✗B – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 4 ist Semagacestat ein Hemmer der γ-Sekretase. Laut Absatz 2 ist Presenilin deren katalytische Untereinheit, und Mutationen in den Presenilin-Genen PSEN1 und PSEN2 verursachen eine autosomal-dominante Form.

✗C – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 1 liegen die Plaques zwischen den Nervenzellen, die Neurofibrillenbündel in deren Innerem. Laut Absatz 3 beginnen die Bündel in der transentorhinalen Region, die Plaques dagegen im Neokortex.

✗D – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 2 schneidet die α-Sekretase innerhalb der Amyloid-β-Sequenz, sodass aus einem so gespaltenen APP-Molekül kein Amyloid-β mehr hervorgehen kann; nur der Weg über β- und γ-Sekretase setzt das Peptid frei.

✗E – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 2 werden PSEN1-Mutationen dominant vererbt. Laut Absatz 3 sank Amyloid-β42 im Liquor bei Trägern dominanter Mutationen etwa 25 Jahre vor dem erwarteten Beginn; 45 − 25 = 20.

Lösungshinweis: Die ableitbaren Aussagen verlangen jeweils die Verknüpfung weit auseinanderliegender Stellen (B: Absatz 2 und 4, E: Absatz 2 und 3, C: Absatz 1 und 3). Die gesuchte Aussage A vertauscht nur die Reihenfolge der Braak-Stadien – wer die vertrauten Begriffe wiedererkennt, übersieht den Fehler leicht.

Frage 139Lösung C · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 isolierten sie das Peptid aus Ablagerungen in den Hirngefäßen; dass es auch den Hauptbestandteil der Plaques bildet, zeigte sich erst danach.

✗Aussage 2 – Überinterpretation: Laut Absatz 4 erhöhen diese Hemmstoffe lediglich die Konzentration des Botenstoffs und verändern den Krankheitsverlauf nicht; eine Schutzwirkung auf die Neurone lässt sich daraus nicht ableiten.

✗Aussage 3 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 wurde die Verringerung um etwa 40 Prozent in Zellversuchen festgestellt, nicht im Gehirn der Träger.

✗Aussage 4 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 2 erhöhen zwei Kopien das Risiko um mehr als das Achtfache, doch erkranken keineswegs alle homozygoten Träger.

✗Aussage 5 – Überinterpretation: Laut Absatz 3 sinkt die Konzentration im Liquor, weil das Peptid in den Plaques festgehalten wird – im Gewebe häuft es sich also gerade an.

Lösung: C. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Jede Aussage kombiniert korrekte Begriffe aus dem Text; die Fehler liegen in der Herkunft des Peptids (1), der Wirkungsweise (2), der Versuchsbedingung (3), der Absolutheit (4) und der Deutung eines Messwerts (5). Aussage 3 verführt besonders, weil die Zahl stimmt und nur die Einschränkung auf Zellversuche fehlt.

Frage 140Lösung D · Aussagenkombination

✓Aussage 1 – ableitbar: Laut Absatz 4 verschlechterte sich der Wert unter Placebo um 1,66, unter Lecanemab um 1,21 Punkte. Die Differenz von 0,45 Punkten entspricht rund 37 Prozent des Wertes unter Behandlung und damit mehr als einem Drittel; die im Text genannten 27 Prozent sind auf den Placebowert bezogen.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 4 traten Ödeme bei etwa 13 Prozent der Behandelten auf; rund ein Drittel betraf nur die Untergruppe der ε4-Homozygoten.

✓Aussage 3 – ableitbar: Laut Absatz 2 ist ein mehr als achtfach erhöhtes Risiko mit zwei Kopien von ε4 verbunden, eine Kopie erhöht es nur etwa um das Dreifache. Laut Absatz 4 ist Lecanemab in der EU nur bei höchstens einer Kopie zugelassen.

✗Aussage 4 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 2 ist nach dieser Hypothese die Anhäufung von Amyloid-β der Auslöser, dem Tau-Pathologie, Synapsenverlust und Neuronentod erst nachfolgen.

Lösung: D. Nur 1. und 3. sind richtig.

Lösungshinweis: Aussage 1 erfordert eigenes Nachrechnen: Die 27 Prozent im Text beziehen sich auf den Placebowert, bezogen auf den Behandlungswert ergibt dieselbe Differenz rund 37 Prozent. Aussage 3 verknüpft die Risikoangaben aus Absatz 2 mit der EU-Zulassung aus Absatz 4.

Text 4 – Hydrothermalquellen der Tiefsee und Chemosynthese

Frage 141Lösung E · Single Choice

✗A – Nicht im Text: Absatz 2 nennt nur die Wachstumstemperatur und die Notwendigkeit eines erhöhten Drucks; über die molekularen Ursachen der Hitzetoleranz macht der Text keine Angabe.

✗B – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 3 ist die Abfolge umgekehrt: Die Larven nehmen die Bakterien aus dem Wasser auf, woraufhin sich das Verdauungssystem zurückbildet.

✗C – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 1 entstehen sie nur überwiegend dort; sie treten auch an Vulkanen über Subduktionszonen und in Becken hinter Inselbögen auf, und Lost City liegt abseits der Achse und wird durch Serpentinisierung statt durch Magma angetrieben.

✗D – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 wurden Austrittstemperaturen dieser Höhe erst 1979 an den Schwarzen Rauchern des Ostpazifischen Rückens gefunden; für die Quellen von 1977 ist nur von erwärmtem Wasser die Rede.

✓E – ableitbar: Laut Absatz 3 lebt Riftia von Symbionten, die der Wurm über sein Hämoglobin mit Sulfid und Sauerstoff versorgt. Laut Absatz 2 stammt der Sauerstoff, mit dem Schwefelwasserstoff oxidiert wird, letztlich aus der Photosynthese an der Meeresoberfläche.

Lösungshinweis: Die richtige Schlussfolgerung ergibt sich nur, wenn man die Sauerstoffversorgung der Symbionten (Absatz 3) mit der Herkunft des Sauerstoffs (Absatz 2) verbindet – entgegen der verbreiteten Vorstellung, Quellenökosysteme seien völlig lichtunabhängig. Bei C verrät das Wort „ausschließlich“ die Verallgemeinerung.

Frage 142Lösung C · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 verliert das Meerwasser dabei Magnesium und Sulfat; aufgenommen werden Schwefelwasserstoff und gelöste Metalle.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 beträgt der Druck in dieser Tiefe etwa 250 bar, der kritische Druck von Meerwasser liegt dagegen bei knapp 300 bar – der Druck bleibt also darunter.

✗Aussage 3 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 sind die Schlote von Lost City aus Karbonat aufgebaut; ausfallende Metallsulfide kennzeichnen die Schwarzen Raucher.

✗Aussage 4 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 2 wird eine solche Doppelsymbiose nur für Muscheln der Gattung Bathymodiolus beschrieben, und auch dort nur teilweise („teils“). Für Riftia nennt Absatz 3 lediglich eine Versorgung der Symbionten mit Sulfid und Sauerstoff.

✗Aussage 5 – Überinterpretation: Laut Absatz 3 werden die Bakterien gerade nicht über die Eier weitergegeben; jede Generation nimmt sie im Larvenstadium aus dem umgebenden Wasser auf.

Lösung: C. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Drei Aussagen verändern je ein Detail aus Absatz 1: die Richtung des Stoffaustauschs, das Verhältnis zweier Druckwerte und das Material der Schlote. Aussage 4 macht aus einer Eigenschaft einzelner Muscheln eine Regel für alle Quellentiere, Aussage 5 zieht aus einem richtigen Befund einen falschen Schluss.

Text 5 – Marie Curie und die Entdeckung der Radioaktivität

Frage 143Lösung A · Aussagenkombination

✓Aussage 1 – ableitbar: Laut Absatz 1 hängt die Strahlungsintensität nur von der Uranmenge ab. Laut Absatz 2 strahlte natürlicher Chalkolith stärker als reines Uran, obwohl er weniger Uran enthielt, während synthetischer Chalkolith nur die seinem Urangehalt entsprechende Aktivität zeigte – der Überschuss musste also auf eine andere Substanz zurückgehen.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 beträgt die Halbwertszeit des Radiums rund 1600 Jahre. Seit Curies Arbeiten ist erst gut ein Jahrhundert vergangen, sodass nur ein kleiner Bruchteil zerfallen sein kann.

✗Aussage 3 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 2 zog Marie Curie diesen Schluss selbst aus ihren Messungen; erst daraufhin stellte Pierre Curie seine eigenen Forschungen zurück, um sich an der Suche zu beteiligen.

✓Aussage 4 – ableitbar: Laut Absatz 2 bestimmte sie 1902 das Atomgewicht des Radiums, und an anderer Stelle desselben Absatzes heißt es, dass sich das Radium zusammen mit Barium abtrennen ließ.

