KFF-Übungsbuch · Teil 3

Soziales Entscheiden

Lösungen 1–200 · Rangfolge, Stufen und Erklärung

Stand: 14. Oktober 2026 · Fehler entdeckt? Melde ihn uns.

Rangfolge nach dem Kohlberg-Stufenmodell

Rang 1 = Stufe 1 – Universalprinzip
Rang 2 = Stufe 2 – Regeln und Gesetze
Rang 3 = Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
Rang 4 = Stufe 4 – Eigener Vorteil
Rang 5 = Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Sonderfall: Zwei Überlegungen auf Stufe 5 – die weniger extreme Konsequenz erhält Rang 4, die extremere Rang 5.

Aufgaben 1–50

Aufgabe 1Rangfolge A – B – E – C – D

Eine Assistenzärztin entdeckt, dass ein erfahrener Kollege einem Patienten die zehnfache Dosis eines Blutverdünners verordnet hat.

RangÜberlegungStufe
1A)  „Welche Folgen hätte es für den Patienten, wenn er die falsche Dosis bekommt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Bin ich als Ärztin nicht verpflichtet, einen erkannten Behandlungsfehler zu melden?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Wie würden meine Kolleginnen und Kollegen an meiner Stelle handeln?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4C)  „Würde mich der Oberarzt für meine Aufmerksamkeit loben?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5D)  „Könnte mir das Ärger mit dem Kollegen einbringen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

Überlegung A ist am wichtigsten, weil Dr. Lehner hier die Konsequenzen ihres Handelns für den Patienten reflektiert – das entspricht dem Universalprinzip. B beruft sich auf ihre ärztliche Pflicht und damit auf eine feste Regel (Stufe 2). In E orientiert sie sich am Verhalten ihrer Kolleginnen und Kollegen, also an den Erwartungen von Bezugspersonen. C zielt auf ein Lob und damit auf einen eigenen Vorteil, während D nur das Vermeiden von Ärger im Blick hat und deshalb den letzten Rang erhält.

Aufgabe 2Rangfolge C – E – B – D – A

Ein Schüler findet im Park eine Geldbörse mit 150 Euro und Ausweisen.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Wie würde es der Besitzerin gehen, wenn sie weder ihr Geld noch ihre Dokumente zurückbekommt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Muss man gefundene Sachen nicht beim Fundamt abgeben?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Was würden meine Freunde tun, wenn sie die Geldbörse gefunden hätten?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Bekomme ich einen Finderlohn, wenn ich die Geldbörse abgebe?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Hat mich jemand dabei beobachtet, wie ich die Geldbörse aufgehoben habe?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C steht an erster Stelle, da Jonas sich in die Lage der Besitzerin versetzt und die Folgen seines Handelns für sie bedenkt (Universalprinzip). E bezieht sich auf die gesetzliche Regel zur Abgabe von Fundsachen und gehört daher zu Stufe 2. In B vergleicht Jonas sein Verhalten mit dem seiner Freunde (Stufe 3). Beim Finderlohn in D geht es um einen persönlichen Vorteil, bei A lediglich darum, nicht ertappt zu werden – das ist die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 3Rangfolge B – D – A – E – C

Eine Kundin bemerkt am Parkplatz, dass ihr eine Verkäuferin in Ausbildung 20 Euro zu viel Wechselgeld gegeben hat.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Müsste die junge Verkäuferin den Fehlbetrag am Abend vielleicht aus eigener Tasche ersetzen?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Ist es nicht meine Pflicht, zu viel erhaltenes Geld zurückzugeben?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Was würden meine Bekannten in so einer Situation machen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Wäre mein Einkauf mit den 20 Euro nicht fast gratis gewesen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Könnte die Bäckerei herausfinden, dass ich das Geld behalten habe?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

Am wichtigsten ist B, denn hier denkt Frau Huber an die Konsequenzen für die junge Verkäuferin, die den Fehlbetrag möglicherweise tragen muss (Universalprinzip). D folgt einem moralischen Grundsatz, ohne ihn weiter zu hinterfragen (Stufe 2). A orientiert sich am Verhalten von Bekannten (Stufe 3). E betrachtet nur den finanziellen Vorteil für Frau Huber selbst, und C dreht sich darum, nicht entdeckt zu werden – diese Überlegung ist am unwichtigsten.

Aufgabe 4Rangfolge E – B – D – A – C · Sonderfall

Ein Pfleger beobachtet im Nachtdienst, wie eine befreundete Kollegin starke Schmerzmittel aus dem Stationsschrank einsteckt.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Könnten Patientinnen und Patienten zu Schaden kommen, wenn Medikamente fehlen oder meine Kollegin beeinträchtigt arbeitet?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Bin ich nicht verpflichtet, einen Medikamentendiebstahl der Stationsleitung zu melden?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3D)  „Wie würden andere Pflegekräfte handeln, wenn sie das beobachtet hätten?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Würde meine Kollegin nicht mehr mit mir reden, wenn ich sie melde?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (milder)
5C)  „Könnte ich selbst meinen Job verlieren, wenn herauskommt, dass ich davon wusste und geschwiegen habe?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (extremer)

Erklärung

E ist am wichtigsten, da Herr Yilmaz die möglichen Folgen für die Patientinnen und Patienten reflektiert (Universalprinzip). B bezieht sich auf seine Meldepflicht (Stufe 2), D auf das Verhalten anderer Pflegekräfte (Stufe 3). Sowohl A als auch C betreffen das Vermeiden eigener Nachteile (Stufe 5); ein eigener Vorteil (Stufe 4) kommt in dieser Aufgabe nicht vor. Da der Verlust des Arbeitsplatzes in C eine deutlich schwerwiegendere Konsequenz ist als eine gekränkte Kollegin in A, erhält C den letzten Rang.

Aufgabe 5Rangfolge D – E – C – B – A

Eine Medizinstudentin bekommt am Vorabend einer Prüfung eine angeblich echte Liste der Prüfungsfragen angeboten.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Was wäre, wenn alle Studierenden ihre Prüfungen auf diese Weise bestehen würden?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Verstößt es nicht gegen die Prüfungsordnung, sich die Fragen vorab zu beschaffen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Würden meine Studienkolleginnen die Liste an meiner Stelle auch verwenden?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Würde ich mit der Liste eine bessere Note bekommen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Könnte ich von der Prüfung ausgeschlossen werden, wenn das auffliegt?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D verallgemeinert Sarahs Verhalten und fragt, welche Folgen es hätte, wenn alle so handeln würden – das ist das Universalprinzip und damit Rang 1. E stützt sich auf die Prüfungsordnung, also auf eine Regel (Stufe 2). In C vergleicht Sarah sich mit ihren Studienkolleginnen (Stufe 3). B fragt nach der besseren Note und damit nach dem eigenen Vorteil, A nur nach einer möglichen Strafe, weshalb sie am unwichtigsten ist.

Aufgabe 6Rangfolge E – D – B – A – C

Ein Mann soll seiner 78-jährigen Nachbarin beim Umzug helfen, hat aber für denselben Tag ein Tennisturnier geplant.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Wie würde meine Nachbarin zurechtkommen, wenn ihr niemand beim Tragen hilft?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Sollte man älteren Menschen nicht grundsätzlich helfen, wenn sie darum bitten?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Würden die anderen Hausbewohner an meiner Stelle helfen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Würde mir die Nachbarin dann im Urlaub die Blumen gießen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Würde im Haus schlecht über mich geredet werden, wenn ich nicht helfe?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

Überlegung E ist die wichtigste, weil Herr Gruber bedenkt, welche Folgen seine Entscheidung für die Nachbarin hätte (Universalprinzip). D gibt einen allgemeinen moralischen Grundsatz wieder, der ohne Hinterfragen befolgt wird (Stufe 2). B richtet sich am Verhalten der anderen Hausbewohner aus (Stufe 3). A erhofft sich eine Gegenleistung und damit einen eigenen Vorteil (Stufe 4), während C nur schlechtes Gerede vermeiden will und daher auf Rang 5 steht.

Aufgabe 7Rangfolge B – D – E – A – C

Eine müde Schülerin überlegt, ob sie im vollen Bus einer älteren Dame mit Gehstock ihren Sitzplatz anbietet.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Könnte die Dame stürzen und sich verletzen, wenn sie während der Fahrt stehen muss?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Gehört es sich nicht, älteren Menschen den Sitzplatz anzubieten?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Würden die anderen Fahrgäste an meiner Stelle aufstehen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Würden mich die anderen Fahrgäste für besonders höflich halten?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Würden mich die anderen Fahrgäste schief anschauen, wenn ich sitzen bleibe?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

B ist am wichtigsten, weil Lea die möglichen Folgen ihres Verhaltens für die ältere Dame reflektiert (Universalprinzip). D beruft sich auf eine Anstandsregel (Stufe 2). In E orientiert sie sich daran, was andere Fahrgäste tun würden (Stufe 3). A und C beziehen sich beide auf die Meinung der Mitfahrenden: A erhofft sich ein gutes Ansehen und damit einen Vorteil (Stufe 4), C will lediglich einen Nachteil vermeiden (Stufe 5).

Aufgabe 8Rangfolge E – A – B – C – D

Eine Apothekerin wird von einem Stammkunden gebeten, ihm ein Antibiotikum ohne Rezept zu geben.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Welche Folgen könnte es für den Kunden haben, wenn er ohne ärztliche Abklärung ein Antibiotikum einnimmt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2A)  „Darf ich rezeptpflichtige Medikamente laut Gesetz überhaupt ohne Rezept abgeben?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Wie würden andere Apothekerinnen in so einem Fall entscheiden?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4C)  „Bleibt der Kunde unserer Apotheke treu, wenn ich ihm entgegenkomme?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5D)  „Könnte ich bei einer Kontrolle der Apothekerkammer Probleme bekommen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

E steht an erster Stelle, da Mag. Petrović die gesundheitlichen Konsequenzen ihrer Entscheidung für den Kunden bedenkt (Universalprinzip). A fragt nach der gesetzlichen Vorgabe und entspricht damit Stufe 2. B vergleicht ihr Verhalten mit dem anderer Apothekerinnen (Stufe 3). C hat den geschäftlichen Vorteil der Apotheke im Blick (Stufe 4), D nur die Angst vor Konsequenzen bei einer Kontrolle (Stufe 5).

Aufgabe 9Rangfolge D – A – B – C – E

Ein Kellner bemerkt, dass das Dessert eines Gastes mit Nussallergie mit Haselnüssen bestreut ist.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Könnte der Gast eine schwere allergische Reaktion bekommen, wenn Reste der Nüsse am Dessert bleiben?“Stufe 1 – Universalprinzip
2A)  „Bin ich nicht verpflichtet, die Allergenvorschriften genau einzuhalten?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Wie würden meine erfahrenen Kollegen mit so einer Situation umgehen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4C)  „Bekomme ich mehr Trinkgeld, wenn das Dessert schnell am Tisch ist?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5E)  „Würde mich der Koch anschreien, wenn ich ein neues Dessert verlange?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D ist die wichtigste Überlegung, denn Tobias reflektiert die gesundheitlichen Folgen seines Handelns für den Gast (Universalprinzip). A bezieht sich auf die geltenden Allergenvorschriften (Stufe 2). B orientiert sich am Verhalten erfahrener Kollegen (Stufe 3). C fragt nach mehr Trinkgeld und damit nach einem persönlichen Vorteil, während E nur einen Konflikt mit dem Koch vermeiden will und deshalb am unwichtigsten ist.

Aufgabe 10Rangfolge E – A – B – D – C

Ein Lehrer ertappt den Klassensprecher während einer Schularbeit beim Abschreiben vom Handy.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Wäre es den anderen Schülerinnen und Schülern gegenüber gerecht, wenn ich darüber hinwegsehe?“Stufe 1 – Universalprinzip
2A)  „Muss ich laut den Prüfungsvorschriften die Schularbeit bei einem Schummelversuch nicht abnehmen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Wie würden meine Kolleginnen und Kollegen reagieren, wenn sie das bemerkt hätten?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Würde mich der Klassensprecher bei der nächsten Lehrerbewertung besser beurteilen, wenn ich nichts sage?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Könnten sich die Eltern bei der Direktion über mich beschweren?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

E ist am wichtigsten, weil Herr Mayr die Auswirkungen seiner Entscheidung auf die übrigen Schülerinnen und Schüler reflektiert (Universalprinzip). A verweist auf die geltenden Prüfungsvorschriften (Stufe 2). B misst das eigene Verhalten an dem der Kolleginnen und Kollegen (Stufe 3). D erhofft sich eine bessere Bewertung und damit einen Vorteil (Stufe 4), während C lediglich eine Beschwerde vermeiden möchte (Stufe 5).

Aufgabe 11Rangfolge B – C – A – D – E · Sonderfall

Eine Teamassistentin bemerkt, dass ein beliebter Kollege seit Wochen falsche Arbeitszeiten einträgt.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Welche Auswirkungen hätte es auf das Team, wenn jeder seine Arbeitszeiten so eintragen würde?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Bin ich nicht verpflichtet, falsche Zeitangaben zu melden?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Würde mir die Abteilungsleiterin mehr Verantwortung übertragen, wenn ich so aufmerksam bin?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
4D)  „Würde ich im Team als Petze dastehen und ausgegrenzt werden?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (milder)
5E)  „Könnte ich selbst eine Verwarnung bekommen, wenn herauskommt, dass ich es gewusst habe?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (extremer)

Erklärung

B verallgemeinert das Verhalten und fragt nach den Folgen für das gesamte Team – das ist das Universalprinzip und damit Rang 1. C bezieht sich auf eine Pflicht (Stufe 2), A auf eine mögliche Belohnung durch mehr Verantwortung (Stufe 4); eine Orientierung an Bezugspersonen (Stufe 3) fehlt in dieser Aufgabe. D und E betreffen beide das Vermeiden von Nachteilen (Stufe 5). Der schlechte Ruf im Team in D ist eine soziale und damit weniger schwere Konsequenz als eine berufliche Verwarnung in E, weshalb E auf den letzten Rang kommt.

Aufgabe 12Rangfolge C – D – E – B – A

Ein Radfahrer sieht einen verunglückten Rollerfahrer am Straßenrand liegen, während andere einfach vorbeifahren.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Was wäre, wenn alle an einem Verletzten einfach vorbeifahren würden?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Bin ich nicht gesetzlich zur Hilfeleistung verpflichtet?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Was würden andere Radfahrer an meiner Stelle tun?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Würde ich als Held dastehen, wenn ich dem Verletzten helfe?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Könnte ich Schwierigkeiten bekommen, wenn ich bei der Ersten Hilfe etwas falsch mache?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C ist am wichtigsten, da Herr Novak sein Verhalten verallgemeinert und die Folgen für Verletzte reflektiert (Universalprinzip). D stützt sich auf die gesetzliche Hilfeleistungspflicht (Stufe 2). E orientiert sich am Verhalten anderer Radfahrer (Stufe 3). B zielt auf Anerkennung und damit auf einen eigenen Vorteil, A auf das Vermeiden möglicher Schwierigkeiten – sie ist daher die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 13Rangfolge E – A – C – D – B

Eine Famulantin könnte die Krankenakte eines bekannten Fußballspielers öffnen, über den ihre Freunde spekulieren.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Würde ich die Privatsphäre des Patienten verletzen, wenn ich seine Daten ohne Grund öffne?“Stufe 1 – Universalprinzip
2A)  „Unterliege ich nicht der Schweigepflicht und dem Datenschutz?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Würden andere Famulantinnen an meiner Stelle auch nachsehen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Wäre ich in meinem Freundeskreis interessanter, wenn ich Insiderinformationen hätte?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5B)  „Wird im System gespeichert, wer welche Akte öffnet?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

E ist die wichtigste Überlegung, weil Anna reflektiert, welchen Schaden ihr Handeln für den Patienten bedeuten würde (Universalprinzip). A beruft sich auf Schweigepflicht und Datenschutz, also auf Regeln (Stufe 2). C vergleicht ihr Verhalten mit dem anderer Famulantinnen (Stufe 3). D erhofft sich Ansehen im Freundeskreis und damit einen Vorteil (Stufe 4), B fragt nur, ob sie ertappt werden könnte, und ist daher am unwichtigsten.

Aufgabe 14Rangfolge B – E – A – C – D

Einem Kunden wird ein Akkubohrer an der Kassa um 100 Euro zu billig verrechnet.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Würde der junge Kassier Schwierigkeiten bekommen, wenn die Differenz später auffällt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Ist es nicht meine Pflicht, auf einen offensichtlichen Preisfehler hinzuweisen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Was würden die meisten Kunden in meiner Lage tun?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4C)  „Spare ich mir nicht 100 Euro, wenn ich einfach gehe?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5D)  „Könnte der Fehler bei der Inventur auf mich zurückgeführt werden?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

B ist am wichtigsten, da Herr Wagner die Konsequenzen seines Verhaltens für den Kassier bedenkt (Universalprinzip). E folgt einer moralischen Pflicht, ohne sie zu hinterfragen (Stufe 2). In A orientiert er sich daran, wie die meisten anderen Kunden handeln würden (Stufe 3). C betrachtet nur die eigene Ersparnis (Stufe 4), und D möchte lediglich vermeiden, dass der Fehler auf ihn zurückfällt – das ist Stufe 5 und somit Rang 5.

Aufgabe 15Rangfolge A – E – C – D – B

Ein junger Mann soll gegenüber der Freundin seines besten Freundes bestätigen, dass die beiden gemeinsam gelernt hätten.

RangÜberlegungStufe
1A)  „Wie würde sich Davids Freundin fühlen, wenn sie später erfährt, dass ich sie angelogen habe?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Sollte man nicht grundsätzlich bei der Wahrheit bleiben?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Würden meine anderen Freunde für David auch lügen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Würde David mir bei Gelegenheit ebenfalls aus der Patsche helfen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5B)  „Würde ich die Freundschaft mit David aufs Spiel setzen, wenn ich die Wahrheit sage?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

A steht an erster Stelle, weil Felix sich in Davids Freundin hineinversetzt und die Folgen der Lüge für sie reflektiert (Universalprinzip). E gibt einen allgemeinen moralischen Grundsatz wieder (Stufe 2). C vergleicht das eigene Verhalten mit dem anderer Freunde (Stufe 3). D erwartet eine spätere Gegenleistung und damit einen Vorteil (Stufe 4), während B lediglich den Verlust der Freundschaft vermeiden will (Stufe 5).

Aufgabe 16Rangfolge E – B – A – C – D

Eine Zahnarztassistentin soll dem Zahnarzt aus Zeitdruck ein nicht sterilisiertes Instrument reichen.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Könnte sich ein Patient durch ein nicht sterilisiertes Instrument mit einer Krankheit anstecken?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Schreiben die Hygienevorschriften nicht eindeutig vor, dass Instrumente sterilisiert werden müssen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Was würden andere Zahnarztassistentinnen in dieser Situation tun?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4C)  „Würde mich der Zahnarzt langfristig als besonders gewissenhafte Mitarbeiterin schätzen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5D)  „Würde der Zahnarzt seine schlechte Laune an mir auslassen, wenn ich ihn aufhalte?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

E ist am wichtigsten, da Frau Horvath die gesundheitlichen Folgen für den Patienten reflektiert (Universalprinzip). B verweist auf die Hygienevorschriften und damit auf feste Regeln (Stufe 2). A orientiert sich an anderen Zahnarztassistentinnen (Stufe 3). C erhofft sich Wertschätzung und somit einen Vorteil (Stufe 4), D möchte nur Ärger mit dem Zahnarzt vermeiden und belegt deshalb Rang 5.

Aufgabe 17Rangfolge D – C – A – E – B

Ein Polier sieht einen jungen Arbeiter ohne Absturzsicherung auf dem Gerüst im dritten Stock.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Was würde es für den jungen Arbeiter und seine Familie bedeuten, wenn er abstürzt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Muss ich als Polier nicht für die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften sorgen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Wie würden andere Poliere auf so einen Verstoß reagieren?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Bekommen wir eine Prämie, wenn wir den Fertigstellungstermin einhalten?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5B)  „Könnte ich bei einem Unfall persönlich zur Verantwortung gezogen werden?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

Überlegung D ist die wichtigste, weil Herr Kovacs die Folgen für den Arbeiter und dessen Familie reflektiert (Universalprinzip). C bezieht sich auf seine Pflicht als Polier, die Sicherheitsvorschriften durchzusetzen (Stufe 2). A orientiert sich an anderen Polieren (Stufe 3). E hat eine mögliche Prämie und damit einen eigenen Vorteil im Blick (Stufe 4), B nur das Vermeiden persönlicher Konsequenzen (Stufe 5).

Aufgabe 18Rangfolge E – B – D – A – C · Sonderfall

Eine Autofahrerin streift beim Ausparken ein fremdes Auto und verursacht eine Delle.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Wäre es fair, wenn die Besitzerin den Schaden selbst bezahlen muss, obwohl ich ihn verursacht habe?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Bin ich nicht gesetzlich verpflichtet, einen verursachten Schaden zu melden?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3D)  „Was würden andere Autofahrer an meiner Stelle tun?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Müsste ich künftig eine höhere Versicherungsprämie zahlen, wenn ich den Schaden melde?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (milder)
5C)  „Könnte ich wegen Fahrerflucht angezeigt werden, wenn mich eine Kamera gefilmt hat?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (extremer)

Erklärung

E ist am wichtigsten, da Frau Berger die Konsequenzen ihres Handelns für die Besitzerin des anderen Autos reflektiert (Universalprinzip). B beruft sich auf die gesetzliche Meldepflicht (Stufe 2), D auf das Verhalten anderer Autofahrer (Stufe 3). Ein eigener Vorteil (Stufe 4) wird hier nicht angesprochen; stattdessen betreffen A und C beide das Vermeiden von Nachteilen (Stufe 5). Eine höhere Versicherungsprämie in A ist weniger gravierend als eine Anzeige wegen Fahrerflucht in C, daher erhält C als extremere Konsequenz Rang 5.

Aufgabe 19Rangfolge A – E – C – D – B

Ein Pensionist beobachtet zwei Jugendliche, die eine frisch renovierte Unterführung mit Graffiti besprühen.

RangÜberlegungStufe
1A)  „Was wäre, wenn niemand mehr gegen Sachbeschädigung einschreiten würde?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Ist Sachbeschädigung nicht verboten und muss deshalb gemeldet werden?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Würden meine Nachbarn in so einem Fall die Polizei rufen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Würde ich in der Gemeindezeitung als aufmerksamer Bürger erwähnt werden?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5B)  „Könnten mich die Jugendlichen später wiedererkennen und mir Probleme machen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

A ist am wichtigsten, weil Herr Aigner sein Verhalten verallgemeinert und die Folgen für die Allgemeinheit bedenkt (Universalprinzip). E folgt der Regel, dass Sachbeschädigung verboten ist (Stufe 2). C orientiert sich an seinen Nachbarn (Stufe 3). D erhofft sich öffentliche Anerkennung und damit einen Vorteil (Stufe 4), B will nur mögliche Probleme mit den Jugendlichen vermeiden und ist daher am unwichtigsten.

Aufgabe 20Rangfolge B – D – C – A – E

Ein Student verursacht durch seinen Heizlüfter eine hohe Stromnachzahlung, die in der WG gedrittelt werden soll.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Wäre es meinen Mitbewohnern gegenüber gerecht, wenn sie für meinen Stromverbrauch mitzahlen?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Haben wir nicht vereinbart, dass jeder für seine eigenen Geräte aufkommt?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Wie würden andere WG-Bewohner so eine Abrechnung handhaben?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Spare ich mir einiges an Geld, wenn wir die Nachzahlung einfach dritteln?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5E)  „Würden meine Mitbewohner sauer werden, wenn sie das mit dem Heizlüfter herausfinden?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

B ist die wichtigste Überlegung, weil Lukas die Folgen seiner Entscheidung für seine Mitbewohner reflektiert (Universalprinzip). D bezieht sich auf eine feste Vereinbarung, also auf eine Regel (Stufe 2). C vergleicht sein Verhalten mit dem anderer WG-Bewohner (Stufe 3). A betrachtet den finanziellen Vorteil für Lukas (Stufe 4), E nur den möglichen Ärger mit den Mitbewohnern (Stufe 5).

Aufgabe 21Rangfolge D – E – B – A – C

Eine Rettungssanitäterin bemerkt bei Dienstbeginn, dass ihr Kollege, der den Rettungswagen fahren soll, nach Alkohol riecht.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Wen könnte mein Kollege gefährden, wenn er mit Restalkohol mit Blaulicht fährt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Gilt im Rettungsdienst nicht ein striktes Alkoholverbot?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Wie würden andere Sanitäterinnen reagieren, wenn ihr Kollege nach Alkohol riecht?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Würde die Einsatzleitung mein Verantwortungsbewusstsein anerkennen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Könnte ich mitverantwortlich gemacht werden, wenn etwas passiert?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D ist am wichtigsten, da Frau Schwarz überlegt, welche Folgen die Fahrt für Patientinnen, Patienten und andere Verkehrsteilnehmer hätte (Universalprinzip). E verweist auf das geltende Alkoholverbot (Stufe 2). B orientiert sich an anderen Sanitäterinnen (Stufe 3). A erhofft sich Anerkennung und damit einen Vorteil, während C nur eine mögliche Mitverantwortung vermeiden will – sie kommt daher auf Rang 5.

Aufgabe 22Rangfolge B – D – C – A – E

Eine Buchhalterin soll private Restaurantrechnungen des Geschäftsführers als Geschäftsessen verbuchen.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Was wäre, wenn alle Unternehmen ihre Steuern auf diese Weise verringern würden?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Wäre das nicht ein Verstoß gegen das Steuerrecht?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Würden andere Buchhalterinnen der Bitte ihres Chefs nachkommen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Würde mir der Geschäftsführer bei der nächsten Gehaltserhöhung entgegenkommen, wenn ich ihm den Gefallen tue?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5E)  „Könnte ich bei einer Betriebsprüfung selbst belangt werden?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

B ist die wichtigste Überlegung, weil Frau Moser das Verhalten verallgemeinert und die Folgen für die Gesellschaft bedenkt (Universalprinzip). D bezieht sich auf das Steuerrecht und damit auf ein Gesetz (Stufe 2). C vergleicht ihr Verhalten mit dem anderer Buchhalterinnen (Stufe 3). A erhofft sich eine Gehaltserhöhung und damit einen eigenen Vorteil (Stufe 4), E nur das Vermeiden einer Strafe (Stufe 5).

Aufgabe 23Rangfolge C – E – B – D – A

Ein Hundebesitzer hat kein Sackerl dabei, als sein Hund neben dem Spielplatz sein Geschäft verrichtet.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Was ist, wenn morgen ein Kind auf dem Spielplatz in den Hundekot greift?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Bin ich als Hundehalter nicht verpflichtet, den Kot zu entfernen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Würden die anderen Hundebesitzer im Viertel den Kot wegräumen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Wäre ich nicht viel schneller zu Hause, wenn ich einfach weitergehe?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Könnte mich doch jemand sehen, sodass mir eine Strafe droht?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C ist am wichtigsten, da Herr Lang die Folgen seines Verhaltens für die Kinder am Spielplatz reflektiert (Universalprinzip). E beruft sich auf seine Pflicht als Hundehalter (Stufe 2). B orientiert sich an anderen Hundebesitzern (Stufe 3). D sieht den Zeitgewinn als eigenen Vorteil (Stufe 4), A fürchtet nur eine Strafe und ist daher am unwichtigsten (Stufe 5).

Aufgabe 24Rangfolge A – B – D – C – E · Sonderfall

Eine Kassiererin soll einem offensichtlich minderjährigen Jugendlichen zwei Flaschen Wodka verkaufen.

RangÜberlegungStufe
1A)  „Welche gesundheitlichen Folgen könnte es für den Jugendlichen haben, wenn er den Wodka selbst trinkt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Verbietet das Jugendschutzgesetz nicht den Verkauf von Spirituosen an Minderjährige?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3D)  „Wie würden meine Kolleginnen an den anderen Kassen entscheiden?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4C)  „Würden die wartenden Kunden verärgert auf mich reagieren, wenn ich jetzt einen Ausweis verlange?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (milder)
5E)  „Könnte ich bei einem Testkauf erwischt werden und eine Geldstrafe bekommen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (extremer)

Erklärung

A ist die wichtigste Überlegung, da Frau Lindner die gesundheitlichen Folgen für den Jugendlichen bedenkt (Universalprinzip). B beruft sich auf das Jugendschutzgesetz (Stufe 2), D auf das Verhalten ihrer Kolleginnen (Stufe 3). Ein eigener Vorteil (Stufe 4) kommt nicht vor, dafür betreffen C und E beide das Vermeiden von Nachteilen (Stufe 5). Verärgerte Kunden in C sind eine milde soziale Folge, eine Geldstrafe in E dagegen eine rechtliche Konsequenz – daher steht E auf dem letzten Rang.

