Aufgabe 1Rangfolge A – B – E – C – D
Eine Assistenzärztin entdeckt, dass ein erfahrener Kollege einem Patienten die zehnfache Dosis eines Blutverdünners verordnet hat.
| Rang | Überlegung | Stufe |
|---|---|---|
| 1 | A) „Welche Folgen hätte es für den Patienten, wenn er die falsche Dosis bekommt?“ | Stufe 1 – Universalprinzip |
| 2 | B) „Bin ich als Ärztin nicht verpflichtet, einen erkannten Behandlungsfehler zu melden?“ | Stufe 2 – Regeln und Gesetze |
| 3 | E) „Wie würden meine Kolleginnen und Kollegen an meiner Stelle handeln?“ | Stufe 3 – Erwartungen von Bezugspersonen |
| 4 | C) „Würde mich der Oberarzt für meine Aufmerksamkeit loben?“ | Stufe 4 – Eigener Vorteil |
| 5 | D) „Könnte mir das Ärger mit dem Kollegen einbringen?“ | Stufe 5 – Vermeiden von Nachteilen |
Erklärung
Überlegung A ist am wichtigsten, weil Dr. Lehner hier die Konsequenzen ihres Handelns für den Patienten reflektiert – das entspricht dem Universalprinzip. B beruft sich auf ihre ärztliche Pflicht und damit auf eine feste Regel (Stufe 2). In E orientiert sie sich am Verhalten ihrer Kolleginnen und Kollegen, also an den Erwartungen von Bezugspersonen. C zielt auf ein Lob und damit auf einen eigenen Vorteil, während D nur das Vermeiden von Ärger im Blick hat und deshalb den letzten Rang erhält.