✓Aussage 5 – ableitbar: Laut Absatz 1 ließ sich die Intensität weder durch die chemische Verbindung noch durch Erwärmung oder Belichtung verändern; sie hing allein von der Uranmenge ab.

Lösung: A. Nur 1., 4. und 5. sind richtig.

Lösungshinweis: Aussage 1 verlangt, die Abhängigkeit der Strahlung von der Uranmenge (Absatz 1) auf den Chalkolith-Vergleich (Absatz 2) anzuwenden. Bei Aussage 2 hilft ein Abgleich der Halbwertszeit mit dem seit Curies Arbeiten vergangenen Zeitraum.

Frage 144Lösung D · Single Choice

✗A – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 taucht der Begriff erstmals in der Mitteilung vom Juli 1898 über das Polonium auf; das Radium wurde erst im Dezember gemeldet.

✗B – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 1 verlief der Schluss umgekehrt: Aus der Beobachtung, dass die Intensität nur von der Uranmenge abhing, folgerte sie, dass die Strahlung eine Eigenschaft des Atoms sein müsse.

✗C – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 geht die Vorstellung einer Umwandlung radioaktiver Atome auf Rutherford und Soddy zurück; dass Curie und Laborde selbst diese Deutung vertraten, lässt sich nicht ableiten.

✓D – ableitbar: Laut Absatz 1 benötigte die Strahlung der Uransalze keine äußere Anregung durch Sonnenlicht. Laut Absatz 3 gab Radium Wärme ab, ohne dass eine äußere Energiequelle erkennbar war.

✗E – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 3 ist sie die einzige Person mit Nobelpreisen in zwei verschiedenen naturwissenschaftlichen Disziplinen; dass sonst niemand zwei Nobelpreise erhalten hat, sagt der Text nicht.

Lösungshinweis: Die richtige Aussage verbindet zwei zeitlich und räumlich getrennte Befunde (Absatz 1 und 3). A und C verschieben Zuordnungen – zwischen Polonium- und Radium-Mitteilung bzw. zwischen den Curies und Rutherford/Soddy –, E dehnt eine eingeschränkte Aussage unzulässig aus.

Set 13Fragen 145–156

Text 1 – Neutronensterne und Pulsare

Frage 145Lösung C · Aussagenkombination

✓Aussage 1 – ableitbar: Laut Absatz 3 wächst die Rotationsfrequenz mit dem Quadrat des Faktors, um den der Radius abnimmt. Nach Absatz 1 betrug der Radius zuvor einige tausend Kilometer; schon ein Faktor von 200 (2000 km auf 10 km) ergibt eine Zunahme auf das 40.000-Fache.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 könnte ein Stern aus einem idealen, wechselwirkungsfreien Neutronengas höchstens etwa 0,7 Sonnenmassen tragen; dass schwerere Neutronensterne existieren, wird gerade mit der abstoßenden starken Wechselwirkung erklärt.

✓Aussage 3 – ableitbar: Laut Absatz 2 treten Neutronen bei etwa 4 · 10¹⁴ kg/m³ aus den Kernen aus; laut Absatz 1 beträgt die Dichte von Atomkernen rund 2,7 · 10¹⁷ kg/m³. Der Unterschied liegt beim Faktor von rund 700, also bei mehr als zwei Zehnerpotenzen.

✗Aussage 4 – Überinterpretation: Laut Absatz 3 stimmt das charakteristische Alter nur, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind: eine weit kürzere Anfangsperiode und eine exakt dem Dipolmodell folgende Abbremsung. Die Abweichung zeigt nur, dass mindestens eine Bedingung verletzt ist – welche, lässt der Text offen.

✗Aussage 5 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 3 ist die Richtung umgekehrt: Das Suprafluid, das die Abbremsung nicht mitmacht, überträgt ruckartig Drehimpuls auf die Kruste, weshalb sich die beobachtete Rotation sprunghaft beschleunigt.

Lösung: C. Nur 1. und 3. sind richtig.

Lösungshinweis: Aussage 3 erfordert den Vergleich einer Dichteangabe aus Absatz 2 mit der Kerndichte aus Absatz 1, Aussage 1 die quadratische Skalierung aus Absatz 3. Aussage 4 wirkt plausibel, übersieht aber, dass zwei Bedingungen genannt werden und der Text nicht sagt, welche verletzt ist.

Frage 146Lösung C · Single Choice

✗A – Präzisionsfehler: Laut Absatz 4 verkürzt sich die Umlaufzeit von PSR B1913+16, und zwar im Einklang mit dem erwarteten Energieverlust durch Gravitationswellen.

✗B – Präzisionsfehler: Laut Absatz 4 liegen die Felder von Millisekundenpulsaren mit 10⁴ bis 10⁵ Tesla um drei bis vier Größenordnungen, also um den Faktor 1000 bis 10.000, unter den etwa 10⁸ Tesla gewöhnlicher Pulsare (Absatz 3).

✓C – ableitbar: Laut Absatz 3 betrug die Periode des ersten Pulsars 1,337 s; laut Absatz 4 rotiert der schnellste Millisekundenpulsar 716-mal pro Sekunde, hat also eine Periode von etwa 1,4 ms. 1,337 s · 716 ≈ 957.

✗D – Überinterpretation: Absatz 4 nennt beide Themen, verknüpft sie aber nicht: Die Wellen von 2017 fingen die Detektoren LIGO und Virgo auf. Die Präzision der Millisekundenpulsare wird nur allgemein erwähnt.

✗E – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 3 wird ein Pulsar nur registriert, wenn einer seiner Strahlungskegel die Erde überstreicht; ein erheblicher Teil der Neutronensterne bleibt deshalb für Radioteleskope unsichtbar.

Lösungshinweis: Die richtige Option verlangt eine kleine Rechnung mit Angaben aus zwei verschiedenen Absätzen. Bei B lohnt der genaue Blick auf die Größenordnungen, bei A auf die Richtung der Änderung.

Frage 147Lösung A · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 tragen Neutrinos rund 99 Prozent davon; das eine Prozent entfällt jedoch auf die Bewegungsenergie der Hülle, der als Licht abgestrahlte Anteil ist noch weit kleiner.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 wurden die etwa zwei Dutzend Neutrinos innerhalb von gut zehn Sekunden registriert; die „einigen Stunden“ bezeichnen den Vorsprung vor dem Aufleuchten im sichtbaren Licht.

✗Aussage 3 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 verliert die Stoßwelle Energie beim Zerlegen der einfallenden Eisenkerne und bleibt deshalb stecken; die Absorption von Neutrinos belebt sie vermutlich erst wieder.

✗Aussage 4 – Überinterpretation: Laut Absatz 2 ist die Höchstmasse nicht genau bekannt. Eine gemessene hohe Masse schließt nur Zustandsgleichungen mit niedrigerer Obergrenze aus; sie legt also eine untere Schranke fest, nicht den Wert selbst.

✗Aussage 5 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 besteht die äußere Kruste aus einem Kristallgitter von Kernen mit entarteten Elektronen; das neutronische Suprafluid findet sich erst in der inneren Kruste, jenseits einer Dichte von etwa 4 · 10¹⁴ kg/m³.

Lösung: A. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Alle fünf Aussagen verwenden die richtigen Fachbegriffe, verschieben aber ein Detail: Energieanteil (1), Zeitangabe (2), Ursache (3), Schranke statt Wert (4) und Schicht (5). Wer nur auf bekannte Schlagwörter achtet, hält mehrere davon für richtig.

Text 2 – Resonanz, Dämpfung und stehende Wellen

Frage 148Lösung E · Single Choice

✗A – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 1 gilt die Unabhängigkeit von der Amplitude nur, solange die rücktreibende Kraft streng proportional zur Auslenkung ist – beim Fadenpendel etwa nur für kleine Ausschläge.

✗B – Überinterpretation: Laut Absatz 1 sinkt die Amplitude nach etwa Q/π Perioden auf rund 37 Prozent. Um daraus eine Zeit in Sekunden zu berechnen, wäre die Frequenz der Stimmgabel nötig, die der Text nicht nennt.

✗C – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 stimmt zwar der Faktor Q, doch die Schwingung hinkt dem Antrieb bei f₀ um eine Viertelperiode hinterher; nahezu gleichphasig ist sie nur bei sehr langsamem Antrieb.

✗D – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 ist die aufgenommene Leistung exakt bei f₀ maximal; unterhalb von f₀ verschiebt sich mit zunehmender Dämpfung nur das Maximum der Auslenkungsamplitude.

✓E – ableitbar: Laut Absatz 1 entspricht Q = 0,5 dem aperiodischen Grenzfall ohne Überschwingen. Laut Absatz 2 verschwindet das Maximum der Auslenkungsamplitude für Q unter etwa 0,71 ganz – 0,5 liegt darunter.