Aufgabe 25Rangfolge D – B – E – A – C

Ein Allgemeinmediziner wird von einem gesunden Patienten um eine Krankmeldung für ein verlängertes Wochenende gebeten.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Was wäre, wenn jeder Arzt auf Wunsch Krankmeldungen ausstellen würde?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Darf ich als Arzt überhaupt eine Arbeitsunfähigkeit bestätigen, die nicht besteht?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Wie würden meine Kolleginnen und Kollegen auf so eine Bitte reagieren?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Bleibt mir die ganze Familie als Patienten erhalten, wenn ich ihm den Gefallen tue?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Könnte die Krankenkasse bei einer Kontrolle Unregelmäßigkeiten feststellen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D verallgemeinert das Verhalten und fragt nach den Folgen für das gesamte System – das ist das Universalprinzip und damit Rang 1. B fragt nach dem, was einem Arzt rechtlich erlaubt ist (Stufe 2). E orientiert sich an den Kolleginnen und Kollegen (Stufe 3). A hat den Vorteil für die eigene Praxis im Blick (Stufe 4), während C nur fürchtet, bei einer Kontrolle aufzufallen (Stufe 5).

Aufgabe 26Rangfolge E – C – D – B – A

Ein Installateur könnte einer älteren Kundin statt einer billigen Dichtung eine teure neue Armatur verkaufen.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Wäre es der Kundin gegenüber fair, sie für eine unnötige Reparatur bezahlen zu lassen?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Gehört es nicht zu den Grundsätzen eines ehrlichen Handwerkers, nur notwendige Arbeiten zu verrechnen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3D)  „Wie würden andere Installateure in meiner Situation vorgehen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Würde ich mit einer neuen Armatur deutlich mehr verdienen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Könnte die Kundin misstrauisch werden und mich in einer Online-Bewertung schlecht darstellen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

E ist am wichtigsten, denn Herr Brunner reflektiert die Folgen seines Handelns für die Kundin (Universalprinzip). C beruft sich auf einen berufsethischen Grundsatz, der ohne Hinterfragen befolgt wird (Stufe 2). D vergleicht sein Verhalten mit dem anderer Installateure (Stufe 3). B betrachtet den höheren Verdienst und damit den eigenen Vorteil (Stufe 4), während A nur eine schlechte Bewertung vermeiden möchte (Stufe 5).

Aufgabe 27Rangfolge B – A – D – C – E

Eine Studentin bemerkt, dass ein Kommilitone bei einer relativ bewerteten Online-Prüfung verbotenerweise ein KI-Programm nutzt.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Welche Auswirkungen hätte es auf die anderen Studierenden, wenn seine unrechtmäßige Note die Notengrenzen verschiebt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2A)  „Verstößt sein Verhalten nicht eindeutig gegen die Prüfungsregeln, die für alle gelten?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3D)  „Was würden die anderen aus meiner Lerngruppe an meiner Stelle tun?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4C)  „Hätte ich selbst eine bessere Chance auf eine gute Note, wenn er disqualifiziert wird?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5E)  „Würde der Kommilitone mich aus der Lerngruppe ausschließen, wenn er erfährt, dass ich ihn gemeldet habe?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

B ist die wichtigste Überlegung, weil Miriam die Folgen des Verhaltens für alle anderen Studierenden reflektiert (Universalprinzip). A bezieht sich auf die geltenden Prüfungsregeln (Stufe 2). D orientiert sich an der eigenen Lerngruppe (Stufe 3). C fragt nach dem persönlichen Vorteil bei der Notenvergabe (Stufe 4), E hingegen nur nach einem möglichen Nachteil in der Lerngruppe – sie ist daher am unwichtigsten.

Aufgabe 28Rangfolge E – B – A – D – C

Eine Pendlerin findet im Zug das nicht gesperrte Smartphone ihres ausgestiegenen Sitznachbarn.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Wie würde es dem Besitzer gehen, wenn er sein Handy mit all seinen Fotos und Daten nicht zurückbekommt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Muss man verlorene Gegenstände nicht dem Fundservice übergeben?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Was würden andere Fahrgäste mit dem Handy machen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Könnte ich mir das Handy nicht selbst behalten, da meines schon alt ist?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Wird im Zug per Video überwacht, wer ein liegen gelassenes Handy einsteckt?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

E ist am wichtigsten, weil Frau Wimmer sich in die Lage des Besitzers versetzt und die Folgen für ihn bedenkt (Universalprinzip). B stützt sich auf die Regel zum Umgang mit Fundsachen (Stufe 2). A orientiert sich am Verhalten anderer Fahrgäste (Stufe 3). D betrachtet nur den eigenen Nutzen (Stufe 4), während C lediglich wissen möchte, ob man ertappt werden könnte, und deshalb auf Rang 5 steht.

Aufgabe 29Rangfolge D – C – A – B – E

Ein junger Mann beschädigt beim Abstellen die Bremse eines Leihrads und überlegt, ob er den Schaden meldet.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Könnte sich der nächste Nutzer verletzen, wenn er mit der kaputten Bremse losfährt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Bin ich laut den Nutzungsbedingungen nicht verpflichtet, Schäden zu melden?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Wie würden meine Freunde das an meiner Stelle handhaben?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Spare ich mir die Reparaturkosten, wenn ich nichts sage?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5E)  „Könnte das Unternehmen über GPS-Daten herausfinden, dass ich zuletzt mit dem Rad gefahren bin?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D steht an erster Stelle, denn Martin bedenkt, welche Konsequenzen sein Schweigen für den nächsten Nutzer hätte (Universalprinzip). C beruft sich auf die Nutzungsbedingungen und damit auf eine Regel (Stufe 2). In A orientiert er sich an seinen Freunden (Stufe 3). B betrachtet die Ersparnis als eigenen Vorteil (Stufe 4), E fürchtet nur, entdeckt zu werden, und ist daher am unwichtigsten.

Aufgabe 30Rangfolge B – E – A – D – C

Eine Physiotherapeutin soll auf Vorschlag der Praxisinhaberin nicht stattgefundene Therapietermine bei der Krankenkasse abrechnen.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Was wäre, wenn alle Praxen nicht erbrachte Leistungen abrechnen würden und die Beiträge für alle steigen?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Ist es nicht verboten, Leistungen zu verrechnen, die gar nicht erbracht wurden?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Würden meine Kolleginnen in der Praxis bei diesem Vorschlag mitmachen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Würde die Praxisinhaberin mir mehr Stunden geben, wenn ich mitmache?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Könnte bei einer Prüfung durch die Krankenkasse auffallen, dass die Termine nicht stattgefunden haben?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

B verallgemeinert das Verhalten und bedenkt die Folgen für alle Versicherten – das ist das Universalprinzip und somit Rang 1. E verweist auf das Verbot der Falschabrechnung (Stufe 2). A orientiert sich an den Kolleginnen in der Praxis (Stufe 3). D erhofft sich mehr Arbeitsstunden als Vorteil (Stufe 4), C möchte lediglich nicht auffallen (Stufe 5).

Aufgabe 31Rangfolge D – A – C – E – B · Sonderfall

Ein Schüler weiß, wer die Schultoilette beschädigt hat, während der ganzen Klasse die Wienwoche gestrichen werden soll.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Ist es gerecht, dass alle Mitschülerinnen und Mitschüler für etwas bestraft werden, das nur zwei verursacht haben?“Stufe 1 – Universalprinzip
2A)  „Bin ich nicht verpflichtet, bei der Aufklärung einer Sachbeschädigung mitzuhelfen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Was würden meine Freunde in der Klasse an meiner Stelle tun?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Würden mich die beiden Mitschüler als Verräter abstempeln?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (milder)
5B)  „Könnte ich selbst einen Verweis bekommen, wenn herauskommt, dass ich es gewusst und verschwiegen habe?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (extremer)

Erklärung

D ist die wichtigste Überlegung, weil Niklas reflektiert, welche Folgen sein Schweigen für die ganze Klasse hätte (Universalprinzip). A bezieht sich auf eine Pflicht (Stufe 2), C auf das Verhalten seiner Freunde (Stufe 3). Eine Überlegung zum eigenen Vorteil (Stufe 4) fehlt, dafür fallen E und B beide auf Stufe 5. Als Verräter zu gelten ist ein sozialer Nachteil und damit weniger schwerwiegend als ein offizieller Verweis durch die Schule, weshalb B den letzten Rang erhält.

Aufgabe 32Rangfolge C – D – E – B – A

Eine Schülerin beobachtet, wie in einem Klassen-Chat eine Mitschülerin seit Tagen verspottet wird.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Wie muss es sich für meine Mitschülerin anfühlen, wenn sie ständig so bloßgestellt wird?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Ist es nicht falsch, bei Mobbing einfach zuzusehen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Würden meine besten Freundinnen in so einem Fall etwas unternehmen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Würde mich die Lehrerin für meinen Mut besonders schätzen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Würden sich die anderen dann über mich lustig machen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C ist am wichtigsten, weil Emma sich in die Betroffene hineinversetzt und die Folgen für sie bedenkt (Universalprinzip). D gibt einen moralischen Grundsatz wieder (Stufe 2). E orientiert sich an ihren besten Freundinnen (Stufe 3). B erhofft sich Anerkennung durch die Lehrerin und damit einen Vorteil (Stufe 4), A möchte lediglich nicht selbst zum Ziel werden und ist daher die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 33Rangfolge B – D – A – C – E

Ein Verkäufer könnte einer Pensionistin wegen seiner Provision einen unnötig teuren Laptop empfehlen.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Wäre es der Kundin gegenüber fair, sie Geld für Funktionen ausgeben zu lassen, die sie nie brauchen wird?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Gehört es nicht zu einer ehrlichen Beratung, das passende Produkt zu empfehlen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Wie würden meine Kollegen die Kundin beraten?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4C)  „Würde ich durch den Verkauf des Premiummodells eine höhere Provision bekommen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5E)  „Könnte die Kundin das Gerät zurückbringen und sich beim Filialleiter über mich beschweren?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

B ist am wichtigsten, weil Herr Schmid die Folgen seiner Empfehlung für die Kundin reflektiert (Universalprinzip). D folgt einem Grundsatz ehrlicher Beratung (Stufe 2). A vergleicht sein Verhalten mit dem seiner Kollegen (Stufe 3). C betrachtet die Provision und damit den eigenen Vorteil (Stufe 4), während E nur eine Beschwerde vermeiden will (Stufe 5).

Aufgabe 34Rangfolge C – A – E – D – B

Eine Laborantin bemerkt nach Dienstschluss, dass sie zwei Blutproben mit bereits übermittelten Befunden vertauscht haben könnte.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Könnten Patienten falsch behandelt werden, wenn die Befunde vertauscht sind?“Stufe 1 – Universalprinzip
2A)  „Bin ich nicht verpflichtet, einen möglichen Fehler im Labor sofort zu melden?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Wie würden meine Kolleginnen reagieren, wenn ihnen so etwas passiert wäre?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Würde die Laborleitung meine Ehrlichkeit bei der nächsten Mitarbeiterbeurteilung positiv berücksichtigen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5B)  „Könnte der Fehler in meiner Personalakte vermerkt werden?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C ist die wichtigste Überlegung, da Frau Haas die möglichen Folgen für die Patienten reflektiert (Universalprinzip). A beruft sich auf ihre Meldepflicht (Stufe 2). E orientiert sich an ihren Kolleginnen (Stufe 3). D erhofft sich eine positive Beurteilung und damit einen eigenen Vorteil (Stufe 4), B möchte nur einen Vermerk in der Personalakte vermeiden und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 35Rangfolge D – C – B – A – E

Ein Rezeptionist erhält eine wertvolle Halskette, die ein bereits abgereister Hotelgast im Zimmer vergessen hat.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Wie wäre es für den Gast, wenn er zu Hause bemerkt, dass sein wertvoller Schmuck verschwunden ist?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Ist es nicht meine Aufgabe, Fundsachen den Gästen zurückzugeben?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Wie würden meine Kolleginnen an der Rezeption mit dem Fund umgehen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Würde der Gast mir für die Rückgabe vielleicht eine Belohnung geben?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5E)  „Würde ich Ärger mit dem Hotelmanagement bekommen, wenn der Gast sich später meldet und die Kette fehlt?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D ist am wichtigsten, weil Herr Nguyen sich in den Gast hineinversetzt und die Folgen für ihn bedenkt (Universalprinzip). C beruft sich auf seine berufliche Pflicht (Stufe 2). B orientiert sich am Verhalten der Kolleginnen (Stufe 3). A hofft auf eine Belohnung (Stufe 4), E möchte nur Ärger mit dem Management vermeiden und ist damit die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 36Rangfolge C – D – E – A – B

Ein Jugendtrainer überlegt, ob er seinen besten Spieler trotz Regelverstoßes im Cupfinale einsetzt.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Was würde es für die anderen Spieler bedeuten, die sich an alle Regeln halten, wenn für den Besten eine Ausnahme gemacht wird?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Haben wir als Mannschaft nicht klare Regeln vereinbart, die für alle gelten?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Wie würden andere Trainer in so einer Situation entscheiden?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Hätten wir mit ihm bessere Chancen, den Pokal zu gewinnen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5B)  „Würden sich die Eltern des Spielers beim Vereinsvorstand über mich beschweren, wenn ich ihn nicht aufstelle?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C ist die wichtigste Überlegung, da Herr Pichler die Auswirkungen seiner Entscheidung auf die übrigen Spieler reflektiert (Universalprinzip). D bezieht sich auf die gemeinsam vereinbarten Mannschaftsregeln (Stufe 2). E orientiert sich an anderen Trainern (Stufe 3). A betrachtet die höhere Siegchance als Vorteil (Stufe 4), während B nur Ärger mit den Eltern vermeiden möchte (Stufe 5).

Aufgabe 37Rangfolge B – D – C – A – E · Sonderfall

Ein junger Mann überlegt, ob er sich ohne ihr Wissen 800 Euro vom Konto seiner pflegebedürftigen Großmutter nimmt.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Würde ich das Vertrauen meiner Großmutter missbrauchen, die sich darauf verlässt, dass ich gut mit ihrem Geld umgehe?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Darf ich als Bevollmächtigter das Geld überhaupt für eigene Zwecke verwenden?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Könnte ich mir mit dem Geld endlich einen schönen Urlaub leisten?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
4A)  „Würde es Streit in der Familie geben, wenn meine Mutter davon erfährt?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (milder)
5E)  „Könnte ich wegen Veruntreuung angezeigt werden, wenn jemand die Kontoauszüge prüft?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (extremer)

Erklärung

B ist am wichtigsten, weil Stefan die Folgen seines Handelns für seine Großmutter und ihr Vertrauen reflektiert (Universalprinzip). D fragt, was ihm als Bevollmächtigtem rechtlich erlaubt ist (Stufe 2). C betrachtet den Urlaub als eigenen Vorteil (Stufe 4); eine Orientierung an Bezugspersonen (Stufe 3) kommt nicht vor. A und E gehören beide zu Stufe 5: Streit in der Familie in A ist ein sozialer Nachteil, eine Anzeige wegen Veruntreuung in E dagegen eine rechtliche Konsequenz – deshalb steht E auf dem letzten Rang.

Aufgabe 38Rangfolge C – E – B – D – A

Eine Frau hört nachts aus der Nachbarwohnung wiederholt Schreie, Poltern und ein weinendes Kind.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Was könnte mit dem Kind passieren, wenn niemand etwas unternimmt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Ist man nicht verpflichtet, Hilfe zu holen, wenn jemand in Gefahr sein könnte?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Würden die anderen Nachbarn im Haus in so einer Situation die Polizei verständigen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Hätte ich endlich wieder ruhige Nächte, wenn sich die Polizei darum kümmert?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Würde mich die Nachbarsfamilie im Stiegenhaus zur Rede stellen, wenn sie erfährt, dass ich die Polizei gerufen habe?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C ist die wichtigste Überlegung, weil Frau Kaiser die möglichen Folgen für das Kind reflektiert (Universalprinzip). E beruft sich auf eine allgemeine Hilfeleistungspflicht (Stufe 2). B orientiert sich an den anderen Nachbarn (Stufe 3). D betrachtet die ruhigen Nächte als persönlichen Vorteil (Stufe 4), A möchte nur eine unangenehme Konfrontation vermeiden und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 39Rangfolge B – D – A – C – E

Eine Internistin wird von einem Pharmavertreter zu einem luxuriösen Kongress eingeladen, der mit Verschreibungserwartungen verbunden ist.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Könnten meine Patientinnen und Patienten darunter leiden, wenn meine Therapieentscheidungen von Geschenken beeinflusst werden?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Verbieten die ärztlichen Standesregeln nicht die Annahme solcher Zuwendungen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Würden meine Kolleginnen und Kollegen diese Einladung annehmen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4C)  „Könnte ich mir so einen luxuriösen Kurzurlaub gönnen, ohne selbst etwas zu bezahlen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5E)  „Könnte die Ärztekammer davon erfahren und ein Verfahren gegen mich einleiten?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

B steht an erster Stelle, da Dr. Hofer die Konsequenzen ihrer Entscheidung für ihre Patientinnen und Patienten reflektiert (Universalprinzip). D verweist auf die ärztlichen Standesregeln (Stufe 2). A orientiert sich an Kolleginnen und Kollegen (Stufe 3). C betrachtet den kostenlosen Luxus als eigenen Vorteil (Stufe 4), E fürchtet nur ein Verfahren und ist daher am unwichtigsten.

Aufgabe 40Rangfolge C – B – A – E – D

Eine Pflegeassistentin bekommt von einem Patienten 100 Euro für eine bevorzugte Betreuung angeboten.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Würden andere Patientinnen und Patienten schlechter versorgt werden, wenn ich einen Patienten bevorzuge?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Ist die Annahme von Geldgeschenken im Krankenhaus nicht ausdrücklich verboten?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Wie würden meine Kolleginnen reagieren, wenn ihnen ein Patient Geld anbietet?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Könnte ich das zusätzliche Geld diesen Monat gut gebrauchen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5D)  „Könnte ich eine Abmahnung bekommen, wenn jemand davon erfährt?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C ist die wichtigste Überlegung, weil Frau Szabo die Folgen für die übrigen Patientinnen und Patienten reflektiert (Universalprinzip). B verweist auf das Verbot von Geldgeschenken (Stufe 2). A orientiert sich am Verhalten ihrer Kolleginnen (Stufe 3). E sieht das Geld als persönlichen Vorteil (Stufe 4), D fürchtet nur eine Abmahnung und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 41Rangfolge A – C – D – B – E

Eine Softwareentwicklerin entdeckt kurz vor einem App-Release eine Sicherheitslücke, die Nutzerdaten gefährdet.

RangÜberlegungStufe
1A)  „Welche Folgen hätte es für tausende Nutzerinnen und Nutzer, wenn ihre persönlichen Daten gestohlen werden?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Sind wir nach dem Datenschutzgesetz nicht verpflichtet, personenbezogene Daten ausreichend zu schützen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3D)  „Was würden erfahrene Entwicklerinnen in einer solchen Lage tun?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Würde ich als Expertin für IT-Sicherheit im Unternehmen an Ansehen gewinnen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5E)  „Würde der Teamleiter mir die Verzögerung übelnehmen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

A ist am wichtigsten, da Frau Wolf die Konsequenzen ihrer Entscheidung für die Nutzerinnen und Nutzer reflektiert (Universalprinzip). C stützt sich auf das Datenschutzgesetz (Stufe 2). D orientiert sich an erfahrenen Entwicklerinnen (Stufe 3). B erhofft sich Ansehen und damit einen Vorteil (Stufe 4), E möchte nur Unmut beim Teamleiter vermeiden und ist deshalb die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 42Rangfolge C – E – D – B – A

Eine Skifahrerin beobachtet einen Pistenunfall mit Fahrerflucht und überlegt, ob sie als Zeugin bleibt.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Wie soll die Familie des verletzten Buben zu ihrem Recht kommen, wenn niemand als Zeuge aussagt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Ist es nicht meine Pflicht, bei der Aufklärung eines Unfalls mitzuhelfen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3D)  „Würden andere Skifahrer, die den Unfall gesehen haben, als Zeugen bleiben?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Würde ich mit meinen Freunden noch mehr Abfahrten schaffen, wenn ich gleich weiterfahre?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Wären meine Freunde genervt, wenn sie wegen mir so lange warten müssen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C ist die wichtigste Überlegung, weil Julia die Folgen ihrer Entscheidung für den verletzten Buben und seine Familie reflektiert (Universalprinzip). E beruft sich auf eine Pflicht (Stufe 2). D orientiert sich an anderen Skifahrern (Stufe 3). B betrachtet die zusätzlichen Abfahrten als eigenen Vorteil (Stufe 4), während A nur genervte Freunde vermeiden möchte und damit am unwichtigsten ist.

Aufgabe 43Rangfolge D – B – A – E – C

Ein Student könnte wegen eines defekten Automaten ohne Fahrschein mit der Straßenbahn fahren.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Was wäre, wenn alle Fahrgäste bei der kleinsten Gelegenheit ohne Ticket fahren würden?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Ist es nicht vorgeschrieben, nur mit einem gültigen Fahrschein einzusteigen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Wie würden meine Studienkollegen in dieser Situation handeln?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Würde ich mir den Ticketpreis sparen und trotzdem pünktlich zur Vorlesung kommen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Könnte ich bei einer Kontrolle eine Strafe von über 100 Euro zahlen müssen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D ist am wichtigsten, weil Philipp das Verhalten verallgemeinert und die Folgen für die Allgemeinheit bedenkt (Universalprinzip). B bezieht sich auf die geltende Vorschrift (Stufe 2). A orientiert sich an seinen Studienkollegen (Stufe 3). E betrachtet Ersparnis und Pünktlichkeit als eigene Vorteile (Stufe 4), C dagegen nur die drohende Strafe (Stufe 5).

Aufgabe 44Rangfolge E – A – C – B – D · Sonderfall

Ein Mann überlegt, ob er seinem betrunkenen Freund den Autoschlüssel abnimmt.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Wen könnte Thomas verletzen oder sogar töten, wenn er betrunken fährt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2A)  „Ist Autofahren unter Alkoholeinfluss nicht gesetzlich verboten?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Was würden die anderen Gäste an meiner Stelle tun?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Wäre Thomas den restlichen Abend beleidigt, wenn ich ihm den Schlüssel wegnehme?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (milder)
5D)  „Könnte ich rechtlich mitverantwortlich gemacht werden, wenn ich ihn wissentlich fahren lasse und etwas passiert?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (extremer)

Erklärung

E ist die wichtigste Überlegung, weil Herr Riedl die möglichen Folgen für Thomas und andere Verkehrsteilnehmer reflektiert (Universalprinzip). A bezieht sich auf das gesetzliche Alkoholverbot am Steuer (Stufe 2), C auf das Verhalten der anderen Gäste (Stufe 3). Ein eigener Vorteil (Stufe 4) wird nicht angesprochen; B und D betreffen beide das Vermeiden von Nachteilen (Stufe 5). Ein beleidigter Freund in B ist eine milde soziale Folge, eine rechtliche Mitverantwortung in D ist dagegen deutlich gravierender – daher erhält D Rang 5.

Aufgabe 45Rangfolge C – D – E – B – A

Ein Gärtner könnte Grünschnitt illegal im Wald abladen, statt ihn zum Sammelplatz zu bringen.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Welche Folgen hätte es für den Wald, wenn jeder seine Abfälle dort entsorgen würde?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Ist es nicht verboten, Gartenabfälle im Wald zu entsorgen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Wie handhaben andere Gärtner die Entsorgung von Grünschnitt?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Würde ich mir Zeit und die Gebühr beim Sammelplatz sparen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Könnte mich ein Förster beobachten und anzeigen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C ist am wichtigsten, da Herr Winkler das Verhalten verallgemeinert und die Folgen für die Natur bedenkt (Universalprinzip). D bezieht sich auf das bestehende Verbot (Stufe 2). E orientiert sich an anderen Gärtnern (Stufe 3). B betrachtet die Zeit- und Kostenersparnis als eigenen Vorteil (Stufe 4), A fürchtet nur eine Anzeige und ist daher am unwichtigsten.

Aufgabe 46Rangfolge E – D – C – A – B

Eine Assistentin der Geschäftsführung wird von einer Kollegin gebeten, vertrauliche Gehaltsdaten preiszugeben.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Könnte die Weitergabe vertraulicher Gehaltsdaten anderen Kolleginnen und Kollegen schaden, deren Daten ebenfalls auf der Liste stehen?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Habe ich mich nicht vertraglich zur Verschwiegenheit verpflichtet?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Wie würden andere Assistentinnen in meiner Position mit so einer Bitte umgehen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Wäre mir die Kollegin sehr dankbar und würde mir bei Gelegenheit einen Gefallen tun?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5B)  „Könnte ich entlassen werden, wenn herauskommt, dass ich die Daten weitergegeben habe?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

E ist die wichtigste Überlegung, weil Frau Koller die Folgen ihres Handelns für die übrigen Beschäftigten reflektiert (Universalprinzip). D beruft sich auf ihre vertragliche Verschwiegenheitspflicht (Stufe 2). C orientiert sich an anderen Assistentinnen (Stufe 3). A erwartet eine Gegenleistung der Kollegin (Stufe 4), B fürchtet nur eine Entlassung und steht deshalb an letzter Stelle.

Aufgabe 47Rangfolge D – B – E – C – A

Eine unerfahrene Famulantin soll ohne Aufsicht bei einem Patienten mit schwierigen Venen Blut abnehmen.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Könnte der Patient Schmerzen oder Verletzungen erleiden, wenn ich es mehrmals versuchen muss?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Darf ich als Famulantin ohne ärztliche Aufsicht überhaupt Blut abnehmen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Was würden andere Studierende in meiner Situation tun?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4C)  „Könnte ich endlich praktische Erfahrung sammeln und mich beim Team beliebt machen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Würde die Pflegekraft mich für unfähig halten, wenn ich ablehne?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D ist am wichtigsten, weil Katharina die möglichen Folgen für den Patienten reflektiert (Universalprinzip). B fragt nach den geltenden Regeln für Famulantinnen (Stufe 2). E orientiert sich an anderen Studierenden (Stufe 3). C betrachtet Erfahrung und Beliebtheit als eigene Vorteile (Stufe 4), A möchte nur einen schlechten Eindruck vermeiden und ist daher die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 48Rangfolge A – C – E – B – D

Ein Buschauffeur überlegt, ob er eine bestohlene Frau ohne Fahrschein mit dem letzten Bus mitnimmt.

RangÜberlegungStufe
1A)  „Wie soll die junge Frau nachts sicher nach Hause kommen, wenn ich sie nicht mitnehme?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Muss ich mich nicht an die Dienstanweisung halten, nur Fahrgäste mit gültigem Ticket mitzunehmen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Wie würden meine Kollegen in so einem Fall entscheiden?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Würde die Frau mich dem Verkehrsbetrieb als besonders hilfsbereit weiterempfehlen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5D)  „Könnte ich Probleme mit meinem Vorgesetzten bekommen, falls kontrolliert wird?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

A ist die wichtigste Überlegung, weil Herr Bauer die Konsequenzen seiner Entscheidung für die junge Frau reflektiert (Universalprinzip). C beruft sich auf die Dienstanweisung und damit auf eine Regel (Stufe 2). E orientiert sich an den Kollegen (Stufe 3). B erhofft sich ein Lob und damit einen Vorteil (Stufe 4), D möchte nur Probleme mit dem Vorgesetzten vermeiden (Stufe 5).

Aufgabe 49Rangfolge B – C – E – D – A

Eine Lehrerin muss die Englischnote des Sohnes einer guten Freundin zwischen Genügend und Nicht genügend festlegen.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Wäre es den anderen Schülerinnen und Schülern gegenüber gerecht, wenn ich einen bevorzuge?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Muss ich nicht alle Schülerinnen und Schüler nach denselben Kriterien beurteilen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Wie würden meine Kolleginnen und Kollegen in so einem Fall benoten?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Würde meine Freundin mir das hoch anrechnen und mir bei Gelegenheit etwas Gutes tun?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Würde meine Freundschaft zerbrechen, wenn ich ihm eine negative Note gebe?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

B ist am wichtigsten, da Frau Reiter die Folgen ihrer Entscheidung für die übrigen Schülerinnen und Schüler reflektiert (Universalprinzip). C beruft sich auf die Pflicht, alle nach denselben Kriterien zu beurteilen (Stufe 2). E orientiert sich an den Kolleginnen und Kollegen (Stufe 3). D erwartet eine Gegenleistung der Freundin (Stufe 4), A möchte nur den Verlust der Freundschaft vermeiden (Stufe 5).