Lösungshinweis: Die richtige Option verbindet den aperiodischen Grenzfall (Absatz 1) mit der Schwelle von 0,71 (Absatz 2). Bei D werden Leistungs- und Amplitudenmaximum vertauscht; bei B fehlt eine Größe für die Rechnung.

Frage 149Lösung B · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 liegt am verschlossenen Ende ein Auslenkungsknoten; da einem Knoten der Auslenkung ein Bauch der Druckschwankung entspricht, ist die Aussage in beiden Teilen vertauscht.

✓Aussage 2 – ableitbar: Laut Absatz 3 wächst die Wellengeschwindigkeit mit der Wurzel aus der Spannkraft, sodass eine Oktave erst bei vierfacher Spannung erreicht wird; bei doppelter Spannung steigt die Frequenz nur um den Faktor √2.

✗Aussage 3 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 3 ergibt sich die Resonanz des Gehörgangs aus seiner Länge und der Schallgeschwindigkeit (c/(4L)); die Empfindlichkeit des Gehörs wird als Befund im selben Frequenzbereich genannt, nicht als Ursache der Resonanz.

✓Aussage 4 – ableitbar: Laut Absatz 3 kommen bei einem einseitig verschlossenen Rohr nur ungeradzahlige Harmonische vor; die doppelte Grundfrequenz wäre die zweite, also eine geradzahlige Harmonische.

✗Aussage 5 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 ist die akustisch wirksame Länge dadurch größer als die geometrische. Da die Länge in den Formeln c/(2L) und c/(4L) im Nenner steht, klingt das Rohr etwas tiefer, nicht höher.

Lösung: B. Nur 2. und 4. sind richtig.

Lösungshinweis: Die richtigen Aussagen verlangen je einen Zwischenschritt: Wurzelabhängigkeit (2) und „nur ungeradzahlige Harmonische“ (4). Aussage 5 ist tückisch, weil ihre Voraussetzung stimmt, die Folgerung aber in die falsche Richtung geht.

Frage 150Lösung E · Single Choice (Negationsfrage)

✗A – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 2 beträgt die Breite f₀/Q = 1000 Hz / 500 = 2 Hz. Laut Absatz 1 fällt die Amplitude nach etwa Q/π ≈ 159 Perioden auf rund 37 Prozent.

✗B – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 1 gilt f₀ = (1/2π) · √(k/m); die Frequenz wächst also mit der Wurzel aus k, bei vierfachem k auf das Doppelte.

✗C – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 2 passten die Fußgänger ihren Gang unbewusst an die Bewegung an und verstärkten sie dadurch – eine Rückkopplung.

✗D – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 1 klingt die Amplitude bei geschwindigkeitsproportionaler Reibung exponentiell ab (gleicher Faktor in gleichen Zeitabständen), bei Gleitreibung nimmt sie pro Periode um denselben Betrag ab.

✓E – gesuchte Aussage – nicht ableitbar (Präzisionsfehler): Laut Absatz 3 verhält sich ein beidseitig offenes Rohr wie die Saite, die Grundfrequenz ist also c/(2L) = 343 m/s / 1 m ≈ 343 Hz. Der Wert 172 Hz ergäbe sich mit c/(4L) für ein einseitig verschlossenes Rohr.

Lösungshinweis: Die Lösung ist eine Rechnung mit der falschen Formel: 172 Hz gehören zum gedackten, nicht zum offenen Rohr. Die ableitbaren Optionen verlangen ebenfalls kleine Rechnungen – nicht vorschnell eine davon als Lösung wählen, ohne alle zu prüfen.

Text 3 – Sepsis – die dysregulierte Wirtsantwort auf eine Infektion

Frage 151Lösung D · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 ist ein infektionsbedingter Anstieg um mindestens 2 Punkte gefordert. Nur bei Patienten ohne bekannte vorbestehende Organstörung wird ein Ausgangswert von null angenommen; bei anderen genügt ein Gesamtwert von 2 nicht.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 muss das Serumlaktat 2 mmol/l übersteigen; ein Patient mit 3 mmol/l erfüllt das Kriterium also bereits.

✗Aussage 3 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 vergibt der qSOFA einen Punkt für einen systolischen Blutdruck von höchstens 100 mmHg.

✗Aussage 4 – Überinterpretation: Absatz 1 nennt nur die Gesamtsterblichkeit, nicht deren zeitliche Verteilung. Laut Absatz 3 verstirbt heute sogar ein erheblicher Teil der Patienten erst später, etwa an Sekundärinfektionen.

✗Aussage 5 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 2 zeigt ein erhöhtes Laktat nicht zwingend eine Minderdurchblutung an; es entsteht auch durch adrenalingetriebene Glykolyse und steigt bei verlangsamtem Abbau in der Leber.

Lösung: D. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Die Aussagen 1–3 verändern jeweils einen Grenzwert oder eine Bedingung der Definitionen – hier hilft nur exaktes Lesen. Aussage 4 verknüpft eine Zahl aus Absatz 1 mit einer Behauptung, der Absatz 3 widerspricht.

Frage 152Lösung C · Single Choice

✗A – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 4 gilt das Ein-Stunden-Ziel für septischen Schock oder hohe Sepsiswahrscheinlichkeit; bei möglicher Sepsis ohne Schock bleibt ein Zeitfenster von bis zu drei Stunden.

✗B – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 lässt Stickstoffmonoxid die glatte Gefäßmuskulatur erschlaffen und setzt zugleich ihre Ansprechbarkeit auf Katecholamine herab.

✓C – ableitbar: Laut Absatz 2 wird Lipopolysaccharid über den Toll-like-Rezeptor 4 erkannt. Laut Absatz 3 wurde ein Antagonist dieses Rezeptors in großen Studien geprüft, ohne die Sterblichkeit zu senken.

✗D – Überinterpretation: Laut Absatz 4 fanden die späteren Studien lediglich keinen Vorteil gegenüber der inzwischen verbesserten Standardversorgung. Über einen Fehler der Studie von 2001 sagt der Text nichts.

✗E – Präzisionsfehler: Laut Absatz 4 bezieht sich die Verzögerung auf den Beginn der Hypotonie, und zwar in den ersten sechs Stunden – nicht auf die Krankenhausaufnahme.

Lösungshinweis: Option C ist nur durch Verknüpfung lösbar: Absatz 2 ordnet das Lipopolysaccharid dem Toll-like-Rezeptor 4 zu, Absatz 3 berichtet vom Scheitern eines Antagonisten dieses Rezeptors. Bei E ist der Bezugszeitpunkt ausgetauscht.

Text 4 – Eiszeiten und die Milanković-Zyklen

Frage 153Lösung D · Single Choice (Negationsfrage)

✗A – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 2 liegt der sonnennächste Punkt Anfang Januar, die Sommer der Nordhalbkugel fallen daher in Sonnenferne, wo sich die Erde nach dem zweiten Keplerschen Gesetz langsamer bewegt.

✗B – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 3 bezeichnen gerade Nummern Kaltphasen, und die Stadien werden von der Gegenwart aus rückwärts gezählt; das Eem entspricht Unterstadium 5e und liegt damit weiter zurück als Stadium 2.

✗C – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 1 setzte Croll das Ende der letzten Vereisung vor rund 80.000 Jahren an; laut Absatz 3 begann das Holozän vor rund 11.700 Jahren. 80.000 / 11.700 ≈ 6,8.

✓D – gesuchte Aussage – nicht ableitbar (Präzisionsfehler): Laut Absatz 2 benötigt die Achse für einen Umlauf gegenüber den Fixsternen rund 26.000 Jahre. Die etwa 21.000 Jahre beziehen sich auf die Rückkehr des sonnennächsten Punktes zur selben Jahreszeit, die wegen der Drehung der Bahnellipse schneller erfolgt.

✗E – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 2 bestimmt die Exzentrizität, wie stark sich die Präzession bemerkbar macht (bei Kreisbahn gar nicht); sie beträgt derzeit etwa 0,017 bei einem Höchstwert von etwa 0,06. Absatz 3 bestätigt, dass sie gering ist und weiter abnimmt.

Lösungshinweis: Die Lösung vertauscht zwei Perioden, die im Text in aufeinanderfolgenden Sätzen stehen. Die ableitbaren Optionen verlangen Rechnen (C), das Anwenden einer Zählregel (B) oder das Verknüpfen zweier Absätze (E).

Frage 154Lösung A · Aussagenkombination

✓Aussage 1 – ableitbar: Laut Absatz 3 dient das Isotopenverhältnis in Foraminiferenschalen als Archiv; weil das leichtere Isotop in Kaltzeiten in den Eisschilden festgehalten wird, reichert sich das Meerwasser dann mit ¹⁸O an.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 verstärkt eine größere Neigung den Gegensatz auf beiden Halbkugeln gleichermaßen; gegenläufig wirkt nur die Präzession.

✓Aussage 3 – ableitbar: Laut Absatz 3 herrscht seit dem vor etwa 700.000 Jahren abgeschlossenen Übergang ein 100.000-Jahre-Rhythmus, in dem das Eis über rund 90.000 Jahre wächst und binnen etwa 10.000 Jahren zerfällt.

✓Aussage 4 – ableitbar: Laut Absatz 1 wachsen Eisschilde nur, wenn die Sommer kühl genug bleiben. Laut Absatz 2 werden Sommer in Sonnenferne mit geringerer Intensität bestrahlt, Sommer in Sonnennähe also stärker, und eine große Neigung verstärkt den Jahreszeitengegensatz sowie die Einstrahlung in hohen Breiten – beides begünstigt das Abschmelzen des Winterschnees.

✗Aussage 5 – Überinterpretation: Absatz 3 bezeichnet den Übergang als nicht vollständig gelöstes Problem und betont, dass die Exzentrizität die Einstrahlung kaum verändert, weshalb Rückkopplungen den Ausschlag geben müssen. Eine veränderte Exzentrizität als Ursache nennt der Text nicht.

Lösung: A. Nur 1., 3. und 4. sind richtig.

Lösungshinweis: Aussage 4 ist nur ableitbar, wenn man Milankovićs Grundgedanken (Absatz 1) auf die Wirkung von Präzession und Obliquität (Absatz 2) anwendet. Aussage 2 überträgt die Gegenläufigkeit der Präzession fälschlich auf die Obliquität.

Text 5 – Die Maya-Zeitrechnung und die mesoamerikanische Kosmologie

Frage 155Lösung D · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 umfasst die Kalenderrunde 18.980 Tage, das sind 52 Haab'-Jahre, aber 73 Tzolk'in-Zyklen (52 · 260 wären nur 13.520 Tage).

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 besteht ein Winal aus 20 Tagen und ein Tun aus 18 Winal. Das Produkt von 360 Tagen stimmt zwar, die Zuordnung der Faktoren ist aber vertauscht.

✗Aussage 3 – Überinterpretation: Laut Absatz 2 wurden die ältesten Daten außerhalb des Maya-Kerngebiets gefunden, weshalb das System möglicherweise übernommen wurde – ein Beleg ist das nicht.

✗Aussage 4 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 4 legt die Tabelle 584 Tage zugrunde, der tatsächliche Mittelwert beträgt 583,92 Tage; die Differenz liegt also bei rund acht Hundertstel eines Tages.

✗Aussage 5 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 3 zerfielen die Wesen aus Lehm; nur die hölzernen Menschen wurden durch eine Flut vernichtet.

Lösung: D. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Die Fallen stecken in Zahlen, die im Text vorkommen, aber falsch zugeordnet sind (1, 2, 4), in einem abgeschwächten „möglicherweise“ (3) und in einer Ausweitung auf beide Schöpfungsversuche (5). Nachrechnen lohnt sich bei 1 und 4.

Frage 156Lösung B · Single Choice

✗A – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 steht das späteste bekannte Datum auf einem Monument in Toniná. Palenque wird im Zusammenhang mit einem Jubiläum im Jahr 4772 n. Chr. genannt.

✓B – ableitbar: Laut Absatz 1 kehrt die Kalenderrunde nach 18.980 Tagen oder 52 Haab'-Jahren zur selben Stellung zurück. Laut Absatz 2 diente gerade deshalb die Lange Zählung dazu, Ereignisse über die Kalenderrunde hinaus eindeutig festzulegen.

✗C – Überinterpretation: Laut Absatz 1 ist die Herkunft der 260 Tage ungeklärt; die Schwangerschaftsdauer ist nur eine von mehreren erwogenen Erklärungen.

✗D – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 verschob sich der Haab' etwa alle vier Jahre um einen Tag, in einem Jahrhundert also um rund 25 Tage.

✗E – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 3 sind diese Zahlen vor allem in späten und kolonialzeitlichen Quellen belegt; ob die Schichtung schon in klassischer Zeit so bestand, ist umstritten.

Lösungshinweis: Option B verbindet die Periodenlänge der Kalenderrunde (Absatz 1) mit dem Zweck der Langen Zählung (Absatz 2). Bei A und D sind jeweils eine Ortsangabe bzw. eine Rechnung verfälscht – Zahlen immer kurz nachprüfen.

Set 14Fragen 157–168

Text 1 – Quantencomputer – Qubits, Superposition und Dekohärenz

Frage 157Lösung B · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 kann T2 höchstens doppelt so lang sein wie T1. Werte zwischen T1 und dem Doppelten von T1 sind damit ausdrücklich möglich; die Aussage verschärft die Obergrenze unzulässig.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 stehen knapp 800 Abfragen rund 500 000 gegenüber. Ein Tausendstel von 500 000 wären 500 Abfragen; knapp 800 liegen darüber, der Anteil beträgt etwa 1/625.

✗Aussage 3 – Überinterpretation: Absatz 1 beschreibt zwar, dass eine Messung die Superposition zerstört, und Absatz 4 nennt dies als Hindernis. Nach Absatz 4 ermitteln Hilfsqubits jedoch nur Paritäten und verraten Art und Ort eines Fehlers, ohne den codierten Zustand preiszugeben.

✗Aussage 4 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 4 sank zwar die Qubitzahl von rund 20 Millionen auf unter eine Million, die Laufzeit wurde aber deutlich länger – statt etwa acht Stunden wurde weniger als eine Woche veranschlagt.

✗Aussage 5 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 4 gilt dies nach dem Schwellenwertsatz nur, wenn die physikalische Fehlerrate unter dem Grenzwert liegt (beim Oberflächencode rund 1 %); oberhalb davon bringt jedes zusätzliche Qubit mehr Fehler ein, als es beheben hilft.

Lösung: B. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Jede Aussage verändert eine Randbedingung: eine Obergrenze (1), ein Zahlenverhältnis, das man nachrechnen muss (2), die Richtung eines Vergleichs (4) oder eine Voraussetzung (5). Aussage 3 zieht aus einer richtigen Prämisse in Absatz 1 einen Schluss, den Absatz 4 ausdrücklich widerlegt.

Frage 158Lösung C · Single Choice

✗A – Überinterpretation: Absatz 3 nennt zwar die längeren Kohärenzzeiten von Ionenfallen, betont aber, dass ihre Gatter deutlich langsamer sind und als Gütemaß die Zahl der in der Kohärenzzeit ausführbaren Operationen zählt. Eine grundsätzliche Überlegenheit folgt daraus nicht.

✗B – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 2 gelingt ein Vorteil nur bei Problemen mit geeigneter mathematischer Struktur; für viele alltägliche Rechenaufgaben ist überhaupt keine Beschleunigung bekannt.

✓C – ableitbar: Laut Absatz 1 unterscheiden sich die beiden Zustände allein in ihrer relativen Phase, und nur deshalb lassen sie sich nach einem Hadamard-Gatter sicher trennen. Laut Absatz 3 löscht reine Dephasierung genau diese Information; damit fehlt das einzige Unterscheidungsmerkmal.

✗D – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 beschreiben zwar rund 10¹⁵ Amplituden den Zustand von 50 Qubits, nach der Holevo-Schranke lassen sich aus n Qubits aber höchstens n klassische Bits gewinnen – hier also höchstens 50.

✗E – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 ist Aluminium bereits unterhalb von etwa 1,2 Kelvin supraleitend. Die 0,24 Kelvin entsprechen der Energie einer 5-Gigahertz-Anregung; so stark gekühlt wird, damit der Grundzustand nicht thermisch angeregt wird.

Lösungshinweis: Die richtige Option ergibt sich erst aus der Kombination von Absatz 1 (die beiden Zustände unterscheiden sich nur in der relativen Phase) und Absatz 3 (reine Dephasierung löscht genau diese Phase). E verwechselt zwei Temperaturangaben, die im selben Satz stehen.

Text 2 – Röntgenbeugung und Kristallstrukturanalyse

Frage 159Lösung D · Single Choice (Negationsfrage)

✗A – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 2 streuen Röntgenstrahlen an den Elektronenhüllen, sodass Wasserstoff mit nur einem Elektron schwer zu lokalisieren ist; Neutronen streuen an den Kernen unabhängig von der Elektronenzahl und machen Wasserstoffpositionen gut sichtbar.

✗B – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 3 neigen die wasserabweisenden Oberflächen von Membranproteinen in wässriger Lösung zur Zusammenlagerung, weshalb sie sich besonders schwer kristallisieren lassen.

✗C – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 2 ist das Phasenproblem die eigentliche Hürde der Strukturbestimmung. Laut Absatz 3 erleichtert die abstimmbare Wellenlänge der Synchrotronstrahlung jene Verfahren, die Phasen aus dem wellenlängenabhängigen Streuverhalten bestimmter Atome gewinnen.