Aufgabe 50Rangfolge C – B – E – D – A

Ein Mann hat ein seltenes Bibliotheksbuch mit Kaffee beschädigt und überlegt, ob er den Schaden meldet.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Was würde es für die nächsten Leserinnen und Leser bedeuten, wenn ich den Schaden verschweige und das Buch weiter verfällt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Bin ich nach der Bibliotheksordnung nicht verpflichtet, Beschädigungen zu melden?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Würden andere Bibliotheksbesucher so einen Schaden melden?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Spare ich mir den Ersatz des Buches, wenn ich nichts sage?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Könnte ich für die Bibliothek gesperrt werden, wenn der Schaden später auf mich zurückgeführt wird?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C ist die wichtigste Überlegung, weil Herr Fischer die Folgen seines Schweigens für andere Leserinnen und Leser reflektiert (Universalprinzip). B bezieht sich auf die Bibliotheksordnung (Stufe 2). E orientiert sich an anderen Bibliotheksbesuchern (Stufe 3). D betrachtet die Ersparnis als persönlichen Vorteil (Stufe 4), während A nur eine Sperre vermeiden will und daher auf Rang 5 steht.

Aufgaben 51–100

Aufgabe 51Rangfolge A – D – E – C – B · Sonderfall

Ein Taxifahrer könnte ortsunkundige Touristen über einen Umweg fahren, um mehr zu verrechnen.

RangÜberlegungStufe
1A)  „Wäre es den Touristen gegenüber fair, sie für eine unnötig lange Fahrt bezahlen zu lassen?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Bin ich als Taxifahrer nicht verpflichtet, die kürzeste oder schnellste Route zu wählen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Würde ich mit dem Umweg heute deutlich mehr verdienen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
4C)  „Könnten mir die Touristen eine schlechte Bewertung in der Taxi-App geben?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (milder)
5B)  „Könnte ich wegen Betrugs angezeigt werden und meinen Taxischein verlieren?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (extremer)

Erklärung

A ist die wichtigste Überlegung, weil Herr Demir die Folgen seines Verhaltens für die Touristen reflektiert (Universalprinzip). D verweist auf seine Pflicht als Taxifahrer (Stufe 2). E betrachtet den höheren Verdienst als eigenen Vorteil (Stufe 4); eine Orientierung an Bezugspersonen (Stufe 3) kommt nicht vor. C und B betreffen beide das Vermeiden von Nachteilen (Stufe 5). Eine schlechte Bewertung in C ist weit weniger gravierend als eine Anzeige mit Verlust des Taxischeins in B, weshalb B auf Rang 5 steht.

Aufgabe 52Rangfolge E – B – A – D – C

Eine Ärztin erkennt, dass ein Kollege bei einem Patienten einen Handgelenksbruch übersehen hat, und wird vom Patienten danach gefragt.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Wie würde es dem Patienten gehen, wenn er nicht erfährt, was mit seinem Körper passiert ist, und deshalb nicht selbst über seine Behandlung entscheiden kann?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Bin ich nicht zur wahrheitsgemäßen Aufklärung meiner Patienten verpflichtet?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Wie würden erfahrene Kolleginnen in einem solchen Gespräch reagieren?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Würde der Patient mir als Ärztin mehr vertrauen und wiederkommen, wenn ich ehrlich bin?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Würde mir der Kollege übelnehmen, dass ich seinen Fehler offengelegt habe?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

E ist am wichtigsten, weil Dr. Klein die Konsequenzen ihrer Antwort für den Patienten und seine Selbstbestimmung reflektiert (Universalprinzip). B beruft sich auf ihre Aufklärungspflicht (Stufe 2). A orientiert sich an erfahrenen Kolleginnen (Stufe 3). D erhofft sich Vertrauen und einen treuen Patienten als Vorteil (Stufe 4), C möchte nur Unmut beim Kollegen vermeiden und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 53Rangfolge A – D – B – E – C

Ein Supermarktmitarbeiter soll auf Anweisung des Filialleiters abgelaufenes Faschiertes neu etikettieren.

RangÜberlegungStufe
1A)  „Könnten Kundinnen und Kunden krank werden, wenn sie das abgelaufene Fleisch essen?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Ist das Umetikettieren von abgelaufenen Lebensmitteln nicht gesetzlich verboten?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Würden meine Kolleginnen und Kollegen der Anweisung folgen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Würde der Filialleiter mich bei der nächsten Beförderung berücksichtigen, wenn ich ihm keine Schwierigkeiten mache?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Könnte ich bei einer Lebensmittelkontrolle selbst belangt werden?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

A ist die wichtigste Überlegung, weil Herr Lechner die gesundheitlichen Folgen für die Kundschaft reflektiert (Universalprinzip). D bezieht sich auf das gesetzliche Verbot (Stufe 2). B orientiert sich an seinen Kolleginnen und Kollegen (Stufe 3). E hofft auf eine Beförderung und damit auf einen Vorteil (Stufe 4), C fürchtet nur eine Strafe bei einer Kontrolle (Stufe 5).

Aufgabe 54Rangfolge E – C – B – D – A

Eine Studentin erfährt, dass ein Freund eine gekaufte Seminararbeit abgegeben hat, die in die Vergabe eines Stipendiums einfließt.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Wäre es gerecht gegenüber allen, die ihre Arbeiten selbst geschrieben haben, wenn er das Stipendium bekommt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Verstößt eine gekaufte Arbeit nicht gegen die Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Wie würden meine Studienkolleginnen in dieser Situation handeln?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Hätte ich selbst bessere Chancen auf das Stipendium, wenn er disqualifiziert wird?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Würde ich meinen Freund verlieren, wenn er erfährt, dass ich ihn gemeldet habe?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

E ist am wichtigsten, da Valentina die Folgen für alle anderen Studierenden reflektiert (Universalprinzip). C bezieht sich auf die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis (Stufe 2). B orientiert sich an ihren Studienkolleginnen (Stufe 3). D betrachtet die besseren Stipendienchancen als eigenen Vorteil (Stufe 4), A möchte nur den Verlust der Freundschaft vermeiden und ist daher die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 55Rangfolge C – B – D – A – E

Eine Jugendliche soll ihrer besten Freundin bei einem Ladendiebstahl Sichtschutz geben.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Was wäre, wenn alle Menschen einfach nehmen würden, was sie wollen, nur weil ein Geschäft groß ist?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Ist Diebstahl nicht verboten, egal wie groß das Geschäft ist?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3D)  „Würden meine anderen Freundinnen bei so etwas mitmachen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Würde mir meine Freundin als Dank auch etwas schenken?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5E)  „Könnte ich selbst eine Anzeige bekommen, wenn uns der Ladendetektiv erwischt?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C verallgemeinert das Verhalten und fragt nach den Folgen, wenn alle so handeln würden – das ist das Universalprinzip und damit Rang 1. B beruft sich auf das Diebstahlsverbot (Stufe 2). D orientiert sich an anderen Freundinnen (Stufe 3). A hofft auf ein Geschenk als Vorteil (Stufe 4), E fürchtet nur eine Anzeige und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 56Rangfolge D – B – A – E – C

Ein Pfleger wird am Telefon von einem angeblichen Sohn einer Patientin um deren Befunde gebeten.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Was würde es für die Patientin bedeuten, wenn ihre persönlichen Gesundheitsdaten an eine fremde Person gelangen?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Unterliege ich nicht der Verschwiegenheitspflicht, die telefonische Auskünfte an Unbekannte verbietet?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Wie gehen meine Kolleginnen auf der Station mit solchen Anrufen um?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Würde ich mir Zeit sparen und könnte früher mit meiner Arbeit weitermachen, wenn ich dem Anrufer einfach Auskunft gebe?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Würde sich der Anrufer bei der Stationsleitung über mich beschweren?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D ist die wichtigste Überlegung, weil Herr Hödl die Folgen einer Auskunft für die Patientin reflektiert (Universalprinzip). B beruft sich auf die Verschwiegenheitspflicht (Stufe 2). A orientiert sich an den Kolleginnen auf der Station (Stufe 3). E sieht die Zeitersparnis als eigenen Vorteil (Stufe 4), C möchte nur eine Beschwerde vermeiden (Stufe 5).

Aufgabe 57Rangfolge C – B – D – E – A

Eine Reinigungskraft findet abends in einer Kanzlei einen 50-Euro-Schein unter einem Schreibtisch.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Würde die Person, die das Geld verloren hat, es vermissen und vielleicht zu Unrecht jemand anderen verdächtigen?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Gehört es sich nicht, gefundenes Geld der Eigentümerin oder dem Eigentümer zurückzugeben?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3D)  „Was würden meine Kolleginnen im Reinigungsteam an meiner Stelle tun?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Würden die Leute in der Kanzlei mir mehr vertrauen und mich weiterempfehlen, wenn ich ehrlich bin?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Könnte ich meinen Reinigungsauftrag verlieren, falls jemand das fehlende Geld bemerkt?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C ist am wichtigsten, weil Frau Vukić die Folgen für den Verlierer und für möglicherweise zu Unrecht Verdächtigte reflektiert (Universalprinzip). B gibt einen moralischen Grundsatz wieder (Stufe 2). D orientiert sich an ihren Kolleginnen (Stufe 3). E erhofft sich Vertrauen und Weiterempfehlungen als Vorteil (Stufe 4), A fürchtet nur den Verlust des Auftrags und ist deshalb die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 58Rangfolge A – C – B – E – D · Sonderfall

Ein Fitnesstrainer sieht, wie der Kunde eines Kollegen mit gefährlich falscher Technik schwere Gewichte hebt.

RangÜberlegungStufe
1A)  „Könnte sich der Kunde eine schwere Rückenverletzung zuziehen, wenn niemand eingreift?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Gehört es nicht zu meinen Aufgaben als Trainer, auf die Sicherheit aller Kunden im Studio zu achten?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Wie würden andere Trainer im Studio in so einem Fall reagieren?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Wäre mein Kollege verärgert, weil ich mich in die Betreuung seines Kunden einmische?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (milder)
5D)  „Könnte ich haftbar gemacht werden, wenn sich der Kunde verletzt und herauskommt, dass ich tatenlos zugesehen habe?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (extremer)

Erklärung

A ist die wichtigste Überlegung, weil Herr Berisha die gesundheitlichen Folgen für den Kunden reflektiert (Universalprinzip). C beruft sich auf seine Aufgabe als Trainer (Stufe 2), B auf das Verhalten anderer Trainer (Stufe 3). Ein eigener Vorteil (Stufe 4) wird hier nicht angesprochen; E und D fallen beide auf Stufe 5. Ein verärgerter Kollege in E ist eine milde soziale Folge, eine mögliche Haftung in D dagegen eine rechtliche Konsequenz – daher erhält D den letzten Rang.

Aufgabe 59Rangfolge B – D – A – C – E

Eine Studentin bemerkt, dass sie eine Prüfung nur wegen eines Korrekturfehlers zu ihren Gunsten bestanden hat.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Wäre es den Studierenden gegenüber fair, die bei gleicher Leistung durchgefallen sind?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Ist es nicht meine Pflicht, einen offensichtlichen Fehler bei der Bewertung zu melden?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Was würden meine Studienkolleginnen machen, wenn ihnen so etwas passiert wäre?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4C)  „Würde ich mir ein ganzes Semester Wartezeit ersparen, wenn ich nichts sage?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5E)  „Könnte der Fehler bei einer späteren Überprüfung auffallen und mir Schwierigkeiten bereiten?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

B ist am wichtigsten, da Lisa die Folgen für andere Studierende reflektiert (Universalprinzip). D beruft sich auf eine Pflicht (Stufe 2). A orientiert sich am Verhalten der Studienkolleginnen (Stufe 3). C betrachtet die ersparte Wartezeit als eigenen Vorteil (Stufe 4), E fürchtet nur spätere Schwierigkeiten und belegt daher Rang 5.

Aufgabe 60Rangfolge E – D – B – C – A

Eine Frau hat ein zerbrechliches Paket für ihren Nachbarn angenommen und es beim Hineintragen fallen gelassen.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Hätte mein Nachbar Probleme, den Schaden beim Versandhändler zu reklamieren, wenn er nicht weiß, was passiert ist?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Sollte man nicht ehrlich zugeben, wenn man einen Schaden verursacht hat?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Wie würden andere Nachbarn im Haus sich an meiner Stelle verhalten?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4C)  „Würde ich mir den Ersatz des Inhalts sparen, wenn ich nichts erwähne?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Würde mein Nachbar künftig keine Pakete mehr bei mir abgeben lassen, wenn er es erfährt?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

E ist die wichtigste Überlegung, weil Frau Zach die Folgen ihres Schweigens für den Nachbarn reflektiert (Universalprinzip). D gibt einen moralischen Grundsatz wieder (Stufe 2). B orientiert sich an anderen Nachbarn (Stufe 3). C betrachtet die Ersparnis als eigenen Vorteil (Stufe 4), A will nur einen Nachteil im nachbarschaftlichen Verhältnis vermeiden (Stufe 5).

Aufgabe 61Rangfolge C – E – B – D – A

Ein Mann sieht an einem heißen Tag einen stark geschwächten Hund in einem geschlossenen Auto.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Könnte der Hund qualvoll sterben, wenn niemand eingreift?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Ist man nicht verpflichtet, einem Tier in Lebensgefahr zu helfen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Was würden andere Passanten tun, wenn sie den Hund sehen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Würde ich in den sozialen Medien als Tierretter gefeiert werden?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Könnte mich der Besitzer auf Schadenersatz für die Scheibe verklagen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C ist am wichtigsten, weil Herr Seidl die Folgen seines Handelns für den Hund reflektiert (Universalprinzip). E beruft sich auf eine Hilfeleistungspflicht (Stufe 2). B orientiert sich an anderen Passanten (Stufe 3). D erhofft sich öffentliche Anerkennung als Vorteil (Stufe 4), A fürchtet nur eine Klage und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 62Rangfolge E – D – B – A – C

Ein Elektriker bekommt von einem Kunden das Angebot, einen großen Auftrag schwarz ohne Rechnung abzuwickeln.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Was wäre, wenn alle Betriebe ihre Aufträge schwarz abwickeln würden und dem Staat dadurch das Geld für Schulen und Spitäler fehlen würde?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Ist Schwarzarbeit nicht gesetzlich verboten?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Wie handhaben andere Handwerker in meinem Bekanntenkreis solche Angebote?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Würde ich bei diesem Auftrag deutlich mehr Geld in der Tasche haben?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Könnte das Finanzamt bei einer Prüfung dahinterkommen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

E ist die wichtigste Überlegung, weil Herr Stadler das Verhalten verallgemeinert und die Folgen für die Gesellschaft bedenkt (Universalprinzip). D bezieht sich auf das Verbot der Schwarzarbeit (Stufe 2). B orientiert sich an anderen Handwerkern (Stufe 3). A betrachtet den höheren Gewinn als eigenen Vorteil (Stufe 4), C fürchtet nur eine Entdeckung durch das Finanzamt (Stufe 5).

Aufgabe 63Rangfolge D – E – C – A – B

Ein Schülerzeitungsredakteur überlegt, ob er ein heimlich aufgenommenes, peinliches Foto eines Lehrers veröffentlicht.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Wie würde sich der Lehrer fühlen, wenn die ganze Schule über dieses Foto lacht?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Darf man Fotos von Personen überhaupt ohne deren Zustimmung veröffentlichen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Würden die Redakteure anderer Schülerzeitungen so ein Foto abdrucken?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Würde die Ausgabe dadurch viel beliebter werden und ich als Chefredakteur bekannter?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5B)  „Könnte ich Ärger mit der Direktion bekommen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D ist am wichtigsten, da Jakob sich in den Lehrer hineinversetzt und die Folgen der Veröffentlichung für ihn bedenkt (Universalprinzip). E fragt nach der rechtlichen Regel zum Recht am eigenen Bild (Stufe 2). C orientiert sich an anderen Schülerzeitungen (Stufe 3). A erhofft sich Beliebtheit und Bekanntheit (Stufe 4), B möchte nur Ärger mit der Direktion vermeiden und ist damit die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 64Rangfolge B – D – C – E – A

Ein übermüdeter Assistenzarzt soll nach einem 24-Stunden-Dienst noch bei einer langen Operation assistieren.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Könnte ich durch meine Übermüdung einen Fehler machen, der dem Patienten schadet?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Gibt es nicht gesetzliche Höchstarbeitszeiten, die auch für Ärzte gelten?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Wie würden die anderen Assistenzärzte an meiner Stelle entscheiden?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Würde ich bei dieser seltenen Operation etwas lernen, das mir für meine Facharztausbildung nützt?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Würde der Oberarzt mich für wenig belastbar halten, wenn ich absage?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

B ist die wichtigste Überlegung, weil Dr. Resch die Folgen seiner Erschöpfung für den Patienten reflektiert (Universalprinzip). D verweist auf die gesetzlichen Höchstarbeitszeiten (Stufe 2). C orientiert sich an anderen Assistenzärzten (Stufe 3). E betrachtet den Lerneffekt als eigenen Vorteil (Stufe 4), A möchte nur einen schlechten Eindruck beim Oberarzt vermeiden und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 65Rangfolge E – B – D – A – C · Sonderfall

Eine Kellnerin beobachtet mehrfach, wie eine Kollegin Geld aus der gemeinsamen Trinkgeldkassa nimmt.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Ist es den anderen Servicekräften gegenüber fair, wenn ihnen ein Teil des gemeinsam verdienten Trinkgelds fehlt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Ist es nicht meine Pflicht, einen Diebstahl zu melden?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3D)  „Würde ich selbst am Monatsende mehr Trinkgeld bekommen, wenn meine Kollegin nichts mehr herausnimmt?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
4A)  „Würde meine Kollegin im Dienst nicht mehr mit mir reden, wenn sie erfährt, dass ich sie verraten habe?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (milder)
5C)  „Könnte ich selbst verdächtigt und entlassen werden, wenn die Chefin den Fehlbetrag bemerkt?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (extremer)

Erklärung

E ist am wichtigsten, weil Frau Mair die Folgen für alle anderen Servicekräfte reflektiert (Universalprinzip). B beruft sich auf eine Meldepflicht (Stufe 2). D betrachtet den eigenen finanziellen Vorteil (Stufe 4); eine Überlegung zum Verhalten anderer Personen (Stufe 3) fehlt. A und C fallen beide auf Stufe 5: Eine Kollegin, die nicht mehr mit ihr spricht, ist ein sozialer Nachteil, ein Verdacht mit anschließender Entlassung dagegen eine schwere berufliche Konsequenz – deshalb erhält C den letzten Rang.

Aufgabe 66Rangfolge C – E – A – D – B

Ein Vater beobachtet, wie sein Sohn beim Fußballspielen die Scheibe des Gartenhauses der Nachbarn zerschießt.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Wäre es den Nachbarn gegenüber gerecht, wenn sie für einen Schaden aufkommen müssten, den mein Sohn verursacht hat?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Haften Eltern nicht für Schäden, die ihre Kinder verursachen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Wie würden andere Eltern in meiner Situation reagieren?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Würde ich mir die Kosten für eine neue Scheibe sparen, wenn ich nichts sage?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5B)  „Könnten die Nachbarn später herausfinden, dass es mein Sohn war, und sauer auf uns sein?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C ist die wichtigste Überlegung, weil Herr Haider die Folgen seines Schweigens für die Nachbarn reflektiert (Universalprinzip). E beruft sich auf die Haftung der Eltern und damit auf eine Regel (Stufe 2). A orientiert sich an anderen Eltern (Stufe 3). D betrachtet die Kostenersparnis als eigenen Vorteil (Stufe 4), B möchte nur späteren Ärger vermeiden (Stufe 5).

Aufgabe 67Rangfolge A – B – D – E – C

Eine Elementarpädagogin überlegt, ob sie die Eltern eines Kindes nach einem Sturz auf den Kopf sofort informiert.

RangÜberlegungStufe
1A)  „Könnte das Kind eine Verletzung haben, die sich erst später zeigt und rasch behandelt werden müsste?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Schreiben die Richtlinien des Kindergartens nicht vor, Eltern bei Kopfverletzungen zu verständigen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3D)  „Wie würden die anderen Pädagoginnen im Team mit so einem Sturz umgehen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Würden die Eltern meine Sorgfalt schätzen und mich bei der Kindergartenleitung loben?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Würden mir die Eltern Vorwürfe machen, wenn sie die Beule erst am Abend entdecken?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

A ist am wichtigsten, da Frau Kern die möglichen gesundheitlichen Folgen für das Kind reflektiert (Universalprinzip). B verweist auf die Richtlinien des Kindergartens (Stufe 2). D orientiert sich an den Kolleginnen im Team (Stufe 3). E erhofft sich Lob und damit einen Vorteil (Stufe 4), C möchte nur Vorwürfe vermeiden und ist deshalb die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 68Rangfolge B – D – E – A – C

Ein Pensionist überlegt, ob er seinen Kurzurlaub verschiebt, um nach einem Hochwasser im Nachbarort zu helfen.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Wie sollen die betroffenen Familien ihre Häuser retten, wenn niemand mit anpackt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Ist es nicht eine Bürgerpflicht, in einer Notsituation zu helfen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Werden meine Freunde vom Stammtisch auch zum Helfen kommen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Würde mich die Gemeinde bei der nächsten Ehrung für freiwilliges Engagement berücksichtigen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Würde man im Ort schlecht über mich reden, wenn ich trotzdem auf Urlaub fahre?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

B ist die wichtigste Überlegung, weil Herr Ebner die Folgen für die betroffenen Familien reflektiert (Universalprinzip). D beruft sich auf eine Bürgerpflicht (Stufe 2). E orientiert sich am Verhalten seiner Freunde (Stufe 3). A hofft auf eine Ehrung und damit auf einen Vorteil (Stufe 4), C möchte lediglich schlechtes Gerede vermeiden (Stufe 5).

Aufgabe 69Rangfolge A – B – D – E – C

Ein Student überlegt, ob er trotz Abneigung gegen Nadeln an einer Blutspendeaktion teilnimmt.

RangÜberlegungStufe
1A)  „Wie viele Menschenleben könnten durch meine Spende gerettet werden, wenn Blutkonserven knapp sind?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Ist es nicht eine moralische Pflicht, zu spenden, wenn man gesund ist und damit helfen kann?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3D)  „Machen meine Studienkollegen alle mit, sodass ich auch mitgehen sollte?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Bekomme ich nach der Spende eine kostenlose Jause und einen Gutschein?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Würden mich meine Kollegen als Feigling verspotten, wenn ich nicht mitgehe?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

A ist am wichtigsten, weil Daniel die Folgen seiner Entscheidung für Patientinnen und Patienten reflektiert (Universalprinzip). B beruft sich auf eine moralische Pflicht (Stufe 2). D orientiert sich am Verhalten der Studienkollegen (Stufe 3). E betrachtet Jause und Gutschein als eigenen Vorteil (Stufe 4), C möchte lediglich nicht als Feigling dastehen und ist damit am unwichtigsten.

Aufgabe 70Rangfolge D – A – C – E – B

Ein Mann verkauft sein Auto und überlegt, ob er einen bekannten Getriebeschaden verschweigen soll.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Könnte der junge Käufer in finanzielle Schwierigkeiten geraten, wenn plötzlich eine teure Reparatur anfällt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2A)  „Muss man beim Verkauf nicht alle bekannten Mängel angeben?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Wie würden andere Privatverkäufer in meiner Lage vorgehen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Könnte ich einen höheren Preis erzielen, wenn ich den Mangel verschweige?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5B)  „Könnte mich der Käufer später wegen des verschwiegenen Mangels klagen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D ist die wichtigste Überlegung, weil Herr Kurz die Folgen seines Schweigens für den Käufer reflektiert (Universalprinzip). A bezieht sich auf die Pflicht, bekannte Mängel anzugeben (Stufe 2). C orientiert sich an anderen Privatverkäufern (Stufe 3). E betrachtet den höheren Verkaufspreis als eigenen Vorteil (Stufe 4), B fürchtet nur eine Klage und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 71Rangfolge B – D – A – E – C

Eine Vermieterin könnte einer Studentin wegen Kratzern, die schon vorher da waren, einen Teil der Kaution einbehalten.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Wäre es der Studentin gegenüber gerecht, für Schäden zu zahlen, die sie gar nicht verursacht hat?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Darf ich die Kaution laut Mietrecht nur für tatsächlich verursachte Schäden einbehalten?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Wie würden andere Vermieterinnen und Vermieter in so einem Fall entscheiden?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Hätte ich mit dem einbehaltenen Geld die Renovierung des Bodens schon teilweise finanziert?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Könnte die Studentin mit Unterstützung der Mietervereinigung gegen mich vorgehen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

B ist am wichtigsten, weil Frau Graf die Folgen ihrer Entscheidung für die Studentin reflektiert (Universalprinzip). D bezieht sich auf das Mietrecht (Stufe 2). A orientiert sich an anderen Vermietern (Stufe 3). E betrachtet die finanzielle Entlastung als eigenen Vorteil (Stufe 4), C fürchtet nur rechtliche Schritte der Mieterin und ist daher die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 72Rangfolge D – A – E – B – C · Sonderfall

Eine Pharmaziepraktikantin entdeckt eine gefährliche Wechselwirkung auf einem Rezept, doch ihr Betreuer winkt ab.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Könnte die Patientin schwere gesundheitliche Schäden erleiden, wenn niemand die Wechselwirkung abklärt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2A)  „Ist es nicht Pflicht der Apotheke, Rezepte auf gefährliche Wechselwirkungen zu prüfen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Was würden andere Praktikantinnen tun, wenn ihr Betreuer so reagiert?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Würde mich der Apotheker für eine Besserwisserin halten?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (milder)
5C)  „Könnte mir der Apotheker ein schlechtes Praktikumszeugnis ausstellen, das meine Berufschancen verschlechtert?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (extremer)

Erklärung

D ist die wichtigste Überlegung, weil Laura die gesundheitlichen Folgen für die Patientin reflektiert (Universalprinzip). A verweist auf die Prüfpflicht der Apotheke (Stufe 2), E auf das Verhalten anderer Praktikantinnen (Stufe 3). Ein eigener Vorteil (Stufe 4) kommt nicht vor, dafür betreffen B und C beide das Vermeiden von Nachteilen (Stufe 5). Für eine Besserwisserin gehalten zu werden ist ein sozialer Nachteil, ein schlechtes Praktikumszeugnis in C dagegen eine berufliche Konsequenz – daher ist C die extremere Überlegung und erhält Rang 5.

Aufgabe 73Rangfolge E – B – A – D – C

Ein Hausverwalter soll Schimmel in einer Wohnung überstreichen und vor einer jungen Familie verschweigen.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Könnte die Gesundheit der Familie und vor allem des Babys durch den Schimmel gefährdet werden?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Bin ich nicht verpflichtet, Interessenten über bekannte Mängel einer Wohnung zu informieren?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Wie würden andere Hausverwalter mit dieser Bitte des Eigentümers umgehen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Würde mir der Eigentümer weitere lukrative Aufträge geben, wenn ich die Wohnung schnell vermiete?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Könnte ich verklagt werden, wenn die Familie später gesundheitliche Probleme bekommt?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

E ist die wichtigste Überlegung, weil Herr Mandl die gesundheitlichen Folgen für die Familie reflektiert (Universalprinzip). B beruft sich auf seine Informationspflicht (Stufe 2). A orientiert sich an anderen Hausverwaltern (Stufe 3). D hofft auf weitere Aufträge und damit auf einen Vorteil (Stufe 4), C fürchtet nur eine Klage (Stufe 5).