✓D – gesuchte Aussage – nicht ableitbar (Präzisionsfehler): Laut Absatz 3 erzeugt der Strahl auch in gekühlten Proben Radikale; die Kälte verlangsamt lediglich deren Diffusion und begrenzt so den Schaden.

✗E – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 1 erhielt Laue den Nobelpreis 1914. Laut Absatz 2 wurden Perutz und Kendrew 1962 ausgezeichnet und Hodgkin zwei Jahre später, also 1964.

Lösungshinweis: Bei Negationsfragen muss jede Option einzeln geprüft werden. D verschiebt den Mechanismus nur um eine Stufe – von „Diffusion verlangsamen“ zu „Entstehung verhindern“ –, während E erst durch eine Rechnung über zwei Absätze hinweg als ableitbar erkennbar wird.

Frage 160Lösung A · Aussagenkombination

✓Aussage 1 – ableitbar: Laut Absatz 1 ist eine Reflexion nur möglich, wenn die Wellenlänge höchstens doppelt so groß ist wie der Netzebenenabstand; bei 0,154 nm muss d also mindestens 0,077 nm betragen. Laut Absatz 3 entspricht die Auflösung dem kleinsten noch gemessenen Netzebenenabstand, und 0,077 nm sind 0,77 Å.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 belegte das Experiment beides zugleich: die Wellennatur der Strahlung und den periodischen Aufbau kristalliner Materie.

✗Aussage 3 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 3 führen unterschiedliche Lagen dazu, dass Bereiche verwaschen erscheinen oder im Modell fehlen. Die Umkehrung – jedes Fehlen gehe auf unterschiedliche Lagen zurück – behauptet der Text nicht.

✓Aussage 4 – ableitbar: Nach der Bragg-Beziehung aus Absatz 1 gilt für n = 1: sin θ = λ/(2d). Bei festem d werden sin θ und damit θ kleiner, wenn λ kleiner wird.

✗Aussage 5 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 leiten direkte Methoden die Phasen aus statistischen Beziehungen zwischen den Intensitäten selbst ab. Der Vergleich von Kristallen mit und ohne Schweratom ist das Verfahren von Perutz und Kendrew für Proteine.

Lösung: A. Nur 1. und 4. sind richtig.

Lösungshinweis: Aussage 1 erfordert drei Schritte: die Bedingung λ ≤ 2d (Absatz 1), die Definition der Auflösung als kleinster gemessener Netzebenenabstand (Absatz 3) und die Umrechnung in Ångström. Aussage 3 kehrt eine Wenn-dann-Beziehung um und klingt gerade deshalb vertraut.

Text 3 – Knochenumbau und Osteoporose

Frage 161Lösung A · Single Choice

✓A – ableitbar: Laut Absatz 1 schütten Osteozyten bei fehlender Belastung vermehrt Sklerostin aus, das über den Wnt-Signalweg die Knochenbildung hemmt. Laut Absatz 4 ist Romosozumab ein Antikörper gegen Sklerostin und steigert die Knochenbildung.

✗B – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 ist es umgekehrt: Protonen lösen das Hydroxylapatit auf, Enzyme wie Cathepsin K spalten die organische Kollagenmatrix.

✗C – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 sind nur die Osteoblasten mesenchymalen Ursprungs; Osteoklasten entstehen durch Verschmelzung von Vorläufern der Monozyten-Makrophagen-Linie des blutbildenden Systems.

✗D – Überinterpretation: Laut Absatz 2 entsteht aus dem Zeitunterschied nur bei beschleunigtem Umsatz vorübergehend ein Defizit, das sich bei Normalisierung teilweise wieder schließt. Ein fortlaufender Verlust bei konstantem Umsatz folgt aus dem Text nicht.

✗E – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 1 ist ein Zehntel nur der Durchschnitt: Die Spongiosa wird zu etwa einem Viertel pro Jahr umgebaut, die Kortikalis, die rund 80 % der Skelettmasse ausmacht, nur zu wenigen Prozent. Nach zehn Jahren ist die Kortikalis daher längst nicht vollständig erneuert.

Lösungshinweis: Die richtige Option verbindet die Rolle der Osteozyten (Absatz 1) mit dem Wirkstoff Romosozumab (Absatz 4). E und D wirken rechnerisch bzw. logisch naheliegend, übersehen aber jeweils eine im Text genannte Einschränkung.

Frage 162Lösung C · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 nimmt nach dem Östrogenabfall nicht nur die Zahl neu aktivierter Umbaueinheiten zu, sondern auch die Tiefe, bis zu der jede einzelne resorbiert.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 bezieht sich der für die Diagnose maßgebliche T-Wert auf gesunde junge Erwachsene gleichen Geschlechts. Der Vergleich mit Gleichaltrigen ist der Z-Wert.

✗Aussage 3 – Überinterpretation: Laut Absatz 3 erklärt sich die höhere absolute Zahl allein dadurch, dass die osteopenische Gruppe weit größer ist. Auf das Risiko des Einzelnen lässt sich aus einer absoluten Häufigkeit nicht schließen.

✗Aussage 4 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 2 schließt sich das Defizit nur teilweise; wird dabei ein Knochenbälkchen vollständig durchbrochen, ist der Verlust sogar dauerhaft.

✗Aussage 5 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 4 ist Denosumab ein Antikörper gegen RANKL, also gegen den Signalstoff. Laut Absatz 2 fängt auch Osteoprotegerin RANKL ab, bevor es RANK erreicht; eine Blockade des Rezeptors selbst beschreibt der Text nicht.

Lösung: C. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Jede Aussage kippt ein Detail: „nicht nur … sondern auch“ wird zu „nur“ (1), T- und Z-Wert werden vertauscht (2), eine absolute Häufigkeit wird als individuelles Risiko gedeutet (3), „teilweise“ wird zu „vollständig“ (4), Ligand und Rezeptor werden verwechselt (5).

Frage 163Lösung E · Single Choice (Negationsfrage)

✗A – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 4 lagern sich Bisphosphonate an Hydroxylapatit an und werden beim Knochenabbau von Osteoklasten aufgenommen. Laut Absatz 1 lösen Osteoklasten bei der Resorption das Hydroxylapatit auf.

✗B – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 2 sind Ab- und Aufbau gekoppelt; laut Absatz 4 senken deshalb alle antiresorptiven Mittel mit Verzögerung auch die Knochenbildung.

✗C – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 2 verschieben Östrogene das Verhältnis von RANKL zu Osteoprotegerin zugunsten des Osteoprotegerins und verkürzen zusätzlich die Lebensdauer der Osteoklasten; fehlt Östrogen, nehmen sowohl die Zahl der Umbaueinheiten als auch deren Resorptionstiefe zu.

✗D – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 3 liegt nach WHO-Definition eine Osteoporose vor, wenn die Knochendichte an Lendenwirbelsäule oder Oberschenkelhals mindestens 2,5 Standardabweichungen unter dem Referenzwert liegt; eine Fraktur wird dafür nicht verlangt. Ein T-Wert von −2,8 erfüllt dieses Kriterium.

✓E – gesuchte Aussage – nicht ableitbar (Präzisionsfehler): Laut Absatz 4 hängt die Wirkung vom zeitlichen Verlauf der Exposition ab – tägliche Injektion gegenüber dauerhaft erhöhten Spiegeln – und nicht von der Substanz allein. Strukturelle Unterschiede nennt der Text als Erklärung nicht.

Lösungshinweis: E klingt fachlich plausibel, widerspricht aber der ausdrücklichen Folgerung in Absatz 4, dass es auf das Zeitprofil der Gabe ankommt und nicht auf die Substanz allein. D setzt voraus, dass man die WHO-Definition als reine Dichtegrenze ohne Frakturkriterium liest.

Text 4 – Die Endosymbiontentheorie und die Evolution der eukaryotischen Zelle

Frage 164Lösung A · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 codieren nur 13 der 37 Gene Proteine; 22 liefern Transfer-RNAs und 2 ribosomale RNAs.

✓Aussage 2 – ableitbar: Laut Absatz 1 ordnen Sequenzvergleiche ribosomaler RNA die Mitochondrien den Alphaproteobakterien zu. Laut Absatz 3 war die Wirtszelle nach heutigem Stand ein Archaeon.

✗Aussage 3 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 1 ist es umgekehrt: Weil die Organellen bakterienähnliche Ribosomen besitzen, hemmt Chloramphenicol, das solche Ribosomen blockiert, auch ihre Proteinsynthese.

✗Aussage 4 – Nicht im Text: Absatz 2 nennt keinen Grund für die Verlagerung in den Kern und erörtert nur, warum einige Gene in den Organellen verblieben sind (Anpassung an den Redoxzustand, schwer importierbare hydrophobe Proteine). Sauerstoffradikale werden nicht erwähnt.

✓Aussage 5 – ableitbar: Laut Absatz 2 finden sich im Kerngenom vieler Arten jüngere Einschübe mitochondrialer DNA, die meist funktionslos sind.

Lösung: A. Nur 2. und 5. sind richtig.

Lösungshinweis: Aussage 2 setzt zwei weit auseinanderliegende Angaben zusammen (Herkunft der Mitochondrien in Absatz 1, Natur der Wirtszelle in Absatz 3). Aussage 3 dreht Ursache und Folge um, Aussage 4 bringt ein verbreitetes, im Text aber fehlendes Argument.

Frage 165Lösung B · Single Choice

✗A – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 ist es umgekehrt: In menschlichen Mitochondrien steht UGA für Tryptophan und nicht, wie im universellen Code, für einen Kettenabbruch.

✓B – ableitbar: Laut Absatz 1 blockiert Chloramphenicol die bakterienartigen Ribosomen der Organellen, verschont aber die des Cytoplasmas. Laut Absatz 2 werden die allermeisten der über 1000 mitochondrialen Proteine im Cytoplasma synthetisiert und importiert; nur 13 werden vom Mitochondriengenom codiert.

✗C – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 besitzen die Plastiden der Glaucophyten als Produkt der primären Endosymbiose zwei Membranen; zwischen ihnen liegt eine Schicht aus Peptidoglykan, die selbst keine Membran ist.

✗D – Falsche Verallgemeinerung: Absatz 3 nennt mit dem Plastiden von Plasmodium ein Gegenbeispiel: Er betreibt keine Photosynthese, ist für den Parasiten aber unentbehrlich.

✗E – Überinterpretation: Laut Absatz 3 steht Monocercomonoides inmitten von Verwandten mit mitochondrienartigen Organellen und hat das Organell daher sekundär verloren; zudem besaß schon der letzte gemeinsame Vorfahr der Eukaryoten Mitochondrien.

Lösungshinweis: Die richtige Option verlangt, die Selektivität von Chloramphenicol (Absatz 1) mit dem Syntheseort der meisten mitochondrialen Proteine (Absatz 2) zu verbinden. E klingt folgerichtig, übergeht aber die ausdrückliche Einordnung als sekundären Verlust.

Frage 166Lösung D · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 stammt der Aufsatz von Margulis aus dem Jahr 1967, die Sequenzvergleiche ribosomaler RNA lieferten ihren Nachweis dagegen erst ab den 1970er-Jahren.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 wurden die Lokiarchaeota 2015 in Metagenomen entdeckt; die erste Kultivierung eines Vertreters dieser Gruppe gelang erst 2020 nach mehr als zwölfjähriger Arbeit.

✗Aussage 3 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 3 ist ein Nucleomorph nur bei Cryptophyten und Chlorarachniophyten erhalten, nicht bei allen sekundären Plastiden.

✗Aussage 4 – Überinterpretation: Laut Absatz 1 ließe sich jedes der übrigen Merkmale für sich genommen womöglich auch anders erklären; erst ihr Zusammentreffen mit dem molekularen Stammbaum macht die bakterielle Herkunft praktisch unbestreitbar.

✗Aussage 5 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 verlief die Reduktion bei den Plastiden weniger extrem: Von mehreren tausend Genen blieben bei Landpflanzen rund 100 bis 130, beim menschlichen Mitochondriengenom dagegen nur 37.

Lösung: D. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Die Aussagen verschieben Zeitangaben (1, 2), setzen ein „stets“ an die Stelle zweier Beispielgruppen (3), übergehen eine ausdrückliche Einschränkung (4) oder kehren einen Vergleich um (5). Aussage 4 widerspricht dem letzten Satz von Absatz 1.

Text 5 – Louis Pasteur und das Ende der Urzeugungslehre

Frage 167Lösung E · Single Choice

✗A – Überinterpretation: Absatz 2 berichtet nur das Ergebnis. Laut Absatz 3 dürften die verwendeten Heuaufgüsse schon vor dem Öffnen hitzebeständige Sporen enthalten haben; eine höhere Keimdichte der Pyrenäenluft behauptet der Text nicht.

✗B – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 wurden dort 5 von 20 Kolben besiedelt; 15 von 20, also drei Viertel, blieben steril. Besiedelt wurde demnach jeder vierte Kolben – nicht steril blieb jeder vierte.

✗C – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 3 zeigten die Versuche streng genommen nur, dass unter den gewählten Bedingungen kein Leben neu entstand; die Frage nach der Entstehung von Leben auf der frühen Erde wird davon nicht beantwortet.

✗D – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 verwendete Redi feine Gaze, durch die Luft ungehindert zirkulieren konnte; ferngehalten wurden nur die Fliegen.

✓E – ableitbar: Laut Absatz 1 ließ sich Needhams Einwand, das Erhitzen habe eine Lebenskraft in Brühe und Luft zerstört, mit Spallanzanis luftdichten Gefäßen nicht entkräften. Laut Absatz 2 stand die Lösung in Pasteurs offenen Kolben ständig mit Luft in Verbindung und war nach dem Neigen rasch besiedelt – damit war genau dieser Einwand entkräftet.

Lösungshinweis: E verlangt, Spallanzanis Versuchsaufbau (Absatz 1) mit dem Zweck der offenen Schwanenhalskolben (Absatz 2) zu verknüpfen. Bei B muss man sorgfältig zwischen „besiedelt“ und „steril geblieben“ unterscheiden.

Frage 168Lösung E · Aussagenkombination

✓Aussage 1 – ableitbar: Laut Absatz 2 verwendete Pouchet Heuaufgüsse, Pasteur unter anderem gezuckertes Hefewasser. Laut Absatz 3 dürften die Heuaufgüsse schon vor dem Öffnen hitzebeständige Sporen enthalten haben, während sich Hefewasser durch Kochen zuverlässig entkeimen ließ.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 fiel der Rückzug in die Zeit der 1864 eingesetzten Kommission; Cohns Nachweis stammt laut Absatz 3 erst aus dem Jahr 1876. Der Text betont, dass der Widerspruch beim Rückzug noch nicht erklärt war.

✓Aussage 3 – ableitbar: Laut Absatz 3 keimen überlebende Sporen zwischen den Erhitzungen aus und werden dann in ihrer empfindlicheren, aktiven Form abgetötet.

✓Aussage 4 – ableitbar: Laut Absatz 1 ließ Redis Gaze die Luft zirkulieren, hielt aber die Fliegen fern. Laut Absatz 2 konnte Luft in Pasteurs Schwanenhalskolben ein- und ausströmen, während Staub und Keime in der Biegung zurückblieben.

✗Aussage 5 – Überinterpretation: Absatz 1 berichtet nur, dass Needham seine Brühe kurz aufkochte und später Mikroorganismen fand. Hitzebeständige Sporen zieht der Text in Absatz 3 lediglich zur Erklärung von Pouchets Heuaufgüssen heran; ein Nachweis für Needhams Proben wird nicht erwähnt.

Lösung: E. Nur 1., 3. und 4. sind richtig.

Lösungshinweis: Aussage 4 verbindet zwei fast zwei Jahrhunderte auseinanderliegende Versuche über ihr gemeinsames Prinzip. Aussage 5 wirkt wie eine naheliegende Übertragung von Absatz 3 auf Absatz 1, doch „nachweislich“ geht über den Text hinaus.

Set 15Fragen 169–180

Text 1 – Statistische Mechanik – Boltzmann-Verteilung und Brownsche Bewegung

Frage 169Lösung B · Aussagenkombination

✓Aussage 1 – ableitbar: Laut Absatz 3 wächst das mittlere Verschiebungsquadrat (für Zeiten, die lang gegenüber der Abbremsdauer sind) linear mit der Zeit; für die zehnfache Entfernung braucht ein Teilchen die hundertfache Zeit. Die typische Entfernung wächst also mit der Wurzel der Zeit – die vierfache Zeit ergibt die doppelte Strecke.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 ist der Diffusionskoeffizient umgekehrt proportional zur Viskosität; der Text nennt für die zehnfache Viskosität ausdrücklich die zehnfache Zeit. Die hundertfache Zeit gehört zur zehnfachen Strecke bei gleicher Viskosität.

✓Aussage 3 – ableitbar: Laut Absatz 4 tritt im Sedimentationsgleichgewicht die um den Auftrieb verminderte effektive Masse an die Stelle der Molekülmasse. Laut Absatz 1 ist die charakteristische Höhe umso größer, je leichter die Teilchen sind. Dichteres Material bei gleichem Radius bedeutet eine größere effektive Masse und damit einen steileren Abfall.

✗Aussage 4 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 ist es umgekehrt: Die berechnete Durchschnittsgeschwindigkeit wird umso größer, je kürzer das Beobachtungsintervall ist – deshalb hielt Einstein sie für keine sinnvolle Messgröße.

✗Aussage 5 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 2 verläuft die Ursache-Wirkungs-Beziehung umgekehrt: Weil die Anregungsenergie der Schwingung (rund 0,29 eV) weit über kT liegt, ist die Schwingung eingefroren, und deshalb beträgt die Wärmekapazität nur etwa 5/2 R statt 7/2 R.