Aufgabe 74Rangfolge C – A – B – E – D

Ein Jugendlicher bekommt Zugangsdaten zu einer illegalen Streaming-Plattform angeboten.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Was wäre, wenn niemand mehr für Filme und Serien bezahlen würde und keine neuen mehr produziert werden könnten?“Stufe 1 – Universalprinzip
2A)  „Ist es nicht verboten, urheberrechtlich geschützte Inhalte illegal anzusehen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Nutzen meine Freunde solche Plattformen auch?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Könnte ich mir das Geld für ein teures Abo sparen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5D)  „Könnte ich eine teure Abmahnung bekommen, wenn ich erwischt werde?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C ist am wichtigsten, da Tim das Verhalten verallgemeinert und die Folgen für die Film- und Serienproduktion bedenkt (Universalprinzip). A bezieht sich auf das Urheberrecht (Stufe 2). B orientiert sich an seinen Freunden (Stufe 3). E betrachtet die Ersparnis als eigenen Vorteil (Stufe 4), D fürchtet nur Kosten durch eine Abmahnung und ist damit die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 75Rangfolge B – C – A – D – E

Eine Frau bemerkt, dass auf ihrer Restaurantrechnung eine Flasche Wein um 38 Euro fehlt.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Müsste der überforderte Kellner den Betrag am Ende vielleicht selbst bezahlen?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Gehört es sich nicht, für das zu bezahlen, was man konsumiert hat?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Was würden meine Freundinnen an meiner Stelle tun?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Wäre unser Abend nicht deutlich günstiger, wenn ich einfach nichts sage?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5E)  „Wäre es mir peinlich, wenn der Kellner den Fehler noch bemerkt, bevor wir gegangen sind?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

B ist die wichtigste Überlegung, weil Frau Hartl die Konsequenzen für den Kellner reflektiert (Universalprinzip). C gibt einen moralischen Grundsatz wieder (Stufe 2). A orientiert sich an ihren Freundinnen (Stufe 3). D betrachtet die Ersparnis als eigenen Vorteil (Stufe 4), E möchte nur eine peinliche Situation vermeiden und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 76Rangfolge E – C – B – A – D

Eine OP-Pflegerin stellt bei der Zählkontrolle fest, dass ein Bauchtuch fehlt, während der Chirurg die Wunde verschließen will.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Welche Folgen hätte es für den Patienten, wenn ein Tuch in seinem Bauch zurückbleibt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Schreibt das Sicherheitsprotokoll nicht vor, dass bei einer Zähldifferenz nicht verschlossen werden darf?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Wie würden meine erfahrenen Kolleginnen reagieren, wenn der Chirurg so drängt?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Würde ich im OP-Team als besonders zuverlässig gelten, wenn ich das Tuch finde?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5D)  „Würde der Chirurg mich vor dem ganzen Team zurechtweisen, wenn ich ihn aufhalte?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

E ist die wichtigste Überlegung, weil Frau Leitner die Folgen für den Patienten reflektiert (Universalprinzip). C beruft sich auf das Sicherheitsprotokoll (Stufe 2). B orientiert sich an erfahrenen Kolleginnen (Stufe 3). A erhofft sich einen guten Ruf im Team (Stufe 4), D möchte nur eine Zurechtweisung vermeiden und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 77Rangfolge C – E – B – D – A

Ein Außendienstmitarbeiter überlegt, ob er entgegen seinem Vertrag mit dem Firmenwagen auf Urlaub fährt.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Was wäre, wenn alle Mitarbeiter die Firmenautos für private Reisen nutzen würden und das Unternehmen die Kosten dafür tragen müsste?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Habe ich mich nicht vertraglich verpflichtet, den Wagen nur dienstlich zu nutzen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Wie machen es meine Kollegen im Außendienst mit ihren Firmenwagen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Würde ich mir die Kosten für ein Mietauto sparen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Könnte ich eine Abmahnung bekommen, wenn die Kilometer doch kontrolliert werden?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C ist am wichtigsten, da Herr Gruberbauer das Verhalten verallgemeinert und die Folgen für das Unternehmen bedenkt (Universalprinzip). E beruft sich auf seinen Vertrag (Stufe 2). B orientiert sich an seinen Kollegen (Stufe 3). D betrachtet die Kostenersparnis als eigenen Vorteil (Stufe 4), A fürchtet nur eine Abmahnung und ist deshalb die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 78Rangfolge D – C – E – B – A

Eine Unternehmensberaterin soll den fehlerhaften Businessplan ihrer besten Freundin ehrlich beurteilen.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Könnte meine Freundin ihr ganzes Erspartes verlieren, wenn ich ihr die Schwächen des Plans verschweige?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Sollte man einer Freundin nicht ehrlich antworten, wenn sie ausdrücklich um die Wahrheit bittet?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Was würden ihre anderen Freundinnen an meiner Stelle sagen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Würde sie mich später als Beraterin weiterempfehlen, wenn ich ihr jetzt helfe?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Wäre sie gekränkt und würde sich eine Zeit lang von mir zurückziehen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D ist die wichtigste Überlegung, weil Frau Unger die Folgen für ihre Freundin reflektiert (Universalprinzip). C gibt einen moralischen Grundsatz wieder (Stufe 2). E orientiert sich an den anderen Freundinnen (Stufe 3). B hofft auf eine Weiterempfehlung und damit auf einen Vorteil (Stufe 4), A möchte nur eine vorübergehende Kränkung vermeiden (Stufe 5).

Aufgabe 79Rangfolge B – A – D – C – E · Sonderfall

Ein Pflegeassistent beobachtet wiederholt, wie eine angesehene Kollegin grob mit einer dementen Bewohnerin umgeht.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Wie muss es der Bewohnerin gehen, die sich selbst nicht wehren oder beschweren kann?“Stufe 1 – Universalprinzip
2A)  „Bin ich nicht verpflichtet, Missstände in der Pflege der Leitung zu melden?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3D)  „Wie würden andere Pflegekräfte im Heim in so einem Fall handeln?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4C)  „Würde im Team schlechte Stimmung gegen mich entstehen, wenn ich eine angesehene Kollegin melde?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (milder)
5E)  „Könnte ich selbst meine Stelle verlieren, wenn herauskommt, dass ich die Vorfälle gesehen und nichts gesagt habe?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (extremer)

Erklärung

B ist am wichtigsten, weil Herr Wieser die Folgen für die wehrlose Bewohnerin reflektiert (Universalprinzip). A beruft sich auf seine Meldepflicht (Stufe 2), D auf das Verhalten anderer Pflegekräfte (Stufe 3). Ein eigener Vorteil (Stufe 4) wird nicht angesprochen; C und E betreffen beide das Vermeiden von Nachteilen (Stufe 5). Schlechte Stimmung im Team ist eine soziale Folge, der Verlust der Arbeitsstelle in E dagegen eine schwere berufliche Konsequenz – daher steht E auf Rang 5.

Aufgabe 80Rangfolge A – E – D – C – B

Ein Nachhilfelehrer bekommt 60 Euro angeboten, wenn er die benotete Hausübung seiner Schülerin schreibt.

RangÜberlegungStufe
1A)  „Würde die Schülerin den Stoff dann überhaupt lernen und bei der nächsten Schularbeit bestehen können?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Ist es nicht unehrlich und gegen die Regeln der Schule, fremde Arbeiten als eigene abzugeben?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3D)  „Wie würden andere Nachhilfelehrer auf so ein Angebot reagieren?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4C)  „Würde ich mit den 60 Euro diesen Monat leichter über die Runden kommen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5B)  „Könnte mein Ruf als Nachhilfelehrer leiden, wenn die Eltern davon erfahren?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

A ist die wichtigste Überlegung, weil Sebastian die Folgen für den Lernerfolg der Schülerin reflektiert (Universalprinzip). E beruft sich auf Ehrlichkeit und die Regeln der Schule (Stufe 2). D orientiert sich an anderen Nachhilfelehrern (Stufe 3). C betrachtet das Geld als eigenen Vorteil (Stufe 4), B fürchtet nur einen Rufschaden und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 81Rangfolge C – D – A – B – E

Eine Urlauberin möchte aus einem Meeresschutzgebiet ein Stück Koralle und eine Muschel als Andenken mitnehmen.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Was wäre, wenn alle Touristen ein Andenken aus dem Schutzgebiet mitnehmen würden?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Ist das Mitnehmen von Korallen in einem Schutzgebiet nicht ausdrücklich verboten?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Machen das die anderen Urlauber am Strand auch?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Hätte ich ein einzigartiges Souvenir, das ich zu Hause herzeigen kann?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5E)  „Könnte das Andenken bei der Zollkontrolle am Flughafen entdeckt werden?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C ist am wichtigsten, da Frau Novotny das Verhalten verallgemeinert und die Folgen für das Ökosystem bedenkt (Universalprinzip). D bezieht sich auf das ausdrückliche Verbot (Stufe 2). A orientiert sich an anderen Urlaubern (Stufe 3). B betrachtet das Souvenir als persönlichen Vorteil (Stufe 4), E fragt nur, ob sie erwischt werden könnte, und ist deshalb die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 82Rangfolge A – D – C – E – B

Eine Malermeisterin bemerkt, dass ein 82-jähriger Kunde ihre Rechnung versehentlich doppelt bezahlt hat.

RangÜberlegungStufe
1A)  „Könnte dem älteren Kunden das Geld fehlen, etwa für seine Miete oder Medikamente?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Muss man zu Unrecht erhaltenes Geld nicht zurückgeben?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Wie würden andere Handwerksbetriebe mit so einem Fehler umgehen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Würde mir der Kunde aus Dankbarkeit weitere Aufträge geben und mich weiterempfehlen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5B)  „Könnten die Angehörigen des Kunden den Fehler bemerken und mich zur Rede stellen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

A ist die wichtigste Überlegung, weil Frau Hager die Folgen für den Kunden reflektiert (Universalprinzip). D beruft sich auf die Pflicht, zu Unrecht erhaltenes Geld zurückzugeben (Stufe 2). C orientiert sich an anderen Handwerksbetrieben (Stufe 3). E hofft auf weitere Aufträge und damit auf einen Vorteil (Stufe 4), B möchte nur eine unangenehme Konfrontation vermeiden (Stufe 5).

Aufgabe 83Rangfolge D – B – C – E – A

Eine Bäckereiangestellte überlegt, ob sie entgegen der Firmenregel übrig gebliebenes Gebäck einem obdachlosen Mann gibt.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Ist es richtig, gutes Essen wegzuwerfen, während ein Mensch direkt vor der Tür Hunger leidet?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Muss ich mich nicht an die Anweisung der Firmenleitung halten, keine Waren weiterzugeben?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Wie handhaben das meine Kolleginnen in den anderen Filialen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Würden mich meine Stammkunden für meine Großzügigkeit bewundern?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Könnte ich eine Verwarnung bekommen, wenn die Gebietsleiterin es zufällig sieht?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D ist am wichtigsten, weil Frau Aydin die Auswirkungen ihres Handelns auf den hungrigen Mann reflektiert und die Regel selbst hinterfragt (Universalprinzip). B beruft sich auf die Firmenanweisung, ohne deren Sinn zu hinterfragen (Stufe 2). C orientiert sich an den Kolleginnen (Stufe 3). E erhofft sich Anerkennung als Vorteil (Stufe 4), A fürchtet nur eine Verwarnung und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 84Rangfolge C – B – A – D – E

Ein Jugendlicher wird von einem Freund ohne Führerschein eingeladen, auf dessen geborgtem Moped mitzufahren.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Könnten andere Verkehrsteilnehmer oder Fußgänger schwer verletzt werden, wenn mein Freund ohne Fahrpraxis fährt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Ist Mopedfahren ohne Führerschein nicht gesetzlich verboten?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Würden meine anderen Freunde bei so einer Fahrt mitfahren?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Wäre ich eine halbe Stunde früher zu Hause?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5E)  „Würden meine Eltern mir Hausarrest geben, wenn sie davon erfahren?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C ist die wichtigste Überlegung, weil Luca die möglichen Folgen für andere Verkehrsteilnehmer reflektiert (Universalprinzip). B bezieht sich auf das gesetzliche Verbot (Stufe 2). A orientiert sich an seinen Freunden (Stufe 3). D betrachtet die Zeitersparnis als eigenen Vorteil (Stufe 4), E fürchtet nur eine Strafe durch die Eltern und ist deshalb am unwichtigsten.

Aufgabe 85Rangfolge D – E – B – C – A

Eine Frau bemerkt, dass ihr 85-jähriger Nachbar seit drei Tagen seine Zeitungen nicht hereingeholt hat und nicht öffnet.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Könnte mein Nachbar gestürzt sein und dringend Hilfe brauchen?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Ist man nicht verpflichtet, Hilfe zu holen, wenn jemand in Not sein könnte?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Was würden die anderen Hausbewohner an meiner Stelle machen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4C)  „Würde mir die Familie des Nachbarn später für meine Aufmerksamkeit dankbar sein und sich erkenntlich zeigen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Wäre es mir unangenehm, wenn ich einen Einsatz auslöse und sich herausstellt, dass er nur verreist ist?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D ist am wichtigsten, weil Frau Sommer die mögliche Notlage ihres Nachbarn reflektiert (Universalprinzip). E beruft sich auf eine allgemeine Hilfspflicht (Stufe 2). B orientiert sich an anderen Hausbewohnern (Stufe 3). C erhofft sich eine Gegenleistung der Familie (Stufe 4), A möchte nur eine peinliche Situation vermeiden und ist daher die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 86Rangfolge A – B – D – E – C · Sonderfall

Eine Tutorin bekommt von einer Studentin mit knapp negativem Protokoll Konzertkarten für eine wohlwollende Bewertung angeboten.

RangÜberlegungStufe
1A)  „Wäre es den anderen Studierenden gegenüber gerecht, wenn eine Bewertung durch Geschenke beeinflusst wird?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Ist es mir als Tutorin nicht untersagt, Geschenke von Studierenden anzunehmen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3D)  „Könnte ich endlich das Konzert besuchen, für das ich selbst keine Karten mehr bekommen habe?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
4E)  „Würde die Studentin in der Gruppe schlecht über mich reden, wenn ich die Karten ablehne?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (milder)
5C)  „Könnte ich meine Stelle als Tutorin verlieren, wenn das Institut davon erfährt?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (extremer)

Erklärung

A ist die wichtigste Überlegung, weil Frau Engel die Folgen für die übrigen Studierenden reflektiert (Universalprinzip). B bezieht sich auf das Verbot, Geschenke anzunehmen (Stufe 2). D betrachtet den Konzertbesuch als eigenen Vorteil (Stufe 4); eine Orientierung an Bezugspersonen (Stufe 3) kommt nicht vor. E und C fallen beide auf Stufe 5: Schlechtes Gerede in der Gruppe ist ein milder sozialer Nachteil, der Verlust der Tutorenstelle in C dagegen eine berufliche Konsequenz – deshalb erhält C Rang 5.

Aufgabe 87Rangfolge D – A – C – E – B

Ein Wissenschaftler soll unpassende Messwerte einer Medikamentenstudie streichen, damit sie veröffentlicht werden kann.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Könnten Patientinnen und Patienten später ein Medikament bekommen, dessen Wirkung geschönt dargestellt wurde?“Stufe 1 – Universalprinzip
2A)  „Widerspricht das Streichen korrekter Daten nicht den Regeln guter wissenschaftlicher Praxis?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Wie würden andere Forschende in meiner Arbeitsgruppe reagieren?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Würde mir die Veröffentlichung in einer renommierten Zeitschrift bei meiner Karriere helfen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5B)  „Könnte ich meinen befristeten Vertrag verlieren, wenn ich mich dem Projektleiter widersetze?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D ist am wichtigsten, da Herr Brandstätter die Folgen für zukünftige Patientinnen und Patienten reflektiert (Universalprinzip). A beruft sich auf die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis (Stufe 2). C orientiert sich an seiner Arbeitsgruppe (Stufe 3). E betrachtet den Karrierenutzen als eigenen Vorteil (Stufe 4), B fürchtet nur den Verlust seines Vertrags und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 88Rangfolge B – E – D – A – C

Ein Mann sieht in einem Einkaufszentrum ein weinendes, offensichtlich verlorenes Kleinkind.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Was könnte dem Kind passieren, wenn sich niemand um es kümmert?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Ist man nicht verpflichtet, einem hilflosen Kind beizustehen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3D)  „Würden die anderen Passanten an meiner Stelle stehen bleiben und helfen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Würde mich die Mutter des Kindes zum Dank auf einen Kaffee einladen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Bekomme ich einen Strafzettel, wenn mein Parkschein abläuft?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

B ist die wichtigste Überlegung, weil Herr Wallner die möglichen Folgen für das Kind reflektiert (Universalprinzip). E beruft sich auf eine allgemeine Hilfspflicht (Stufe 2). D orientiert sich am Verhalten der anderen Passanten (Stufe 3). A hofft auf eine kleine Belohnung (Stufe 4), C möchte nur einen Strafzettel vermeiden und ist deshalb am unwichtigsten.

Aufgabe 89Rangfolge D – A – B – C – E

Eine Hautärztin überlegt, ob sie sich bei einem medizinischen Notfall im Flugzeug als Ärztin meldet.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Was passiert mit dem Passagier, wenn sich niemand mit medizinischer Ausbildung um ihn kümmert?“Stufe 1 – Universalprinzip
2A)  „Bin ich als Ärztin nicht zur Hilfeleistung in Notfällen verpflichtet?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Würden sich andere Ärztinnen und Ärzte an Bord in meiner Situation melden?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4C)  „Bekomme ich von der Fluglinie als Dankeschön einen Gutschein oder ein Upgrade?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5E)  „Könnte ich haftbar gemacht werden, wenn bei meiner Behandlung etwas schiefgeht?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D ist am wichtigsten, weil Dr. Weiß die Folgen ihrer Entscheidung für den Passagier reflektiert (Universalprinzip). A beruft sich auf ihre ärztliche Hilfeleistungspflicht (Stufe 2). B orientiert sich an anderen Ärztinnen und Ärzten (Stufe 3). C hofft auf eine Belohnung der Fluglinie (Stufe 4), E fürchtet nur eine mögliche Haftung und belegt deshalb Rang 5.

Aufgabe 90Rangfolge A – E – B – C – D

Eine Frau soll für das Restaurant ihres Lebensgefährten mehrere gefälschte positive Online-Bewertungen schreiben.

RangÜberlegungStufe
1A)  „Würden andere Menschen getäuscht werden, die sich bei der Restaurantwahl auf ehrliche Bewertungen verlassen?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Ist es nicht unzulässig, gefälschte Bewertungen unter falschen Namen zu veröffentlichen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Würden meine Freundinnen das für ihren Partner auch machen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4C)  „Würden wir mit einem gut laufenden Restaurant finanziell besser dastehen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5D)  „Könnte die Bewertungsplattform die gefälschten Einträge entdecken und das Restaurant sperren?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

A ist die wichtigste Überlegung, weil Frau Petz die Folgen der Täuschung für andere Menschen reflektiert (Universalprinzip). E bezieht sich auf das Verbot gefälschter Bewertungen (Stufe 2). B orientiert sich an ihren Freundinnen (Stufe 3). C betrachtet den finanziellen Nutzen als eigenen Vorteil (Stufe 4), D möchte nur eine Sperre vermeiden und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 91Rangfolge B – E – A – C – D

Eine Studentin entdeckt kurz vor der Abgabe eines gemeinsam benoteten Gruppenprojekts ein Plagiat eines Gruppenmitglieds.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Wäre es den anderen Gruppenmitgliedern gegenüber fair, wenn sie für ein Plagiat mitbestraft werden, das sie nicht begangen haben?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Verstößt das Kopieren ohne Quellenangabe nicht gegen die Regeln der Universität?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Wie würden andere Studierende in so einer Gruppe reagieren?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4C)  „Hätte ich weniger Arbeit, wenn ich einfach alles so abgebe, wie es ist?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5D)  „Wäre das betroffene Gruppenmitglied verärgert, wenn ich es darauf anspreche?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

B ist am wichtigsten, weil Marie die Folgen für die gesamte Gruppe reflektiert (Universalprinzip). E bezieht sich auf die Regeln der Universität (Stufe 2). A orientiert sich an anderen Studierenden (Stufe 3). C betrachtet den geringeren Aufwand als eigenen Vorteil (Stufe 4), D möchte nur Ärger mit dem Gruppenmitglied vermeiden und ist daher die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 92Rangfolge E – A – B – C – D

Ein Mann überlegt, ob er vor den Augen von Volksschulkindern bei Rot über die Straße geht.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Könnten die Kinder mein Verhalten nachahmen und dabei in gefährliche Situationen geraten?“Stufe 1 – Universalprinzip
2A)  „Ist das Überqueren der Straße bei Rot nicht verboten?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Würden andere Erwachsene an meiner Stelle bei Rot gehen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4C)  „Würde ich pünktlich zu meinem Termin kommen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5D)  „Könnte zufällig eine Polizeistreife vorbeikommen und mich bestrafen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

E ist die wichtigste Überlegung, weil Herr Holzer die möglichen Folgen seines Vorbilds für die Kinder reflektiert (Universalprinzip). A bezieht sich auf die Straßenverkehrsordnung (Stufe 2). B orientiert sich an anderen Erwachsenen (Stufe 3). C betrachtet die Pünktlichkeit als eigenen Vorteil (Stufe 4), D fürchtet nur eine Strafe und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 93Rangfolge C – B – D – E – A · Sonderfall

Ein Pflegeschüler wird von der Stationsleitung gebeten, den nächtlichen Sturz eines Patienten nicht zu dokumentieren.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Könnten die Ärztinnen und Ärzte eine versteckte Verletzung übersehen, wenn der Sturz nicht dokumentiert ist?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Bin ich nicht verpflichtet, alle Vorfälle vollständig und wahrheitsgemäß zu dokumentieren?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3D)  „Wie würden die anderen Auszubildenden auf eine solche Bitte reagieren?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Würden mich die Kolleginnen auf der Station als schwierig ansehen, wenn ich mich weigere?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (milder)
5A)  „Könnte ich strafrechtlich belangt werden, wenn herauskommt, dass die Dokumentation absichtlich unvollständig ist?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (extremer)

Erklärung

C ist am wichtigsten, weil Herr Kraus die möglichen Folgen für den Patienten reflektiert (Universalprinzip). B beruft sich auf seine Dokumentationspflicht (Stufe 2), D auf das Verhalten anderer Auszubildender (Stufe 3). Eine Überlegung zum eigenen Vorteil (Stufe 4) fehlt, stattdessen fallen E und A beide auf Stufe 5. Als schwierig zu gelten ist eine soziale Konsequenz, eine strafrechtliche Verfolgung in A dagegen eine rechtliche – die extremere Konsequenz erhält daher Rang 5.

Aufgabe 94Rangfolge D – C – B – E – A

Eine Boutique-Mitarbeiterin soll ein offensichtlich getragenes Abendkleid einer Stammkundin zurücknehmen.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Wäre es anderen Kundinnen gegenüber fair, wenn sie dieses getragene Kleid später als neu kaufen?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Schreiben unsere Rückgaberegeln nicht vor, dass nur ungetragene Ware zurückgenommen wird?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Wie würden meine Kolleginnen in dieser Situation entscheiden?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Würde ich durch die treue Stammkundin weiterhin gute Umsatzprämien bekommen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Würde sich die Kundin bei meiner Chefin über mich beschweren?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D ist die wichtigste Überlegung, weil Frau Taler die Folgen für andere Kundinnen reflektiert (Universalprinzip). C beruft sich auf die Rückgaberegeln des Geschäfts (Stufe 2). B orientiert sich an den Kolleginnen (Stufe 3). E betrachtet die Umsatzprämie als eigenen Vorteil (Stufe 4), A möchte nur eine Beschwerde vermeiden (Stufe 5).

Aufgabe 95Rangfolge B – C – D – E – A

Ein Schichtleiter entdeckt, dass sein Betrieb nachts verunreinigtes Abwasser in einen Bach leitet.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Welche Folgen hätte die Verschmutzung für die Tiere im Bach und für die Menschen, die flussabwärts leben?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Ist das Einleiten von Schadstoffen in Gewässer nicht gesetzlich verboten?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3D)  „Was würden andere Schichtleiter an meiner Stelle tun?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Würde ich vielleicht befördert werden, wenn ich loyal zum Betriebsleiter halte?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Könnte ich meinen Arbeitsplatz verlieren, wenn ich den Betrieb anzeige?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

B ist am wichtigsten, da Herr Stöger die Folgen für Umwelt und Menschen reflektiert (Universalprinzip). C bezieht sich auf das gesetzliche Verbot (Stufe 2). D orientiert sich an anderen Schichtleitern (Stufe 3). E hofft auf eine Beförderung und damit auf einen Vorteil (Stufe 4), A fürchtet nur den Verlust des Arbeitsplatzes und ist deshalb die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 96Rangfolge D – B – A – E – C

Ein Mann könnte ohne zu fragen das ungeschützte WLAN seines Nachbarn nutzen.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Könnte mein Nachbar Nachteile haben, etwa ein langsameres Internet oder Ärger, falls ich über seinen Anschluss etwas Problematisches mache?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Darf man ein fremdes WLAN überhaupt ohne Erlaubnis des Besitzers nutzen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Wie würden meine Freunde in so einer Situation handeln?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Könnte ich mir drei Wochen lang die Kosten für mobile Daten sparen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Könnte der Nachbar herausfinden, dass ich sein WLAN nutze, und mich darauf ansprechen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D ist die wichtigste Überlegung, weil Herr Janković die Folgen seines Handelns für den Nachbarn reflektiert (Universalprinzip). B fragt, was rechtlich erlaubt ist (Stufe 2). A orientiert sich an seinen Freunden (Stufe 3). E betrachtet die Kostenersparnis als eigenen Vorteil (Stufe 4), C fürchtet nur, entdeckt zu werden, und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 97Rangfolge C – E – D – B – A

Eine Primarärztin muss eine Ausbildungsstelle zwischen ihrer Nichte und einer besser qualifizierten Bewerberin vergeben.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Wäre es der besser qualifizierten Bewerberin und künftigen Patientinnen gegenüber gerecht, wenn ich meine Nichte bevorzuge?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Muss ich Stellen nicht nach objektiven Kriterien und ohne Bevorzugung von Verwandten vergeben?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3D)  „Wie würden andere Primarärztinnen und Primarärzte in so einem Fall entscheiden?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Hätte ich mit meiner Nichte eine loyale Mitarbeiterin, auf die ich mich immer verlassen kann?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Würde meine Schwester bei Familienfeiern nicht mehr mit mir reden, wenn ich ihre Tochter ablehne?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C ist am wichtigsten, weil Prim. Dr. Hauser die Folgen ihrer Entscheidung für die Mitbewerberin und die Patientinnen reflektiert (Universalprinzip). E beruft sich auf die Pflicht zu objektiven Auswahlkriterien (Stufe 2). D orientiert sich an anderen Abteilungsleitungen (Stufe 3). B betrachtet eine loyale Mitarbeiterin als eigenen Vorteil (Stufe 4), A möchte nur Streit in der Familie vermeiden und ist daher die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 98Rangfolge A – C – D – E – B

Eine Vertriebsmitarbeiterin hört im Zug vertrauliche Angebotsdetails eines Konkurrenten mit und überlegt, ob sie diese nutzt.

RangÜberlegungStufe
1A)  „Wäre es der Konkurrenzfirma gegenüber fair, wenn sie den Auftrag nur verliert, weil ihr Mitarbeiter im Zug belauscht wurde?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Widerspricht die Nutzung vertraulicher Informationen nicht den Regeln des fairen Wettbewerbs?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3D)  „Würden meine Kolleginnen im Vertrieb diese Informationen verwenden?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Würde ich für den Gewinn der Ausschreibung eine hohe Prämie bekommen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5B)  „Könnte die Konkurrenz herausfinden, woher wir die Informationen hatten, und rechtlich gegen uns vorgehen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

A ist die wichtigste Überlegung, weil Frau Rauch die Folgen ihres Handelns für die Konkurrenzfirma reflektiert (Universalprinzip). C bezieht sich auf die Regeln des fairen Wettbewerbs (Stufe 2). D orientiert sich an ihren Kolleginnen (Stufe 3). E betrachtet die Prämie als eigenen Vorteil (Stufe 4), B fürchtet nur rechtliche Schritte und steht deshalb an letzter Stelle.

Aufgabe 99Rangfolge E – B – A – C – D

Ein Mann bemerkt am Parkplatz, dass eine Kiste Mineralwasser an der Kassa nicht verrechnet wurde.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Was wäre, wenn jeder solche Fehler einfach zu seinen Gunsten ausnutzen würde?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Ist es nicht meine Pflicht, für die Ware zu bezahlen, die ich mitnehme?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Was würden die meisten Leute an meiner Stelle tun?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4C)  „Hätte ich das Mineralwasser einfach gratis bekommen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5D)  „Könnte mich jemand auf dem Überwachungsvideo erkennen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

E verallgemeinert das Verhalten und fragt nach den Folgen, wenn alle so handeln würden – das ist das Universalprinzip und damit Rang 1. B beruft sich auf eine Pflicht (Stufe 2). A orientiert sich daran, was die meisten Leute tun würden (Stufe 3). C betrachtet die kostenlose Ware als eigenen Vorteil (Stufe 4), D fürchtet nur, ertappt zu werden, und ist deshalb die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 100Rangfolge D – B – A – E – C

Ein Ferialpraktikant im Freibad bemerkt, dass der Bademeister ständig aufs Handy schaut, statt das Becken zu beaufsichtigen.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Könnte ein Kind ertrinken, weil niemand rechtzeitig bemerkt, dass es in Not ist?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Gilt für die Badeaufsicht nicht die Vorschrift, das Becken durchgehend zu beobachten?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Wie würden die anderen Praktikanten an meiner Stelle reagieren?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Würde mich die Badleitung nächsten Sommer bevorzugt wieder einstellen, wenn ich so aufmerksam bin?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Würde mich der Bademeister für den Rest des Praktikums schikanieren?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D ist am wichtigsten, weil Moritz die möglichen Folgen für die Badegäste reflektiert (Universalprinzip). B bezieht sich auf die Aufsichtsvorschrift (Stufe 2). A orientiert sich an anderen Praktikanten (Stufe 3). E hofft auf eine erneute Anstellung und damit auf einen Vorteil (Stufe 4), C möchte nur Schikanen vermeiden und belegt daher Rang 5.