Lösung: B. Nur 1. und 3. sind richtig.

Lösungshinweis: Aussage 3 ist nur lösbar, wenn man die Höhenabhängigkeit aus Absatz 1 mit der effektiven Masse aus Absatz 4 verbindet. Bei den Aussagen 1 und 2 muss man sauber trennen: Die benötigte Zeit wächst mit dem Quadrat der Strecke, aber nur linear mit der Viskosität.

Frage 170Lösung E · Single Choice

✗A – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 durchmischt die Turbulenz die Atmosphäre unterhalb dieser Grenze; erst oberhalb davon entmischen sich die Gase nach ihrer Masse.

✗B – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 2 gilt die Faustregel nur für Aktivierungsenergien zwischen etwa 50 und 80 kJ/mol in der Nähe der Raumtemperatur; für deutlich niedrigere oder höhere Aktivierungsenergien trifft sie ausdrücklich nicht zu.

✗C – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 ist der höhere Zustand dann nur noch mit etwa einem Zweiundzwanzigtausendstel der Wahrscheinlichkeit des tieferen besetzt. Der Boltzmann-Faktor hängt exponentiell, nicht linear von der Energiedifferenz ab.

✗D – Nicht im Text: Absatz 1 erwähnt Helium nur als Beispiel eines leichten Gases, dessen Anteil sich bis in große Höhen kaum verändert. Über ein Entweichen in den Weltraum sagt der Text nichts.

✓E – ableitbar: Laut Absatz 2 gilt der Gleichverteilungssatz, sobald die Niveauabstände klein gegenüber kT sind; unter Einschluss der Schwingung verlangt er 7/2 R. Der Wert von etwa 5/2 R beruht nur darauf, dass die Schwingung bei Raumtemperatur eingefroren ist.

Lösungshinweis: Die richtige Option E verlangt, die Gültigkeitsbedingung des Gleichverteilungssatzes auf eine neue Situation zu übertragen. C übersieht die exponentielle Abhängigkeit, B lässt die Bedingung der Faustregel weg, A vertauscht oben und unten.

Frage 171Lösung B · Single Choice (Negationsfrage)

✗A – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 4 (Fluktuations-Dissipations-Theorem) sind es dieselben molekularen Stöße, die das Teilchen hin und her treiben und es bei einer Bewegung abbremsen; die Reibung geht laut Absatz 3 in Einsteins Formel ein.

✓B – gesuchte Aussage – nicht ableitbar (Präzisionsfehler): Laut Absatz 3 gilt der lineare Zusammenhang nur für Zeiten, die lang gegenüber dieser Abbremsdauer sind; auf kürzeren Zeitskalen bewegt sich das Teilchen nahezu geradlinig.

✗C – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 3 fand Brown dieselbe Bewegung an zerriebenem Glas und Gesteinsstaub und schloss daraus eine Lebenskraft als Ursache aus.

✗D – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 1 ist der Wert von k seit der Neudefinition des Internationalen Einheitensystems 2019 exakt festgelegt.

✗E – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 1 ist die Höhe, auf der die Dichte auf den e-ten Teil sinkt, umso größer, je leichter die Moleküle sind; Helium wird dort ausdrücklich als leichtes Gas genannt.

Lösungshinweis: Bei Negationsfragen muss jede Option einzeln geprüft werden. B vertauscht die Gültigkeitsbedingung aus Absatz 3: Linear wächst das Verschiebungsquadrat nur für lange, nicht für sehr kurze Zeiten.

Text 2 – Der Casimir-Effekt und die Vakuumfluktuationen

Frage 172Lösung C · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 fällt der Druck mit der vierten Potenz des Abstands; bei halbem Abstand steigt er daher auf das 16-Fache. Mit der dritten Potenz fällt laut Absatz 3 nur die Kraft in der Anordnung aus Kugel und Ebene.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 war der Grund die eindeutige Definition des Abstands; die Kraft muss in dieser Anordnung gerade über eine Näherung aus der Plattenformel gewonnen werden.

✗Aussage 3 – Überinterpretation: Laut Absatz 2 ist dieser Wert nur ein rechnerisches Ergebnis der idealisierten Formel. Da Gold unterhalb von rund 140 nm Abstand die ideale Randbedingung nicht mehr erfüllt, gilt die Formel dort gerade nicht; eine Messung bei 10 nm erwähnt der Text nicht.

✗Aussage 4 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 2 ist es umgekehrt: Die Durchlässigkeit oberhalb der Plasmafrequenz ist die Ursache dafür, dass die Platten bei kleinen Abständen die ideale Randbedingung verfehlen und der Druck in die van-der-Waals-Wechselwirkung übergeht.

✗Aussage 5 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 gehört der Bereich von 0,6 bis 6 µm zu Lamoreaux' Torsionspendelmessung von 1997; Mohideen und Roy maßen bei 0,1 bis 0,9 µm.

Lösung: C. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Jede Aussage enthält nur eine kleine Verschiebung – Exponent, Begründung, Messbereich oder Wirkrichtung. Besonders tückisch ist Aussage 1: Die dritte Potenz aus Absatz 3 gilt nur für die Anordnung aus Kugel und Ebene, nicht für zwei Platten.

Frage 173Lösung A · Single Choice

✓A – ableitbar: Laut Absatz 1 sagte Casimir eine Anziehung paralleler Platten voraus. Laut Absatz 4 liegt das Vorzeichen jedoch nicht fest: Boyer berechnete für eine ideal leitende Kugelschale im Vakuum eine nach außen gerichtete Spannung.

✗B – Nicht im Text: Absatz 3 nennt Restladungen nur allgemein als eine von mehreren möglichen Störquellen. Welche davon Sparnaays Ergebnis beeinträchtigte, sagt der Text nicht.

✗C – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 4 tritt eine Abstoßung nur auf, wenn die Dielektrizitätsfunktion des Mediums zwischen denen zweier verschiedener Körper liegt – wie bei Brombenzol zwischen Gold und Quarzglas.

✗D – Überinterpretation: Laut Absatz 4 erfassen Casimir-Experimente nur abstandsabhängige Energiedifferenzen und sagen über den Absolutbetrag der Vakuumenergie nichts aus.

✗E – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 fällt ihr Beitrag bei Raumtemperatur erst ab Abständen von einigen Mikrometern ins Gewicht.

Lösungshinweis: A verlangt, Casimirs ursprüngliche Vorhersage (Absatz 1) mit Boyers Ergebnis (Absatz 4) zusammenzulesen. C lässt die Bedingung für die Abstoßung weg, B macht aus einer allgemeinen Aufzählung von Störquellen eine konkrete Ursache.

Text 3 – Malaria – der Lebenszyklus von Plasmodium und die Entwicklung von Resistenzen

Frage 174Lösung D · Single Choice (Negationsfrage)

✗A – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 2 benötigt P. vivax zum Eindringen in der Regel das Duffy-Antigen; wo es meist fehlt, in West- und Zentralafrika, ist die Vivax-Malaria selten.

✗B – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 2 baut der Parasit Hämoglobin ab und wandelt das freie Häm in Hämozoin um. Laut Absatz 4 hemmt Chloroquin genau diese Umwandlung, während Artemisinin durch Häm aus dem Hämoglobinabbau aktiviert wird.

✗C – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 1 gehen Rückfälle von ruhenden Leberstadien (Hypnozoiten) aus, gegen die nur Primaquin und Tafenoquin wirken. Die Blutstadien (Absatz 2) sind davon getrennt; ihre Abtötung beseitigt die Hypnozoiten nicht.

✓D – gesuchte Aussage – nicht ableitbar (Präzisionsfehler): Laut Absatz 3 ist die Zygote das einzige diploide Stadium und tritt schon nach wenigen Stunden in die Meiose ein; in allen übrigen Stadien, also auch als Sporozoit, ist der Parasit haploid.

✗E – ableitbar, daher nicht gesucht: Laut Absatz 4 wird die Endoperoxidbrücke durch Häm aktiviert; die frühen Ringstadien der Mutanten nehmen weniger Hämoglobin auf und stellen daher weniger aktivierendes Häm bereit.

Lösungshinweis: D knüpft an eine korrekte Information (diploide Zygote) an und überträgt sie unzulässig auf ein späteres Stadium. Die Optionen C und B sind nur durch die Kombination zweier Absätze als ableitbar zu erkennen.

Frage 175Lösung B · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 2 ist es umgekehrt: PfEMP1 ermöglicht erst das Anhaften an der Gefäßwand, das über die Verstopfung von Hirngefäßen zur zerebralen Malaria führen kann.

✓Aussage 2 – ableitbar: Laut Absatz 2 sind Gametozyten die Form, mit der sich die Mücke infiziert. Laut Absatz 3 können sich bei der Befruchtung Erbanlagen verschiedener Klone neu kombinieren und so Resistenzmerkmale zusammenführen; aus der befruchteten Zygote gehen über die Oozyste die Sporozoiten hervor.

✗Aussage 3 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 4 führt die partielle Resistenz allein nicht zum Therapieversagen, solange das Partnermedikament wirksam bleibt; kritisch wurde die Lage erst mit zusätzlicher Piperaquinresistenz.

✗Aussage 4 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 1 bilden nur P. vivax und P. ovale ruhende Hypnozoiten, die Rückfälle auslösen.

✓Aussage 5 – ableitbar: Laut Absatz 3 kommt die Entwicklung von P. falciparum in der Mücke unterhalb von etwa 16 °C zum Erliegen, sodass keine übertragungsfähigen Sporozoiten entstehen. Laut Absatz 1 sind es aber gerade die Sporozoiten, die beim Stich übertragen werden.

Lösung: B. Nur 2. und 5. sind richtig.

Lösungshinweis: Aussage 5 lässt sich nur lösen, wenn man die Temperaturgrenze (Absatz 3) mit der Tatsache verbindet, dass Sporozoiten die übertragene Form sind (Absatz 1). Aussage 3 unterschlägt die Bedingung, dass das Partnermedikament noch wirkt.

Frage 176Lösung E · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 erkannte Laveran, dass die Erreger im Blut leben; die Übertragung durch Stechmücken wies Ross 1897/98 nach.

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 dauert diese Vermehrung bei P. falciparum etwa eine Woche.

✗Aussage 3 – Überinterpretation: Laut Absatz 2 sind Gametozyten zwar symptomlos, aber die einzige Form, mit der sich eine Mücke beim Blutsaugen infizieren kann – für die Übertragung also unverzichtbar.

✗Aussage 4 – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 2 ist es umgekehrt: Weil PfEMP1 ein Hauptziel der Antikörperabwehr ist, wechselt der Parasit zwischen seinen rund 60 var-Genen.

✗Aussage 5 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 können beide Wirkstoffe bei diesem Enzymmangel eine gefährliche Hämolyse auslösen und sollen deshalb erst nach einem entsprechenden Test gegeben werden.

Lösung: E. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Alle Aussagen greifen echte Textdetails auf, verschieben aber jeweils eine Person, einen Zeitraum, eine Bedingung oder eine Wirkrichtung. Gerade bei den Aussagen 3 und 4 muss man genau prüfen, was im Text Ursache und was Folge ist.

Text 4 – Die Anomalien des Wassers und die Wasserstoffbrückenbindung

Frage 177Lösung E · Single Choice

✗A – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 sind die Werte vertauscht: Das Dichtemaximum liegt bei 11,2 °C, der Schmelzpunkt bei 3,8 °C.

✗B – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 3 gilt dies nur für Eis Ih; oberhalb von etwa 2100 bar bilden sich dichtere Eisphasen, deren Schmelztemperatur mit dem Druck steigt.

✗C – Nicht im Text: Die Oberflächenspannung wird im Text nicht erwähnt; die Aussage mag sachlich zutreffen, lässt sich aber aus dem Text nicht ableiten.

✗D – Kausalitätsumkehr: Laut Absatz 3 ist die hohe Wärmekapazität, die auf dem Lösen von Wasserstoffbrücken beruht, die Ursache; die Dämpfung des Küstenklimas ist ihre Folge.

✓E – ableitbar: Laut Absatz 3 senkt Druck den Schmelzpunkt von Eis Ih nur um etwa 0,0074 K pro bar; 100 bar bewirken also eine Absenkung um weniger als 1 K – der Schmelzpunkt bleibt weit oberhalb von −5 °C.

Lösungshinweis: Option E erfordert eine kleine Rechnung mit der Angabe aus Absatz 3 (100 bar · 0,0074 K/bar < 1 K). A vertauscht zwei Zahlen, B überträgt eine Eigenschaft von Eis Ih auf alle Eisphasen.

Frage 178Lösung D · Aussagenkombination

✓Aussage 1 – ableitbar: Laut Absatz 2 ist im Eis jedes Molekül an vier Brücken beteiligt, im flüssigen Wasser bei Raumtemperatur noch an etwa dreieinhalb; zudem ist die Schmelzenthalpie (6,0 kJ/mol) viel kleiner als die Verdampfungsenthalpie (40,7 kJ/mol).

✗Aussage 2 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 2 gilt dies erst oberhalb eines Salzgehalts von etwa 24,7 Promille; bei 20 Promille liegt das Dichtemaximum noch oberhalb des Gefrierpunkts.

✓Aussage 3 – ableitbar: Laut Absatz 1 steigen die Siedepunkte von H₂S (−60 °C) über H₂Se (−41 °C) zu H₂Te (−2 °C); nach diesem Trend müsste Wasser noch unterhalb des Schwefelwasserstoffs sieden.

✓Aussage 4 – ableitbar: Laut Absatz 2 liegt das Dichtemaximum genau dort, wo die Verdichtung durch brechende Brücken von der Wärmeausdehnung überholt wird – bei normalem Wasser bei 3,98 °C. Laut Absatz 3 liegt es bei schwerem Wasser bei 11,2 °C, also rund 7,2 K höher.

✗Aussage 5 – Überinterpretation: Laut Absatz 3 ist dies nur eine seit den 1990er-Jahren diskutierte Hypothese; ob der vorhergesagte zweite kritische Punkt existiert, ist experimentell nicht abschließend geklärt.

Lösung: D. Nur 1., 3. und 4. sind richtig.

Lösungshinweis: Aussage 4 verlangt, die Erklärung des Dichtemaximums aus Absatz 2 auf die Zahlenwerte für schweres Wasser aus Absatz 3 anzuwenden. Bei Aussage 2 entscheidet der Grenzwert von 24,7 Promille.

Text 5 – Vedische Kosmologie und die zyklischen Weltzeitalter

Frage 179Lösung C · Aussagenkombination

✗Aussage 1 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 1 ist es umgekehrt: Ein Viertel des Purusha bildet alle Geschöpfe, drei Viertel sind unsterblich im Himmel.

✗Aussage 2 – Überinterpretation: Laut Absatz 2 bezeichnet yuga in den vedischen Hymnen noch keine festgelegte Weltperiode, und ein System von Weltzeitaltern findet sich erst in nachvedischen Werken. Die Umrechnung in Götterjahre zu 360 Menschenjahren stammt laut Absatz 3 aus den Puranas.

✗Aussage 3 – Präzisionsfehler: Laut Absatz 3 dauert das Dvapara-Yuga 2000 Jahre plus zwei Dämmerungen von je 200 Jahren, also 2400 Götterjahre; mal 360 ergibt das 864.000 Menschenjahre. 720.000 erhielte man nur ohne die Dämmerungen.

✗Aussage 4 – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 1 bietet der Rigveda kein geschlossenes Weltmodell; neben dem Purusha-Opfer stehen andere Bilder wie der goldene Keim oder der Nasadiya-Hymnus.

Lösung: C. Keine lässt sich ableiten.

Lösungshinweis: Aussage 3 erfordert eine Rechnung mit den Angaben aus Absatz 3 – wer die Dämmerungen vergisst, landet bei 720.000. Aussage 2 verknüpft zwei Zahlen, die der Text zwar beide nennt, aber verschiedenen Textschichten zuordnet.

Frage 180Lösung A · Single Choice

✓A – ableitbar: Laut Absatz 4 begann das Kali-Yuga 3102 v. Chr.; seither sind gut 5100 Jahre vergangen. Laut Absatz 3 dauert es 432.000 Jahre; ein Fünfzigstel davon wären 8640 Jahre.

✗B – Nicht im Text: Der Text nennt nur die Stelle des Hymnus (zehntes Buch, 90. Hymnus) und die Datierung des Kerns der Sammlung; über das relative Alter einzelner Hymnen sagt er nichts.

✗C – Präzisionsfehler: Laut Absatz 4 waren zu diesem Zeitpunkt 3600 Jahre des Kali-Yuga vergangen; 3102 v. Chr. ist das von den Astronomen bestimmte Anfangsjahr.

✗D – Überinterpretation: Laut Absatz 4 lässt sich das Schema vollständig aus seiner inneren Arithmetik herleiten; die Übereinstimmung gilt ausdrücklich nicht als vorweggenommene Erkenntnis.

✗E – Falsche Verallgemeinerung: Laut Absatz 4 teilte Aryabhata das Mahayuga abweichend in vier gleich lange Abschnitte zu je 1.080.000 Jahren.

Lösungshinweis: Für A muss man das Anfangsjahr aus Absatz 4 mit der Dauer aus Absatz 3 verrechnen. E scheitert an Aryabhatas abweichender Einteilung, D widerspricht der religionswissenschaftlichen Einordnung in Absatz 4.