Aufgaben 101–150

Aufgabe 101Rangfolge C – B – E – D – A

Eine Triage-Pflegerin soll einen Patienten mit Rückenschmerzen wegen guter Beziehungen seines Sohnes vorreihen.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Könnten Patientinnen und Patienten mit dringlicheren Beschwerden Schaden nehmen, wenn sie länger warten müssen?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Muss ich die Reihenfolge nicht nach dem vorgeschriebenen Triage-System festlegen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Wie würden meine Kolleginnen in der Notaufnahme mit so einer Forderung umgehen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Könnte mir eine gute Beziehung zum ärztlichen Direktor später einmal nützen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Könnte sich der Mann beim ärztlichen Direktor über mich beschweren?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C ist die wichtigste Überlegung, weil Frau Ortner die Folgen einer Vorreihung für die anderen Wartenden reflektiert (Universalprinzip). B beruft sich auf das vorgeschriebene Triage-System (Stufe 2). E orientiert sich an den Kolleginnen (Stufe 3). D erhofft sich einen späteren Nutzen und damit einen eigenen Vorteil (Stufe 4), während A lediglich eine Beschwerde vermeiden will (Stufe 5).

Aufgabe 102Rangfolge D – B – A – E – C

Ein junger Arzt soll im Nachtdienst ohne Befunde und Untersuchung ein starkes Opioid verschreiben.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Könnte der Patient abhängig werden oder gefährliche Wechselwirkungen erleiden, wenn ich ihm ein Opioid ohne Abklärung verschreibe?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Darf ich suchtgifthaltige Medikamente überhaupt ohne Untersuchung verschreiben?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Wie würden erfahrene Kolleginnen und Kollegen im Nachtdienst entscheiden?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Wäre ich den fordernden Patienten schneller los und könnte mich im Nachtdienst endlich kurz ausruhen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Könnte ich Ärger mit der Ärztekammer bekommen, wenn sich das Rezept als Missbrauch herausstellt?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D ist am wichtigsten, weil Dr. Kainz die gesundheitlichen Folgen seiner Entscheidung für den Patienten reflektiert (Universalprinzip). B fragt nach den Vorschriften für Suchtgiftrezepte (Stufe 2). A orientiert sich an erfahrenen Kolleginnen und Kollegen (Stufe 3). E betrachtet die Möglichkeit, sich auszuruhen, als eigenen Vorteil (Stufe 4), C möchte nur Ärger mit der Ärztekammer vermeiden und belegt daher Rang 5.

Aufgabe 103Rangfolge B – E – C – D – A

Eine Schülerin entdeckt im Kopierer die Angaben der morgigen Mathematikschularbeit.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Wäre es meinen Mitschülerinnen und Mitschülern gegenüber fair, wenn ich die Aufgaben schon vorher kenne?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Ist es nicht verboten, sich vor einer Schularbeit die Angaben zu verschaffen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Was würden meine Freundinnen machen, wenn sie die Blätter gefunden hätten?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Würde ich morgen eine viel bessere Note schreiben?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Könnte mich jemand beim Fotografieren beobachten und mich bei der Direktion melden?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

B ist die wichtigste Überlegung, weil Selina die Folgen ihres Handelns für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler reflektiert (Universalprinzip). E bezieht sich auf ein Verbot (Stufe 2). C orientiert sich an ihren Freundinnen (Stufe 3). D betrachtet die bessere Note als eigenen Vorteil (Stufe 4), während A nur fürchtet, ertappt und gemeldet zu werden – das ist die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 104Rangfolge C – E – A – B – D

Eine Bankberaterin könnte einer 79-jährigen Kundin wegen einer Verkaufsvorgabe ein riskantes Anlageprodukt empfehlen.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Könnte die Kundin ihr Erspartes verlieren, das sie für ihre Pflege dringend braucht?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Bin ich nicht verpflichtet, Kundinnen entsprechend ihrem Risikoprofil zu beraten?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Wie würden meine Kolleginnen die Kundin an meiner Stelle beraten?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Würde ich durch den Verkauf meine Zielvorgabe erreichen und einen Bonus bekommen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5D)  „Könnte ich persönlich Ärger bekommen, wenn die Kundin die Bank später wegen Falschberatung klagt?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C ist am wichtigsten, da Frau Brandl die Folgen ihrer Empfehlung für die Kundin reflektiert (Universalprinzip). E beruft sich auf ihre Beratungspflicht (Stufe 2). A orientiert sich an den Kolleginnen (Stufe 3). B betrachtet den Bonus als eigenen Vorteil (Stufe 4), D fürchtet nur persönlichen Ärger wegen einer Klage und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 105Rangfolge D – E – C – A – B

Eine Ärztin erfährt, dass ein Busfahrer nach einem ersten Krampfanfall weiterhin Linienbusse lenken will.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Welche Folgen hätte es für die Fahrgäste und andere Verkehrsteilnehmer, wenn er während der Fahrt einen Anfall bekommt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Bin ich als Ärztin nicht verpflichtet, ihn auf die gesetzlichen Vorgaben zur Fahrtauglichkeit hinzuweisen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Wie würden andere Hausärztinnen und Hausärzte mit so einem Patienten umgehen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Würde mir der Patient treu bleiben, wenn ich die Sache nicht so streng nehme?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5B)  „Könnte ich haftbar gemacht werden, wenn er einen Unfall verursacht und herauskommt, dass ich Bescheid wusste?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D ist die wichtigste Überlegung, weil Dr. Pospischil die möglichen Folgen für Fahrgäste und andere Verkehrsteilnehmer reflektiert (Universalprinzip). E beruft sich auf ihre ärztliche Aufklärungspflicht und die gesetzlichen Vorgaben (Stufe 2). C orientiert sich an anderen Hausärztinnen und Hausärzten (Stufe 3). A hat den Erhalt eines Patienten als eigenen Vorteil im Blick (Stufe 4), B nur die Angst vor einer Haftung (Stufe 5).

Aufgabe 106Rangfolge C – A – E – D – B

Ein Sammler erkennt auf dem Flohmarkt eine wertvolle Jugendstilvase, die eine ältere Dame für fünf Euro verkauft.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Wäre es der älteren Dame gegenüber fair, wenn ich ihre Unwissenheit ausnutze?“Stufe 1 – Universalprinzip
2A)  „Gehört es sich nicht, ehrlich zu sein, wenn man den wahren Wert einer Sache kennt?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Was würden andere Sammler an meiner Stelle tun?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Könnte ich mit der Vase einen enormen Gewinn machen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5B)  „Würde mein Ruf in der Sammlerszene leiden, wenn bekannt wird, wie ich die Vase bekommen habe?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C ist am wichtigsten, weil Herr Kogler die Folgen seines Verhaltens für die ältere Dame reflektiert (Universalprinzip). A gibt einen moralischen Grundsatz der Ehrlichkeit wieder (Stufe 2). E orientiert sich an anderen Sammlern (Stufe 3). D betrachtet den möglichen Gewinn als eigenen Vorteil (Stufe 4), B möchte nur einen Rufschaden vermeiden und ist deshalb die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 107Rangfolge A – E – C – D – B · Sonderfall

Ein Pfleger bemerkt, dass ein Kollege Wundfotos eines erkennbaren Patienten an eine private Chatgruppe schickt.

RangÜberlegungStufe
1A)  „Wie würde sich der Patient fühlen, wenn er erfährt, dass Fotos seines Körpers zur Belustigung verschickt werden?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Verstößt das nicht eindeutig gegen die Schweigepflicht und den Datenschutz?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Was würden andere Pflegekräfte auf der Station an meiner Stelle tun?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Würde mich der Kollege im Team schneiden, wenn ich ihn melde?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (milder)
5B)  „Könnte gegen mich ein Disziplinarverfahren eingeleitet werden, wenn herauskommt, dass ich davon wusste?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (extremer)

Erklärung

A ist die wichtigste Überlegung, weil Herr Mayerhofer sich in den Patienten hineinversetzt und die Folgen für ihn reflektiert (Universalprinzip). E beruft sich auf Schweigepflicht und Datenschutz (Stufe 2), C auf das Verhalten anderer Pflegekräfte (Stufe 3). Ein eigener Vorteil (Stufe 4) kommt nicht vor; D und B betreffen beide das Vermeiden von Nachteilen (Stufe 5). Vom Kollegen geschnitten zu werden ist ein sozialer Nachteil, ein Disziplinarverfahren in B dagegen eine berufliche Konsequenz – daher steht B auf dem letzten Rang.

Aufgabe 108Rangfolge D – E – C – B – A

Eine Tierärztin soll einen gesunden Hund einschläfern, weil der Besitzer keine Zeit mehr für ihn hat.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Würde ich einem gesunden Tier das Leben nehmen, obwohl es in einem neuen Zuhause noch viele gute Jahre haben könnte?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Ist das Töten eines gesunden Tieres ohne vernünftigen Grund nicht laut Tierschutzgesetz verboten?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Wie würden andere Tierärztinnen in meiner Situation reagieren?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Würde ich für die Einschläferung ein gutes Honorar bekommen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Würde der Mann schlechte Online-Bewertungen über meine Praxis schreiben, wenn ich ablehne?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D ist am wichtigsten, weil Dr. Tauber die Folgen ihrer Entscheidung für das Tier reflektiert (Universalprinzip). E beruft sich auf das Tierschutzgesetz (Stufe 2). C orientiert sich an anderen Tierärztinnen (Stufe 3). B betrachtet das Honorar als eigenen Vorteil (Stufe 4), A will nur schlechte Bewertungen vermeiden und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 109Rangfolge E – B – C – D – A

Ein Mann könnte behaupten, dass ein Lottogewinn von 12.000 Euro auf seinem privaten statt auf dem Gemeinschaftsschein erzielt wurde.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Wäre es meinen Kolleginnen und Kollegen gegenüber gerecht, ihnen ihren Anteil am Gewinn vorzuenthalten?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Haben wir nicht vereinbart, dass Gewinne aus dem Gemeinschaftsschein geteilt werden?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Was würden andere in meiner Situation mit dem Gewinn machen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Hätte ich dann nicht die ganzen 12.000 Euro für mich allein?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Könnte herauskommen, welcher Schein gewonnen hat, sodass ich großen Ärger mit meinen Kolleginnen und Kollegen bekomme?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

E ist die wichtigste Überlegung, weil Herr Hofbauer die Folgen seines Handelns für seine Kolleginnen und Kollegen reflektiert (Universalprinzip). B beruft sich auf die getroffene Vereinbarung (Stufe 2). C orientiert sich an anderen Menschen in derselben Lage (Stufe 3). D betrachtet den gesamten Gewinn als eigenen Vorteil (Stufe 4), A fragt nur, ob der Betrug auffliegen könnte, und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 110Rangfolge C – A – B – E – D

Eine Studentin wird von einer Freundin gebeten, ihr verschreibungspflichtige Konzentrationstabletten vor einer Prüfung abzugeben.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Könnte meine Freundin gesundheitliche Probleme bekommen, wenn sie ein Medikament nimmt, das ihr nicht verschrieben wurde?“Stufe 1 – Universalprinzip
2A)  „Ist die Weitergabe verschreibungspflichtiger Medikamente nicht verboten?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Würden meine anderen Freundinnen ihr die Tabletten geben?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Würde mir meine Freundin dafür beim Lernen für meine nächste Prüfung helfen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5D)  „Könnte ich meine Freundin verlieren, wenn ich ihr die Bitte abschlage?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C ist am wichtigsten, weil Nora die gesundheitlichen Folgen für ihre Freundin reflektiert (Universalprinzip). A beruft sich auf das Verbot der Weitergabe (Stufe 2). B orientiert sich an ihren anderen Freundinnen (Stufe 3). E erwartet eine Gegenleistung und damit einen Vorteil (Stufe 4), D möchte nur den Verlust der Freundschaft vermeiden (Stufe 5).

Aufgabe 111Rangfolge D – A – E – B – C

Ein Mechaniker soll einem Stammkunden trotz abgefahrener Bremsen das Pickerl ausstellen.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Könnte der Kunde oder ein anderer Verkehrsteilnehmer verletzt werden, wenn die Bremsen versagen?“Stufe 1 – Universalprinzip
2A)  „Darf ich laut Vorschrift ein Pickerl für ein Auto mit schweren Mängeln überhaupt ausstellen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Wie würden andere Mechaniker in meiner Werkstatt entscheiden?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Würde der Stammkunde mir auch künftig seine Aufträge geben, wenn ich ihm entgegenkomme?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Könnte ich meine Berechtigung zur Pickerl-Überprüfung verlieren, wenn das bei einer Kontrolle auffällt?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D ist die wichtigste Überlegung, weil Herr Kerschbaum die möglichen Folgen für den Kunden und andere Verkehrsteilnehmer reflektiert (Universalprinzip). A fragt nach der geltenden Vorschrift (Stufe 2). E orientiert sich an anderen Mechanikern (Stufe 3). B betrachtet künftige Aufträge als eigenen Vorteil (Stufe 4), C möchte nur den Verlust seiner Berechtigung vermeiden (Stufe 5).

Aufgabe 112Rangfolge B – E – A – C – D

Eine Rezeptionistin wird von einem angeblichen Bruder nach der Zimmernummer eines Gastes gefragt, der um Diskretion gebeten hat.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Könnte der Frau etwas zustoßen, wenn ich einem Fremden verrate, wo sie sich aufhält?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Schreibt die Hotelrichtlinie nicht vor, keine Zimmernummern an Dritte weiterzugeben?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Wie würden meine Kolleginnen an der Rezeption mit dieser Bitte umgehen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4C)  „Würde der Mann mir ein gutes Trinkgeld geben, wenn ich ihm helfe?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5D)  „Würde der Mann laut werden und eine Szene in der Lobby machen, wenn ich ablehne?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

B ist am wichtigsten, da Frau Lorenz die möglichen Folgen für die Sicherheit des Gastes reflektiert (Universalprinzip). E beruft sich auf die Hotelrichtlinie (Stufe 2). A orientiert sich an den Kolleginnen (Stufe 3). C hofft auf ein Trinkgeld und damit auf einen Vorteil (Stufe 4), D will nur eine unangenehme Szene vermeiden und ist deshalb am unwichtigsten.

Aufgabe 113Rangfolge D – A – C – E – B

Ein Mann bemerkt, dass seine 84-jährige Nachbarin offenbar Opfer eines Enkeltrick-Betrugs wird.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Könnte meine Nachbarin 15.000 Euro an Betrüger verlieren, wenn ich nichts unternehme?“Stufe 1 – Universalprinzip
2A)  „Ist man nicht verpflichtet, eine mögliche Straftat zu verhindern oder zu melden?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Was würden die anderen Nachbarn im Haus an meiner Stelle tun?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Würde mich die Familie der Nachbarin für mein Eingreifen belohnen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5B)  „Würde mir die Nachbarin böse sein, wenn ich mich gegen ihren Willen einmische?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D ist die wichtigste Überlegung, weil Herr Strobl die Folgen seines Nichthandelns für die Nachbarin reflektiert (Universalprinzip). A beruft sich auf eine allgemeine Pflicht, Straftaten zu verhindern (Stufe 2). C orientiert sich an den anderen Nachbarn (Stufe 3). E hofft auf eine Belohnung (Stufe 4), B möchte nur Unmut der Nachbarin vermeiden und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 114Rangfolge B – A – E – C – D · Sonderfall

Eine Vereinskassierin soll eine vom Obmann privat entnommene Summe als Vereinsausgabe tarnen.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Wäre es den Vereinsmitgliedern gegenüber gerecht, wenn ihre Beiträge für private Zwecke verwendet werden?“Stufe 1 – Universalprinzip
2A)  „Bin ich als Kassierin nicht verpflichtet, alle Einnahmen und Ausgaben wahrheitsgemäß zu verbuchen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Würde der Obmann mir als Dank mehr Mitsprache im Vorstand einräumen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
4C)  „Würden mich einige Vereinsmitglieder, die mit dem Obmann befreundet sind, künftig meiden?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (milder)
5D)  „Könnte ich wegen Beihilfe zur Veruntreuung angezeigt werden, wenn ich die Buchung fälsche?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (extremer)

Erklärung

B ist am wichtigsten, weil Frau Eder die Folgen für alle Vereinsmitglieder reflektiert (Universalprinzip). A beruft sich auf ihre Pflicht als Kassierin (Stufe 2). E erhofft sich mehr Mitsprache und damit einen Vorteil (Stufe 4); eine Orientierung an Bezugspersonen (Stufe 3) fehlt. C und D fallen beide auf Stufe 5: Von einigen Mitgliedern gemieden zu werden ist ein sozialer Nachteil, eine Anzeige wegen Beihilfe zur Veruntreuung in D dagegen eine rechtliche Konsequenz – daher erhält D Rang 5.

Aufgabe 115Rangfolge D – A – E – B – C

Eine Architektin soll auf Wunsch des Bauherrn einen vorgeschriebenen Fluchtweg einsparen.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Könnten Bewohnerinnen und Bewohner im Brandfall ihr Leben verlieren, wenn der Fluchtweg fehlt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2A)  „Schreibt die Bauordnung nicht eindeutig einen zweiten Fluchtweg vor?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Wie würden andere Architektinnen und Architekten auf diesen Wunsch reagieren?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Würde mir der Bauherr weitere lukrative Projekte anvertrauen, wenn ich ihm entgegenkomme?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Könnte ich meine Berufsberechtigung verlieren, wenn der Verstoß später entdeckt wird?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D ist die wichtigste Überlegung, weil DI Jovanović die möglichen Folgen für die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner reflektiert (Universalprinzip). A beruft sich auf die Bauordnung (Stufe 2). E orientiert sich an anderen Architektinnen und Architekten (Stufe 3). B hofft auf weitere Aufträge und damit auf einen Vorteil (Stufe 4), C möchte nur den Verlust der Berufsberechtigung vermeiden (Stufe 5).

Aufgabe 116Rangfolge C – B – E – D – A

Ein junger Mann beobachtet in der U-Bahn, wie ein betrunkener Mann eine junge Frau bedrängt, während alle wegschauen.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Wie muss sich die junge Frau fühlen, wenn ihr in dieser Lage niemand hilft?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Ist man nicht verpflichtet, Hilfe zu holen, wenn jemand bedroht wird?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Was würden meine Freunde an meiner Stelle tun?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Würde ich für mein Eingreifen später als Vorbild gelobt werden?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Könnte der Betrunkene auf mich losgehen, wenn ich mich einmische?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C ist am wichtigsten, weil Ben sich in die bedrängte Frau hineinversetzt und die Folgen seines Handelns für sie reflektiert (Universalprinzip). B beruft sich auf eine allgemeine Hilfspflicht (Stufe 2). E orientiert sich an seinen Freunden (Stufe 3). D erhofft sich einen persönlichen Vorteil (Stufe 4), A will nur einen eigenen Nachteil vermeiden und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 117Rangfolge E – D – C – B – A

Ein Schiedsrichter muss entscheiden, ob er ein klares Abseitstor der Mannschaft seines Sohnes aberkennt.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Wäre es der gegnerischen Mannschaft gegenüber fair, wenn sie den Titel durch ein irreguläres Tor verliert?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Muss ich als Schiedsrichter nicht unparteiisch nach den Spielregeln entscheiden?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Wie würden andere Schiedsrichter in dieser Situation pfeifen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Würde ich mit meinem Sohn gemeinsam den Meistertitel feiern können?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Würden mir die Eltern der Heimmannschaft nach dem Spiel Vorwürfe machen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

E ist die wichtigste Überlegung, weil Herr Prinz die Folgen seiner Entscheidung für die gegnerische Mannschaft reflektiert (Universalprinzip). D beruft sich auf die Spielregeln und seine Pflicht zur Unparteilichkeit (Stufe 2). C orientiert sich an anderen Schiedsrichtern (Stufe 3). B betrachtet die gemeinsame Titelfeier als eigenen Vorteil (Stufe 4), A möchte nur Vorwürfe vermeiden (Stufe 5).

Aufgabe 118Rangfolge C – D – E – B – A

Ein Krankenhausportier überlegt, ob er eine Frau nach Ende der Besuchszeit zu ihrer sterbenden Mutter lässt.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Wie würde es der Frau gehen, wenn ihre Mutter stirbt, ohne dass sie sich verabschieden konnte?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Muss ich mich nicht an die Hausordnung halten, die Besuche in der Nacht verbietet?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Wie würden meine Kollegen im Nachtdienst in so einem Fall entscheiden?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Würde die Familie sich später bei der Direktion lobend über mich äußern?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Könnte ich eine Verwarnung bekommen, wenn ich gegen die Hausordnung verstoße?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C ist am wichtigsten, weil Herr Knapp die Folgen seiner Entscheidung für die Frau reflektiert (Universalprinzip). D beruft sich auf die Hausordnung, ohne sie zu hinterfragen (Stufe 2). E orientiert sich an den Kollegen (Stufe 3). B erhofft sich ein Lob und damit einen Vorteil (Stufe 4), A will nur eine Verwarnung vermeiden und ist daher die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 119Rangfolge E – D – A – B – C

Eine junge Frau überlegt, ob sie ein Video eines schweren Verkehrsunfalls mit erkennbarem Opfer auf Social Media stellt.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Wie würden sich das Unfallopfer und seine Familie fühlen, wenn sie diese Aufnahmen im Internet sehen?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Ist es nicht verboten, Verletzte ohne ihre Zustimmung zu filmen und das zu veröffentlichen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Würden meine Freundinnen das Video an meiner Stelle posten?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Würde ich damit viele neue Follower bekommen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Könnte ich eine Anzeige bekommen, wenn die Familie das Video entdeckt?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

E ist die wichtigste Überlegung, weil Leonie die Folgen der Veröffentlichung für das Opfer und seine Familie reflektiert (Universalprinzip). D bezieht sich auf das gesetzliche Verbot (Stufe 2). A orientiert sich an ihren Freundinnen (Stufe 3). B betrachtet neue Follower als eigenen Vorteil (Stufe 4), C fürchtet nur eine Anzeige und steht deshalb an letzter Stelle.

Aufgabe 120Rangfolge D – A – B – E – C

Ein junger Mann überlegt, ob er sein selbst beschädigtes Handy bei der Versicherung als gestohlen meldet.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Was wäre, wenn alle Versicherten Schäden so vortäuschen würden und dadurch die Prämien für alle steigen?“Stufe 1 – Universalprinzip
2A)  „Ist es nicht verboten, einer Versicherung einen falschen Schadensfall zu melden?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Würden meine Freunde in so einer Situation auch einen Diebstahl melden?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Würde ich ein neues Handy bekommen, ohne selbst etwas bezahlen zu müssen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Könnte die Versicherung den Betrug aufdecken und mich anzeigen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D verallgemeinert das Verhalten und fragt nach den Folgen für alle Versicherten – das ist das Universalprinzip und damit Rang 1. A bezieht sich auf das Verbot des Versicherungsbetrugs (Stufe 2). B orientiert sich an Kevins Freunden (Stufe 3). E betrachtet das kostenlose Handy als eigenen Vorteil (Stufe 4), C fürchtet nur eine Anzeige und ist daher die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 121Rangfolge C – A – B – E – D · Sonderfall

Eine Polizistin hält bei einer Verkehrskontrolle einen alkoholisierten Jugendfreund an, der sie bittet, ihn ohne Test fahren zu lassen.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Könnte mein Freund jemanden verletzen oder töten, wenn er alkoholisiert weiterfährt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2A)  „Bin ich als Polizistin nicht verpflichtet, bei jedem Verdacht einen Alkotest durchzuführen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Wie würden meine Kolleginnen und Kollegen handeln, wenn sie einen Bekannten anhalten?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Würde mein Freund den Kontakt zu mir abbrechen, wenn ich ihm den Führerschein abnehme?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (milder)
5D)  „Könnte ich wegen Amtsmissbrauchs angeklagt werden, wenn ich ihn laufen lasse und das herauskommt?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (extremer)

Erklärung

C ist am wichtigsten, weil Frau Gschwandtner die möglichen Folgen einer Weiterfahrt für andere Menschen reflektiert (Universalprinzip). A beruft sich auf ihre Dienstpflicht (Stufe 2), B auf das Verhalten ihrer Kolleginnen und Kollegen (Stufe 3). Ein eigener Vorteil (Stufe 4) wird nicht angesprochen; E und D fallen beide auf Stufe 5. Der Verlust der Freundschaft ist ein sozialer Nachteil, eine Anklage wegen Amtsmissbrauchs in D dagegen eine rechtliche Konsequenz – die extremere Überlegung erhält daher Rang 5.

Aufgabe 122Rangfolge B – A – C – E – D

Ein Paketzusteller könnte für einen abwesenden Empfänger selbst unterschreiben und ein wertvolles Paket vor der Tür abstellen.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Könnte der Empfänger sein wertvolles Paket verlieren, wenn es gestohlen wird, und dann keinen Ersatz bekommen?“Stufe 1 – Universalprinzip
2A)  „Ist es nicht verboten, im Namen einer anderen Person zu unterschreiben?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Wie handhaben meine Kollegen solche Zustellungen, wenn sie unter Zeitdruck stehen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Würde ich meine Tour heute schneller schaffen und früher Feierabend haben?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5D)  „Könnte ich meinen Job verlieren, wenn der Empfänger sich beschwert und die Unterschrift geprüft wird?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

B ist die wichtigste Überlegung, weil Herr Aslan die Folgen für den Empfänger reflektiert (Universalprinzip). A bezieht sich auf das Verbot, fremde Unterschriften zu leisten (Stufe 2). C orientiert sich an seinen Kollegen (Stufe 3). E betrachtet den früheren Feierabend als eigenen Vorteil (Stufe 4), D fürchtet nur den Verlust des Arbeitsplatzes (Stufe 5).

Aufgabe 123Rangfolge C – B – A – D – E

Eine Studentin beobachtet in der Bibliothek, wie ein Mann den unbeaufsichtigten Laptop einer anderen Studentin stiehlt.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Wie würde es der Studentin gehen, wenn sie mit dem Laptop auch all ihre Unterlagen und ihre Abschlussarbeit verliert?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Ist man nicht verpflichtet, einen Diebstahl zu melden, wenn man ihn beobachtet?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Würden die anderen Studierenden in der Bibliothek an meiner Stelle etwas tun?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Würde mich die Studentin zum Dank auf einen Kaffee einladen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5E)  „Könnte der Mann aggressiv werden, wenn ich ihn anspreche?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C ist am wichtigsten, weil Clara sich in die bestohlene Studentin hineinversetzt und die Folgen für sie reflektiert (Universalprinzip). B beruft sich auf eine Meldepflicht (Stufe 2). A orientiert sich an anderen Studierenden (Stufe 3). D hofft auf eine kleine Belohnung (Stufe 4), E will nur eine gefährliche Situation für sich selbst vermeiden und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 124Rangfolge A – C – E – D – B

Ein Fahrlehrer soll einen noch nicht prüfungsreifen Fahrschüler, dessen Vater ein Bekannter ist, zur Prüfung anmelden.

RangÜberlegungStufe
1A)  „Könnte der junge Fahrer Fußgänger oder andere Verkehrsteilnehmer gefährden, wenn er zu früh allein fährt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Darf ich laut Vorschrift nur Schüler zur Prüfung anmelden, die die nötige Fahrpraxis nachweisen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Wie würden meine Kollegen in der Fahrschule in diesem Fall entscheiden?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Würde mir der Vater weitere Fahrschüler aus seinem Bekanntenkreis vermitteln?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5B)  „Würde der Vater mir die Freundschaft kündigen, wenn ich seinen Sohn nicht anmelde?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

A ist die wichtigste Überlegung, weil Herr Mühlbauer die möglichen Folgen für andere Verkehrsteilnehmer reflektiert (Universalprinzip). C beruft sich auf die Vorschriften zur Prüfungsanmeldung (Stufe 2). E orientiert sich an den Kollegen (Stufe 3). D betrachtet weitere Fahrschüler als eigenen Vorteil (Stufe 4), B möchte nur den Verlust der Freundschaft vermeiden (Stufe 5).

Aufgabe 125Rangfolge B – D – E – C – A

Eine Personalerin soll die beste Bewerberin wegen ihres Kinderwunsches mit einer vorgeschobenen Begründung ablehnen.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Wäre es der Bewerberin gegenüber gerecht, wenn sie wegen ihrer Familienplanung eine Stelle nicht bekommt, für die sie am besten qualifiziert ist?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Ist eine Benachteiligung aufgrund von Familienplanung nicht durch das Gleichbehandlungsgesetz verboten?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Wie würden andere Personalverantwortliche in meiner Situation reagieren?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4C)  „Würde mich der Geschäftsführer bei der nächsten Beförderung berücksichtigen, wenn ich loyal bin?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Könnte ich selbst in ein Gerichtsverfahren hineingezogen werden, wenn die Bewerberin klagt?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

B ist am wichtigsten, weil Frau Wieland die Folgen der Entscheidung für die Bewerberin reflektiert (Universalprinzip). D beruft sich auf das Gleichbehandlungsgesetz (Stufe 2). E orientiert sich an anderen Personalverantwortlichen (Stufe 3). C hofft auf eine Beförderung als eigenen Vorteil (Stufe 4), A fürchtet nur rechtliche Schwierigkeiten und ist deshalb die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 126Rangfolge A – D – C – B – E

Eine Zahnärztin überlegt, ob sie kurz vor Ordinationsschluss noch einen Patienten mit starken Schmerzen behandelt.

RangÜberlegungStufe
1A)  „Wie lange müsste der Mann noch mit starken Schmerzen ausharren, wenn ich ihn wegschicke?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Gehört es nicht zu meinen ärztlichen Pflichten, Menschen mit akuten Schmerzen zu helfen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Wie würden andere Zahnärztinnen in dieser Situation entscheiden?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Würde der Mann Stammpatient in meiner Praxis werden, wenn ich ihm jetzt helfe?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5E)  „Würde ich mein Konzert verpassen, wenn die Behandlung länger dauert?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

A ist die wichtigste Überlegung, weil Dr. Svoboda die Folgen ihrer Entscheidung für den Patienten reflektiert (Universalprinzip). D beruft sich auf ihre ärztliche Pflicht (Stufe 2). C orientiert sich an anderen Zahnärztinnen (Stufe 3). B betrachtet einen neuen Stammpatienten als eigenen Vorteil (Stufe 4), E möchte nur einen persönlichen Nachteil vermeiden und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 127Rangfolge E – B – A – C – D

Ein Pflegehelfer soll einem lungenkranken Heimbewohner heimlich Zigaretten besorgen.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Könnte sich die Lungenerkrankung des Bewohners durch das Rauchen gefährlich verschlechtern?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Ist Rauchen im Heim laut Hausordnung nicht verboten?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Wie würden meine Kolleginnen und Kollegen auf diese Bitte reagieren?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4C)  „Könnte ich mir mit den 20 Euro etwas Schönes gönnen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5D)  „Würde der Bewohner mich künftig unfreundlich behandeln, wenn ich ablehne?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

E ist am wichtigsten, weil Herr Doppler die gesundheitlichen Folgen für den Bewohner reflektiert (Universalprinzip). B beruft sich auf die Hausordnung (Stufe 2). A orientiert sich an den Kolleginnen und Kollegen (Stufe 3). C betrachtet das Geld als eigenen Vorteil (Stufe 4), D möchte nur ein schlechtes Verhältnis zum Bewohner vermeiden und ist daher die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 128Rangfolge A – B – E – D – C · Sonderfall

Eine Teamleiterin sieht, dass ein krankgemeldeter Mitarbeiter Urlaubsfotos vom Tauchen postet, während das Team Überstunden macht.

RangÜberlegungStufe
1A)  „Ist es den Kolleginnen und Kollegen gegenüber fair, dass sie wegen einer möglicherweise vorgetäuschten Krankheit Überstunden leisten müssen?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Bin ich als Teamleiterin nicht verpflichtet, einen möglichen Missbrauch des Krankenstands zu melden?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Würde mich die Geschäftsführung als konsequente Führungskraft wahrnehmen und befördern?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
4D)  „Würde der Mitarbeiter mich künftig im Team schlechtmachen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (milder)
5C)  „Könnte ich meine Position als Teamleiterin verlieren, wenn herauskommt, dass ich davon wusste und nichts gesagt habe?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (extremer)

Erklärung

A ist die wichtigste Überlegung, weil Frau Pöschl die Folgen für das übrige Team reflektiert (Universalprinzip). B beruft sich auf ihre Pflicht als Führungskraft (Stufe 2). E erhofft sich eine Beförderung und damit einen Vorteil (Stufe 4); eine Orientierung an Bezugspersonen (Stufe 3) fehlt. D und C fallen beide auf Stufe 5: Schlechtgemacht zu werden ist ein sozialer Nachteil, der Verlust der Führungsposition in C dagegen eine schwere berufliche Konsequenz – daher erhält C Rang 5.

Aufgabe 129Rangfolge E – C – D – A – B

Ein Medizinstudent wird gebeten, für einen abwesenden Studienkollegen auf der Anwesenheitsliste zu unterschreiben.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Was wäre, wenn alle Studierenden ihre Pflichtpraktika auf diese Weise umgehen würden und später ohne die nötigen Fähigkeiten Patienten behandeln?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Ist es nicht verboten, im Namen eines anderen zu unterschreiben?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3D)  „Würden andere aus meiner Praktikumsgruppe für ihn unterschreiben?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Würde mein Kollege dann auch einmal für mich unterschreiben, wenn ich keine Zeit habe?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5B)  „Könnte ich vom Praktikum ausgeschlossen werden, wenn die Fälschung auffällt?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

E verallgemeinert das Verhalten und bedenkt die Folgen für künftige Patienten – das ist das Universalprinzip und damit Rang 1. C beruft sich auf das Verbot, fremde Unterschriften zu leisten (Stufe 2). D orientiert sich an der Praktikumsgruppe (Stufe 3). A erwartet eine Gegenleistung und damit einen Vorteil (Stufe 4), B fürchtet nur einen Ausschluss und ist daher am unwichtigsten.

Aufgabe 130Rangfolge D – E – A – B – C

Eine Frau findet einen zutraulichen, gepflegten Hund und überlegt, ob sie ihn behält oder den Besitzer ausfindig macht.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Wie würde es der Familie gehen, die ihren Hund verzweifelt sucht?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Muss man ein gefundenes Tier nicht als Fundsache melden?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Was würden meine Nachbarn an meiner Stelle mit dem Hund machen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Hätte ich endlich den Hund, den ich mir schon so lange wünsche?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Könnte der Besitzer den Hund später bei mir entdecken und mich anzeigen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D ist die wichtigste Überlegung, weil Frau Fink sich in die Besitzerfamilie hineinversetzt und die Folgen für sie reflektiert (Universalprinzip). E beruft sich auf die Pflicht, Fundtiere zu melden (Stufe 2). A orientiert sich an den Nachbarn (Stufe 3). B betrachtet den eigenen Hund als persönlichen Vorteil (Stufe 4), C fürchtet nur eine Anzeige und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 131Rangfolge B – A – C – D – E

Ein Mann bekommt von einem kleinen Online-Händler versehentlich zwei teure Kameras geliefert, bezahlt aber nur eine.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Könnte der kleine Familienbetrieb durch so einen Verlust in finanzielle Schwierigkeiten geraten?“Stufe 1 – Universalprinzip
2A)  „Muss man irrtümlich gelieferte Ware nicht zurückgeben?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Wie würden meine Freunde mit so einer doppelten Lieferung umgehen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Könnte ich die zweite Kamera nicht gewinnbringend weiterverkaufen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5E)  „Könnte der Händler den Fehler über seine Lagerliste bemerken und mir eine Rechnung schicken?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

B ist am wichtigsten, weil Herr Schuster die Folgen für den kleinen Händler reflektiert (Universalprinzip). A beruft sich auf die Pflicht zur Rückgabe irrtümlich gelieferter Ware (Stufe 2). C orientiert sich an seinen Freunden (Stufe 3). D betrachtet den möglichen Weiterverkauf als eigenen Vorteil (Stufe 4), E fürchtet nur, dass der Fehler auffällt, und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 132Rangfolge C – B – A – E – D

Ein Makler weiß von einer geplanten Schnellstraße hinter einem Haus, das eine junge Familie wegen der ruhigen Lage kaufen will.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Würde die Familie ihr Erspartes in ein Haus stecken, das ihren Erwartungen bald nicht mehr entspricht?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Bin ich als Makler nicht verpflichtet, Käufer über wesentliche mir bekannte Umstände aufzuklären?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Wie würden andere Makler in meiner Situation vorgehen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Würde ich durch einen schnellen Verkauf eine hohe Provision bekommen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5D)  „Könnte mich die Familie später auf Schadenersatz klagen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C ist die wichtigste Überlegung, weil Herr Krenn die Folgen seines Schweigens für die junge Familie reflektiert (Universalprinzip). B beruft sich auf seine Aufklärungspflicht als Makler (Stufe 2). A orientiert sich an anderen Maklern (Stufe 3). E betrachtet die Provision als eigenen Vorteil (Stufe 4), D fürchtet nur eine Klage (Stufe 5).

Aufgabe 133Rangfolge A – E – B – C – D

Eine Assistenzärztin soll einen kaum Deutsch sprechenden Patienten ohne Dolmetscher eine Operationseinwilligung unterschreiben lassen.

RangÜberlegungStufe
1A)  „Kann der Patient eine eigene Entscheidung über seinen Körper treffen, wenn er die Risiken gar nicht versteht?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Ist eine Einwilligung nicht nur nach verständlicher Aufklärung rechtlich wirksam?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Wie würden andere Assistenzärztinnen und Assistenzärzte in dieser Situation handeln?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4C)  „Würde mich der Oberarzt als effiziente Mitarbeiterin schätzen, wenn ich den OP-Plan nicht aufhalte?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5D)  „Würde der Oberarzt mich vor dem Team kritisieren, wenn es wegen mir zu Verzögerungen kommt?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

A ist am wichtigsten, weil Dr. Amann die Folgen für die Selbstbestimmung des Patienten reflektiert (Universalprinzip). E beruft sich auf die rechtlichen Voraussetzungen einer Einwilligung (Stufe 2). B orientiert sich an anderen Assistenzärztinnen und Assistenzärzten (Stufe 3). C erhofft sich Wertschätzung durch den Oberarzt (Stufe 4), D will nur Kritik vermeiden und ist deshalb am unwichtigsten.

Aufgabe 134Rangfolge D – E – C – A – B

Eine Frau findet beim Ausräumen der Wohnung ihrer verstorbenen Mutter ein Sparbuch, von dem ihre Geschwister nichts wissen.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Wäre es meinen Geschwistern gegenüber gerecht, ihnen ihren Anteil am Erbe vorzuenthalten?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Muss ich mich nicht an das Testament halten, das eine gleiche Aufteilung vorsieht?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Wie würden andere in meiner Familie in so einer Situation handeln?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Könnte ich mit dem Geld meinen Kredit schneller abbezahlen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5B)  „Könnte das Sparbuch im Verlassenschaftsverfahren entdeckt werden und mir Ärger einbringen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D ist die wichtigste Überlegung, weil Frau Rainer die Folgen ihres Schweigens für ihre Geschwister reflektiert (Universalprinzip). E beruft sich auf das Testament und damit auf eine verbindliche Regel (Stufe 2). C orientiert sich an anderen Familienmitgliedern (Stufe 3). A betrachtet das Geld als eigenen Vorteil (Stufe 4), B fürchtet nur Ärger im Verlassenschaftsverfahren (Stufe 5).

Aufgabe 135Rangfolge C – E – D – A – B · Sonderfall

Eine Küchenhilfe sieht, wie der Chefkoch mit einer offenen Wunde ohne Handschuh weiter Speisen zubereitet.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Könnten sich Gäste mit Krankheitserregern anstecken, wenn der Koch mit der offenen Wunde weiterarbeitet?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Schreiben die Hygienevorschriften nicht vor, dass offene Wunden abgedeckt werden müssen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3D)  „Wie würden andere Küchenhilfen an meiner Stelle reagieren?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Würde mich der Chefkoch in der Küche schikanieren, wenn ich ihn beim Besitzer melde?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (milder)
5B)  „Könnte ich meinen Job verlieren, wenn das Lokal nach einer Kontrolle wegen Hygienemängeln geschlossen wird?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (extremer)

Erklärung

C ist am wichtigsten, weil Herr Omerović die gesundheitlichen Folgen für die Gäste reflektiert (Universalprinzip). E beruft sich auf die Hygienevorschriften (Stufe 2), D auf das Verhalten anderer Küchenhilfen (Stufe 3). Ein eigener Vorteil (Stufe 4) wird nicht angesprochen; A und B betreffen beide das Vermeiden von Nachteilen (Stufe 5). Schikanen in der Küche sind unangenehm, der Verlust des Arbeitsplatzes in B ist jedoch eine deutlich schwerere Konsequenz – daher steht B auf Rang 5.

Aufgabe 136Rangfolge D – C – A – E – B

Ein Türsteher soll die 16-jährige Nichte des Clubbesitzers in einen Nachtclub ab 18 einlassen.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Könnte das Mädchen im Club in gefährliche Situationen geraten, etwa durch Alkohol oder aufdringliche Erwachsene?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Verbietet das Jugendschutzgesetz nicht den Einlass von Minderjährigen in Nachtclubs?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Wie würden meine Kollegen am Einlass in diesem Fall entscheiden?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Würde mir der Besitzer vielleicht mehr Schichten geben, wenn ich seine Nichte hineinlasse?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5B)  „Würde sich der Besitzer über mich ärgern, wenn ich seine Nichte abweise?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D ist die wichtigste Überlegung, weil Herr Ljubić die möglichen Folgen für das Mädchen reflektiert (Universalprinzip). C beruft sich auf das Jugendschutzgesetz (Stufe 2). A orientiert sich an seinen Kollegen (Stufe 3). E hofft auf mehr Schichten als eigenen Vorteil (Stufe 4), B möchte nur Ärger mit dem Besitzer vermeiden (Stufe 5).

Aufgabe 137Rangfolge E – B – D – A – C

Eine ehrenamtliche Helferin hört, dass ein Blutspender ein frisches Tattoo im Fragebogen verschwiegen hat.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Könnte ein Patient durch eine mögliche Infektion im Spenderblut ernsthaft erkranken?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Müssen die Ausschlusskriterien für Blutspenden nicht ausnahmslos eingehalten werden?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3D)  „Was würden die anderen Helferinnen an meiner Stelle tun?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Würde mich das Team für meine Aufmerksamkeit besonders loben?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Würde der Spender mich vor allen Anwesenden beschimpfen, wenn ich ihn verrate?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

E ist am wichtigsten, weil Frau Pirker die möglichen gesundheitlichen Folgen für die Empfänger reflektiert (Universalprinzip). B beruft sich auf die verbindlichen Ausschlusskriterien (Stufe 2). D orientiert sich an den anderen Helferinnen (Stufe 3). A erhofft sich Lob und damit einen Vorteil (Stufe 4), C will nur einer unangenehmen Szene entgehen und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 138Rangfolge D – B – A – C – E

Ein Hausbesitzer überlegt, ob er vor der Arbeit noch den spiegelglatten Gehsteig vor seinem Haus räumt.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Könnte ein Kind oder ein älterer Mensch auf dem glatten Gehsteig stürzen und sich schwer verletzen?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Bin ich als Hausbesitzer nicht gesetzlich verpflichtet, den Gehsteig im Winter zu räumen und zu streuen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Wie handhaben meine Nachbarn das Schneeräumen, wenn sie es eilig haben?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4C)  „Würde ich mir die mühsame Arbeit sparen und in Ruhe frühstücken können?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5E)  „Könnte ich für die Behandlungskosten haften, wenn jemand vor meinem Haus stürzt?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D ist die wichtigste Überlegung, weil Herr Huemer die möglichen Folgen für Passantinnen und Passanten reflektiert (Universalprinzip). B beruft sich auf die gesetzliche Räumpflicht (Stufe 2). A orientiert sich an den Nachbarn (Stufe 3). C betrachtet die ersparte Mühe als eigenen Vorteil (Stufe 4), E fürchtet nur eine Haftung und ist deshalb die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 139Rangfolge A – D – C – B – E

Eine ehrenamtliche Helferin sieht, wie eine Kollegin in einer Lebensmittelausgabe die besten Waren für sich selbst mitnimmt.

RangÜberlegungStufe
1A)  „Bekommen die bedürftigen Menschen dadurch weniger oder schlechtere Lebensmittel?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Ist es nicht verboten, gespendete Lebensmittel für private Zwecke zu entnehmen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Was würden die anderen Helferinnen und Helfer an meiner Stelle tun?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Würde mich die Leitung dafür künftig mit mehr Verantwortung betrauen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5E)  „Würden mich die anderen im Team ausgrenzen, wenn ich eine beliebte Kollegin melde?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

A ist am wichtigsten, weil Frau Kolar die Folgen für die bedürftigen Menschen reflektiert (Universalprinzip). D beruft sich auf ein Verbot (Stufe 2). C orientiert sich an den anderen Helferinnen und Helfern (Stufe 3). B erhofft sich mehr Verantwortung und damit einen Vorteil (Stufe 4), E möchte nur nicht ausgegrenzt werden und steht deshalb an letzter Stelle.

Aufgabe 140Rangfolge E – D – B – A – C

Eine Bewerberin überlegt, ob sie in ihrem Lebenslauf fließende Französischkenntnisse angibt, die sie nicht hat.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Wäre es den ehrlichen Bewerberinnen und Bewerbern gegenüber fair, wenn ich die Stelle durch eine falsche Angabe bekomme?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Muss man in einer Bewerbung nicht wahrheitsgemäße Angaben machen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Was würden andere Absolventinnen an meiner Stelle in den Lebenslauf schreiben?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Hätte ich mit der Angabe „fließend“ viel bessere Chancen auf meine Traumstelle?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Könnte ich gekündigt werden, wenn im Job auffällt, dass ich kaum Französisch spreche?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

E ist die wichtigste Überlegung, weil Jana die Folgen ihres Handelns für die anderen Bewerberinnen und Bewerber reflektiert (Universalprinzip). D beruft sich auf die Pflicht zu wahrheitsgemäßen Angaben (Stufe 2). B orientiert sich an anderen Absolventinnen (Stufe 3). A betrachtet die besseren Chancen als eigenen Vorteil (Stufe 4), C fürchtet nur eine spätere Kündigung (Stufe 5).

Aufgabe 141Rangfolge B – D – C – E – A

Ein Abteilungsleiter soll einem unzuverlässigen Freund eine sehr positive Empfehlung für eine Stelle als Sicherheitsbeauftragter schreiben.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Könnten Arbeiterinnen und Arbeiter gefährdet sein, wenn ein unzuverlässiger Mensch für ihre Sicherheit verantwortlich ist?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Muss ein Empfehlungsschreiben nicht der Wahrheit entsprechen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Wie würden andere Führungskräfte in so einem Fall handeln?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Würde mir mein Freund bei einem künftigen Projekt Aufträge zuschanzen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Würde mein Freund beleidigt sein, wenn ich ihm die Empfehlung verweigere?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

B ist am wichtigsten, weil Herr Toth die möglichen Folgen für die Sicherheit anderer Menschen reflektiert (Universalprinzip). D beruft sich auf die Pflicht zur Wahrheit (Stufe 2). C orientiert sich an anderen Führungskräften (Stufe 3). E erwartet eine Gegenleistung und damit einen Vorteil (Stufe 4), A möchte nur einen gekränkten Freund vermeiden und ist deshalb am unwichtigsten.

Aufgabe 142Rangfolge C – B – E – D – A · Sonderfall

Eine Callcenter-Mitarbeiterin soll ältere Kunden am Telefon zu einer teuren Vertragsverlängerung überreden, ohne die Kosten klar zu nennen.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Könnten ältere Menschen durch die höheren Kosten in finanzielle Schwierigkeiten geraten?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Bin ich nicht verpflichtet, Kunden vollständig und wahrheitsgemäß über die Kosten zu informieren?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Würde ich durch viele Abschlüsse eine hohe Prämie verdienen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
4D)  „Würde mich die Teamleiterin vor allen Kolleginnen kritisieren, wenn meine Abschlussquote sinkt?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (milder)
5A)  „Könnte ich wegen Mitwirkung an Betrug angezeigt werden, wenn sich Kunden bei der Konsumentenschutzstelle beschweren?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (extremer)

Erklärung

C ist die wichtigste Überlegung, weil Frau Hadžić die Folgen für die älteren Kunden reflektiert (Universalprinzip). B beruft sich auf ihre Informationspflicht (Stufe 2). E betrachtet die Prämie als eigenen Vorteil (Stufe 4); eine Orientierung an Bezugspersonen (Stufe 3) kommt nicht vor. D und A fallen beide auf Stufe 5: Kritik vor den Kolleginnen ist ein sozialer Nachteil, eine Anzeige wegen Betrugs in A dagegen eine rechtliche Konsequenz – daher erhält A Rang 5.

Aufgabe 143Rangfolge B – E – C – D – A

Ein Pharmareferent soll die Vorteile eines neuen Medikaments übertreiben und dessen Nebenwirkungen herunterspielen.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Könnten Patientinnen und Patienten unnötig Nebenwirkungen erleiden, wenn Ärzte aufgrund meiner Darstellung das neue Medikament verschreiben?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Bin ich nicht verpflichtet, Arzneimittelinformationen korrekt und vollständig weiterzugeben?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Wie präsentieren andere Pharmareferenten ihre Produkte?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Würde ich durch mehr Verschreibungen meine Umsatzprämie erhöhen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Würde mein Vorgesetzter mich bei der nächsten Mitarbeiterbeurteilung schlecht bewerten?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

B ist am wichtigsten, weil Herr Obermayr die Folgen seiner Darstellung für Patientinnen und Patienten reflektiert (Universalprinzip). E beruft sich auf seine Informationspflicht (Stufe 2). C orientiert sich an anderen Pharmareferenten (Stufe 3). D betrachtet die Umsatzprämie als eigenen Vorteil (Stufe 4), A will nur eine schlechte Beurteilung vermeiden und steht deshalb an letzter Stelle.

Aufgabe 144Rangfolge D – C – A – B – E

Eine Gemeindebedienstete wird von einem Schulfreund gebeten, seinen Bauantrag vor über 30 früher eingereichten Anträgen zu bearbeiten.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Wäre es den Menschen gegenüber gerecht, die schon länger auf ihre Bewilligung warten?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Muss ich Anträge nicht in der Reihenfolge ihres Eingangs bearbeiten?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Wie würden meine Kolleginnen im Bauamt mit dieser Bitte umgehen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Würde mich mein Schulfreund dafür zu seiner Einweihungsfeier einladen und mir einen Gefallen schulden?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5E)  „Könnte mein Vorgesetzter die Bevorzugung bemerken und ein Disziplinarverfahren gegen mich einleiten?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D ist die wichtigste Überlegung, weil Frau Reisinger die Folgen für die anderen Antragsteller reflektiert (Universalprinzip). C beruft sich auf die vorgeschriebene Bearbeitungsreihenfolge (Stufe 2). A orientiert sich an den Kolleginnen (Stufe 3). B erwartet eine Gegenleistung und damit einen Vorteil (Stufe 4), E fürchtet nur dienstrechtliche Konsequenzen (Stufe 5).

Aufgabe 145Rangfolge C – B – A – D – E

Eine junge Frau soll ihrer Freundin helfen, deren Ex-Freund über ein gefälschtes Social-Media-Profil bloßzustellen.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Wie würde es dem Ex-Freund gehen, wenn er im Internet öffentlich gedemütigt wird, auch wenn er sich falsch verhalten hat?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Ist es nicht verboten, gefälschte Profile zu erstellen, um andere bloßzustellen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Würden meine anderen Freundinnen bei so einer Aktion mitmachen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Würde meine Freundin mir für meine Unterstützung ewig dankbar sein?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5E)  „Könnte man über die IP-Adresse herausfinden, dass ich an dem Fake-Profil beteiligt war?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C ist am wichtigsten, weil Sophie die Folgen der Aktion für den Ex-Freund reflektiert (Universalprinzip). B beruft sich auf ein Verbot (Stufe 2). A orientiert sich an den anderen Freundinnen (Stufe 3). D erhofft sich Dankbarkeit und damit einen Vorteil (Stufe 4), E fürchtet nur, entdeckt zu werden, und ist deshalb die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 146Rangfolge E – D – B – A – C

Eine Frau beobachtet Nachbarskinder, die auf einer ungesicherten Baustelle auf Betonrohre klettern.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Könnte eines der Kinder von den Rohren stürzen und sich schwer verletzen?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Ist das Betreten einer Baustelle nicht verboten?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Was würden die anderen Nachbarn an meiner Stelle tun?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Würden mich die Eltern als aufmerksame Nachbarin schätzen und mir bei Gelegenheit helfen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Würden die Eltern mir Vorwürfe machen, weil ich mich in ihre Erziehung einmische?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

E ist die wichtigste Überlegung, weil Frau Strasser die möglichen Folgen für die Kinder reflektiert (Universalprinzip). D beruft sich auf das Betretungsverbot (Stufe 2). B orientiert sich an den anderen Nachbarn (Stufe 3). A erhofft sich Wertschätzung und Hilfe als eigenen Vorteil (Stufe 4), C möchte nur Vorwürfe vermeiden (Stufe 5).

Aufgabe 147Rangfolge A – C – E – B – D

Ein Bahnreisender mit Ticket für die zweite Klasse sitzt in der ersten Klasse und überlegt, ob er nachzahlt.

RangÜberlegungStufe
1A)  „Was wäre, wenn alle Fahrgäste die erste Klasse nutzen würden, ohne dafür zu bezahlen?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Ist es nicht vorgeschrieben, nur in der Klasse zu sitzen, für die man ein Ticket hat?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Wie würden die anderen Fahrgäste aus der zweiten Klasse an meiner Stelle handeln?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Könnte ich die Fahrt bequem genießen, ohne mehr zu bezahlen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5D)  „Müsste ich bei einer Kontrolle eine teure Strafe zahlen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

A verallgemeinert das Verhalten und fragt nach den Folgen, wenn alle so handeln würden – das ist das Universalprinzip und damit Rang 1. C beruft sich auf die Beförderungsbestimmungen (Stufe 2). E orientiert sich an anderen Fahrgästen (Stufe 3). B betrachtet die kostenlose Bequemlichkeit als eigenen Vorteil (Stufe 4), D fürchtet nur eine Strafe und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 148Rangfolge C – D – E – B – A

Ein junger Mann findet im Ausgabefach eines Bankomaten 200 Euro, die die Person vor ihm vergessen hat.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Wie würde es der Frau gehen, wenn sie merkt, dass ihr Geld verschwunden ist?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Muss man Geld, das einem nicht gehört, nicht zurückgeben?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Was würden meine Freunde tun, wenn sie das Geld gefunden hätten?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Könnte ich mir mit den 200 Euro endlich die neuen Kopfhörer kaufen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Könnte ich über die Überwachungskamera ausgeforscht und wegen Fundunterschlagung angezeigt werden?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C ist am wichtigsten, weil Elias sich in die Frau hineinversetzt und die Folgen für sie reflektiert (Universalprinzip). D beruft sich auf einen moralischen Grundsatz (Stufe 2). E orientiert sich an seinen Freunden (Stufe 3). B betrachtet das Geld als eigenen Vorteil (Stufe 4), A fürchtet nur eine Anzeige und ist deshalb die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 149Rangfolge A – B – E – C – D · Sonderfall

Ein Landwirt bemerkt, dass die Kühe seines Nachbarn verwahrlost und unterversorgt sind.

RangÜberlegungStufe
1A)  „Wie sehr müssen die Tiere leiden, wenn niemand etwas unternimmt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Schreibt das Tierschutzgesetz nicht eine artgerechte Versorgung der Tiere vor?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Was würden andere Bauern im Dorf an meiner Stelle tun?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4C)  „Würde im Dorf über mich getratscht werden, wenn ich einen angesehenen Nachbarn anzeige?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (milder)
5D)  „Könnte mich der Nachbar wegen übler Nachrede verklagen, falls sich der Verdacht nicht bestätigt?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (extremer)

Erklärung

A ist die wichtigste Überlegung, weil Herr Oberhauser die Folgen für die Tiere reflektiert (Universalprinzip). B beruft sich auf das Tierschutzgesetz (Stufe 2), E auf das Verhalten anderer Bauern (Stufe 3). Ein eigener Vorteil (Stufe 4) kommt nicht vor; C und D fallen beide auf Stufe 5. Dorftratsch ist ein sozialer Nachteil, eine Klage wegen übler Nachrede in D dagegen eine rechtliche Konsequenz – daher erhält D den letzten Rang.

Aufgabe 150Rangfolge B – C – E – A – D

Eine Chemiestudentin wird gebeten, ihren benoteten Laborbericht einer Kollegin zum Umformulieren zu schicken.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Wäre es den anderen Studierenden gegenüber fair, wenn meine Kollegin für fremde Arbeit dieselbe Note bekommt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Verstößt die Weitergabe eigener Arbeiten zum Abschreiben nicht gegen die Prüfungsordnung?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Wie würden andere Studierende aus meinem Labor auf diese Bitte reagieren?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Würde mir meine Kollegin im Gegenzug bei der nächsten Klausur helfen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5D)  „Könnte ich selbst wegen Beihilfe zum Plagiat einen negativen Eintrag bekommen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

B ist am wichtigsten, weil Theresa die Folgen für die anderen Studierenden reflektiert (Universalprinzip). C beruft sich auf die Prüfungsordnung (Stufe 2). E orientiert sich an anderen Studierenden (Stufe 3). A erwartet eine Gegenleistung und damit einen Vorteil (Stufe 4), D fürchtet nur einen negativen Eintrag und steht deshalb an letzter Stelle.

Aufgaben 151–200

Aufgabe 151Rangfolge E – B – C – A – D

Eine Intensivpflegerin beobachtet, dass ein neuer Kollege regelmäßig die Händedesinfektion zwischen Patienten auslässt.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Könnten sich immungeschwächte Patienten mit gefährlichen Keimen infizieren, wenn das so weitergeht?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Schreiben die Hygienerichtlinien nicht eine Händedesinfektion vor jedem Patientenkontakt vor?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Wie würden erfahrene Kolleginnen auf der Station in dieser Situation reagieren?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Würde mich die Stationsleitung als Hygienebeauftragte vorschlagen, wenn ich so aufmerksam bin?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5D)  „Würde der neue Kollege mich für eine Besserwisserin halten und mir aus dem Weg gehen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

E ist die wichtigste Überlegung, weil Frau Reithofer die möglichen Folgen für die immungeschwächten Patienten reflektiert (Universalprinzip). B beruft sich auf die Hygienerichtlinien (Stufe 2). C orientiert sich an erfahrenen Kolleginnen (Stufe 3). A erhofft sich eine neue Funktion und damit einen Vorteil (Stufe 4), D will nur ein schlechtes Verhältnis zum Kollegen vermeiden (Stufe 5).

Aufgabe 152Rangfolge C – E – B – A – D

Eine Filialleiterin bemerkt, dass eine Mitarbeiterin entgegen der Firmenrichtlinie weggeworfene Lebensmittel mitnimmt.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Wem würde es eigentlich schaden, wenn einwandfreie Lebensmittel gegessen statt weggeworfen werden?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Muss ich als Filialleiterin nicht darauf achten, dass die Firmenrichtlinien eingehalten werden?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Wie würden andere Filialleiterinnen in diesem Fall entscheiden?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Würde mich die Mitarbeiterin als verständnisvolle Chefin schätzen und besonders engagiert arbeiten?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5D)  „Könnte ich Probleme bekommen, wenn die Gebietsleitung erfährt, dass ich es gewusst und nichts gemeldet habe?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C ist am wichtigsten, weil Frau Wallisch die tatsächlichen Folgen des Verhaltens für andere reflektiert und die Regel selbst hinterfragt (Universalprinzip). E beruft sich auf die Firmenrichtlinie, ohne deren Sinn zu prüfen (Stufe 2). B orientiert sich an anderen Filialleiterinnen (Stufe 3). A erhofft sich eine besonders engagierte Mitarbeiterin als Vorteil (Stufe 4), D möchte nur eigene Probleme vermeiden und ist daher die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 153Rangfolge D – C – B – A – E

Ein Optiker soll einem 74-jährigen Stammkunden einen knapp nicht bestandenen Führerschein-Sehtest als bestanden eintragen.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Könnte der Kunde mit seiner eingeschränkten Sehkraft Fußgänger oder andere Autofahrer gefährden?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Muss ich die Ergebnisse des Sehtests nicht wahrheitsgemäß dokumentieren?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Wie würden andere Optiker mit so einer Bitte umgehen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Würde mich der Kunde aus Dankbarkeit im Bekanntenkreis weiterempfehlen und mir neue Kundschaft bringen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5E)  „Könnte ich meine Berechtigung für Führerschein-Sehtests verlieren, wenn die Behörde nachkontrolliert?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D ist die wichtigste Überlegung, weil Herr Bichler die möglichen Folgen für andere Verkehrsteilnehmer reflektiert (Universalprinzip). C beruft sich auf seine Dokumentationspflicht (Stufe 2). B orientiert sich an anderen Optikern (Stufe 3). A betrachtet neue Kundschaft als eigenen Vorteil (Stufe 4), E will nur den Verlust seiner Berechtigung vermeiden (Stufe 5).

Aufgabe 154Rangfolge E – A – B – D – C

Ein Schüler erfährt, dass sein bester Freund E-Zigaretten an jüngere Mitschüler verkauft.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Könnten die jüngeren Schülerinnen und Schüler durch das Dampfen gesundheitliche Schäden erleiden oder abhängig werden?“Stufe 1 – Universalprinzip
2A)  „Ist der Verkauf von E-Zigaretten an Kinder nicht gesetzlich verboten?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Was würden meine anderen Freunde an meiner Stelle tun?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Würde mir mein Freund einen Teil seines Gewinns abgeben, wenn ich schweige?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Würde mein bester Freund nie wieder mit mir reden, wenn ich ihn verrate?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

E ist am wichtigsten, weil Paul die gesundheitlichen Folgen für die jüngeren Schülerinnen und Schüler reflektiert (Universalprinzip). A beruft sich auf das gesetzliche Verbot (Stufe 2). B orientiert sich an anderen Freunden (Stufe 3). D betrachtet eine Gewinnbeteiligung als eigenen Vorteil (Stufe 4), C möchte nur den Verlust der Freundschaft vermeiden und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 155Rangfolge A – C – E – B – D

Eine Wanderin überlegt, ob sie während der Brutzeit eine gesperrte Abkürzung durch ein Naturschutzgebiet nimmt.

RangÜberlegungStufe
1A)  „Könnten die brütenden Vögel gestört werden und ihre Gelege aufgeben, wenn ich durch das Gebiet gehe?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Muss ich mich nicht an die Sperre halten, die ausdrücklich ausgeschildert ist?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Würden andere Wanderer in meiner Lage die Abkürzung nehmen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Wäre ich eine Stunde früher bei meinem Auto?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5D)  „Könnte mich ein Aufsichtsorgan erwischen und mir eine Geldstrafe auferlegen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

A ist die wichtigste Überlegung, weil Frau Holl die möglichen Folgen für die brütenden Vögel reflektiert (Universalprinzip). C beruft sich auf die ausgeschilderte Sperre (Stufe 2). E orientiert sich an anderen Wanderern (Stufe 3). B betrachtet die Zeitersparnis als eigenen Vorteil (Stufe 4), D fürchtet nur eine Strafe und ist deshalb die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 156Rangfolge B – D – E – C – A · Sonderfall

Ein Dachdecker soll asbesthaltige Dachplatten neben einem Kindergarten zerbrechen und im normalen Bauschutt entsorgen.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Könnten die Kinder im benachbarten Kindergarten und meine Kollegen gefährliche Asbestfasern einatmen?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Schreiben die Vorschriften für Asbest nicht eine fachgerechte, gesicherte Entsorgung vor?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Würde mir der Chef mehr Aufträge und bessere Baustellen geben, wenn ich tue, was er verlangt?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
4C)  „Würde der Chef mich vor dem Team als Querulanten hinstellen, wenn ich mich weigere?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (milder)
5A)  „Könnte ich als Ausführender strafrechtlich belangt werden, wenn der Verstoß bei einer Kontrolle entdeckt wird?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (extremer)

Erklärung

B ist am wichtigsten, weil Herr Petrik die gesundheitlichen Folgen für die Kinder und seine Kollegen reflektiert (Universalprinzip). D beruft sich auf die Entsorgungsvorschriften (Stufe 2). E erhofft sich bessere Aufträge als eigenen Vorteil (Stufe 4); eine Orientierung an Bezugspersonen (Stufe 3) fehlt. C und A fallen beide auf Stufe 5: Als Querulant dazustehen ist ein sozialer Nachteil, eine strafrechtliche Verfolgung in A dagegen eine rechtliche Konsequenz – daher erhält A Rang 5.

Aufgabe 157Rangfolge E – C – D – B – A

Ein Medizinstudent soll im Präparierkurs bei einem Selfie mit einem Körperspender mitmachen.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Wie würden sich die Angehörigen des Verstorbenen fühlen, wenn sie ein solches Foto sehen?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Ist das Fotografieren von Körperspendern laut Kursordnung nicht ausdrücklich verboten?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3D)  „Was würden die anderen Studierenden an unserem Tisch an meiner Stelle tun?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Würde ich mit dem lustigen Foto in der Semestergruppe viel Aufmerksamkeit bekommen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Könnte ich vom Präparierkurs ausgeschlossen werden, wenn das Foto auftaucht?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

E ist die wichtigste Überlegung, weil Florian sich in die Angehörigen hineinversetzt und die Folgen für sie reflektiert (Universalprinzip). C beruft sich auf die Kursordnung (Stufe 2). D orientiert sich an den anderen Studierenden (Stufe 3). B erhofft sich Aufmerksamkeit und damit einen Vorteil (Stufe 4), A fürchtet nur einen Kursausschluss (Stufe 5).

Aufgabe 158Rangfolge B – A – E – C – D

Ein Mieter überlegt, seine Wohnung entgegen dem Mietvertrag an Touristen unterzuvermieten.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Wie würden sich meine Nachbarn fühlen, wenn ständig fremde Touristen im Haus ein- und ausgehen und Lärm machen?“Stufe 1 – Universalprinzip
2A)  „Verbietet mein Mietvertrag die Untervermietung nicht ausdrücklich?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Wie handhaben das andere Mieter, die oft verreisen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4C)  „Könnte ich mit der Vermietung jeden Monat gut dazuverdienen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5D)  „Könnte mir der Vermieter kündigen, wenn er davon erfährt?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

B ist am wichtigsten, weil Herr Kastner die Folgen seines Handelns für die Nachbarn reflektiert (Universalprinzip). A beruft sich auf den Mietvertrag (Stufe 2). E orientiert sich an anderen Mietern (Stufe 3). C betrachtet den Zusatzverdienst als eigenen Vorteil (Stufe 4), D fürchtet nur eine Kündigung und ist deshalb die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 159Rangfolge E – A – D – B – C

Eine junge Frau überlegt, ob sie entgegen den Teilnahmebedingungen mit mehreren E-Mail-Adressen an einem Gewinnspiel teilnimmt.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Wäre es den ehrlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern gegenüber fair, wenn ich meine Chancen so erhöhe?“Stufe 1 – Universalprinzip
2A)  „Verstößt eine Mehrfachteilnahme nicht gegen die Teilnahmebedingungen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3D)  „Machen meine anderen Freundinnen das auch so?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Hätte ich mit zehn Adressen eine viel größere Chance auf die Reise?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Könnte ich vom Gewinnspiel ausgeschlossen werden, wenn der Veranstalter die Mehrfachteilnahme entdeckt?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

E ist die wichtigste Überlegung, weil Nina die Folgen für die ehrlichen Teilnehmenden reflektiert (Universalprinzip). A beruft sich auf die Teilnahmebedingungen (Stufe 2). D orientiert sich an ihren Freundinnen (Stufe 3). B betrachtet die höhere Gewinnchance als eigenen Vorteil (Stufe 4), C fürchtet nur einen Ausschluss (Stufe 5).

Aufgabe 160Rangfolge D – A – E – C – B

Eine Busfahrerin sieht im Nachtbus, wie ein Fahrgast Jugendliche beleidigt und immer aggressiver wird.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Könnten die Jugendlichen oder andere Fahrgäste verletzt werden, wenn die Situation eskaliert?“Stufe 1 – Universalprinzip
2A)  „Bin ich als Fahrerin nicht für die Sicherheit meiner Fahrgäste verantwortlich?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Wie würden meine Kolleginnen und Kollegen im Nachtverkehr in so einer Lage reagieren?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4C)  „Würde mir das Verkehrsunternehmen für mein umsichtiges Handeln eine Anerkennung aussprechen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5B)  „Würde ich Ärger mit der Leitstelle bekommen, wenn sich meine Verspätung noch weiter vergrößert?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D ist am wichtigsten, weil Frau Hufnagl die möglichen Folgen für die Fahrgäste reflektiert (Universalprinzip). A beruft sich auf ihre berufliche Verantwortung (Stufe 2). E orientiert sich an Kolleginnen und Kollegen (Stufe 3). C erhofft sich Anerkennung als Vorteil (Stufe 4), B möchte nur Ärger wegen der Verspätung vermeiden und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 161Rangfolge C – E – A – B – D

Ein junger Mann überlegt, ob er seine nicht übertragbare Fitnessstudio-Karte einem Freund leiht.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Was wäre, wenn alle Mitglieder ihre Karten weitergeben würden und das Studio dadurch die Preise für alle erhöhen müsste?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Ist die Weitergabe der Mitgliedskarte laut Vertrag nicht verboten?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Wie würden meine anderen Freunde an meiner Stelle entscheiden?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Würde mein Freund mich dafür zum Essen einladen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5D)  „Könnte das Studio meine Mitgliedschaft kündigen, wenn die Weitergabe auffällt?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C verallgemeinert das Verhalten und fragt nach den Folgen für alle Mitglieder – das ist das Universalprinzip und damit Rang 1. E beruft sich auf den Mitgliedsvertrag (Stufe 2). A orientiert sich an anderen Freunden (Stufe 3). B erwartet eine kleine Gegenleistung (Stufe 4), D fürchtet nur die Kündigung der Mitgliedschaft und ist daher die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 162Rangfolge A – E – D – B – C

Ein Lagerarbeiter beobachtet, wie ein Kollege intakte Geräte als unverkäuflich markiert und mit nach Hause nimmt.

RangÜberlegungStufe
1A)  „Was würde es für das Unternehmen und die Arbeitsplätze bedeuten, wenn alle Mitarbeiter so handeln würden?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Bin ich nicht verpflichtet, einen Diebstahl im Betrieb zu melden?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3D)  „Was würden die anderen Kollegen im Lager an meiner Stelle tun?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Würde mir der Kollege auch ein Gerät abgeben, wenn ich schweige?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Könnte ich mitverdächtigt werden, wenn die Inventur Fehlbestände zeigt?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

A ist die wichtigste Überlegung, weil Herr Tomić das Verhalten verallgemeinert und die Folgen für Unternehmen und Belegschaft reflektiert (Universalprinzip). E beruft sich auf eine Meldepflicht (Stufe 2). D orientiert sich an den anderen Kollegen (Stufe 3). B betrachtet ein mögliches Geschenk als eigenen Vorteil (Stufe 4), C fürchtet nur, mitverdächtigt zu werden (Stufe 5).

Aufgabe 163Rangfolge D – A – B – E – C · Sonderfall

Eine Schülerin soll Schmiere stehen, während ihre Freundin im offenen Notenprogramm der Lehrerin ihre Note ändert.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Wäre es den anderen Schülerinnen und Schülern gegenüber gerecht, wenn meine Freundin ihre Note einfach fälscht?“Stufe 1 – Universalprinzip
2A)  „Ist es nicht verboten, Noten zu manipulieren oder dabei zu helfen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Was würden meine anderen Freundinnen in dieser Situation machen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Wäre meine Freundin sauer auf mich, wenn ich ihr nicht helfe?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (milder)
5C)  „Könnte ich von der Schule verwiesen werden, wenn herauskommt, dass ich dabei geholfen habe?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (extremer)

Erklärung

D ist am wichtigsten, weil Mia die Folgen für die anderen Schülerinnen und Schüler reflektiert (Universalprinzip). A beruft sich auf ein Verbot (Stufe 2), B auf das Verhalten anderer Freundinnen (Stufe 3). Ein eigener Vorteil (Stufe 4) kommt nicht vor; E und C fallen beide auf Stufe 5. Eine verärgerte Freundin ist ein milder sozialer Nachteil, ein Schulverweis in C dagegen eine sehr schwere Konsequenz – daher steht C auf dem letzten Rang.

Aufgabe 164Rangfolge A – C – D – E – B

Eine Ordinationsassistentin soll einer Freundin einen Termin verschaffen, indem sie eine andere Patientin unter einem Vorwand verschiebt.

RangÜberlegungStufe
1A)  „Wäre es der Patientin gegenüber fair, die schon lange auf ihren Termin wartet und ihn vielleicht genauso dringend braucht?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Muss ich Termine nicht nach den festgelegten Regeln der Ordination vergeben?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3D)  „Wie würden meine Kolleginnen in der Ordination mit so einer Bitte umgehen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Würde mir meine Freundin bei Gelegenheit ebenfalls einen Gefallen tun?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5B)  „Könnte der Arzt mich abmahnen, wenn die verschobene Patientin sich beschwert?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

A ist die wichtigste Überlegung, weil Frau Leitgeb die Folgen für die wartende Patientin reflektiert (Universalprinzip). C beruft sich auf die Regeln der Ordination (Stufe 2). D orientiert sich an den Kolleginnen (Stufe 3). E erwartet eine Gegenleistung und damit einen Vorteil (Stufe 4), B möchte nur eine Abmahnung vermeiden (Stufe 5).

Aufgabe 165Rangfolge C – D – E – B – A

Ein Student mit eigener Firma wird gebeten, einem Kollegen eine falsche Beschäftigungsbestätigung für einen Förderantrag auszustellen.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Was wäre, wenn alle Studierenden mit falschen Nachweisen Förderungen beantragen würden und das Geld dann für wirklich Bedürftige fehlen würde?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Ist das Ausstellen einer falschen Bestätigung nicht gesetzlich verboten?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Würden andere Studierende mit eigener Firma dem Kollegen diesen Gefallen tun?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Würde mir der Kollege dafür einen Teil der Förderung überlassen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Könnte die Behörde den Schwindel entdecken und mich anzeigen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C verallgemeinert das Verhalten und bedenkt die Folgen für wirklich Bedürftige – das ist das Universalprinzip und damit Rang 1. D beruft sich auf das gesetzliche Verbot (Stufe 2). E orientiert sich an anderen Studierenden (Stufe 3). B erwartet eine finanzielle Gegenleistung (Stufe 4), A fürchtet nur eine Anzeige und ist deshalb am unwichtigsten.

Aufgabe 166Rangfolge B – E – A – D – C

Ein Zivildiener überlegt, ob er seinen Kollegen bittet, den Rettungswagen für einen privaten Einkauf nicht auf den Behindertenparkplatz zu stellen.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Wie soll der Mensch mit Behinderung einkaufen gehen, wenn wir den einzigen passenden Parkplatz blockieren?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Ist das Parken auf einem Behindertenparkplatz ohne Einsatz nicht verboten?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Wie handhaben andere Rettungsteams solche kurzen Stopps?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Wären wir mit der Jause schneller fertig und könnten länger Pause machen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Würde mein Kollege genervt reagieren, wenn ich ihn kritisiere?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

B ist am wichtigsten, weil Samuel die Folgen des Falschparkens für den Menschen mit Behinderung reflektiert (Universalprinzip). E beruft sich auf das Parkverbot (Stufe 2). A orientiert sich an anderen Rettungsteams (Stufe 3). D betrachtet die längere Pause als eigenen Vorteil (Stufe 4), C will nur Unmut beim Kollegen vermeiden und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 167Rangfolge A – C – E – D – B

Eine Reiseleiterin bekommt vom Hotel eine Provision angeboten, wenn sie ihrer Gruppe die schlechteren Zimmer verschweigt.

RangÜberlegungStufe
1A)  „Wäre es den Reisenden gegenüber fair, wenn sie für etwas bezahlen, das sie nicht bekommen?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Bin ich als Reiseleiterin nicht verpflichtet, die gebuchten Leistungen für meine Gruppe durchzusetzen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Wie würden andere Reiseleiterinnen in so einer Situation reagieren?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Würde ich mit der Provision mein Gehalt deutlich aufbessern?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5B)  „Könnten sich die Reisenden nach dem Urlaub bei meinem Arbeitgeber beschweren?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

A ist die wichtigste Überlegung, weil Frau Moosbrugger die Folgen für die Reisenden reflektiert (Universalprinzip). C beruft sich auf ihre Pflicht als Reiseleiterin (Stufe 2). E orientiert sich an anderen Reiseleiterinnen (Stufe 3). D betrachtet die Provision als eigenen Vorteil (Stufe 4), B fürchtet nur Beschwerden (Stufe 5).

Aufgabe 168Rangfolge B – C – D – A – E

Ein Famulant wird von einem Patienten nach einem Tumorbefund gefragt, den der Stationsarzt noch nicht besprochen hat.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Wie würde es dem Patienten gehen, wenn er eine so schwerwiegende Nachricht unvorbereitet und ohne ärztliche Begleitung erfährt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Darf ich als Famulant überhaupt Befunde mitteilen, bevor der behandelnde Arzt das Gespräch geführt hat?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3D)  „Wie würden andere Famulanten in dieser Situation antworten?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Würde mir der Patient mehr vertrauen, wenn ich offen mit ihm spreche?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5E)  „Würde der Stationsarzt mich scharf kritisieren, wenn ich ihm vorgreife?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

B ist am wichtigsten, weil Benedikt die Folgen seiner Antwort für den Patienten reflektiert (Universalprinzip). C fragt nach den geltenden Regeln für Famulanten (Stufe 2). D orientiert sich an anderen Famulanten (Stufe 3). A erhofft sich das Vertrauen des Patienten als eigenen Vorteil (Stufe 4), E will nur Kritik vermeiden und ist deshalb die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 169Rangfolge A – E – D – C – B

Ein Mann überlegt, ob er in Abwesenheit seines Nachbarn überhängende Äste von dessen Nussbaum selbst abschneidet.

RangÜberlegungStufe
1A)  „Wie würde sich mein Nachbar fühlen, wenn er nach dem Urlaub seinen verunstalteten Baum sieht?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Muss ich den Nachbarn nicht laut Gesetz zuerst auffordern, bevor ich selbst Hand anlege?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3D)  „Wie würden die anderen Nachbarn in der Siedlung so ein Problem lösen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4C)  „Könnte ich meine Terrasse sofort wieder ohne Laub genießen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5B)  „Könnte der Nachbar Schadenersatz für den beschädigten Baum verlangen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

A ist die wichtigste Überlegung, weil Herr Zauner die Folgen seines Handelns für den Nachbarn reflektiert (Universalprinzip). E beruft sich auf eine gesetzliche Vorgabe (Stufe 2). D orientiert sich an anderen Nachbarn (Stufe 3). C betrachtet die saubere Terrasse als eigenen Vorteil (Stufe 4), B fürchtet nur Schadenersatzforderungen (Stufe 5).

Aufgabe 170Rangfolge E – C – B – A – D · Sonderfall

Ein Tankstellenkassier soll einem Stammkunden ohne Geldbörse entgegen der Anweisung 90 Euro anschreiben.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Wie soll der Kunde nach Hause kommen und seine Sachen erledigen, wenn ich ihm nicht vertraue?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Muss ich mich nicht an die Anweisung des Pächters halten, nichts anzuschreiben?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Würde der Stammkunde mir künftig ein großzügiges Trinkgeld geben?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
4A)  „Würde der Kunde verärgert sein und nicht mehr bei uns tanken, wenn ich ablehne?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (milder)
5D)  „Müsste ich die 90 Euro selbst zahlen und könnte gekündigt werden, wenn der Kunde nicht wiederkommt?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (extremer)

Erklärung

E ist am wichtigsten, weil Herr Ecker die Folgen seiner Entscheidung für den Kunden reflektiert (Universalprinzip). C beruft sich auf die Anweisung des Pächters (Stufe 2). B betrachtet ein mögliches Trinkgeld als eigenen Vorteil (Stufe 4); eine Orientierung an Bezugspersonen (Stufe 3) fehlt. A und D fallen beide auf Stufe 5: Ein verärgerter Kunde ist ein milder Nachteil, der Verlust von 90 Euro samt drohender Kündigung in D dagegen eine schwere berufliche Konsequenz – daher erhält D Rang 5.

Aufgabe 171Rangfolge C – A – E – D – B

Eine Reisende bemerkt am Flughafen einen herrenlosen Koffer und überlegt, ob sie das Sicherheitspersonal informiert.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Könnten viele Menschen in Gefahr sein, falls sich im Koffer etwas Gefährliches befindet?“Stufe 1 – Universalprinzip
2A)  „Wird man am Flughafen nicht ausdrücklich aufgefordert, unbeaufsichtigtes Gepäck zu melden?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Was würden die anderen Reisenden an meiner Stelle tun?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Würde ich meinen Flug entspannter erreichen, wenn ich mich nicht darum kümmere?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5B)  „Wäre es mir peinlich, wenn eine Räumung ausgelöst wird und der Koffer harmlos ist?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C ist die wichtigste Überlegung, weil Frau Hammer die möglichen Folgen für viele andere Menschen reflektiert (Universalprinzip). A beruft sich auf die ausdrückliche Aufforderung des Flughafens (Stufe 2). E orientiert sich an anderen Reisenden (Stufe 3). D betrachtet den entspannteren Abflug als eigenen Vorteil (Stufe 4), B möchte nur eine peinliche Situation vermeiden (Stufe 5).

Aufgabe 172Rangfolge D – C – A – B – E

Eine Professorin überlegt, ob sie einem Studenten nach dem Tod seiner Großmutter entgegen den Seminarregeln eine Fristverlängerung gewährt.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Wäre es gerecht, einem Studenten in einer außergewöhnlichen Trauersituation dieselbe Frist abzuverlangen wie allen anderen?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Muss ich mich nicht an die Seminarregeln halten, die Verlängerungen nur mit ärztlicher Bestätigung erlauben?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Wie würden andere Lehrende an meiner Stelle entscheiden?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Würde der Student mich in der Lehrveranstaltungsevaluation besonders gut bewerten?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5E)  „Würden sich andere Studierende über eine Ungleichbehandlung beschweren?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D ist am wichtigsten, weil Prof. Wendl die Auswirkungen ihrer Entscheidung auf den trauernden Studenten reflektiert und die Regel dabei hinterfragt (Universalprinzip). C beruft sich auf die Seminarregeln, ohne sie zu hinterfragen (Stufe 2). A orientiert sich an anderen Lehrenden (Stufe 3). B erhofft sich eine gute Bewertung als eigenen Vorteil (Stufe 4), E will nur Beschwerden vermeiden und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 173Rangfolge B – C – A – E – D

Ein IT-Administrator soll einer Kollegin heimlich Einblick in den Kalender des Geschäftsführers geben.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Könnten Kolleginnen und Kollegen, deren Kündigung vielleicht noch gar nicht entschieden ist, durch Gerüchte Schaden nehmen?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Bin ich als Administrator nicht verpflichtet, vertrauliche Daten ausschließlich dienstlich zu nutzen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Wie würden andere IT-Administratoren in meiner Situation handeln?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Würde mir die Kollegin im Gegenzug interessante Informationen aus ihrer Abteilung weitergeben?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5D)  „Könnte in den Protokollen des Systems auffallen, dass ich auf den Kalender zugegriffen habe?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

B ist die wichtigste Überlegung, weil Herr Nikolić die Folgen für andere Beschäftigte reflektiert (Universalprinzip). C beruft sich auf seine Verschwiegenheitspflicht als Administrator (Stufe 2). A orientiert sich an anderen IT-Administratoren (Stufe 3). E erwartet eine Gegenleistung und damit einen Vorteil (Stufe 4), D fürchtet nur, dass der Zugriff auffällt, und ist daher am unwichtigsten.

Aufgabe 174Rangfolge D – A – C – B – E

Ein Installateur findet bei einer Badsanierung mehrere tausend Euro in einer eingemauerten Blechdose.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Wäre es den Erben gegenüber gerecht, wenn ich das Geld behalte, das ihnen zusteht?“Stufe 1 – Universalprinzip
2A)  „Muss man einen solchen Fund nicht den rechtmäßigen Eigentümern melden?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Was würden andere Handwerker an meiner Stelle mit dem Geld machen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Könnte ich mit dem Geld endlich mein neues Werkzeug finanzieren?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5E)  „Könnten die Erben irgendwann von dem Versteck erfahren und mich verdächtigen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D ist am wichtigsten, weil Herr Schober die Folgen seines Handelns für die Erben reflektiert (Universalprinzip). A beruft sich auf die Pflicht, Funde zu melden (Stufe 2). C orientiert sich an anderen Handwerkern (Stufe 3). B betrachtet das Geld als eigenen Vorteil (Stufe 4), E fürchtet nur einen Verdacht und ist deshalb die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 175Rangfolge C – B – E – A – D

Eine Thermenbesucherin sieht ein kleines Kind unbeaufsichtigt am Rand des tiefen Beckens, während die Eltern schlafen.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Könnte das Kind ins tiefe Wasser fallen und ertrinken, wenn niemand aufpasst?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Ist man nicht verpflichtet einzugreifen, wenn ein Kind in Gefahr ist?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Würden die anderen Badegäste an meiner Stelle die Eltern wecken?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Würden mir die Eltern für meine Aufmerksamkeit dankbar sein und mich auf ein Getränk einladen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5D)  „Würden die Eltern mich unfreundlich anfahren, weil ich sie aufwecke und mich einmische?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C ist die wichtigste Überlegung, weil Frau Karner die möglichen Folgen für das Kind reflektiert (Universalprinzip). B beruft sich auf eine allgemeine Hilfspflicht (Stufe 2). E orientiert sich an anderen Badegästen (Stufe 3). A hofft auf eine kleine Belohnung (Stufe 4), D möchte nur eine unfreundliche Reaktion vermeiden und steht deshalb an letzter Stelle.

Aufgabe 176Rangfolge B – C – A – D – E

Ein Volksschullehrer bemerkt, dass eine Kollegin die Kinder der Elternvereinsobfrau bei Noten und Projekten bevorzugt.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Wäre es den anderen Kindern gegenüber gerecht, wenn sie trotz gleicher Leistung schlechter behandelt werden?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Müssen Lehrerinnen und Lehrer nicht alle Kinder nach denselben Kriterien beurteilen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Wie würden die anderen Lehrkräfte im Kollegium an meiner Stelle reagieren?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Würde mich die Direktorin für mein Engagement bei der Vergabe von Zusatzstunden berücksichtigen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5E)  „Würde die Kollegin mir das Arbeitsklima im Lehrerzimmer verderben, wenn ich die Sache anspreche?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

B ist die wichtigste Überlegung, weil Herr Pölzl die Folgen der Bevorzugung für die übrigen Kinder reflektiert (Universalprinzip). C beruft sich auf die Pflicht zur gleichen Beurteilung (Stufe 2). A orientiert sich an den Kolleginnen und Kollegen (Stufe 3). D erhofft sich zusätzliche Stunden als eigenen Vorteil (Stufe 4), E möchte nur ein schlechtes Arbeitsklima vermeiden (Stufe 5).

Aufgabe 177Rangfolge D – C – A – E – B · Sonderfall

Ein studentischer Tutor wird von einem Freund gebeten, ihm heimlich die Fragen und Lösungen der kommenden Prüfung zu schicken.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Wäre es den vielen anderen Studierenden gegenüber fair, wenn einer die Lösungen schon vorher kennt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Habe ich mich als Tutor nicht zur Verschwiegenheit über Prüfungsunterlagen verpflichtet?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Wie würden andere Tutorinnen und Tutoren auf eine solche Bitte reagieren?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Wäre mein Freund beleidigt, wenn ich ihm nicht helfe?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (milder)
5B)  „Könnte ich exmatrikuliert werden, wenn herauskommt, dass ich Prüfungsunterlagen weitergegeben habe?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (extremer)

Erklärung

D ist am wichtigsten, weil Leon die Folgen für die anderen Studierenden reflektiert (Universalprinzip). C beruft sich auf seine Verschwiegenheitspflicht (Stufe 2), A auf das Verhalten anderer Tutorinnen und Tutoren (Stufe 3). Ein eigener Vorteil (Stufe 4) kommt nicht vor; E und B fallen beide auf Stufe 5. Ein beleidigter Freund ist ein milder sozialer Nachteil, eine Exmatrikulation in B dagegen eine sehr schwere Konsequenz – daher erhält B den letzten Rang.

Aufgabe 178Rangfolge C – E – B – A – D

Eine Mutter bemerkt zu Hause, dass ihr sechsjähriger Sohn im Geschäft ein Spielzeugauto eingesteckt hat.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Was lernt mein Sohn über den Umgang mit anderen Menschen, wenn es für ihn keine Folgen hat, etwas wegzunehmen?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Muss man gestohlene Dinge nicht zurückgeben, auch wenn sie wenig wert sind?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Wie würden andere Eltern in so einer Situation reagieren?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Würde ich mir den langen Weg und viel Zeit ersparen, wenn ich es einfach dabei belasse?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5D)  „Wäre es mir peinlich, wenn mich die Verkäuferin als Mutter eines Diebes ansieht?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C ist die wichtigste Überlegung, weil Frau Leeb die Auswirkungen ihrer Entscheidung auf das künftige Verhalten ihres Sohnes gegenüber anderen reflektiert (Universalprinzip). E beruft sich auf einen moralischen Grundsatz (Stufe 2). B orientiert sich an anderen Eltern (Stufe 3). A betrachtet die Zeitersparnis als eigenen Vorteil (Stufe 4), D möchte nur eine peinliche Situation vermeiden und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 179Rangfolge E – C – A – B – D

Eine Volleyballtrainerin überlegt, ob sie eine verletzte Spielerin trotz Drucks der Eltern beim Landesfinale nicht einsetzt.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Könnte das Mädchen eine dauerhafte Verletzung davontragen, wenn sie zu früh wieder spielt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Bin ich als Trainerin nicht dafür verantwortlich, die Gesundheit meiner Spielerinnen zu schützen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Wie würden andere Trainerinnen im Verein in dieser Situation entscheiden?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Hätten wir mit ihr bessere Chancen auf den Landesmeistertitel?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5D)  „Würden sich die Eltern beim Vereinsvorstand über mich beschweren?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

E ist am wichtigsten, weil Frau Posch die gesundheitlichen Folgen für die Spielerin reflektiert (Universalprinzip). C beruft sich auf ihre Verantwortung als Trainerin (Stufe 2). A orientiert sich an anderen Trainerinnen (Stufe 3). B betrachtet die bessere Siegchance als eigenen Vorteil (Stufe 4), D möchte nur eine Beschwerde vermeiden und ist deshalb die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 180Rangfolge C – E – D – B – A

Ein Mann könnte ein fast neues Rennrad sehr günstig kaufen, das vermutlich gestohlen ist.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Würde ich dem bestohlenen Besitzer schaden und Fahrraddiebstähle weiter lohnend machen, wenn ich das Rad kaufe?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Ist der Kauf von offensichtlich gestohlener Ware nicht verboten?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3D)  „Würden meine Freunde bei so einem Angebot zugreifen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Könnte ich ein hochwertiges Rad zu einem Bruchteil des Preises bekommen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Könnte mir die Polizei das Rad später abnehmen, ohne dass ich mein Geld zurückbekomme?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C ist die wichtigste Überlegung, weil Herr Rieder die Folgen seines Kaufs für den Bestohlenen und die Allgemeinheit reflektiert (Universalprinzip). E beruft sich auf ein gesetzliches Verbot (Stufe 2). D orientiert sich an seinen Freunden (Stufe 3). B betrachtet den niedrigen Preis als eigenen Vorteil (Stufe 4), A fürchtet nur einen finanziellen Verlust (Stufe 5).

Aufgabe 181Rangfolge E – B – D – A – C

Eine Tierheimmitarbeiterin soll einen großen Hund an einen ungeeigneten Interessenten vermitteln, der eine hohe Spende anbietet.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Wie würde es dem Hund ergehen, wenn er den ganzen Tag allein in einer kleinen Wohnung eingesperrt ist?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Schreiben unsere Vermittlungsrichtlinien nicht vor, dass Tiere nur an geeignete Halter abgegeben werden?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3D)  „Wie würden meine Kolleginnen im Tierheim entscheiden?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Würde das Tierheim durch die Spende neue Zwinger bauen können, wofür ich gelobt würde?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Würde sich der Mann bei der Tierheimleitung über mich beschweren?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

E ist am wichtigsten, weil Frau Scherz die Folgen ihrer Entscheidung für das Tier reflektiert (Universalprinzip). B beruft sich auf die Vermittlungsrichtlinien (Stufe 2). D orientiert sich an den Kolleginnen (Stufe 3). A erhofft sich Lob und damit einen Vorteil (Stufe 4), C möchte nur eine Beschwerde vermeiden und steht deshalb an letzter Stelle.

Aufgabe 182Rangfolge B – A – C – D – E

Ein Spaziergänger entdeckt bei Waldbrandgefahr eine noch rauchende, schlecht gelöschte Feuerstelle im Wald.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Könnte ein Waldbrand entstehen, der Menschen, Tiere und Häuser in der Umgebung gefährdet?“Stufe 1 – Universalprinzip
2A)  „Ist man nicht verpflichtet, eine Brandgefahr zu melden, wenn man sie entdeckt?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Was würden andere Spaziergänger an meiner Stelle tun?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Wäre ich rechtzeitig zum Abendessen zu Hause, wenn ich einfach weitergehe?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5E)  „Könnte man mich verdächtigen, das Feuer selbst gemacht zu haben, wenn ich die Feuerwehr rufe?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

B ist die wichtigste Überlegung, weil Herr Maurer die möglichen Folgen eines Waldbrands für Menschen, Tiere und Häuser reflektiert (Universalprinzip). A beruft sich auf eine Meldepflicht (Stufe 2). C orientiert sich an anderen Spaziergängern (Stufe 3). D betrachtet das pünktliche Abendessen als eigenen Vorteil (Stufe 4), E fürchtet nur, selbst verdächtigt zu werden (Stufe 5).

Aufgabe 183Rangfolge D – E – B – C – A

Ein Barkeeper überlegt, ob er einem stark betrunkenen Stammgast, der danach Auto fahren will, noch Alkohol ausschenkt.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Könnte der Gast sich oder andere auf der Heimfahrt schwer verletzen?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Darf man laut Gesetz offensichtlich Betrunkenen überhaupt noch Alkohol ausschenken?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Wie würden meine Kollegen hinter der Bar mit diesem Gast umgehen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4C)  „Würde der Gast mir heute noch ein großzügiges Trinkgeld geben, wenn ich weiter ausschenke?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Würde der Stammgast wütend werden und künftig in ein anderes Lokal gehen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D ist am wichtigsten, weil Herr Fuchsberger die möglichen Folgen für den Gast und andere Verkehrsteilnehmer reflektiert (Universalprinzip). E fragt nach der gesetzlichen Regelung (Stufe 2). B orientiert sich an seinen Kollegen (Stufe 3). C betrachtet das Trinkgeld als eigenen Vorteil (Stufe 4), A möchte nur den Verlust eines Stammgastes vermeiden und ist deshalb die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 184Rangfolge C – D – A – E – B · Sonderfall

Eine Laborantin soll eine mit Salmonellen belastete Lebensmittelprobe so lange nachmessen, bis ein unauffälliger Wert herauskommt.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Könnten viele Menschen schwer erkranken, wenn belastetes Fleisch in den Handel kommt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Bin ich nicht verpflichtet, Messergebnisse unverfälscht zu dokumentieren und weiterzugeben?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Würde mir der Chef eine Gehaltserhöhung geben, wenn der wichtige Kunde zufrieden bleibt?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
4E)  „Würde der Chef mich künftig bei interessanten Projekten übergehen, wenn ich mich widersetze?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (milder)
5B)  „Könnte ich strafrechtlich belangt werden, wenn Menschen erkranken und die Manipulation auffliegt?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (extremer)

Erklärung

C ist die wichtigste Überlegung, weil Frau Hirsch die gesundheitlichen Folgen für viele Menschen reflektiert (Universalprinzip). D beruft sich auf ihre Dokumentationspflicht (Stufe 2). A hofft auf eine Gehaltserhöhung als eigenen Vorteil (Stufe 4); eine Orientierung an Bezugspersonen (Stufe 3) fehlt. E und B fallen beide auf Stufe 5: Bei Projekten übergangen zu werden ist ein beruflicher Nachteil, eine strafrechtliche Verfolgung in B dagegen eine rechtliche und damit extremere Konsequenz – daher erhält B Rang 5.

Aufgabe 185Rangfolge A – C – E – D – B

Ein Mann bemerkt beim Umzug seines Freundes, dass dieser Gegenstände des Vermieters einpackt.

RangÜberlegungStufe
1A)  „Wäre es dem Vermieter gegenüber gerecht, wenn ihm Dinge weggenommen werden, die ihm gehören?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Ist es nicht Diebstahl, Gegenstände aus dem Inventar mitzunehmen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Was würden unsere anderen Freunde an meiner Stelle sagen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Würde mir mein Freund eine der Lampen für meine Wohnung überlassen, wenn ich nichts sage?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5B)  „Könnte ich als Umzugshelfer mitbelangt werden, wenn der Vermieter die Polizei ruft?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

A ist am wichtigsten, weil Herr Brenner die Folgen für den Vermieter reflektiert (Universalprinzip). C beruft sich auf das Diebstahlsverbot (Stufe 2). E orientiert sich an anderen Freunden (Stufe 3). D betrachtet eine Lampe als eigenen Vorteil (Stufe 4), B fürchtet nur rechtliche Folgen und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 186Rangfolge E – B – C – A – D

Eine Schülerin wird gebeten, für ihre Freundin eine Entschuldigung mit gefälschter Unterschrift der Mutter zu schreiben.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Wie würden sich die Eltern meiner Freundin fühlen, wenn sie erfahren, dass sie auf diese Weise hintergangen wurden?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Ist das Fälschen einer Unterschrift nicht verboten?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Würden meine anderen Freundinnen so etwas für sie tun?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Würde mir meine Freundin dann beim nächsten Referat helfen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5D)  „Könnte ich einen Verweis bekommen, wenn die Lehrerin die Fälschung bemerkt?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

E ist die wichtigste Überlegung, weil Lina die Folgen für die Eltern ihrer Freundin reflektiert (Universalprinzip). B beruft sich auf ein Verbot (Stufe 2). C orientiert sich an anderen Freundinnen (Stufe 3). A erwartet eine Gegenleistung und damit einen Vorteil (Stufe 4), D fürchtet nur einen Verweis (Stufe 5).

Aufgabe 187Rangfolge B – D – E – A – C

Eine Gärtnerin soll gegen doppeltes Honorar ein in der EU verbotenes Unkrautvernichtungsmittel ausbringen.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Welche Folgen hätte das Gift für die Bienen und das Trinkwasser der ganzen Umgebung?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Ist die Verwendung dieses Mittels in der EU nicht gesetzlich verboten?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Wie würden andere Gärtnerinnen und Gärtner auf dieses Angebot reagieren?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Würde ich mit dem doppelten Honorar einen richtig guten Monat haben?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Könnte ich eine hohe Geldstrafe bekommen, wenn mich Nachbarn anzeigen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

B ist am wichtigsten, weil Frau Stangl die Folgen für Umwelt und Menschen der Umgebung reflektiert (Universalprinzip). D beruft sich auf das gesetzliche Verbot (Stufe 2). E orientiert sich an anderen Gärtnerinnen und Gärtnern (Stufe 3). A betrachtet das Honorar als eigenen Vorteil (Stufe 4), C fürchtet nur eine Geldstrafe und ist deshalb die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 188Rangfolge D – E – B – A – C

Eine Ordinationsassistentin soll auf Wunsch des Arztes eine nie verabreichte Impfung in einen Impfpass eintragen.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Könnte das Ehepaar bei einer Verletzung während des Einsatzes schwer erkranken, weil alle glauben, es sei geschützt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2E)  „Ist das Eintragen einer nicht durchgeführten Impfung nicht eine verbotene Urkundenfälschung?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Wie würden andere Ordinationsassistentinnen auf so eine Bitte reagieren?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Würde der Arzt mir als Dank einen zusätzlichen freien Tag geben?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Würde der Arzt mich künftig schlechter behandeln, wenn ich seine Bitte ablehne?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D ist die wichtigste Überlegung, weil Frau Kreuzer die gesundheitlichen Folgen für das Ehepaar reflektiert (Universalprinzip). E beruft sich auf das Verbot der Urkundenfälschung (Stufe 2). B orientiert sich an anderen Ordinationsassistentinnen (Stufe 3). A hofft auf einen freien Tag als eigenen Vorteil (Stufe 4), C möchte nur ein schlechteres Verhältnis zum Arzt vermeiden (Stufe 5).

Aufgabe 189Rangfolge B – C – D – A – E

Ein Schüler findet das Handy eines oft gehänselten Mitschülers, und seine Freunde wollen dessen peinliche Fotos verbreiten.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Wie würde sich mein Mitschüler fühlen, wenn die ganze Klasse diese privaten Fotos zu sehen bekommt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Ist es nicht verboten, private Fotos ohne Erlaubnis weiterzuverbreiten?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3D)  „Was würden andere Schüler an meiner Stelle mit dem Handy machen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Würde ich bei meinen Freunden beliebter sein, wenn ich bei der Aktion mitmache?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5E)  „Könnte ich eine Anzeige bekommen, wenn die Eltern des Mitschülers davon erfahren?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

B ist am wichtigsten, weil Jonathan sich in den Mitschüler hineinversetzt und die Folgen für ihn reflektiert (Universalprinzip). C beruft sich auf ein Verbot (Stufe 2). D orientiert sich an anderen Schülern (Stufe 3). A erhofft sich Beliebtheit als eigenen Vorteil (Stufe 4), E fürchtet nur eine Anzeige und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 190Rangfolge E – C – A – B – D

Ein Autofahrer überlegt, ob er nach einem nächtlichen Wildunfall mit einem schwer verletzten Reh die Polizei verständigt.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Wie lange müsste das verletzte Reh leiden, wenn niemand den Unfall meldet?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Bin ich nach einem Wildunfall nicht gesetzlich verpflichtet, ihn zu melden?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3A)  „Wie würden andere Autofahrer in dieser Situation handeln?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Wäre ich viel früher im Bett, wenn ich einfach weiterfahre?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5D)  „Könnte ich eine Strafe bekommen, wenn später herauskommt, dass ich den Unfall nicht gemeldet habe?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

E ist die wichtigste Überlegung, weil Herr Haslinger die Folgen seines Handelns für das verletzte Tier reflektiert (Universalprinzip). C beruft sich auf seine gesetzliche Meldepflicht (Stufe 2). A orientiert sich an anderen Autofahrern (Stufe 3). B betrachtet den früheren Feierabend als eigenen Vorteil (Stufe 4), D fürchtet nur eine Strafe (Stufe 5).

Aufgabe 191Rangfolge B – A – C – D – E · Sonderfall

Eine Famulantin soll dringende Arztbriefe mit dem Namen der Oberärztin unterschreiben.

RangÜberlegungStufe
1B)  „Könnten Patientinnen und Patienten gefährdet werden, wenn Arztbriefe mit Fehlern ohne ärztliche Prüfung hinausgehen?“Stufe 1 – Universalprinzip
2A)  „Darf ich als Famulantin überhaupt im Namen der Oberärztin unterschreiben?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Was würden andere Famulantinnen an meiner Stelle tun?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4D)  „Würde mich die Sekretärin für umständlich halten, wenn ich ablehne?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (milder)
5E)  „Könnte ich wegen Urkundenfälschung angezeigt werden und mein Studium gefährden?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (extremer)

Erklärung

B ist am wichtigsten, weil Elena die möglichen Folgen für die Patientinnen und Patienten reflektiert (Universalprinzip). A beruft sich auf ein Verbot (Stufe 2), C auf das Verhalten anderer Famulantinnen (Stufe 3). Ein eigener Vorteil (Stufe 4) wird hier nicht angesprochen; D und E betreffen beide das Vermeiden von Nachteilen (Stufe 5). Für umständlich gehalten zu werden ist ein milder sozialer Nachteil, eine Anzeige wegen Urkundenfälschung in E dagegen eine rechtliche Konsequenz – daher steht E auf Rang 5.

Aufgabe 192Rangfolge A – C – E – B – D

Eine Kellnerin beobachtet, wie ein Kollege aus Rache in die Suppe eines unhöflichen Gastes spuckt.

RangÜberlegungStufe
1A)  „Wäre es richtig, einem Gast gesundheitlich zu schaden, nur weil er unhöflich war?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Verstößt das nicht eindeutig gegen die Hygienevorschriften?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Was würden die anderen Kellnerinnen im Gasthaus an meiner Stelle tun?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Würde mich der Wirt für meine Ehrlichkeit mit besseren Schichten belohnen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5D)  „Würde mich der Kollege künftig in der Küche benachteiligen, wenn ich ihn verpetze?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

A ist die wichtigste Überlegung, weil Frau Eibl die Folgen für den Gast reflektiert und das Verhalten grundsätzlich hinterfragt (Universalprinzip). C beruft sich auf die Hygienevorschriften (Stufe 2). E orientiert sich an den anderen Kellnerinnen (Stufe 3). B hofft auf bessere Schichten als eigenen Vorteil (Stufe 4), D möchte nur Benachteiligungen durch den Kollegen vermeiden (Stufe 5).

Aufgabe 193Rangfolge E – D – B – C – A

Eine Reiseleiterin bemerkt, dass der übermüdete Busfahrer die Lenkzeiten überschritten hat und trotzdem weiterfahren will.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Könnten die Reisenden bei einem Unfall schwer verletzt werden, wenn der Fahrer am Steuer einschläft?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Schreibt das Gesetz nicht klare Lenk- und Ruhezeiten für Busfahrer vor?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Wie würden andere Reiseleiterinnen in so einer Situation entscheiden?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4C)  „Würde ich mein Abendessen und den freien Abend im Hotel rechtzeitig genießen können?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Würden sich die Reisenden bei meinem Veranstalter beschweren, wenn wir zu spät ankommen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

E ist am wichtigsten, weil Frau Gasser die möglichen Folgen für die Reisenden reflektiert (Universalprinzip). D beruft sich auf die gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten (Stufe 2). B orientiert sich an anderen Reiseleiterinnen (Stufe 3). C betrachtet den freien Abend als eigenen Vorteil (Stufe 4), A will nur Beschwerden vermeiden und ist deshalb die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 194Rangfolge A – B – E – C – D

Eine Hundebesitzerin überlegt, ob sie sich beim Besitzer meldet, nachdem ihr Hund unbemerkt einen kleinen Hund gebissen hat.

RangÜberlegungStufe
1A)  „Könnte der kleine Hund ernsthaft verletzt sein und dringend tierärztliche Hilfe brauchen?“Stufe 1 – Universalprinzip
2B)  „Muss ich als Hundehalterin nicht für Schäden aufkommen, die mein Hund verursacht?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Wie würden die anderen Hundebesitzer in der Zone an meiner Stelle handeln?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4C)  „Würde ich mir die Tierarztkosten für den anderen Hund sparen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5D)  „Könnte der Besitzer mich anzeigen und einen Maulkorbzwang für meinen Hund erwirken?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

A ist die wichtigste Überlegung, weil Frau Feichtinger die möglichen Folgen für den verletzten Hund reflektiert (Universalprinzip). B beruft sich auf ihre Haftung als Halterin (Stufe 2). E orientiert sich an anderen Hundebesitzern (Stufe 3). C betrachtet die Kostenersparnis als eigenen Vorteil (Stufe 4), D fürchtet nur rechtliche Konsequenzen (Stufe 5).

Aufgabe 195Rangfolge C – D – E – B – A

Eine Radiologietechnologin bemerkt, dass eine Kollegin vor Bauchröntgen junger Patientinnen nicht mehr nach einer möglichen Schwangerschaft fragt.

RangÜberlegungStufe
1C)  „Könnte ein ungeborenes Kind durch die Strahlung geschädigt werden, wenn niemand nach einer Schwangerschaft fragt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Schreiben die Strahlenschutzvorschriften diese Frage nicht ausdrücklich vor?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Was würden andere Radiologietechnologinnen im Institut an meiner Stelle tun?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Würde mich die Leitung für meine Gewissenhaftigkeit bei der nächsten Beförderung berücksichtigen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5A)  „Würde die Kollegin mich im Team als Petze hinstellen?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

C ist am wichtigsten, weil Frau Hölzl die möglichen Folgen für ungeborene Kinder reflektiert (Universalprinzip). D beruft sich auf die Strahlenschutzvorschriften (Stufe 2). E orientiert sich an den Kolleginnen (Stufe 3). B hofft auf eine Beförderung als eigenen Vorteil (Stufe 4), A möchte nur einen schlechten Ruf im Team vermeiden und steht daher an letzter Stelle.

Aufgabe 196Rangfolge E – D – B – A – C

Eine Schülerin wird von einem Mitschüler jeden Morgen gebeten, ihre benotete Mathematikhausübung abschreiben zu dürfen.

RangÜberlegungStufe
1E)  „Würde mein Mitschüler den Stoff überhaupt verstehen und bei der nächsten Schularbeit bestehen, wenn er immer nur abschreibt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Ist das Abschreiben von benoteten Hausübungen nicht verboten?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Wie würden meine Freundinnen an meiner Stelle mit seiner Bitte umgehen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Würde mich mein Mitschüler dafür in der Pause auf eine Jause einladen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5C)  „Könnte die Lehrerin es merken und auch mir eine schlechtere Mitarbeitsnote geben?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

E ist die wichtigste Überlegung, weil Luisa die Folgen für den Lernerfolg ihres Mitschülers reflektiert (Universalprinzip). D beruft sich auf ein Verbot (Stufe 2). B orientiert sich an ihren Freundinnen (Stufe 3). A erwartet eine kleine Gegenleistung (Stufe 4), C fürchtet nur eine schlechtere Note (Stufe 5).

Aufgabe 197Rangfolge A – C – D – B – E

Ein Werbeagenturmitarbeiter soll Influencer-Beiträge für ein Nahrungsergänzungsmittel nicht als Werbung kennzeichnen lassen.

RangÜberlegungStufe
1A)  „Würden die jugendlichen Follower getäuscht werden und Geld für ein Produkt ausgeben, weil sie die Werbung für eine ehrliche Empfehlung halten?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Ist bezahlte Werbung laut Gesetz nicht eindeutig zu kennzeichnen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3D)  „Wie handhaben andere Agenturen solche Kampagnen?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4B)  „Würde ich für eine erfolgreiche Kampagne einen hohen Bonus bekommen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5E)  „Könnte meine Agentur eine Abmahnung bekommen, wenn Konsumentenschützer die Beiträge entdecken?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

A ist am wichtigsten, weil Herr Lenz die Folgen der Täuschung für die jugendlichen Follower reflektiert (Universalprinzip). C beruft sich auf die gesetzliche Kennzeichnungspflicht (Stufe 2). D orientiert sich an anderen Agenturen (Stufe 3). B betrachtet den Bonus als eigenen Vorteil (Stufe 4), E fürchtet nur eine Abmahnung und ist deshalb die unwichtigste Überlegung.

Aufgabe 198Rangfolge D – C – E – B – A · Sonderfall

Eine Museumskassierin soll Bareinnahmen von Reisegruppen am Registrierkassensystem vorbei in eine separate Kassette legen.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Was wäre, wenn alle Betriebe ihre Einnahmen so verheimlichen würden und dem Staat dadurch das Geld für öffentliche Aufgaben fehlen würde?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Ist es nicht gesetzlich vorgeschrieben, alle Bareinnahmen über die Registrierkassa zu erfassen?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3E)  „Würde mir der Besitzer einen Teil des gesparten Geldes als Bonus zustecken?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
4B)  „Würde der Besitzer mich unfreundlich behandeln, wenn ich seine Anweisung nicht befolge?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (milder)
5A)  „Könnte ich bei einer Finanzprüfung als Mittäterin angezeigt werden?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen (extremer)

Erklärung

D verallgemeinert das Verhalten und fragt nach den Folgen für die Gesellschaft – das ist das Universalprinzip und damit Rang 1. C beruft sich auf die Registrierkassenpflicht (Stufe 2). E hofft auf einen Bonus als eigenen Vorteil (Stufe 4); eine Orientierung an Bezugspersonen (Stufe 3) fehlt. B und A fallen beide auf Stufe 5: Unfreundliche Behandlung durch den Besitzer ist ein milder Nachteil, eine Anzeige als Mittäterin in A dagegen eine rechtliche Konsequenz – daher erhält A Rang 5.

Aufgabe 199Rangfolge A – D – C – E – B

Eine Autofahrerin überlegt, ob sie für die Meldung von Holzbrettern auf der Autobahn anhält und dafür zu spät zu einem Termin kommt.

RangÜberlegungStufe
1A)  „Könnten nachfolgende Autofahrer mit den Brettern kollidieren und schwer verunglücken?“Stufe 1 – Universalprinzip
2D)  „Ist man nicht verpflichtet, eine Gefahrenstelle auf der Autobahn zu melden?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3C)  „Was würden andere Autofahrer, die das gesehen haben, an meiner Stelle tun?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4E)  „Käme ich pünktlich zu meinem Termin und würde einen guten Eindruck machen?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5B)  „Würde mein Kunde verärgert sein, wenn ich zu spät komme?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

A ist die wichtigste Überlegung, weil Frau Ramsauer die möglichen Folgen für nachfolgende Autofahrer reflektiert (Universalprinzip). D beruft sich auf eine Meldepflicht (Stufe 2). C orientiert sich an anderen Autofahrern (Stufe 3). E betrachtet Pünktlichkeit und guten Eindruck als eigenen Vorteil (Stufe 4), B will nur einen verärgerten Kunden vermeiden (Stufe 5).

Aufgabe 200Rangfolge D – C – B – A – E

Eine Reinigungskraft findet im Krankenzimmer Tabletten, die ein Patient versteckt statt eingenommen hat.

RangÜberlegungStufe
1D)  „Könnte der Patient gesundheitlichen Schaden nehmen, wenn die Ärzte nicht wissen, dass er seine Medikamente nicht nimmt?“Stufe 1 – Universalprinzip
2C)  „Ist es nicht meine Pflicht, solche Auffälligkeiten dem Pflegepersonal zu melden?“Stufe 2 – Regeln und Gesetze
3B)  „Wie würden meine Kolleginnen im Reinigungsteam in dieser Situation handeln?“Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen
4A)  „Würde mich das Pflegepersonal für meine Aufmerksamkeit loben?“Stufe 4 – Eigener Vorteil
5E)  „Würde der Patient mich künftig bei jedem Putzen beschimpfen, wenn ich ihn verrate?“Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen

Erklärung

D ist am wichtigsten, weil Frau Jurić die gesundheitlichen Folgen für den Patienten reflektiert (Universalprinzip). C beruft sich auf ihre Meldepflicht (Stufe 2). B orientiert sich an den Kolleginnen im Reinigungsteam (Stufe 3). A erhofft sich Lob und damit einen Vorteil (Stufe 4), E möchte nur eine unangenehme Situation mit dem Patienten vermeiden und ist deshalb die unwichtigste Überlegung.